Mars: Meteoriteneinschläge legen Eis frei


Auch weit von den Polen entfernt scheint es Eis (Wasser) auf dem Mars zu geben.

Tucson (USA) – Aufnahmen der amerikanischen Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) zeigen eine Reihe frischer Krater auf dem roten Planeten, die im vergangenen Jahr entstanden sind. Die Meteoriten haben bei ihrem Aufprall dicht unter der Oberfläche liegendes Eis freigelegt. Dieses Eis ist zu 99 Prozent rein, berichten die Planetenforscher im Fachblatt “Science”. Die Wissenschaftler hatten die Entdeckung bereits im Frühjahr auf einer Fachtagung präsentiert.

“Es ist eine große Überraschung für uns, dass das Eis am Boden dieser Einschlagkrater so rein ist”, sagt Shane Byrne von der University of Arizona, ein an den Beobachtungen mit der hochauflösenden Kamera HiRISE an Bord der Marssonde beteiligter Forscher. “Vor dieser Entdeckung glaubten wir, dass wir unter der Oberfläche ein Gemisch aus 50 Prozent Eis und 50 Prozent Staub und Geröll finden würden. Doch das Eis ist lediglich mit einem Anteil von einem Prozent verschmutzt.”

Im Gegensatz zur Erde besitzt der Mars nur eine dünne Atmosphäre. Deshalb können selbst kleinste Gesteinsbrocken aus dem All ohne zu Verglühen bis zur Oberfläche des roten Planeten vordringen. Byrne und seine Kollegen stießen auf insgesamt fünf frische Einschlagkrater, die jeweils drei bis sechs Meter groß und 30 bis 60 Zentimeter tief sind. Die Krater müssen zwischen Januar und September 2008 entstanden sein, da sie auf früheren Aufnahmen nicht zu sehen sind.

“Und wir sahen etwas sehr ungewöhnliches in diesen Kratern”, so Byrne weiter, “helles bläuliches Material, dass wie Wassereis aussah. Und tatsächlich verschwand dieses helle Material im Laufe der Zeit, so wie wir es von Eis erwarten, denn gefrorenes Wasser ist an der Marsoberfläche nicht stabil.” Bei dem geringen Luftdruck an der Marsoberfläche kann flüssiges Wasser nicht existieren – Wasser sublimiert deshalb aus dem festen sofort in den gasförmigen Aggregatzustand.

Spektroskopische Untersuchungen bestätigten dann, dass es sich bei der weißen Substanz um gefrorenes Wasser handelt. Die Einschlagkrater befinden sich etwa in der Mitte zwischen dem Nordpol und dem Äquator des roten Planeten. Nach Ansicht von Byrne zeigen die Funde, dass es noch in jüngerer Zeit mehr Wasser in der Marsatmosphäre gegeben haben müsse: “Dieses Eis ist der Überrest eines feuchteren Klimas vor nicht allzu langer Zeit, vielleicht vor wenigen tausend Jahren.”

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