Kinderfragen: Warum sieht der Mond am Horizont größer aus als wenn er am Himmel steht?

Allen von uns ist sicher schon einmal aufgefallen das der Mond manchmal sehr groß aussieht. Meistens steht er zu dieser Zeit am Horizont. Viele vergessen das dann wieder, aber es wäre sicherlich mal ein Experiment wert. Beobachtet mal den Mond wenn er am Horizont steht und später wenn er viel höher gewandert ist.

Euch wird auffallen das der Mond scheinbar kleiner geworden ist. Und in diesem Satz steht auch schon die Lösung.

Wie mir jeder sicherlich zustimmen wird, wäre es schon sehr merkwürdig, wenn der Mond im Laufe einer Nacht kleiner wird.

Schließlich hat der Mond einen mittleren Durchmesser von 3476 km (Quelle: Wikipedia) und eine Masse von 7,3 * 10²² kg. Gut diese Zahlen sind nicht Kindergeeignet, also hier mal ein Vergleich.

Der Durchmesser von Mond ist so groß wie die ungefähre Strecke von Berlin nach Moskau und zurück.

Bei der Masse wird es schon schwerer. Wenn ich nun ein kg-Mehl als Referenz nehme, dann braucht man 73.000.000.000.000.000.000.000 Packungen Mehl. Auch nicht besser oder?

Vielleicht in Autos. Wenn man sagt 1 Auto wiegt ca. 1500 kg, dann wiegt der Mond so viel wie 48.666.700.000.000.000.000. Tja, das ist auch noch nicht viel besser.

Immer noch nicht Kinderfreundlich oder.

Wenn man das mit LKW (40 t) berechnet: 1.825.000.000.000.000.000 LKW’s

Ich nehme jetzt mal einen Blauwal. Dieser wiegt ca. 200 t. Das sind 200.000 kg

Um die Masse des Mondes aufzuwiegen, braucht man 365.000.000.000.000.000 Blauwale.

Ein Versuch möchte ich noch machen. Der Berliner Fernsehturm wiegt wie folgt:
Der Schaft hat ein Gewicht von 26.000 t = 26.000.000 kg (26 Millionen kg)
Die Kugel wiegt noch einmal 4.800 t = 4.800.000 kg (4,8 Millionen kg)
Die Antennenanlage wiegt ungefähr 245 t = 245.000 kg

Gesamt macht das eine Gewicht von 31.045 t = 31.045.000 kg (31 Millionen und 45 Tausend kg)

Quelle: http://www.kulturplanung.de/7%20Fotogalerie%20Fernsehturm.htm

Das hört sich doch schon einmal gut an. Wieviel Fernsehtürme braucht man also um den Mond abzubilden?

2.351.430.000.000.000 (2,3 Billiarden Fernsehtürme)

Na gut, ich gebe es auf. Vielleicht hat ja jemand noch einen anschaulichen Vergleich.

Zurück zur Ausgangsfrage.

Die Frage warum der Mond am Horizont größer scheint als am Himmel ist einfach zu beantworten.

Es ist eine optische Täuschung.

Wenn der Mond am Horizont steht, dann hat man meist Vergleichsobjekte mit im Blick. So sieht man z.B. ein Hochhaus oder ein Baum. Das menschliche Gehirn, weiß nun wie groß ein Baum ist und weiß das der Mond sehr weit weg ist. Das heißt das Gehirn rechnet nun aus das der Mond sehr groß sein muss und so erscheint er uns auch. Das mit dem ganz weit weg kann man auch leicht erklären.

Maedchen_DW_Wissens_972370aStellt Euch auf einen gerade Weg. Nun soll Mama sich so vor Euch stellen, dass Ihr Eure Mutti in voller Größe sehen könnt. Jetzt lasst Papa den Weg langlaufen, so dass er sich immer weiter entfernt. Wenn Ihr jetzt an Mama leicht vorbeischaut und die Größe zwischen Papa und Mama vergleicht, sehr Ihr das Papa immer kleiner wird, je weiter er weg ist. Ihr wisst aber das Papa nicht schrumpft, sondern nur kleiner erscheint.

Auf dem Bild (Quelle: Welt Online) denkt Euer Gehirn z.B. dass das Mädchen hinten größer ist, aber das stimmt nicht. Wenn Ihr Mama oder Papa nachmessen lasst, dann werdet Ihr feststellen, das alle drei Mädchen gleich groß sind.

Deshalb weiß auch Euer Gehirn das der Mond richtig groß sein muss, weil er ja so weit weg ist.

Wenn der Mond aber oben am Himmel steht, dann kann Euer Gehirn mit nichts mehr vergleichen und Ihr denkt der Mond ist kleiner als am Horizont.

So einfach ist das.


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2 comments

  1. Uli sagt:

    Alles wirklich schön erklärt. Die Erklärung hat nur nichts mit der Realität der so genannten Täuschung zu tun. In Wirklichkeit ist diese Täuschung eine Mischung aus stark unterschiedlichem Abstand des Mondes von der Erde und der Lichtbrechung zu tun.

    Etwas Falsches wird nicht von Allein dadurch zur Warheit, wenn man es nur oft genug wiederholt und nur oft genug vonenander abschreibt. DEm Internet sei Dank, dass dieses Verhalten immer wieder perfektioniert wird. Aus diesem Grund vervielfältigen sich Unwahrheit, Unwissen und bewuste Lüge enorm.

  2. Rainer sagt:

    Im Wesentlichen ist die Erklärung nach heutigem Stand der Dinge richtig (manchmal ist es ein Trost, dass man auch in der heutigen Zeit nich alles lückenlos wissenschaftlich erklären kann). Die wechselnde Entfernung des Mondes zur Erde oder auch die Lichbrechung an den Luftschichten haben damit aber definitiv nur sehr wenig zu tun. Versucht mal den “Riesenmond” zu fotografieren (natürlich ohne Makro) – egal wann, Ihr werdet ihn auf dem Foto nicht finden. Das menschliche Gehirn ist halt manchmal kreativer als man denkt ;-)

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