Interview mit Andreas von Astrofan80′s Blog

AstroFan-Seite

Es freut mich Euch heute das zweite Interview seit Blogbestehen vorstellen zu dürfen. Dieses mal habe ich mir einen Hobbyastronomen ausgesucht, mit dem ich recht früh in Kontakt gekommen bin. Sicherlich wird der ein oder andere Stammleser Andreas vom Astrofan80′s Blog kennen. Schließlich ist er einer der häufigsten Kommentatoren auf diesem Blog.

Warum gerade einen Hobbyastronomen interviewen? Weil es mich sehr interessiert wie andere mit dieses schöne Hobby angefangen haben und was Sie so daran interessiert. Schließlich hat jeder andere Sichtweisen auf das Thema, welches einem so sehr Spaß macht.

1. Andreas, stelle Dich und Deinen Blog doch bitte meinen Lesern kurz vor.

Mein Name ist Andreas Schnabel, wurde 1980 in der Spreewaldstadt Lübben geboren und bin schon seit 1993 Hobbyastronom. Mein Blog Astrofan80’s Blog wurde im August 2008 ins Leben gerufen. Ich schreibe hier überwiegend über mein Hobby Astronomie. Aber auch andere Themen, für die ich mich interessiere, finden Erwähnung. So sind seit dem Start schon über 270 Beiträge entstanden. Dabei versuche ich mindestens jede Woche einen Artikel zu veröffentlichen. Nebenbei habe ich ja noch eine Webseite, die ebenfalls gepflegt werden muss und die ich anfangs nur als Testprojekt online gestellt habe. Irgendwann kam der Wunsch auf, auch über andere Themen als nur über mein Hobby zu schreiben. Ein Weblog war dafür das richtige Medium. Mittlerweile besuchen im Schnitt rund 80 Leser pro Tag den Blog, die überwiegend über Suchmaschinen zu mir gelangen. Das Blog dient vor allem dazu, anderen Sternfreunden, oder die es werden wollen, über mein Hobby Astronomie zu informieren. Nebenbei veröffentliche ich auch diverse News z.B. über Scifi-Serien oder schreibe über Erfahrungen und Lösungsvorschläge, die mich im Alltag so begegnen.

2. Was reizt Dich an der Hobby-Astronomie?

Der Sternenhimmel hat mich eigentlich schon immer fasziniert. Die Weiten des Weltalls sind einfach unbeschreiblich und man wünscht sich, dort draußen zu sein und die Objekte mit seinen eigenen Augen zu betrachten. Man steht nachts auf einem einsamen Acker, möglichst unter einem dunklen Himmel, und blickt in das Universum hinein und fragt sich, ob dort draußen noch Jemand ist. Man fühlt sich klein und unbedeutend. Das Wichtigste ist aber, das einem das Hobby den Alltagsstress vergessen lässt und so manche Sorgen verschwinden.

3. Mit was beschäftigst Du Dich am liebsten?

Am liebsten beobachte ich Deep-Sky Objekte, weil mich diese Objektklasse am meisten fasziniert. In jeder Nacht, in der man beobachtet, kann man etwas Neues entdecken. Außerdem betrachte ich es als eine Art Sport, Objekte aufzusuchen, die ich vorher noch nie beobachtet habe und die nur als schwacher Schimmer im Okulargesichtsfeld auftauchen. Vor allem Galaxien haben es mir angetan. Es gibt einfach eine unglaubliche Anzahl davon in allen möglichen Formen und Größen. Auch ist es faszinierend, wie lange das Licht eigentlich unterwegs ist: Zum Teil vergehen einige hundert Millionen Jahre, bis das Licht auf die Netzhaut meines Auges trifft. Auch reizt die Vorstellung, dass das höhere Leben auf der Erde gerade seinen Anfang nahm, als das Licht dieser schwachen Galaxie, seine Reise begann.

Eine weitere Leidenschaft sind ganz klar die Kometen. Hier bin ich wohl durch den Kometeneinschlag 1994 auf dem Planeten Jupiter, Hyakutake im Jahr 1996 und dem „Jahrhundertkometen“ Hale-Bopp 1997 angesteckt worden. Leider gibt es viel zu selten einen Schweifstern, der auch mit bloßem Auge sichtbar wird. Aber vielleicht ändert sich das in diesem Jahr.

Seit kurzem beschäftige ich mich auch mit Astrofotografie. Vor zwei Jahren habe ich eine digitale Spiegelreflexkamera erworben, mit der ich erste Astroaufnahmen erstellen konnte. Hier stehe ich aber ganz klar noch am Anfang. Im letzten Jahr konnte ich sogar voller Stolz meine ersten nachgeführten Aufnahmen betrachten.

4. Wie bist Du zur Astronomie gekommen?

Schon in jungen Jahren habe ich mich sehr für wissenschaftliche Themen interessiert. Um meinen Wissenshunger zu stillen, habe ich regelmäßig populärwissenschaftliche Bücher, Zeitschriften und Nachschlagewerke verschlungen.

Zur Astronomie bin ich eigentlich durch einen Trainingskumpel meines Vaters gekommen. Dieser hat schon zu DDR-Zeiten einen 10 Zoll Newton auf einer parallaktischen Montierung, gebaut. Den Spiegel hat er sich damals bei einem bekannten Spiegelschleifer schleifen lassen. Alles andere wurde in Eigenregie konstruiert.

Richtig in die Astronomie eingestiegen bin ich aber erst, als ich 1993 einen Artikel in der Lausitzer Rundschau über den Meteorstrom der Perseiden gelesen habe, der an diesem Abend sein außergewöhnlich hohes Maximum erreichen sollte. Mit dem Perseidensturm wurde es leider nichts, weil das Wetter in jener Nacht einfach zu schlecht war. Allerdings bin ich fortan bei der Himmelsbeobachtung geblieben. Zu Weihnachten bekam ich dann von meinen Eltern mein erstes Fernglas und ein halbes Jahr später das erste Teleskop geschenkt. Mit diesem 6 Zoll Kaufhaus-Newton habe ich mehr als 10 Jahre beobachtet.

5. Welches ist Dein Lieblingsteleskop und warum?

Momentan besitze ich 3 Teleskope: Einen 10 Zoll LXD-55 Schmidt-Newton von Meade, mit einer Go-To-Steuerung, den ich mir 2003 von meinem gesparten Lehrlingsentgelt gekauft habe, einen 8 Zoll Dobson von GSO sowie einen 70 mm Refraktor von Bresser.

Man sagt ja, dass das beste Teleskop dasjenige ist, womit man am meisten beobachtet. Und so zähle ich meinen Dobson zu meinem Lieblingsfernrohr. Zu Anfang war ich noch skeptisch, da die einfache Bauweise bei mir nicht gerade Begeisterungsstürme auslöste. Aber seit zum ersten Mal selbst an einen Dobson Hand anlegen konnte, habe ich meine Meinung geändert und war von dieser Teleskopart schlichtweg begeistert. Der Vorteil eines Dobson liegt ganz klar auf der Hand: Seine einfache Ausführung. Es gibt kein langwieriges Aufbauen oder Einnorden. Auch das Aufsuchen und die Nachführung machen meiner Meinung nach keinerlei Probleme. Natürlich gibt es Go-To Systeme, mit denen ich aber nie wirklich glücklich geworden bin – wahrscheinlich weil mit meinem LXD-55 anfangs arge Probleme hatte. Selber Aufsuchen mit einer Sternkarte und Starhopping macht halt einfach mehr Spaß. Außerdem zeigt bei parallaktisch montierten Newton-Teleskopen das Okular irgendwann in Richtung Erdboden. Da man zu faul ist, den Tubus in den Rohrschellen zu drehen, macht man dann die wildesten Verrenkungen.

6. Du besuchst ja regelmäßig das HTT. Was gefällt Dir daran so?

Zum ersten Mal besuchte ich das Teleskoptreffen 2004. Damals war das Treffen mit einer Handvoll noch deutlich kleiner und fand an der Bahnsdorfer Jagdhütte in der Nähe von Herzberg statt. Ich war von der Stimmung von Anfang an begeistert. Seitdem besuchte ich das Teleskoptreffen in jedem Jahr, seit 2007 auch mit eigenem Equipment. Durch die Lage im Süden Brandenburgs ist auch der Himmel noch dunkel genug, um auch schwache Objekte mit einfacher Ausrüstung zu beobachten. Bisher gab es auch in jedem Jahr wenigstens eine Nacht, in der man beobachten konnte. Das hat, glaube ich, kein Teleskoptreffen im deutschsprachigen Raum aufzuweisen. Nach nunmehr 6 Jahren sind auch so einige Freundschaften entstanden. Auch unter den Stammbesuchern kennt man sich mittlerweile. Ein großer Vorteil ist auch, dass ich keinen langen Anfahrtsweg habe. Nach weniger als eine Stunde Fahrt bin ich da, so das sich den dunklen Sternhimmel auch außerhalb des HTT genießen kann.

7. Du schreibst in Deinem Blog viel über SciFi-Themen. Gehören für dich die beiden Gebiete zusammen?

Für mich gehören Science Fiction und Astronomie irgendwie zusammen. Hier bin ich wohl durch die Science-Fiction Serie der späten Achtziger und frühen Neunziger geprägt worden. Am meisten habe ich wohl Science-Fiction Filme und Serien in meinem DVD-Regal stehen. SciFi regt die Fantasie an und man fragt sich, ob die ganzen Zukunftstechnologien und vor allem Reisen zu anderen Planeten und Sonnensystemen irgendwann mal Wirklichkeit werden. Ich glaube Isaac Asimov hat die Verknüpfung zwischen Science Fiction und unserer Gesellschaft am besten beschrieben:

Individual science fiction stories may seem as trivial as ever to the blinder critics and philosophers of today – but the core of science fiction, its essence has become crucial to our salvation if we are to be saved at all.

Vielen Dank Andreas

Ich muss sagen das es für mich immer wieder spannend ist die astronomische Geschichte von Mithobbyastronomen zu hören. So hat doch jeder seinen eigenen Weg gefunden mit dem Hobby umzugehen und daran sehr viel Spaß zu finden.

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3 comments

  1. Andreas sagt:

    Danke noch mal für die Veröffentlichung meines Interviews. Wie wäre es eigentlich mit einem Logo ähnlich wie beim Blog-Teleskop?

    • gottie sagt:

      Gern geschehen. Beim Logo meinst du sowas wie ein allgemeines Logo für alle Interviews die hier erscheinen?

      Ich überlege mir mal etwas.

      CS,
      Stefan

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