Sternbilder für Anfänger und Fortgeschrittene: Stier (Taurus)

Sternbild Stier - AstronomieDas Sternbild Stier (Taurus) beinhaltet einige der schönsten Himmelsobjekte, die auch für Anfänger unter uns Hobbyastronomen leicht zu beobachten sind.

In meinem letzten Beobachtungsbericht (Beobachtungsabend in Dabendorf (26.02.2011)), habe ich die beiden offenen Sternhaufen ja schon einmal beschrieben und beobachtet.

Leider ist auch das Sternbild des Stieres kein zirkumpolares Sternbild, gehört aber zu den Tierkreiszeichen.

Wer sich alle Sternbilder aus der Serie Sternbilder für Anfänger und Fortgeschrittene anschauen möchte, der kann dies hier tun:

Sternbilder für Anfänger und Fortgeschrittene (Überblick)

Interessantes im Sternbild Stier

Die beiden interessantesten Objekte im Sternbild Stier sind wohl die beiden offenen Sternhaufen Plejaden (M45) und die Hyaden.

Die Plejaden, auch als Siebenstirn bekannt, können sehr leicht gefunden werden, da diese auch bei mittelmäßigem Himmel mit dem bloßem Auge sichtbar sind. Meistens sieht man hier einen verschwommenen Fleck direkt im Sternbild Stier. Mit dem Fernglas löst sich dieser OS schon auf und mit Teleskop und kleiner Vergrößerung kann man die ganze Pracht von M45 beobachten. Das Siebengestirn scheint immer leicht bläulich.

M45 teilt sich in die folgenden sieben Sterne auf:

NameHelligkeitEntfernung
Electra3,7390 LJ
Taygeta4,3390 LJ
Maia3,8390 LJ
Merope4,1390 LJ
Alcyone2,8390 LJ
Atlas3,6390 LJ
Pleione4,9-5,2390 LJ

Sternbild Stier - AstronomiePleione ist hier eine Besonderheit, da dieser ein Veränderlicher ist. Sprich er ändert über die Zeit seine Helligkeit. Leider unregelmäßig, daher ist es schwer zu beobachten. Aber wenn man die Plejaden regelmäßig beobachtet und vielleicht Fotografien davon erstellt, kann man die Veränderungen sehen.

Die Hyaden sind nicht weniger schön anzuschauen. Hier musste ich bei meiner letzten Änderung kurz suchen, aber wenn man einmal weiß wo diese stehen findet man sie schnell. Auch hier wieder. Die Hyaden lösen sich schon im Feldstecher auf und im Teleskop mit kleiner Vergrößerung zeigen diese wieder Ihre wahre Pracht.

Sternbild Stier - Astronomie

Beide offene Sternenhaufen haben die Karkoschka-Klasse 6. Also sind diese wie gesagt schon mit bloßem Auge zu sehen oder mit einem Opernglas aufzulösen.

Gleich neben den Hyaden liegt NGC 1647. Ein weiterer offener Sternehaufen. Im Fernglas löst dieser schon in viele Sterne auf. Karkoschka-Klasse 5 ist hier angegeben und mit einer Helligkeit von 6-14 mag ist dieser auch in kleineren Teleskopen schon zu sehen.

Als Galaxie kann man im Sternbild Stier sich M1, den Krabbennebel, vornehmen. Dieser ist mit der Klasse 3 auch im Teleskop zu beobachten. Die Helligkeit liegt hier bei 8-11 mag. Der Nebel ist schwierig im Fernglas und damit auch in Standardsucher zu sehen, im Teleskop kann man hingegen eine unregelmäßige Form des Nebel beobachten. Der Nebel ist der Überrest eine Supernova aus dem Jahr 1054.

Hauptsterne

Der bekannteste Stern des Sternbildes Stier ist wohl Aldebaran und daher ist wohl auch klar das Aldebaran der α-Stern ist. Aldebaran hat eine Helligkeit von 0,9m und ist mit 66 Lichtjahren gar nicht so weit weg.

β TAU ist Elnath, Nath und mit 1,7m auch am Abendhimmel gut sichtbar.

Doppelsterne

Natürlich gibt es auch einige Doppelsterne im Sternbild Stier.

TAU 88 ist ein Doppelstern der Klasse 3. Seine Helligkeit liegt bei 4,3m und 7,8mag. Die Distanz liegt bei 69.6 Bogensekunden.

TAU 94 (τ)  ist ebenfalls ein Doppelstern der Klasse 3. Die Helligkeit der beiden Komponenten liegt bei 4,3m und 7,1m. Mit einer Distanz von 62,9 Bogensekunden sollte auch dieses Doppelsternsystem mit einem Teleskop trennbar sein.

Für die nächsten Doppelsternsysteme braucht man schon ein entsprechendes Teleskop und dunklen Himmel. Wie Ihr das theoretische Auflösungsvermögen Eurer Teleskope errechnen könnt findet Ihr in meinem Artikel Mathematik in der Astronomie (Teil 4): Das Auflösungsvermögen von Teleskopen.

TAU 47 Helligkeit der Komponenten ist 4,9m und 7,3m mit einer Distanz von 1,3”.

TAU 68 (δ³) Helligkeit der Komponenten ist 4,4m und 7,6m mit einer Distanz von 1,5”

TAU 118 hat eine Helligkeit der beiden Komponenten ist 5,9m und 6,7m. Die Distanz beträgt 4,7”.

Die Bilder in diesem Artikel sind wie immer mit dem Programm Stellarium erstellt worden. Eine Beschreibung zu dem Programm findet Ihr in meinem Artikel Stellarium 0.10.6.1 (Freeware)

Ansonsten sind die Informationen zu den Nebeln, Sternenhaufen und Doppelsternen dem Karkoschka entnommen.


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