Unser Sonnensystem – Die Sonne

Heute möchte ich mit dem ersten Artikel aus meiner Serie Unser Sonnensystem starten.

Thema heute soll unser Hauptstern sein. Unsere Sonne.

Wie ich im Hauptartikel schon beschrieben habe, soll dies nicht wieder einen Standard-Serie über unser Sonnensystem werden. Natürlich werde ich mit den allg. Informationen zu unserem Stern oder unseren Planeten beginnen, aber ich möchte dann doch schnell das Augenmerk darauf legen, wie wir diese, unsere Nachbarn, beobachten können.

Allgemeines über Sonne

Unsere Sonne, ist nichts besonders in unserem Universum. So, wie die Sterne die wir am nächtlichen Himmel sehen, ist unsere Sonne ein Fixstern. Entstanden vor Rund 4,6 Milliarden Jahren aus einer Staubscheibe, strahlt Sie täglich Licht und Wärme ab und erhellt unseren Himmel.

Unsere Sonne beinhaltet ca. 99,8 % der gesamten Masse unseres Sonnensystems. Unsere Sonne ist eine Gaskugel ohne festen Kern und hat einen Durchmesser von 1.4 Millionen Kilometer. Um diese Größe mal zu verdeutlichen. Man müsste 1.300.000 Erden (1.3 Millionen) zusammenpacken um einen Körper der Größe unserer Sonne zu erhalten.

Die Sonne besitzt einen 11-jährigen Aktivitätszyklus. Hierbei treten im Minimum kaum bis gar keine Sonnenflecken auf. Zum Maximum hin entwickeln sich Sonnenflecken um Rand der Sonne und wandern langsam in Richtung Äquator. Nach dem Maximum, werden die Fleckenanzahlen wieder geringer und die Sonne geht auf Ihr nächstes Minimum zu. Das nächste Sonnenmaximum wird für das Jahr 2013 erwartet. Bei diesem 11-jährigen Zyklus kehrt sich das Magnetfeld der Sonne um, so das aus dem Nordpol der Südpol wird und umgekehrt.

Hier noch einige Daten zur Sonne:

Durchmesser 1,3914 x 106 km
scheinbare Heilligkeit (V) -26m74
mittlere Dichte 1,408 g/cm³
Hauptbestandteile
  • Wasserstoff 90,97%
  • Helium 8,89 %
  • Sauerstoff 774 ppm*
  • Kohlenstoff 330 ppm
  • Neon 112 ppm
  • Stickstoff 102 ppm
Fallbeschleunigung 274 m/s²
Rotationsperiode (bei 26° Breite) 25 Tage 9 Stunden und 7 Min
Effektive Oberflächentemperatur 5778 K

*) ppm = parts per million = Teilchen pro 1 Millionen Teilchen

Sun_Earth_ComparisonAuf dem folgenden Bild könnt Ihr einen Sonne-Erde-Vergleich sehen. Schaut mal auf die linke Seite auf dem Bild. Dieser kleine blaue Punkt ist unsere Erde. Der Sonnenfleck hat ca. die 5fache Größe unserer Erde. Das Bild wurde von der NASA erstellt und soll nur das Größenverhältnis darstellen. Die Position stimmen hier nicht, auch ist es keine reale Aufnahme.

So, das soll es vorerst gewesen sein mit den allgemeinen Informationen über die Sonne. Sicherlich kann man hier wesentlich mehr beschreiben, da die Sonne schon recht gut erforscht ist und Ihr werden mit ein bisschen Suchen viele Seiten im Netz finde, die auf die Sonne intensiver eingehen. Ich hatte hier ja schon den einen oder anderen Link zur Sonne gepostet. Schaut Euch z.B. den Artikel an: Links: Sonne aktuell, Sternen- und Planetenvergleich, Lehrer online

Außerdem könnt Ihr bei Wikipedia einen langen Beitrag zur Sonne mit allen Daten und Fakten lesen.

Ich möchte im folgenden nun auf die Sonnenbeobachtung eingehen, da ich das Thema sehr interessant finde.


Die Sonne beobachten

Bevor ich nun auf die Sonnenbeobachtung eingehe, muss ich noch einmal eine Warnung aussprechen. Auch wenn ich mich in diversen Artikeln schon dazu geäußert habe, möchte ich hierdrauf nicht verzichten.

!!!ACHTUNG!!!

Schaut NIEMALS und ich meine wirklich NIEMALS ohne entsprechenden Schutz in die Sonne. Auch nicht mit bloßem Auge und erst recht nicht mit einem Fernglas oder einem Teleskop. Es kann Euch das Augenlicht kosten und Ihr erblindet. Also NIEMALS ohne Schutz in die Sonne schauen. Auch nicht ganz kurz oder mal eben ganz schnell. Ich werde Euch zeigen, das man die Sonne beobachten kann, aber das tut Ihr NIEMALS ohne entsprechenden Schutz.
Ihr wollt doch schließlich das Hobby der visuellen Astronomie betreiben oder nicht?

Nun kann ich beruhigt zur Sonnenbeobachtung kommen.

Es gibt verschiedene Mittel zur Sonnenbeobachtung. Einige kennen diese Mittel von der letzten Sonnenfinsternis und ich möchte Euch zeigen, welche Möglichkeiten es gibt und was Ihr damit beobachten könnt.

Die Sonne ist ein sehr dankbares Beobachtungsobjekt. Schließlich ist die Sonne tagsüber beobachtbar und häufig nicht durch Wolken verdeckt. Die Sonne zeigt dabei ein immer wechselndes Bild und wer sich intensiv mit der Sonnenbeobachtung beschäftigt kann schöne Effekte über die Zeit beobachten.

 

Projektionsschirm und Okularsonnenfilter (Nicht zu empfehlen)

Es gibt sogenannte Projektionsschirme und Sonnenfilter, die an den Okularauszug angebracht werden oder als Filter in das Okular geschraubt werden.
Die Projektionsmethode finde ich noch annehmbar, die Okularfilter zur Sonnenbeobachtung sollten meiner Meinung nach verboten werden. Beide Techniken haben einen gravierenden Nachteil. Die Energie die in den Tubus Eures Teleskop gelangt, wird 1:1 bis in das Okular befördert und dies stellt eine nicht unerhebliche Gefahr für Euer Gerät oder Euch selbst dar.

Okularsonnenfilter: Bei dieser Beobachtungsmethode kann es passieren das der Filter platzt und dadurch einen Riss erhält. Geschieht dies während Ihr beobachtet ist Euer Augenlicht gefährdet. Daher solltet Ihr auf solche Filter verzichten, auch wenn es eine sehr günstige Methode ist.

Projektionsschirm: Der Projektionsschirm wird mit einem Gestänge hinter den Okularauszug geschraubt und erlaubt es das Bild der Sonne auf eine kleine Platte zu projizieren. Hierbei schaut Ihr nicht direkt durch den Okularauszug, sondern mit bloßem Auge auf Platte. Dabei könnt Ihr schön Sonnenflecken beobachten und diese z.B. Abzeichnen.

Ich hatte einen solchen Projektionsschirm an meinem ersten Teleskop, dem Bresser Pluto / S. Das ging auch ganz gut mit der Beobachtung. Ich hatte nur einen kleinen Fehler gemacht. Nachdem ich die Sonnen fokussiert hatte, wollte ich das Okular wechseln und habe mein billiges 25 mm Okular aus dem OAZ (Okularauszug) genommen. Dabei ist das Okular für einen Bruchteil einer Sekunde durch den Brennpunkt gegangen und hat mir sofort meine Billig-Plastik-Linsen geschmolzen. Der Bresser ist ein kleines 4 Zoll-Teleskop, aber ab diesem Zeitpunkt wusste ich, wie viel Energie die Sonne, selbst bei einem solchen kleinen Durchmesser des Teleskop besitzt.

Daher habe ich diese Art der Beobachtung auch aufgegeben.


Sonnenfilterfolie (Brille und Fernglas-/Teleskop-Filter)

Mit der Sonnenfilterfolie werden die häufigsten Sonnenbeobachtungen durchgeführt. Jeder kennt sicher diese toll aussehenden Sonnenbrillen mit der Alufolie. Hier der Hinweis, es ist keine Alufolie in diesen Brillen verwendet, sondern es ist eine spezielle Folie für die Sonnenbeobachtung.

SOFI-BrilleSonnenfinsternisbrillen: Wer sich eine Sonnenfinsternisbrille (vom Sunwatch Verlag Bausatz Sonnen Beobachtungs Brille) bestellen möchte, erhält diese für einen Preis zwischen 1 und 5 €. Meistens bekommt man diese Brillen zu einer anstehenden Sonnenfinsternis mit entsprechenden Zeitschriften auch so dazu. Achtet bitte darauf das die Folie in Ordnung ist und keine Risse aufweist. Auch solltet Ihr darauf verzichten mit der Brille durch ein Fernglas oder ein Teleskop zu schauen. Das schützt Euch nicht vor Augenschäden.

Mit diesen Brillen könnt Ihr unbeschadet in die Sonne schauen. Dabei kann man schon gut große Fleckengruppen sehen und über die Zeit beobachten.

sonnenfolie Sonnenfilterfolie: Für die visuelle Beobachtung der Sonne durch ein Fernglas oder ein Teleskop, kann man sich die Folie, die auch in den Brillen verwendet wurde, einzeln kaufen. Dabei gibt es das A4-Blatt der Folie schon für 20 €. Dies reicht für Teleskope mit einem Durchmesser von 6 Zoll (150 mm). Diese Folie kann man nun verwenden um einen Sonnenfilter für sein Teleskop oder sein Fernglas zu bauen. Einen Bauanleitung für einen solchen Sonnenfilter findet Ihr hier im Blog: Sonnenfilter selber bauen für Teleskop und Fernglas. Letztens habe ich z.B. einen Sonnenfilter für meinen 8 Zoll-Dobson gebaut und damit die Sonne beobachtet.

Diese Folie eignet sich sehr gut um die Sonne zu beobachten. Wer die Sonne durch die Folie auch fotografieren möchte, sollte aber auf eine andere Folie ausweichen.

Durch diese Folien kann man sehr gut und beruhigt die Sonne beobachten. Neben der Beobachtung im Weißlicht, kann man hier auch diverse Filter am Okular einsetzen, da das einfallende Licht und damit die Energie schon an der Tubusöffnung gefiltert wird und es damit kaum eine Gefahr für das Auge oder das Gerät gibt. Achten sollte man auf jeden Fall darauf das der gebaute Filter fest sitzt. Zur Not sollte dieser bei Wind am Teleskop fixiert werden. Dazu hilft meist ein Klebeband oder man verwendet gleich Klettband um den Filter fest auf dem Tubus halten zu können.

Für größere Teleskope gibt es die Folie auch in einem Format von 50 x 100 cm. Damit kann man Gerätedurchmesser von bis zu 450 mm mit einem Sonnenfilter ausrüsten.

Einen weiteren bestechenden Vorteil haben diese Filterfolien. Man kann mit beliebigen Okularen die Sonnenbeobachtung so weit vergrößern wie man es eben auch bei Nacht tun kann. Grenzen liegen dann hier nur noch wieder im Wetter und den Luftunruhen.

Ich habe mit dieser Filterfolie auch schon erste Bilder aufgenommen, muss hier aber sicherlich noch ein wenig üben, damit die Bilder auch eine gewisse Qualität bekommen.

Sonnenteleskop/ Spezialfilter

Wer sich sehr intensiv mit der Sonnenbeobachtung auseinander setzen möchte und nicht nur Sonnenflecken beobachten möchten oder auf die nächste Sonnenfinsternis warten will um auch mal eine Protuberanz zu beobachten, der kann sich auch spezielle Teleskop für die Sonnenbeobachtung kaufen.

Diese sind aber gleich in einer anderen Preisklasse angesiedelt.

Wer nicht nur Sonnenflecken, Fackelgebiete oder Abdunkelungen beobachten möchte kann sich einen H-Alpha-Filter kaufen. Dieser Filter erlaubt es die Sonne in einem Bereich von 656,3 Nanometer zu beobachten und kann damit Strukturen sehen, die sonst von der restlichen Lichtintensität überstrahlt würden.

Dabei kann man Fackelgebiete beobachten, Filamente, Sonnenflares und Protuberanzen. Also alles Effekte auf der Sonne die hochdynamisch sind. Wer das erste mal mit einem solchen Filter beobachtet, merkt erst einmal wie dynamisch und brodelnd die Oberfläche der Sonne ist.

H-Alpha-FilterSolche Filter kosten aber meist mehrere tausend Euro und sind damit nicht für den schmalen Geldbeutel geeignet.

Z.B. kostet ein Lunt Solar Systems H-Alpha Filterset LS 50F Ha für 600mm Brennweite bei astroshop.de 1689,- €.

Das ist natürlich nicht gerade günstig.

Mittlerweile sind aber die Möglichkeiten für den Amateurastronom wesentlich besser geworden. Coronado stellt z.B. Teleskope her die mittlerweile auch für den Amateurastronom erschwinglich sind und damit die Sonnenbeobachtung im H-Alpha-Bereich möglich machen.

Coronado_PSTEines dieser Teleskope ist Coronado PST. Diese kleine H-Alpha-Teleskop ermöglicht die Beobachtungen von Protuberanzen und Flares auf der Sonnenoberfläche und ist mit 695 € erschwinglich.

Natürlich gibt es auch hier nach oben hin keine Grenzen. Solche Teleskop können auch bis zu mehrere tausend bis zehntausend Euro kosten. Ich glaube die Sonnenbeobachtung ist eines der spannendsten Beobachtungsgebiete und wer sich hier spezialisieren möchte, kann sich hier nicht nur Hobbytechnisch auslassen, sondern auch seinen Geldbeutel schröpfen.

Wer sich nun noch tiefer in das Thema der Sonnenbeobachtung einlesen möchte kann die gern tun. Bei Amazon gibt es mittlerweile einige Bücher über die Sonnenbeobachtung.

Eines dieser Bücher ist: Die Sonne: Eine Einführung für Hobby-Astronomen und ist für 19,90 € erhältlich. Dort sind die Themen noch einmal ausführlich erklärt und werden im Detail besprochen.

 

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