Buchbesprechung: Atlas für Himmelsbeobachter

Karkoschka

Ihr kennt sicher alle meine Berichte über die Sternbilder und jedes mal findet Ihr den Hinweis, dass ich für die Erstellung den Karkoschka verwende. Das hat seinen guten Grund.

Der Atlas für Himmelsbeobachter von Erich Karkoschka*  ist für Hobby- oder Amateurastronomen ein Standardwerk.

Trotzdem höre ich von vielen Einsteigern und Anfängern, dass der Karkoschka einfach zu kompliziert und nicht geeignet ist.

dem möchte ich mit diesem Artikel einfach wiedersprechen und zeige das der Atlas für Himmelsbeobachter auch für Einsteiger geeignet ist.


Was ist der Karkoschka?

Als erstes muss man sicher einiges zu dem Buch selbst sagen.

Der Karkoschka ist kein Buch um darin zu schmökern. Er ist nicht geeignet um sich abends auf die Couch zu legen und ein wenig zu blättern.

Der Karkoschka ist ein Arbeitswerkzeug für den beobachtenden Amateurastronomen.

Er dient dazu einen Beobachtungsabend vorzubereiten und diesen zu begleiten.

Was findet man im Karkoschka?

Im Karkoschka findet Ihr Sternenkarten 250 nicht-stellaren Objekten. Sprich Nebeln, offene Sternhaufen, Galaxien. Es sind alle 110 Messierobjekte und 140 weitere Objekte, die den Messierobjekten entsprechen, beschrieben.

Im Sternkatalog findet Ihr 900 mit dem freien Auge sichtbare Sterne. 556 Sterne bis zur Größe 4m0 sind vollständig vertreten. Schwächere Sterne sind hauptsächlich in den Doppelsternenbeschreibungen und Veränderlichen zu finden.

Der Katalog enthält 250 interessante Doppelsterne mit einer Komponentenhelligkeit von mind. 8m0 und einer Gesamthelligkeit von mind. 6m0.

Abgesehen von einigen Doppelsternen sind alle im Amateurteleskop trennbar.

Weiterhin findet man im Katalog 81 Veränderliche.

Aufbau des Kakoschkas

Nach einer 15 seitigen Einführung kommt der Karkoschka gleich zu den Sternenkarte. Karkoschka2Die Einführung finde ich wichtig, um z.B. immer mal wieder nach den Klassifizierungen zu schauen oder dem lateinischen Alphabet.

Ansonsten liest man die Einführung 1-2 mal und dann eigentlich nie wieder. Gut ich gebe es zu, mein letztes Mal ist 10 Jahre her und ich werde mir die 15 Seiten noch einmal durchlesen.

Die anschließenden Karten sind sortiert nach 1. Himmelsrichtungen. Weiterhin gibt es auf jeder Karte mind. 1 Sternbild. . Jede Sternenkarte zeigt ein Übersichtsbild des gesamten Sternbildes. Weiterhin gibt es von interessanten Objekte Zoom-Bilder auf denen die Objekte größer Dargestellt werden und was das Aufsuchen erleichtert.

Diese Karten findet man auf der rechten Seite. Auf der linken Seite sind dann die tabellarischen Daten zu den Objekten zu finden.

Diese Daten sind immer in 4 Bereiche aufgeteilt.

1. Bereich Beschreibung der wichtigsten Objekte mit Daten wie Bild, Ort, v-Helligkeit, Größe, Form, Typ, Klasse etc.

2. Bereiche beschreibt die Objekte mit freien Worten. Hier steht dann sowas wie “Nebel xyz ist mit freien Auge kaum zu sehen, aber sehr schön im Teleskop”

3. Bereich: Dieser Bereich beschreibt die Hauptsterne der dargestellten Sternenbilder. Hier kann man die Helligkeit, den Ort und auch den Namen und die Entfernung der Sterne ablesen.

4. Bereich. Dieser Bereich zeigt die Doppelsterne mit Helligkeiten, Abstand, Komponentenhelligkeit etc. Weiterhin kann man hier die Veränderlichen sehen. Dabei wird die Periode, das Maximum und andere Werte dargestellt.

Karkoschka3Nach den Sternenkarten kommen in dieser Version des Karkoschkas, Abbildung der wichtigsten Himmelsobjekte. Diese kann man dann im Teleskop vergleichen oder sich hier welche Heraussuchen um diese am nächsten Beobachtungsabend ins Visier zu nehmen. Bei diesen Objekten wird die Ausdehnung angegeben und auf welcher Karte man diese findet.

Im Anschluss und zum Schluss kommen die Indexverzeichnisse. Hier kann man nach Sternennamen oder Sternbildnamen suchen. Weiterhin findet man ein Kalendarium , Indizes für Nebelnamen und Nebelnummer.

Die letzte Seite zeigt dann noch alle Sternbilder im Überblick mit Angabe der Sternenkarten. D.h. hier kann man sich sehr schnell heraussuchen was man als nächstes Beobachten will und wechselt zu den entsprechenden Karten.

Fazit

Also für mich ist der Atlas für Himmelsbeobachter von Erich Karkoschka* ein Standardwerk und gehört in jedes Bucherregal eines jeden Hobby- und Amateurastronomen. Hier sollte keiner vorbei schauen, wenn er das Buch günstig erhalten kann.

Jeder der einen Beobachtungsabend plant, sollte einen Karkoschka besitzen. Bei richtigem Einsatz und bei der Betrachtung und Beachtung das dieses Werk ein Werkzeug ist, kann man viel Freude an dem Buch haben.

Der Karkoschka leidet bei mir ein wenig, da ich Ihn zu jedem Beobachtungsabend mitnehme. Die Seiten sind aber nicht reines Papier, sondern leicht beschichtet und haben dadurch schon ein wenig Widerstand gegen Luftfeuchtigkeit. Es ist aber schon mein zweites Exemplar und es wird sicher nicht der letzte sein.

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4 comments

  1. Heidrich sagt:

    Mal umgekehrt formuliert: wer noch kein eigenes Fernrohr hat, braucht auch nicht das Buch.

    Für wirkliche Astronomie-Beginner ist das Buch meiner Meinung nach nocht nicht.

    • gottie sagt:

      Heidrich,

      richtig da hast Du recht und ich dachte das wäre im Artikel klar herausgekommen. Es ist halt ein Werkzeug für den praktischen Hobbyastronom.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Mathias sagt:

    Empfiehlst du explizit die 4. Auflage, da du auf diese verlinkst? Mittlerweise gibt es noch die „überarbeitete Ausgabe“ (Sep 2005): http://www.amazon.de/Atlas-f%C3%BCr-Himmelsbeobachter-Erich-Karkoschka/dp/3440074889/

    • gottie sagt:

      Hallo Mathias,
      explizit empfehle ich “nur” den Karkoschka als Werkzeug für die Himmelsbeobachtung. Du hast natürlich recht, das es hier eine neuere Auflage gibt und werde diese noch in den Artikel mit aufnehmen. Ich nehme die frühere Ausgabe, da dort die Abbildung der Objekte mit bei sind. Ist das in der neuen Auflage auch so?

      Viele Grüße
      Stefan

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