Erfahrungsbericht: Warum eine Sony Alpha 230 für die Astrofotografie ungeeignet ist?

Wie der Titel schon sagt, war wohl meine Entscheidung mit dem Kauf der Kamera Sony Alpha 230 nicht die beste um in Richtung Astrofotografie zu gehen. Damit nun nicht jemand der gerade mit der Astrofotografie anfängt, sich für auch für diese Kamera entscheidet, möchte ich Euch meine Erfahrungen mit der Kamera mitteilen. Vorweg muss ich mich aber selbst trösten. Die Kamera habe ich damals nicht in der Erstentscheidung gekauft um Astrofotos damit zu machen. Natürlich habe ich schon daran gedacht, aber ich hätte mich besser informieren müssen.

Hie könnt Ihr meinen Kamera-Kaufartikel aus dem Jahr 2009 lesen:

Kamerakauf und Astrofotografie

Die Kamera

Für einige von euch, die neu hier sind. Ich habe mir im September 2009 eine Sony Alpha 230 gekauft. Das ist eine Spiegelreflexkamera mit 10,2 Megapixel. Sie kann ISO-Werte bis 3200 verarbeiten. Die Kamera hat mich damals 333 € gekostet.

Die Bedienung an sich ist sehr einfach und schnell zu lernen. Natürlich muss man sich ein wenig mit der Kamera beschäftigen. Daher habe ich mir auch gleich mal ein Buch zur Handhabung und dem Training mit der Kamera gekauft. Hierbei war meine Entscheidung auf das Buch von Frank Späth “Sony Alpha Fotoschule” * gefallen.

Warum die Kamera ungeeignet ist?

Warum ist nun meine Kamera nicht gerade geeignet um für die Astrofotografie eingesetzt zu werden.

Es gibt beim Kauf einer astrofototauglichen Kamera einige Punkte auf die man vorher achten sollte.

1. Spiegelvorauslösung

Die Spiegelvorauslösung dient dazu, den Spiegel wegzuklappen und erst dann das Foto zu schießen. Gute Kameras können das. Der Effekt bei der Spiegelvorauslösung ist, dass man die Vibrationen minimieren kann. Man löst den Spiegel halt vorher aus und wartet bis die Schwingung aus der Spiegelauslösung weg ist. Danach schießt man erst das Foto.

Nachteil bei der Sony: Diese Funktion gibt es leider nicht.

2. Keine Kabelfernbedienung

Ich habe nun nach einigen Kabelfernbedienungen gesucht. Leider musste ich gestern erfahren, das es ausgerechnet für die Alpha 230 keine Kabelfernbedienung gibt. Es scheint wohl eine IR-Fernbedienung zu geben, aber ganz so sicher war sich der Verkäufer auch nicht. Weiterhin sagte er mir, ich muss vor meiner Kamera stehen, damit die IR-Fernbedienung funktioniert. Tja, wenn die Kamera am Teleskop dran ist, dann gibt es kein DAVOR. Wäre schlimm, wenn eine Belichtung deshalb abbricht. Außerdem kostet die IR-Fernbedienung gleich mal 50 €. Das ist mir zu teuer.
Weiterhin braucht die Fernbedienung ja Batterien und jeder Hobbyastronom, der im Winter schon mal draußen war, weiß wie lange Batterien in der kälte halten.

Nachteil bei der Sony: Keine Kabelfernbedienung. Wahrscheinlich nur IR.

3. Starke Schwingungen beim Auslösen

Bei meiner Sony habe ich festgestellt, dass der Klappmechanismus zur Spiegelauslösung sehr hart ist. Es entstehen sehr starke Schwingung. Ich könnte gestern mal mit anderen DSLR-Kameras vergleichen und musste feststellen, dass sich hier in den letzten 2 Jahren einiges getan hat.

Nachteil bei der Sony: Schlecht einsetzbar am Teleskop, da der Hebel am Teleskop recht lang ist und dadurch die Schwingung auffallen.

4. Teures Zubehör

Ich gebe es zu, ich bin Sony-Fan und das war auch einer der Gründe warum ich mich für eine Kamera von Sony entschieden hatte. Bisher habe ich nie schlechte Erfahrungen gemacht mit der Marke. Ich muss aber auch sagen, dass Sony recht teuer ist. Vor allem beim Zubehör schlägt Sony häufig zu. Hier haben andere Anbieter mehr und günstigeres Zubehör.

5. Gegenlichtblende (Update)

Hier noch ein kleiner Nachtrag. Ich habe gerade nach einen Gegenlichtblende gesucht. In einschlägiger Literatur wird die Tulpenform einer solchen Blende bevorzugt. Leider dreht sich beim Fokussieren das Filtergewinde mit. Das heißt die Tulpe verdreht sich auch beim Fokussieren. Ist jetzt kein herausragender Punkt, aber viele Kleinigkeiten addieren sich auch. Ich werde jetzt auf eine Runde Streulichtblende ausweichen. Damit der Effekt der drehenden Tulpe nicht zum tragen kommt.

FAZIT

Ihr seht ja in dem einen oder anderen Artikel das man mit der Sony schon Astrofotos aufnehmen kann und da ich mir sicherlich nicht in den nächsten Wochen eine Kamera kaufen werde, werde ich weiter mit meiner Sony arbeiten.

Das ein oder andere wird auch mit der Kamera gehen. Das Aufsatteln am Teleskop werde ich auch probieren. Dadurch können meine Astrofotografie-Erfahrungen nur wachsen. Aber man muss halt einfach zugeben, dass diese Kamera nicht für die Astrofotografie geeignet ist. Zumindest nicht für die Bereiche in die ich vorzustoßen gedenke.

Ich werde aber anfangen mich nach einer anderen Kamera umzuschauen. Im nächsten Jahr wird das dann auf meinem Wunschzettel stehen.


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2 comments

  1. martin sagt:

    Hallo,
    eine funkfernbedienung ist bereits fuer unter zehn euro zu haben
    und man muss *nicht* davor stehen, es reicht aus wenn man die rechte hand etwa 10 cm vor die kamera haelt und dann auf die fernbiedung drueckt.
    hier der link – http://www.amazon.de/Fernausl%C3%B6ser-RME10-Sony-Nex-5-Alpha/dp/B003XZJ8PC/ref=sr_1_3?ie=UTF8&qid=1315736223&sr=8-3

    auch wuerde ich ueber ein stabileres stativ nachdenken ihres scheint wohl zu wackeln?
    mein erstes stativ wackelte auch schon bei kleinem zoom von 200mm da will ich gar nicht wissen wie das aussieht mit einem dicken astronomenobjektiv :)

    lg martin

  2. M. sagt:

    Ergänzung: Du hast keine Sony Kamera! Das ist eine Konica-Minolta! Sony hat nur die Firma ”eingeatmet”. Deshalb auch das Konica-Minolta Bayonett! Der ‘Antiwackel’ ist bei der Kamera innen und nicht in der Optik. Und … was hast du für ein Objektiv? Bei meiner Standardoptik dreht sich vorn nix mit ?…. Aber dafür passt das ‘alte’ Superzoom meiner inzwischen ausgemustertem analogen Spiegelreflex.

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