Himmelsfotografie für Jedermann: Der Regenbogen

Himmelsfotografie für JedermannIhr werdet Euch sicherlich Fragen, was denn der Regenbogen und das Fotografieren dessen hier im Astronomie-Blog zu suchen hat. Ich bin der Meinung, dass die Himmelsfotografie mehr zu bieten hat, als Sterne und DeepSky-Objekte zu fotografieren. Lieber sollte man mit seiner Spiegelreflexkamera einfach anfangen und die Kamera kennen lernen. Natürlich kommen wir auch noch zu den Sternen und den DeepSky-Objekten, denn diese sind wunderschön, aber halt erst später.

In den letzten beiden Teilen dieser Serie habe ich ein wenig über die Ausrüstung für Himmels- und Astrofotografen gesprochen und bin mit einem Beispiel auf das Kennenlernen der Kamera eingegangen.

Heute möchte ich Euch das erste Beispiel aus der Himmelsfotografie zeigen.

Der Regenbogen

Wie entsteht ein Regenbogen? Jeder weiß das der Regenbogen entsteht, wenn es gleichzeitig regnet und die Sonne scheint.

Der Hintergrund ist hier, dass die Sonnenstrahlen an den Regentropfen gebrochen werden und das Licht, dass ja eine Zusammensetzung aus allen Farben des Spektrums ist, wird in seine Bestandteile zerlegt.

Auffällig an einem Regenbogen ist, das Rot immer Außen liegt. Manchmal kann man auch zwei Regenbögen sehen. Dabei ist der innere Regenbogen der sogenannte Hauptregenbogen und der äußere ein Nebenregenbogen. Beim Nebenregenbogen liegt Rot übrigens immer innen.

Radius der Regenbögen

Der Radius für uns Himmelsfotografen ist wichtig. Ein Hauptregenbogen hat einen Radius von 42 Grad. Der Nebenregenbogen besitzt sogar einen Radius von satten 51 Grad. Das heißt um den gesamten Regenbogen ins Bild zu bekommen, braucht man ein Weitwinkelobjektiv oder ein sogenanntes Fish-Eye-Objektiv. Das Fisch-Exe hat aber eine gebogenen Linse und stellt dadurch nur die Proportionen direkt in der Mitte wahrheitsgemäß dar. Am Rand werden die Bilder verzogen dargestellt.

Lasst euch aber nicht verunsichern. Ich habe den folgenden Regenbogen mit meinem normalen Objektiv aufgenommen und die anderen Beispielbilder hatten auch kein spezielles Objektiv.

Aufnahmen des Regenbogens

Um einen Regenbogen aufzunehmen, muss man nicht viel an der Kamera rumstellen. Auf manuelle Einstellungen braucht Ihr hierbei auch nicht gehen. Schon der automatische Modus kann sehr gute Bilder produzieren.

Da man meist Landschaft, Häuser und andere Gegenstände auf dem Bild hat, kann man auch der Kamera das fokussieren überlassen.

Sollte es mal nicht klappen, weil das Messfeld den Regenbogen nicht erfassen kann, dann haltet die Kamera auf den Horizont und fokussiert diesen an. Danach schwenkt Ihr hoch und drückt endgültig ab.

Hier mal meine Aufnahmen des Regenbogens mit komplett automatischen Einstellungen. Ich bin also auf meine AUTO-Einstellung an der Sony Alpha 230 gegangen und hab einfach abgedrückt

Einstellungen waren folgende:

linkes Bild: ISO100, Blende F9 und Belichtungszeit 1/125

rechtes Bild: ISO400, Blende F5.6 und Belichtungszeit 1/1600

DSC04926DSC04961

Schaut mal hin, ich hoffe Ihr entdeckt den Regenbogen. Es wird aber auch noch besser. Was man aber recht deutlich an den Werten sehen kann, ist der Einfluss des ISO-Wertes, den ich im letzten Artikel schon beschrieben hatte.

Experimentieren und Verbessern

Natürlich kann man bei den Aufnahmen immer noch etwas verbessern. Ich habe zum Beispiel von der Komplettautomatik auf das Programm Blendenpriorität gegangen. Ich wollte aber nicht an der Blende spielen, sondern an der Belichtungsautomatik drehen.

Bei den folgenden beiden Bildern, habe ich die Belichtungskorrektur einfach ein wenig runter gedreht. Sprich in den negativen Bereich um eine leichte Unterbelichtung hinzubekommen. Dadurch kamen die Farben des Regenbogens besser hervor.

DSC04953 DSC04955

Das linke Bild ist mit ISO400, Blende F5.6 und Belichtung 1/4000 aufgenommen. Das rechte hat die selben Werte, nur mit einer Belichtungszeit 1/3200.

Die Unterbelichtung ist beim linken auf –2.0 und auf dem rechten auf –1.0 gestellt. In Originalgröße sieht man auf den Bildern sehr deutlich den violetten Anteil des Lichts. Wohingegen auf den normalbelichteten Bildern das Violett kaum zu erkennen ist.

Ich hoffe es geht hier im Artikel nicht ein wenig unter. Ich denke ich hätte noch etwas mehr Experimentieren können, aber leider hat der Regenbogen nicht lange gehalten.

Das solltet Ihr beachtet

Beachtet bitte, dass es nicht umsonst Regenbogen heißt. ein paar Tropfen schaden Eurer Kamera nicht, aber im kompletten Regen sollte diese auch nicht stehen. Außerdem solltet Ihr die Linse säubern, wenn Ihr nach Hause kommt. Die Tropfen verdunsten sonst und hinterlassen hässliche Spuren, die sogar die Beschichtung angreifen.

Ein netter Kollege von meiner Frau hat mit seinem Panasonic Camcorder den Regenbogen auch aufgenommen. Nur an einer anderen Stelle Berlins.

Weiteres Beispiel

Ich habe gefragt und darf die Bilder veröffentlichen. Vielen Dank an dieser Stelle an Dirk.

Der HD-Camcorder ist ein Panasonic HDC-SD 66.

rainbowrainbow1

Auf beiden Bildern war die Blende mit F2.4 angegeben und die Belichtungszeit lag bei 1/500. Leider gibt der Camcorder wohl keine ISO-Empfindlichkeit an, aber diese wird auch im Bereich 100-400 liegen. 

Auf den Bildern sieht man übrigens auch einen Nebenregenbogen mit dem Rot-Verhalten. Und rechts kann man erkennen, dass es mit normalen Mitteln nicht so einfach ist, einen gesamten Regenbogen aufs Bild zu bekommen.

Habt Ihr auch schon einen Regenbögen abgelichtet? Dann hinterlasst doch einfach den Link zu Euren Bildern hier im Kommentar.

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6 comments

  1. Sebastian sagt:

    Man braucht nicht unbedingt eine Fisheye-Linse, man kann auch einfach ein Panorama aus mehreren Fotos zusammensetzen, wie ich das z.B. hier gemacht habe:

    http://www.flickr.com/photos/8640416@N02/3565801173/
    (der Nebenregenbogen ist leider nicht ganz drauf)

    oder

    http://www.flickr.com/photos/8640416@N02/4642779936/

    Programme dafür gibt es wie Sand am Meer, ich verwende PanoramaStudio oder AutoPano Giga – es gibt aber auch kostenlose.

    Tip: für alle Aufnahmen die exakt gleichen Einstellungen verwenden: auf festen Wert für den Weißabgleich stellen (Tageslicht z.B.), dann einmal Belichtung messen und diesen Wert sowie die Blende im manuellen Modus einstellen. Zudem schalte ich auch den Autofokus nach dem ersten Foto auf manuellen Fokus um – so bleibt die Schärfenebene bei allen Bildern gleich.

    Viele Grüße
    Sebastian

  2. Stefan Gotthold sagt:

    Hallo Sebastian,

    Du hast schon recht, dass man auch mit Panorama-Software die Bilder zusammensetzen kann. Ich muss aber zu bedenken geben, dass es Minimum bei den Wolken zu Verschiebungen kommt. Selbst wenn das weiterstellen der Kamera nur 1-2 Sekunden dauert, kann das schon Änderungen in den Strukturen hervorrufen.
    Deine Bilder sind aber wirklich sehr schön gelungen. Diese gefallen mir sehr.

    Viele Grüße
    Stefan

  3. Sebastian sagt:

    Hallo Stefan,
    die Panorama-Software bekommt diese Wolkenverschiebungen normalerweise problemlos herausgerechnet – mit entsprechenden Anti-Ghost-Funktionen. Das klappt sogar bei Panoramas in der Fussgängerzone :-)

    VG
    Sebastian

  4. Stefan Gotthold sagt:

    Hallo Sebastian,
    ich hatte mal nach kostenloser Panoramasoftware ausschau gehalten und auf die schnelle nichts gefunden. Ich hab jetzt aber zwei auf meiner ToDo-Liste und werde diese mal im Zusammenhang mit Astrofotos beschreiben. Danke für die Tipps.

    Gruß
    Stefan

  5. Deichheld sagt:

    Ich habe auch einen schönen Regenbogen über Hildesheim erwischt. Leider kommt der Nebenregenbogen nur minimal raus.
    http://deichheld-images.blogspot.de/2012/05/rainbow-over-hildesheim.html

  6. […] A: Himmelsfotografie für Jedermann: Der Regenbogen » Clear Sky-Blog 18. Mai 2011 … Lieber sollte man mit seiner Spiegelreflexkamera einfach anfangen und die Kamera kennen lernen. Natürlich kommen wir auch noch zu den … Mehr lesen » […]

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