Astronomie-Apps: SpaceMap (iPad)

SpaceMap iPad Astronomie AppBisher ist mir nur ein iPad-App in die Finger gefallen, welches sich mit dem Universum selbst beschäftigt und die Sicht von Außen (Orrery) darstellt. Das war das iPad-App Solar Walk (hier im Blog beschrieben am 29.01.2011 im Artikel Solar Walk – 3D Solar System Model)

In dem iPad-App RedShift (hier im Blog beschrieben am 24.03.2011 im Artikel RedShift) kann man zwar auch einen Raumflug starten, aber die stärken dieses Apps liegt auf den Sternkarten.

Nun ist mir mit SpaceMap ein zweites iPad-App aus der Serie Astronomie-Apps für das iPad zugeflogen und das möchte ich gern in diesem Artikel besprechen.

Zwar habe ich mich mit dem Entwickler des Apps in Verbindung gesetzt um eher das Apple iPad-App StarmapHD zu beschreiben, aber er hat mir freundlicher Weise beide Apps zur Verfügung gestellt. Das StarmapHD-App beschreibe ich dann später.

Wie immer kommen jetzt erst einmal wieder die allgemeinen Informationen zum App.

Allgemeines über SpaceMap

Wie schon gesagt, ist das Astronomie-App SpaceMap ein Orrery und zeigt das Sonnensystem und andere Ansichten im Universum von Außen.

Das App liegt in der Version 1.0 vor und wurde am 20.09.2010 in dieser Version in den Apple-App-Store gestellt. Finden könnt Ihr das App in der Kategorie Bildung. Bisher liegt das App in den Sprachen Deutsch, Dänisch, Niederländisch, Englisch, Finnisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Norwegisch, Portugiesisch, Spanisch und Schwedisch vor. Also in sehr vielen Sprachen.

Die Kennzeichnung des Apps ist mit 4+ angegeben und benötigen tut Ihr ein iPad mit der iOS-Version 3.2 oder höher.

Der Entwickler ist im App-Store mit Fruduric Descamps angegeben. Aus meinem Mailkontakt weiß ich aber das er dann doch eher Frédéric Descamps heißt. Da ist wohl durch die Französische Schreibweise etwas schief gegangen.

Das App hat nur eine Größe von 28,4 MB und ist damit schnell herunter geladen.

Zur Webseite von Frédéric kommt Ihr hier: SpaceMap

Zur iTunes-Seite kommt Ihr hier: SpaceMap bei iTunes 

Das App kostet im Store 4,99 €.

Da das App bisher noch kein Versions-Update hatte, sehen die Bewertungen für dieses App wie folgt aus:

BewertungAktuelle Version
SternSternSternSternStern11
SternSternSternStern5
SternSternStern5
SternStern3
Stern1

Sicherlich werden in der nächsten Zeit die ein oder andere Bewertung dazu kommen.

Auf diesem Weg danke ich Frédéric natürlich, dass er mir das App zur Verfügung gestellt hat und damit auch er das versteht: Merci Frédéric.

Nun aber zum App selbst.

Das App SpaceMap

Spacemap iPad App - AstronomieBeim ersten Start zeigt das App eine Animation die von dem Sonnensystem einen bis in die Ränder des Virgohaufens führt. Dabei lernt man schon ein wenig die Anwendung des Apps. Danach kann man sich frei im App bewegen.

Am unteren Rand des Apps befindet sich das gesamte Menü des Apps. Wodurch es sehr übersichtlich gehalten ist und sich sehr sauber darstellt.

Am rechten Rand hat man einen Slider. Dieser dient aber diesmal nicht der Zeiteinstellung, sondern der Entfernungseinstellung.

Ich finde das dies eine sehr durchdachte Lösung ist. Astronomische Entfernungen sind schwer darstellbar und daher kann man mit diesem Slider sehr schnell weit weg oder nah heran. Geht man mit dem Finger auf den Slider wird in Astronomischen Einheiten und per Wort dargestellt in welcher Entfernung man sich zur Sonne befindet. Zum Beispiel sieht man hier die Information Jupiter 5.2 AU (AU – Astronomy Unit = AE – Astronomische Einheit). Eine AE ist die mittlere Distanz der Erde zur Sonne und wird oft neben der Einheit in Lichtjahren verwendet um astronomische Distanzen anzugeben.

Die Steuerung des Apps ist wie immer sehr einfach gestaltet. Mit einem Finger rotiert man den Himmel. Mit zwei Finger zoomt man herein oder heraus. Der Zoom heraus bringt auch eine Klasse Ansicht zum Vorschein, die ich aus anderen Apps so nicht kenne. In SpaceMap kann man bis zur Darstellung des Universums heraus zoomen. Diese Darstellungen sind alle in 3D-Dargestellt und man kann das Bild mit dem Finger frei drehen. Gefällt mir wirklich sehr.

Viel mehr braucht man auch nicht.

Bevor ich auf das Menü eingehen, möchte ich noch kurz die Zeitfunktion beschreiben.

Am linken unteren Bildschirmrand findet man einen Button mit einem Play-Symbol. Tippt man dort drauf, öffnet sich das Zeit-Menü. Hier sieht man das eingestellt Datum und die Zeit. Mit einem Tipp auf den Tag, Monat, Jahr oder die Zeit legt man fest welches der vier benutzt werden soll um einen schnellen Vor- oder Rücklauf darzustellen. Ein kleiner Slider erlaubt die Geschwindigkeit anzupassen.

Mit einem Tipp auf jetzt wird wieder die aktuelle Zeit und das Datum gesetzt.

Das Menü

Das Menü besteht aus 10 Buttons.

Hierbei kann man nun entscheiden, was man gerne sehen möchte. Tippt man auf einen der ersten 6 Buttons, öffnet sich ein Menü für Planeten, Kometen, Sterne, Exoplaneten, NEOs (Near Earth Objects) oder DeepSky.

Hierbei erhält man eine neue Ansicht bei der auf der linken Seite die Objekte dargestellt werden und auf der rechten Seite Informationen zu dem gerade gewählten Objekt.

Bei vielen Objekten wird die Sichtbarkeit von der Erde aus dargestellt. Dazu muss man natürlich den Standort eingegeben haben. Hat man dies getan, dann zeigt die Liste schon durch graue und weiße Hinterlegung ob die Objekte zur aktuellen Zeit sichtbar sind.

Man kann nun entscheiden ob man das Objekt in Wikipedia betrachten möchten oder ob man es Lokalisieren will. Tippt man auf Lokalisieren, startet ein Raumflug zu dem Objekt.

So kann man also alle Objekte anfliegen, die in dem App hinterlegt sind.

Auf dem Button Katalog (Nr. 8 in dem Menü), kann man in den Katalogen nach den Objekten suchen. Durch einen Filter kann man die Suche eingrenzen. Selbst deutsche Namen von Sternbildern oder anderen Objekten werden schnell gefunden. Durch einen Tipp auf das gefundene Objekt gelangt man wieder in das Details-Fenster. Von dort kann man wieder zum Objekt fliegen bzw. herauszoomen bis das Objekt im Bild sichtbar ist.

Spacemap iPad App - AstronomieAuf dem Menü-Punkt Photos kann man sich Bilder herunterladen. Hierbei zeigt mit Spacemap heute (22.05.2011) 172 Bilder an. Diese werden mit 172 MB angegeben. Wer sich diese also Laden will, sollte genügend Speicher auf dem iPad frei haben.

Hat man sich die Bilder herunter geladen erhält man in der Galerie alle Bilder und kann sich die entsprechenden Informationen anschauen. Dabei erhält man genau so wie für alle Objekte die Ephemeriden zu dem Objekt. Also die Sichtbarkeitsinformationen und Positionen am Himmel. Weiterhin kann man hier alle Identifizierer sehen. Sprich in welchen Katalogen das Objekt vertreten ist und wie es dort heißt.

Es gibt jetzt noch die Buttons Einstellungen und Hilfe.

Bei den Einstellungen sieht man Informationen zu den in der App vorhandenen Kometen. Bi den Asteroiden kann man nun neue Asteroiden dazu laden. Stellt man auf Full bekommt man eine DB mit 35 MB.

Bei Photos kann man die Bildeinstellungen anpassen. Hat man zum Beispiel einen Account bei StarmapShare.com, dann kann man seine eignen oder die Bilder andere Amateurastronomen in die App laden. Über diesen Dienst werde ich aber noch einmal in einem gesonderten Artikel berichten.

Natürlich kann man hier auch seinen Standort oder die Zeit einstellen.

Unter dem Button Hilfe sind dann alle Funktionen noch einmal beschrieben. Auch die Hilfe wurde auf Deutsch übersetzt, was nicht immer Selbstverständlich ist.

Ein Video über SpaceMap könnt Ihr hier anschauen. Dabei kann man das App ein wenig kennen lernen.

Die Grafik

Spacemap App iPad - AstronomieDas Grafikfenster ist schön gestaltet. Wie man sich darin bewegt habe ich ja schon beschrieben. Schön ist die Darstellung der Planeten und Mond. Hierbei wurden sowohl Rotation-Pfeil, als auch die Lage des Planeten im Raum dargestellt.

Die Animationen sind sehr flüssig. Etwas zu stark segmentiert sind die Bahnlinien. Wenn man zu stark hereinzoomt, sieht die Bahnlinie so aus, als würde sie erst gerade laufen und dann einen 90°-Schwenk machen. Wie gesagt, liegt das aber an der Segmentierung der Bahnlinien und wenn man nur etwas herauszoomt, behebt sich dieser Umstand von selbst.

Die Bezeichnungen in der Grafik sind gut und als Information ausreichend.

Fazit

Ich finde das App sehr gut geeignet um anderen den Sternhimmel näher zu bringen. Seit dem ich das App habe, surfe ich auch selbst ab und an darin rum und teste ein wenig alle Funktionen.

Wirkliche Schwächen sind mir beim App nicht aufgefallen. Beim Testen ist es mir 2 mal abgestürzt, aber da das Laden von Apps nicht lange dauert, machte das nicht wirklich viel.

Die Grafik find ich Klasse und die Darstellung allein des Virgohaufens oder unserer Galaxie ist sehr gut gelungen.

Für 4,99 € erhält man hier nicht nur ein App zur Darstellung des Sonnensystems und der Galaxien, sondern auch einen Haufen an Informationen zu Kometen, Asteroiden, Planeten, DeepSky-Objekten und vielen, vielen Objekten mehr.

Das man hier gleich einen Zugang zur Bilderdatenbank hat find ich sehr gut. Und das die Hilfe komplett übersetzt wurde ist für mich einen Bonuspunkt wert.


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