Buchbesprechung: Sterne beobachten in der Stadt

Sterne_beobachtenIch glaube der Kosmos-Verlag ist jedem Hobbyastronom und Sternenbegeisterten ein Begriff. Mindestens seid dem er/sie hier im Blog die Artikel über die Himmelsfotografie, die Sternbilder für Anfänger und Fortgeschrittene oder die monatlichen Sternschnuppenströme liest. Alle diese Artikel haben indirekt mit Büchern vom Kosmos-Verlag und dem dort enthaltenen Wissen zu tun.

Seit diesem Jahr (2011) gibt es ein neues Buch aus dem Kosmos-Verlag.

Sterne beobachten in der Stadt von Klaus M. Schittenhelm

Ein Buch welches jeder Sternenfreund aus der Stadt besitzen sollte.

Nun hat mir der Kosmos-Verlag dieses Buch zur Verfügung gestellt und ich habe es mir angeschaut und durchgelesen. Natürlich möchte ich Euch, mit dieser Besprechung, an dem neuen Buch teilhaben lassen. Vielleicht ist es ja für den einen oder anderen Einsteiger gut geeignet.

Persönlich finde ich Sterne beobachten in der Stadt* schon vom Titel her sehr interessant. Da ich ja nun Berliner bin und in der Stadt wohne, falle ich ja genau in die Leserkategorie für dieses Buch.

Tja, wer sind aber die anderen Leser dieses Buchs? Ich muss sagen, dass das Buch ideal für Einsteiger und Anfänger geeignet ist. Nicht nur für die Stadtbewohner, sondern auch für die Astronomie-Einsteiger auf dem Lande oder in dunkleren Gegenden.

Allgemeines

Das Buch kostet im Laden 14,95 € (Stand: 2011; Stand 2014: Amazon* 7,99 €) und besitzt ganze 128 Seiten und 159 Abbildungen. Es ist ein Hardcover mit laminierten Papp-Einband. Die Seiten selbst sind auch laminiert, wodurch es durchaus in feuchten Nächten draußen eingesetzt werden kann.

Da merkt man, das dies nicht das erste Astronomie-Buch des Kosmos-Verlages ist.

Inhalt

Durch den Untertitel des Buches “Himmelstouren für klare Nächte” weiß man eigentlich schon recht genau, was einen erwartet. Einordnen kann man das Buch als Himmelsführer für Stadt- und/oder Hobbyastronomen.

Grob gegliedert ist das Buch in 5 Bereiche. In einer kurzen Einführung (1) wird die Struktur und Anwendung des Buches erklärt. Hier wird auf den ersten beiden Seiten der Aufbau der einzelnen Karten und auch die Bedeutung der Zeichen erklärt.

Alles ist sehr leicht beschrieben und dadurch sehr gut verständlich. Im weiteren Verlauf der Einführung geht der Autor auf einige Details zur Sternenbeobachtung ein. Hier wird ein wenig auf die Himmelsmechanik (Bewegung der Sterne, Planeten und Mond) eingegangen und wie man mit dem Fernglas und dem Teleskop beobachten kann. Er geht auf den Mond, die Planeten selbst und Sterne, Sternhaufen und Nebel ein.

Alle dies aber auf 10 Seiten. Wer sich hier also weiterbilden möchte, sucht ein tieferes Wissen über die oben genannten Punkte vergebens. Es soll nur eine kurze Einführung sein und mehr nicht.

Die nächsten vier Bereiche des Buches stellen eigentlich den Mehrwert dar. Diese 4 Bereiche sind in die Jahreszeiten eingeteilt. Bei den Bereichen Frühling (2), Sommer (3), Herbst (4) und Winter (5) findet man nun die Sternkarten für den Stadthimmel.

In diesen 4 Bereichen findet man nun 26 Touren durch den nächtlichen Stadthimmel. Die Touren haben eine Dauer von 15-30 Minuten und besuchen die hellsten Objekte am Himmel.

Jede Tour besteht aus einer Sternkarte, die auf einer ganzen Seite dargestellt wird. In diese Sternkarte sind die Tourenpunkte eingezeichnet. Im Schnitt besteht eine Tour aus ca. 4-6 Punkte. Die Punkte selbst sind in einen Schwierigkeitsgrad von einfach, über mittel bis schwierig eingeteilt.

Größenvergleich mit einer Hand

Schaut man sich jetzt die Tourenkarte an, dann fällt sofort auf, das auf jeder Karte eine Hand zu finden ist. Dieses Mittel um einen Größenvergleich einzubringen, finde ich einfach Klasse. Das erlaubt den ungeübten Himmelsbeobachtern, sich sehr schnell am Sternhimmel zurecht zu finden.

Die Tour selbst wird auf einer weiteren Seite per Text und Symbolen beschrieben. Hier findet man Einzelsterne der Sternbilder, Doppelsterne, offene und Kugelsternhaufen, Sternbilder, Nebel und einfach alles, was ein Stadtbeobachter so sehen kann.

Im oberen Teil der beschreibenden Seite wird in einer kleinen Tabelle dargestellt, in welchem Monat die aktuelle Tour zu sehen ist und zu welcher Uhrzeit diese Tour auf der Karte dargestellt wird.

An jedem Tourenpunkt ist, neben dem oben angesprochenen Schwierigkeitsgrad, auch ein Symbol für die Beobachtung mit Auge, Fernglas oder Teleskop zu finden. Weiterhin gib es eine kurze und einfache Erläuterung des Tourenpunktes per Text.

Was kann man sehen und wie sieht es aus. Die üblichen kryptischen Beschreibungen der Astronomen, wie Magnitude oder griechische Namen, werden einfach beiseite gelassen. Was das Buch für Anfänger noch besser macht. Ist Platz genug auf der Tourenseite, dann gibt es noch eine kleine, gelb hinterlegte Infobox mit wichtigen und tollen Tipps.

Häufig gibt es auch Tipps für Landbeobachter. Was sieht man unter einem dunklen Himmel mehr, als in der Stadt.

Auf der nächsten Doppelseite geht der Autor dann detailliert auf die einzelnen Tourenpunkte ein. Hier sind neben der Beschreibung des Objektes selbst, auch geschichtliches oder andere interessante Fakten zu finde.

So geht es durch jede der 26 Touren.

Auf der letzten Doppelseite sind Tabellen untergebracht. Sternbilder und deren lateinische Namen und Abkürzungen sind hier zu finden. Genauso die Daten für Finsternisse oder auch das griechische Alphabet und andere Informationen. Das ist aber klar, dass solche Daten für Kosmos leicht zu integrieren sind. Schließlich veröffentlicht der Verlag jährlich das Kosmos Himmelsjahr.

Die letzte Seite des Buchs bildet ein kleines Informationssystem. Internetseiten, Bildnachweise, Zeitschriften und Buchtipps. Genauso wie das Impressum.

Fazit

Ich muss sagen, dass Herr Schittenhelm hier wirklich mit Bedacht und viel Überlegung heran gegangen ist und das ich das Buch absolut jedem Astronomie-Einsteiger empfehlen kann. Ich hab mich früher sehr schwer getan, die Sterne und Sternbilder zu lernen und zum Teil fällt es mir heute noch recht schwer, in der Stadt die entsprechenden Bilder zu finden.

Das Buch ist sehr einfach und leicht verständlich aufgebaut. Die großen Karten sind selbst für Kinder geeignet und wenn Erwachsene mal ein wenig bei den Kindern angeben wollen, dann lernen sie einfach die 5 Punkte einer Tour auswendig. Schon kann es losgehen, zu einem interessanten Beobachtungsabend.

Das Buch ist das ganze Jahr über verwendbar. Durch seine einfache Darstellungen und Beschreibungen sollte es sich in jedem Bücherregal finden lassen.

Langjährige Hobbyastronomen haben im Normalfall Ihre Wege für die Planung schon festgezurrt und für diese wäre das Buch eher etwas zu einfach aufgebaut.

Die angezielten Leser sind einfach die Anfänger und Einsteiger oder einfach nur der Himmelsinteressierte. Mit 14,95 € finde ich das Buch sehr günstig und in meine Buchliste für Anfänger, werde ich es auf jeden Fall aufnehmen.

 

Hinweis: Das Buch wurde mir vom Kosmos-Verlag für diese Buchbesprechung zur Verfügung gestellt.

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