Himmelsfotografie für Jedermann: Der Mond

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Die totale Mondfinsternis steht ja bevor und am 15./.16. Juni wird es die dunkelste, komplette Vollmondnacht seit Jahren geben. Wer wünscht sich nicht ein Foto des Ereignisses zu haben? Deshalb möchte ich in meiner Reihe Himmelsfotografie für Jedermann darauf eingehen, wie man den Mond fotografieren kann.

In den letzten beiden Teilen bin ich auf das Fotografieren eines Regenbogens eingegangen. Eigentlich wollte ich mich Schrittweise dem dunklen Himmel nähern, aber aus gegebenem Anlass werde ich das einfach überspringen. Lest hier wie Ihr den Mond fotografieren könnt.

Am Ende des Artikels findet Ihr einen Überblick über alle bisher erschienenen Teile. Dort könnt Ihr Euch über Einstellungen zur Kamera oder das benötigte Zubehör informieren.

Der Mond

Der Mond ist für vielen Astrofotografen ein lohnendes Ziel. Das hat zum einen den Hintergrund, dass er oft zu sehen ist und eine gewisse Größe besitzt. Erste gut Ergebnisse lassen sich am Mond schnell realisieren.

Doch auch für Himmelsfotografen, die erst in die Richtung Astrofotografie gehen, kann der Mond ein sehr schönes Motiv darstellen.

Beachten sollte man aber bei der Fotografie des Mondes, dass er trotz seiner Größe auf einem digitalen Chip nur einen sehr kleinen Bereich einnimmt. Das schlägt sich dann in der Detailierungsdarstellung des Mondes im Bild nieder.

So kann man sich sehr leicht berechnen, wie groß der Mond auf einem Foto aussieht. Dazu braucht man nur die verwendete Brennweite durch 110 teilen.

DSC04366Damit wird der Mond bei einem Objektiv mit 400 mm Brennweite mit gerade mal 3,6 Millimeter abgebildet. Bei meinem Standardobjektiv mit der Brennweite von 55 Millimeter hat der Mond eine Abbildungsgröße von gerade einmal 0,5 Millimeter.

Auf dem Bild rechts könnt Ihr den Mond bei einer Brennweite von 55 Millimeter sehen.

Nimmt man nun ein Objektiv mit 300 Millimeter, dann sieht die Darstellung des Mondes ganz anders aus.

DSC04380

Auf dem zweiten Bild könnt Ihr den Mond mit besagten 300 Millimeter-Objektiv sehen.

Natürlich habe ich die Bilder mit einem Stativ gemacht.

Wer nun aber kein 300 Millimeter-Objektiv hat und sich bis zur Mondfinsternis am 15./16. Juni keines kaufen möchte, der braucht nicht verzweifeln.

Mond_SkaliertDas obige Bild ist nämlich gar nicht so schlecht. Ich habe mit Gimp einfach mal den Mond ausgeschnitten und herangezoomt.

Das dritte Bild zeigt also den Mond aus dem ersten Bild. Hierbei habe ich nur den Mond ausgeschnitten. Ihr seht, dass man auch schon mit kurzen Brennweiten recht gute Ergebnisse erzielen kann.

Einstellungen für die Mondfotografie

Um Euch ein kleines Gefühl für die richtigen Einstellungen der Kamera zu geben, habe ich hier die Einstellungen zu den obigen Bildern aufgelistet.

 BrennweiteBlendeBelichtungszeitISO-Zahl
Bild 155 mm5.61/320 Sek.400
Bild 2300 mm5.61/500 Sek.400

Deutlich kann man sehen, dass die Belichtungszeit mit zunehmender Brennweite kürzer wird. Das hat auch einen Grund.

Je höher die Brennweite ist, desto kürzer muss man Belichten, da die Erdrotation mit zunehmender Brennweite eine immer größere Rolle spielt.

Wer die Serie bisher aufmerksam verfolgt hat, weiß das man nun mit der ISO-Zahl dem entgegen wirken kann.  Dabei spielt aber natürlich gleich das Rauschen des Chips wieder eine Rolle. In meinem Serienteil zur Kameraeinstellung, hatte ich ein Experiment mit hohen ISO-Zahlen durchgeführt. Dort sieht man den Rauscheinfluss recht deutlich.

Wieder sind wir also in dem Bereich bei dem man mit Brennweite, Belichtungszeit und ISO-Zahlen spielen muss, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Wer die Mondfinster am 15./16. Juni 2011 komplett dokumentieren möchte, sollte mit den Experimenten zur Mondfotografie ein paar Nächte früher anfangen, um die optimalen Einstellungen für seine Kamera zu finden.

Tipps für die Mondfotografie

Den Mond zu fotografieren macht Spaß und kann zu sehr schönen Bildern führen. Wer aber etwas mehr Ambiente in sein Bild bringen möchte, der sollte sich eine Stelle suchen bei der er die Umgebung mit aufnehmen kann.

Diese Bilder bringen eine ganz andere Stimmung herüber. Meist fotografiert man dabei die Umgebung und den Mond mit unterschiedlichen Einstellungen und baut diese dann in einem Fotobearbeitungsprogramm zusammen.

Das vereinfacht die Aufnahme ungemein. Zum Zusammenbauen der Bilder kann man dann zum Beispiel das Fotobearbeitungsprogramm Gimp verwenden.

Auf die Beobachtung oder Fotografie des Mondes mittels Teleskop möchte ich in diesem Artikel nicht eingehen. Dies ist eine andere Disziplin und erfordert mehr Erfahrung. Meist muss man hier auch schon beim Mond nachführen, um sehr detaillierte Bilder zu erhalten.

Artikel der Serie

Hier findet Ihr noch einmal alle Artikel Serie.

Himmelsfotografie für Jedermann (Astrofotografie)

Himmelsfotografie für Jedermann: Kamera, Technik und sonstiges

Himmelsfotografie für Jedermann: Die Kamera kennen lernen

Himmelsfotografie für Jedermann: Der Regenbogen

Himmelsfotografie für Jedermann: Das Handy (spontan)

Habt Ihr schöne Bilder vom Mond zur Mondfinsternis geschossen? Dann schickt mir doch einfach diese Bilder und ich stelle diese dann in einem eigenen Artikel vor.

Natürlich werde ich selbst den Mond fotografieren und die Bilder dann hier veröffentlichen.

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Literaturtipp:

Wer sich natürlich selbst in die Materie einlesen möchte, dem sei folgendes Buch nahe gelegt.


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7 comments

  1. Sebastian sagt:

    “Je höher die Brennweite ist, desto kürzer muss man Belichten, da die Erdrotation mit zunehmender Brennweite eine immer größere Rolle spielt.”

    Das verstehe ich nicht ganz: hat die Rotation der Erde einen so starken Einfluss im Bereich von hunderstel Sekunden? In der Fotografie heist es zwar auch immer: je mehr Brennweite, desto kürzer muss die Belichtungszeit sein, damit das Bild nicht verwackelt. Das sollte aber bei Stativ und Fernauslöser eher vernachlässigbar sein – zumal bei “aus der Hand” auch 1/Brennweite als Belichtungszeit ausreicht.

  2. Stefan Gotthold sagt:

    Hallo Sebastian,
    bei Objektiven mit Brennweiten von 55mm ist man sicherlich noch nicht in dem Effekt der Unschärfe durch die Erdrotation. Da hast Du sicher recht. Bei 200mm hingegen reduziert sich die maximale Belichtungszeit meiner Kamera aber schon auf 1,1 Sekunden. Bei 300 mm sind es schon nur noch 0,7 Sekunden. Nimmt man nun noch einen Telekonverter dazu, dann ist man schnell in einem Brennweitenbereich bei dem die Erdrotation schon eine Rolle spielt. Vor allem wenn man dann durchs Teleskop fotografiert. Das ist man mal schnell bei einer Brennweite von 1500, 2000 oder mehr Millimeter.
    Daher sollte man schon darauf achten.

    Viele Grüße
    Stefan

  3. Joe sagt:

    Top Artikel. Hier gibts noch eine prägnante Zusammenfassung des Themas “Mond fotografieren”: http://www.ares-foto.de/blog/?p=61

    Gruß!

  4. Jan sagt:

    Schön beschrieben! Noch mehr Infos zu Thema Mondfotografie findest dua auf http://jank.jimdo.com/fotografie-tutorials/mond/

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