Mein Erlebnis mit der totale Mondfinsternis am 15. Juni 2011

MondfinsternisWie Ihr hier in meinem Blog lesen konntet, war ich voller Vorfreude auf die totale Mondfinsternis vom 15. Juni 2011. Ich habe mit mehreren Artikel auf dieses Himmelsereignis hingewiesen und einige Planungen liefen im Vorfeld ab.

Angefangen hat alles mit dem Thema des Monat: Unser Nachbar der Mond. Dort hatte ich ein wenig über unseren Nachbarn geschrieben. Natürlich habe ich auch einen Beobachtungstipp zum Thema Mondfinsternis geschrieben. Einfach um Euch rechtzeitig zu Informieren.

In meine Serie Himmelsfotografie für Jedermann: Der Mond könnte ich hoffentlich den ein oder anderen Leser animieren mit seiner Kamera heraus zu gehen und den Mond zu fotografieren.

Und die Mondfinsternis fand sich zu guter Letzt in den Ereignissen für den Monat Juni wieder. Diese Ereignisse veröffentliche ich jeden Monat um einen Überblick zu geben.

Meine Mondfinsternis

Den gesamten Tag habe ich natürlich nach oben geschaut und den Himmel beobachtet und trotz einige kleiner Wolkenfelder sah es nicht schlecht aus. Ich hatte also die Hoffnung das es wirklich eine tolle Mondfinsternis geben wird.

Gegen 22:00 Uhr habe ich mich dann auf den Weg zu meinem Sportplatz gemacht. Dort liegt mein Stadtbeobachtungsort. Bewaffnet mit Stativ, Kamera, 200mm Zoomobjektiv und etwas zu trinken, habe ich es mir auf dem Sportplatz bequem gemacht. Erstaunlich was, dass sehr viele Menschen dort saßen und ebenfalls auf die Mondfinsternis gewartet hatten. Ein solches Ereignis scheint also nicht nur bei den Amateurastronomen beliebt zu sein.

Leider war sehr schnell klar, dass es keinen klaren Himmel geben wird. Mit dem Mond zusammen zogen nämlich Wolken am Horizont auf und das zeitgleich. Also war der Mond einfach nicht zu sehen. Das Wolkenfeld bedeckte den Himmel nämlich genau dort wo der Mond hätte sein sollen.

Gut, Hobbyastronomen sind geduldig und so zog ich es vor mich mit einigen Kollegen per Twitter (@gottie29) auszutauschen. Schnell war klar, dass es an vielen Beobachtungsstandorten nicht wirklich klar ist.

Bei der @geologin in Jena sah es genau so aus wir bei mir in Berlin. Bei @eclipsemarco sah es wohl etwas besser aus. Er konnte einige Bilder schießen und sah den Mond. Dort aber auch mit Halo und Wolkenschleiern.

@astrofan80 war in Brandenburg unterwegs und hatte dort auch nicht wirklich Glück bei der Beobachtung. Auf seinem Blog, kann man seine Mondfinsterniserlebnisse nachlesen. Den Artikel Mondfinsternis hinter Wolken findet Ihr in seinem Blog.

Ich tickerte also fröhlich vor mich hin und die Menschen die auch auf die Mondfinsternis warteten machten sich so langsam auf den Weg. Es lichteten sich also die Reihen. Naja, ich hielt weiter durch.

Ein Mann sprach mich und stellte mir ein paar Fragen zur Mondfinsternis. Das passiert an dem Beobachtungsstandort häufiger. Liegt vielleicht daran, dass ich immer mit meiner halben Ausrüstung dort stehe und aussehe wie ein Hobbyastronom.

Als er dann aber ein Frage stellte, war ich doch verblüfft wie wenig die Menschen über den Himmel wisse.

Wenn der Mond bei einer Sonnenfinsternis die Sonne verdeckt, kann man dann den Mond bei einer Mondfinsternis überhaupt sehen?

Da ich ab und an sehr sarkastisch auf solche Fragen antworte, fiel meine Antwort ebenso sarkastisch aus:

Nein, ich sitze aus Spaß in der Nacht auf einem Sportplatz herum und schaue mir bei Vollmond den nicht sichtbaren Mond an

Natürlich war das nur als Spaß gemeint. Nachdem er aber mit einem:

Echt?

antwortete, juckte es mir in den Fingern den Spaß weiter zu führen. Ich ließ es aber bleiben und erklärt Ihm die Mondfinsternis und warum man den Mond trotzdem noch sehen kann. Er war begeistert und zog dann aber nach weiteren Fragen von dannen.

Nachdem die letzten MoFi-Begeisterten dann enttäuscht gegangen waren, war ich gegen 23:00 Uhr allein auf dem Platz und tickerte wieder mit meinen Astro- und Wissenschaftskollegen. Einige Mücken trieben sich bei mir rum und meinten dann ich wohl ein gutes Opfer für diesen Abend bin. Die Mücken sollten aber nicht die letzte tierische Begegnung des Abends gewesen sein.

DSC05087Als ich so vor mich hintickerte und ein leichtes rascheln neben mir hörte, schaute ich hoch und sprang erst einmal auf. Mein Herz wummerte in der Brust, als ich etwas kleines schwarzes auf mich zulaufen sah. Es war schon auf einen halben Meter an mich ran und durch das helle Handydisplay konnte ich nicht gleich erkennen, was es war. Ich dachte erst an eine Ratte, doch schnell erkannte ich, dass es ein kleiner Igel war.

DSC05088Erstaunlich. Naja, gleich mal Kamera raus geholt und den Igel fotografiert. Warum der so nah an mich rankam, kann ich nicht sagen. Vielleicht hat er meinen Mezzo-Mix gerochen.

Auf dem zweiten Bild vom Igel könnt Ihr sehen, wie nah dieser an mich herankam. Bei dem Rucksack hatte ich gesessen. Damit hatte ich natürlich ein schönes Erlebnis, auch wenn sich der Mond immer noch nicht zeigte.

Nachdem ich mich mit meinem Igel ein wenig beschäftigt hatte und  er sich wieder von dannen gemacht hatte, kamen die Fledermäuse raus. Diesen Flugkünstlern zuzuschauen hat viel Spaß gemacht und das alles mitten in der Großstadt.

Nun kam meine Frau von der Spätschicht und besuchte mich gleich mal auf dem Sportplatz und kurz nachdem wir uns über den Tag ausgetauscht hatten, kam eine Wolkenlücke und es war für ca. 5 Minuten möglich den Mond zu sehen. Ich hab mit der Kamera gleich mal drauf gehalten, muss aber sagen, dass einfach nicht genügend Zeit blieb, die Bilder mit unterschiedlichen Einstellungen zu machen. Dementsprechend bin ich nicht zufrieden mit meinen Ergebnissen.

 

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Nach diesen 5 Minuten haben wir noch bis 24 Uhr gewartet und pünktlich nach dem Austritt des Mondes aus dem Erdschatten tauchten die ersten Wolkenlücken auf.

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Ich habe also dann noch einige Stimmungsbilder vom Mond aufgenommen und gegen halb 1 sind wir dann nach Hause gegangen.

Sehr schön war also, dass wir die MoFi 2011 doch noch sehen konnten, auch wenn es nur für 5 Minuten war.

Ich muss jetzt meine Bilder erst einmal bearbeiten und werde dann in der Reihe Himmelsfotografie für Jedermann die Einstellungen der Bilder und die Ergebnisse im Detail vorstellen.

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2 comments

  1. Andreas sagt:

    In letzter Zeit habe ich irgendwie Pech mit astronomischen Ereignissen. Angefangen bei der Mofi im Dezember 2010, die Sofi Anfang diesen Jahre und jetzt die aktuelle. Ich hoffe also auf den 10. Dezember 2011…

    • Stefan Gotthold sagt:

      Ja, die Ereignisse scheinen sich dieses Jahr fast alle verstecken zu wollen. Aber wir wissen ja, dass ständig neue Ereignisse auf uns warten und das man gegen Wetter nichts unternehmen kann. Geduld ist doch die größte Stärke der Hobbyastronomen ;-) Oder?

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