Rückblick auf mein Schulprojekt vom 17.06.2011

Ich habe ja mehrfach im Blog berichtet, dass ich mit einem Lehrer in Verbindung stehe und hier ein eigenes Schulprojekt plane. Am letzten Freitag war es nun so weit. Ich hatte einige Themen geplant und in der kürze der Zeit war ich nicht ganz so zufrieden mit meiner Vorbereitung.

Wie das ganze nun ablief könnt Ihr hier in dem Artikel lesen. Wer sich aber vorher noch die ersten Artikel dazu anschauen möchte, kann das hier tun:

Erstes Schulprojekt von Clear Sky-Blog

Schulprojekt steht in den Startlöchern


Die Vorbereitung

Wie Ihr im ersten Artikel (siehe oben) lesen konntet, hatte ich schon einen groben Plan im Kopf und habe einiges dafür Vorbereitet. Leider auch nur sehr grob. Durch eine unerwartete Krankheit musste dieser erste Termin erst einmal ausfallen.

Danach bekam ich eine Nachricht in der vorletzten Woche. Der Lehrer und ich hatten uns auf den Freitag, den 17.06.2011, geeinigt. Das hieß für mich stress pur. Ich hatte neben meiner Arbeit genau 5 Tage Zeit mich vorzubereiten. Unklar war noch bis zum Freitag wieviel Zeit ich genau hatte.

Ich wusste also das ich eine 6. Klasse hatte mit 24 Kindern und das irgendwie 4-5 Schulstunden zur Verfügung standen.

Tja, nun kam aber die Sache mit den Inhalten. Was macht man mit 24 Kindern, die zwischen 10-11 Jahren sind und die man mit einem einzigen Thema 4-5 Schulstunden zu interessieren?

Außerdem fand ich es irgendwie passend, wenigstens ein wenig etwas zum Lernen mit einzubauen.

Also habe ich mich an den Rechner gesetzt und mir ein paar Folien zusammen geklickt.

Ich hatte ja einen groben Plan schon vor etwas längerer Zeit gemacht und den Plan nach dem letzten Gespräch mit dem Lehrer verfeinert. Beim Folien erstellen, konnte ich mich aber nicht ganz an den Plan halten.

Also entwickelte sich folgendes beim Erstellen der Folien.

1. Astronomie

imageAuf 3 Folien habe ich drei Fragen gestellt. Beim Erstellen ist mir schnell bewusst geworden, dass hier viel Text absolut gar nichts bringen wird. Also habe ich die NASA-Bilder-Datenbank geplündert.

Meine Startfolie seht Ihr auf der rechten Seite. Die drei Startfragen waren folgende:

Was ist Astronomie und was tut ein Astronom?

Warum ist Astronomie so wichtig?

Seit wann gibt es die Astronomie?

Erstaunlich war, dass die Kinder ab der ersten Folie mitgemacht haben und ich schnell festgestellt hatte, dass ich die Fragen von den Kindern beantworten lassen kann und nur hier und da ergänzen musste.

Der Start war toll und ich war begeistert.

2. Meilensteine in der Astronomie

Mit meinem zweiten Teil war ich mir sehr unsicher. Schließlich ist Geschichte manchmal doch langweilig. Hier haben mich aber die Kinder auch überrascht.

Begeistert nahmen die Kleinen meine Erzählungen über Kepler, Galilei, Newton und andere Wissenschaftler auf. Ich hatte hier die Reihenfolge sehr frei gewählt, wollte aber mit Absicht nicht zu tief gehen.

Folgende Meilensteine hatte ich beschrieben.

  • Urmenschen
  • Sternscheibe Nebra
  • Stonehenge
  • Griechische Philosophen
  • Kopernikus
  • Galileo Galilei
  • Johannes Kepler
  • Isaac Newton
  • 19. Jahrhundert
  • 20. Jahrhundert
  • Raumfahrt
  • Astronomie heute

    Die ersten beiden Themen haben zwei Schulstunden eingenommen. Hier haben die Kinder unheimlich viele Fragen gestellt. Erstaunlich!

    imageAuf zwei Folien habe ich noch beschrieben, was ich so in meinem Hobby Astronomie tue. Ich habe einige eigene Fotos eingefügt und das stieß dann auf richtige Begeisterung. Also konnten die Kinder trotz der Qualitätsunterschiede zwischen NASA- und privaten Bildern unterscheiden.

    Für meinen Saturn habe ich viel Lob und erstaunen bekommen.

    3. Fragestunde

    Durch die vielen Fragen in den ersten beiden Bereichen war meine Idee der Fragestunde irgendwie hinfällig. Trotzdem habe ich diese mit den Kinder durchgeführt. Hierbei ging es eher um die praktische Astronomie.

    Ich habe natürlich Fragen aus meinem Bereich Kinderfragen verwendet.

  • Was ist eine Mondfinsternis?
  • Was ist eine Sonnenfinsternis?
  • Wo geht die Sonne auf und wo geht diese unter?
  • Die Planeten
  • Größenvergleich der Planeten

    Ich habe diese Fragen mit den Kindern diskutiert. Einigen wussten schon wirklich viel über die Themen. Traurig fand ich das nur ein einziges Kind wusste wo die Sonne aufgeht und wo unter.

    Dafür kannte dieses Mädchen den Spruch um sich das zu merken.

    Im Osten geht die Sonne auf, im Süden ist ihr Mittagslauf, im Westen wird sie untergeh’n, im Norden ist sie nie zu seh’n.

    Die Klasse musste ganz Ruhig sein und dann durfte das Mädchen den Spruch aufsagen. Alle hörten gespannt zu.

    Für diese Fragestunde hatte ich mir einige Videos aus Youtube geladen und den Kindern auch vorgeführt. Das tollste Video war der Größenvergleich der Planeten und ich musste das Video 3mal abspielen bevor die Kinder befriedigt waren.

    Wer das Video sehen möchte geht mal auf meinen Artikel bei dem ich das Video schon einmal vorgestellt hatte.

    Links: Sonne aktuell, Sternen- und Planetenvergleich, Lehrer online

    Danach war dann die dritte Stunde auch schon vorbei. Die vielen Fragen haben mich wirklich erstaunt.

    4. Basteln

    In der vierten Stunden ging es denn an das Sternkarten basteln. Ich hatte dafür einfach einige Fragefolien weggelassen.

    In meinem Artikel Eine Sternkarte selber basteln hatte ich das Thema ja angesprochen und sowohl Lehrern und Eltern empfohlen mal eine Sternkarte zu basteln.

    Die Kinder waren Feuer und Flamme und vor allem wollten diejenigen die als erstes mit Basteln fertig waren, sofort wissen wie diese Sternkarte funktioniert. Ich habe den Kindern dann erst einmal an meiner großen Sternkarte beschrieben, wie eine solche funktioniert. Viele haben sofort angefangen Ihre Sternkarten zu bemalen und waren stolz eines unserer astronomischen Instrumente in den Händen zu halten.

    Eigentlich hatte ich vor nach der 4. Stunde meine Teleskop zu zeigen und auch noch auf die Astronomiesoftware einzugehen. Für die Beschreibung der Sternkarte eignete sich aber Stellarium hervorragend. Ich habe unterschiedliche Daten und Zeiten in Stellarium eingegeben und dann gefragt ob die Kinder denn das gleiche auf Ihrer Sternkarte sehen.

    Das hat super geklappt.

    Da nun aber die Zeit etwas knapp wurde, hatte ich die Beschreibung eines Teleskops etwas gekürzt und mit in die 4. Stunde genommen. In der 5. Stunde sind wir dann raus gegangen und haben die Sonne beobachtet.

    5. Beobachtung

    Das absolute Highlight für die Kinder der 6. Klasse und auch für Kinder aus der 4. und 5. (die auf dem Schulhof waren), war die Beobachtung.

    Hier muss man aber etwas anbringen. Solltet Ihr selbst ein solches Projekt planen, dann sei gewarnt. Sprecht das vorher mit dem Lehrer ab. Ich hatte einen sehr begeisterten Lehrer. Außerdem hatte ich in den paar Stunden einige Lieblinge gewonnen und diese konnten mir helfen.

    Ich hab also ein Verbot ausgesprochen, dass niemand durch das Teleskop schaut, wenn ich nicht da bin. Meine Lieblinge haben wirklich dafür gesorgt, dass das so blieb. Fand ich Klasse. Der Lehrer hat dann meinen 8 Zöller mit neuem Sonnenfilter bekommen. Ich hatte Ihn aber vorher gebrieft, dass niemand den Sonnenfilter abnehmen darf.

    Er hat dann darauf aufgepasst. Hier muss ich sicherlich eine Vorrichtung bauen, der das Abnehmen des Filters verhindert.

    Das ist absolut wichtig und vor allem mit Kindern muss man da vorsichtig sein. Wir haben die Kinder dann anstellen lassen und jeder durfte mal durchschauen.

    Auf meinem 6 Zöller mit Montierung habe ich einen Projektionsschirm installiert. Da ich den Schirm schon lange nicht mehr verwendet hatte, hat es eine weile gedauert diesen richtig Einzustellen. Dann konnten aber 6-7 Kinder gleichzeitig die Sonne sehen.

    Wie gesagt, muss man bei einer solchen Aktion sehr aufpassen und darf sich auch nicht ablenken lassen. Das war dann die letzte Aktion an dem Tag. Die Kinder halfen mir die Geräte noch ins Auto zu bringen und dann war der Tag auch schon rum.

    Fazit

    Mein persönliches Fazit ist das ich einfach begeistert bin. Mein erster Gedanke nach dem Schulprojekt: Sofort wieder.

    Die Kinder waren fantastisch und wissbegierig. Viele hatten sich sogar auf den Tag vorbereitet. Sicherlich spielte hier der Lehrer mit seiner Ankündigung auch eine Rolle.

    Ein Junge hatte sogar ein Astronomiebuch dabei und von zwei Mädchen und einem Jungen hörte ich im Nachhinein, sie hätte jetzt ein neues Hobby.

    Unheimlich viele Fragen der Kinder zeigten mir, wie hoch das Interesse ist und das es wirklich Schade ist, dass diese tolle Wissenschaft kein Schulfach ist.

    Das schönste Gefühl war der zweifache Applaus der Kinder zum Schluss. Der Lehrer war übrigens ebenso begeistert.

    Für mich habe ich festgestellt, dass es Spaß macht mit Kindern zu arbeiten. Die neuen Medien (wie Beamer oder Geräte) werden in Schulen viel zu wenig eingesetzt. Die Videos hatte ich extra kurz gehalten, trotzdem hatten diese Fernsehcharakter. Darüber bekommt man natürlich schnell die Aufmerksamkeit.

    Ich werde die Themen jetzt etwas umstrukturieren und habe dann eine gute Vorlage für die 5. und 6. Klasse. Der Lehrer sprach mich sofort an und fragte ob ich das im nächsten Schuljahr noch einmal machen möchte.

    Ich sagte: JA!

    Ich kann hier gar nicht alle Erfahrungen wieder geben und das war ich oben beschrieben habe, ist nur ein kleiner Überblick über die vielen kleinen Einzelerfahrungen die ich gemacht habe. Sicherlich habe ich nicht alle Kinder erreicht, aber den einen oder anderen doch schon.

    Ziel war es auch nicht kleine Hobbyastronomen heranzuziehen, sondern den Kindern zu zeigen, wie spannend Wissenschaft sein kann. Ich glaube das ist mir gelungen.

    Der Tag war Klasse.

    Kleiner Aufruf an Lehrer

    Sollte der ein oder andere Lehrer aus Berlin/Brandenburg solch einen Projekttag einmal durchführen möchten, dann wende er sich bitte an mich (gottie@web.de).

    Mir hat dieser Tag sehr viel Spaß gemacht und ich würde diesen gern weiterhin als Projekttag durchführen. Setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung. Alles weitere kann man dann besprechen.

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