Neues Ausrüstungsteil: Spiegelreflexkamera Canon 600D

Spiegelreflexkamera 600DNach meinen Bemühungen mehr und mehr in die Himmels- und Astrofotografie einzusteigen, habe ich mehr und mehr die Erfahrung gesammelt, dass meine bisherige Spiegelreflexkamera nicht unbedingt für diesen Teilbereich geeignet ist.

Im April 2011 hatte ich sogar einen Artikel dazu geschrieben und mich ein wenig darüber ausgelassen. Diesen Erfahrungsbericht: Warum eine Sony Alpha 230 für die Astrofotografie ungeeignet ist? könnt Ihr gern noch einmal nachlesen.

Nun hat es doch noch einige Monate gedauert, bis ich diesen Umstand behoben habe. Hier folgt nun ein erster Bericht über meine neue Spiegelreflexkamera: Die Canon 600D ist es geworden und ich bin super glücklich damit.

Aber lest doch einfach selbst, welche Erfahrungen ich nach der kurzen Zeit mit der Kamera gemacht habe.

Seit Dezember 2009 hat mir meine Sony gute Dienste geleistet. Ich habe sehr viele schöne Bilder mit der Kamera machen können. Hätte ich einige Details vorher gewusst oder mich intensiver damit beschäftigt, hätte ich damals schon eine andere Wahl getroffen, aber gut, das ist Vergangenheit. (Kamerakauf und Astrofotografie)

Nun aber zu meiner Canon.

Canon 600D

Die Canon war mal wieder ein Spontankauf von mir. Naja, kommt nicht selten bei mir vor. Meistens regt sich der Gedanke schon lange Zeit im Kopf und wächst und gedeiht prächtig. Und in dem Moment wo die Gelegenheit da ist, wird halt zugeschlagen.

Dieses mal war ich mit meiner Frau Möbel einkaufen und da gab es halt ein Mediamarkt neben an. Also wollten wir nur mal ein wenig schauen und da war ich halt 579 € ärmer.

Für meine Sony habe ich damals 333 € bezahlt. D.h. die Canon ist ein wenig teurer gewesen, hat aber viele Vorteile gegenüber der Alpha 230.

Technische Details

Die Kamera besitzt 18 Megapixel (Sony: 10 Megapixel) und kann sogar mit Full-HD Videos aufnehmen. Das muss ich aber noch ausprobieren.

Interessant ist das schwenkbare 7,7 Zoll-Display. Das macht die ganze Fotografie einfacher. Die ganze Kamera wiegt 572 g und ist damit kein Leichtgewicht.

Im Pack war das Standard-Objektiv EF-S 18-55 mm mit bei. Das sollte für erste Fotos ausreichen. Es wird aber nicht das letzte Objektiv für die Kamera gewesen sein.

Natürlich könnte ich mich jetzt in technischen Details verlieren und alles möglich aufzählen. Wer es ganz genau wissen will, der muss sich halt im Internet informieren. Mir geht es mehr darum, was die Kamera kann und welche Funktionen mich bei der Astrofotografie unterstützen.

Die Kamera und erste Sternenbilder

Nun hatte ich in den letzten 2-3 Wochen ein wenig Zeit um mich mit der Kamera zu beschäftigen. Natürlich habe ich noch lange nicht alles ausprobiert und die ein oder andere Funktion wird sich mir noch offenbaren.

Trotzdem hatte ich schon schöne Aha-Effekte mit der Kamera.

IMG_6964

Zu Silvester habe ich ein wenig mit der Kamera gespielt und könnte schöne Aufnahmen der Feuerwerkskörper machen. Eines seht Ihr oben sehen.

Mir fällt es im Moment noch schwer, die entsprechenden Funktionen und Einstellungen schnell zu finden, aber das wird sich mit der Zeit von selbst geben.

Natürlich habe ich meine Ausrüstung gleich um zwei weitere Sachen erweitert:

1. Kabelfernbedienung (Amazon: Fernauslöser Canon EOS 600D *)

2. Fotobuch Canon 600D (Amazon: Canon EOS 600D. Das Kamerahandbuch: Ihre Kamera im Praxiseinsatz (Galileo Design) *)

Kabelfernbedienung

Die Kabelfernbedienung war ja ein Umstand, den ich bei der Sony nie beheben konnte. Nach einigen Fehlkäufen, habe ich herausgefunden, dass es wohl “nur” eine IR-Fernbedienung für die Sony gibt. Das finde ich aber als Astrofotograf nicht ideal. Jede Batterie die ich extra mitnehmen muss, ist Ballast und vor sind die Batterien immer dann alle, wenn man das Gerät braucht.

Die Kabelfernbedienung hat genau 8,80 € gekostet und funktioniert einwandfrei. Ich kann den Auslöser für Langzeitaufnahmen (> 30 Sekunden) einfach feststellen und die Kamera laufen lassen.

Das ist ein wichtiger Punkt für mein Purus-Projekt. Die Purus ist eine Uhrwerksmontierung und dort kann man eine Kamera aufsatteln. Wer mehr dazu wissen will liest bitte hier nach: Purus Reloaded – Eine Besonderheit on Tour

Fotobuch

Das Fotobuch ist für mich wichtig. Natürlich kann ich die Bedienung aus dem Handbuch entnehmen, aber ein Erfahrungsbuch für bestimmte Arten von Bildern ist doch 1000mal besser als wirklich alles von 0 an zu lernen.

Interessante Funktionen

Bei der Sony habe ich mir ja einige Techniken angeeignet und diese habe ich natürlich gleich auf die Canon übertragen.

Es gibt aber noch einige weitere Funktionen die die Sony nicht hatte.

LiveView

Live-View gibt es noch nicht all zu lange bei Spiegelreflexkameras. Früher wurde nur durch den Sucher fokussiert und das hat mich auch nicht wirklich gestört. Ich mache es mit der Canon bei normalen Aufnahmen immer noch. Aber wer mal über die Köpfe einer Menschenmenge hinwegfotografiert, weiß was dabei rauskommen kann.

LiveView heißt, dass ein kleiner Spiegel ein kleines wenig Licht auf einen Sensor umleitet und dieser Sensor zeigt das Bild dann im Display an.

IMG_7114Nimmt man nun noch das schwenkbare Display dazu, dann kann man die Kamera an ein Teleskop hängen und in jeder Stellung über das Display fokussieren.

Jetzt kommt gleich der größte Aha-Effekt. Vor zwei Tagen habe ich probiert den zunehmenden Mond mit meiner Kamera aufzunehmen. Ich hatte nur das Standard-Objektiv drauf. In dieser Konfiguration sieht man den Mond, selbst durch den Sucher, nur sehr klein.

In dem Bild rechts sieht man die Größe des Mondes. Jetzt bin ich ausversehen auf die Zoomtaste gekommen. Ich sage ja, ich gewöhne mich erst dran. Aber das war ein Segen.

Ich fokussiere ja per Hand und hab die automatische Fokussierung ausgeschaltet, da die Kameras damit meist Probleme haben. Nun wie fokussiert man ein solche kleines Objekt? Bis nur durch viel probieren.

Mond1Als ich auf die +-Taste im LiveView-Modus kam, zoomte das Display plötzlich um das 5-fache rein. Bei einem zweiten Druck sogar um das 10fache. Nun kann man den Fokus richtig schön ausrichten. Der Mond ist damit fast Displayfüllend.

Das ist absolut Hammer.

Das Ergebnis ist noch nicht perfekt, aber wenn man sich vorstellt, dass die beiden Bilder rechts aus dem oberen Ausgeschnitten sind, dann ist es

Mond2

beachtlich was 18 Megapixel so alles leisten können.

Mit diesen Möglichkeiten werde ich auf jeden Fall weiter rumspielen und Ihr werdet sehen, dass sich die Ergebnisse ständig verbessern werden. Natürlich halte ich Euch auf dem Laufendem.

Selbstauslöser

Den Selbstauslöser hatte ich ja bei der Sony schon entdeckt um die Schwingungen zu minimieren.

Auf meinem Stativ (Beobachtungsbericht: ISS, Sony Alpha230 und neues Stativ) kann man mit dem Selbstauslöser schon die Schwingungen stark minimieren.

Die Canon geht aber nun noch eine Ecke weiter. Im nächsten Teil meiner Reihe zur Himmelsfotografie für Jedermann, werde ich die Strichspuraufnahmen besprechen.

Bei der Canon gibt es nun die Möglichkeit eine Serienaufnahme mit dem Selbstauslöser zu kombinieren.

Bei der Strichspuraufnahme rechts, habe ich das Programm: Manuel gewählt, die Kamera auf 30 Sekundenaufnahmen eingeschossen (3-4 Bilder haben gereicht) und habe dann die Selbstauslöserfunktion der Canon verwendet. Dabei habe ich 10 Bilder in Folge eingestellt.

Dadurch hat die Kamera selbstständig 10 Bilder a 30 Sekunden durchgeführt. Das heißt ich hatte 5 Minuten Pause. Mit meinem iPhone in der Hand und dem Stop-Uhr-App wusste ich, wann ich mich wieder um die Kamera kümmern muss.

Rausgekommen ist die Aufnahme die Ihr unten seht.Strichspur_20120106_Balkon

Diese Aufnahme ist von einem Stadtbalkon aufgenommen. 5 Aufnahmereihen a 30 Sekunden sind gemacht worden. Leider war der Akku dann alle, aber ich finde das Ergebnis schon Klasse.

Ich habe die Einzelbilder mal hintereinander gehangen und quasi eine Stop-Motion-Aufnahme erstellt.

Das war jetzt nur ein kleiner Auszug aus der Funktionsvielfalt der Kamera, aber ich finde die Ergebnisse Klasse und bin einfach nur Begeistert.

Ihr werdet also in nächster Zeit viel über meine Fortschritte in der Astrofotografie erfahren, falls der Himmel mal wieder die Sterne zeigt.

Ähnliche Artikel:

Teleskop bei Astroshop
Werbung

4 comments

  1. Andreas sagt:

    Herzlichen Glückwunsch zum Kauf der Kamera. Ich musste vor einem halben Jahr noch knapp 700 Euro für die Cam hinblättern. Auf jeden Fall lohnt es sich, noch weitere Objektive zu erstehen. Am besten schaust du dir mal das Canon EF 50 mm f/1.8 II Objektiv für knapp 100€ an. Es ist sehr lichtstark (gut für Astroaufnahmen mit nachgeführter Kamera) und für den Preis stellt es ein tolles Portraitobjektiv dar.

    Siehe auch:
    Nachgeführte Sternfeldaufnahmen mit Billgobjektiven, Teil 1
    Nachgeführte Sternfeldaufnahmen mit Billgobjektiven, Teil 2

    Hier meine Fotoausrüstung, die sich imho auch bei Astroaufnahmen bewährt hat:

    - Canon EF-S 18-55mm 1:3.5-5.6 IS II
    Standard Kit-Objektiv

    - Sigma 55-200/4-5.6 DC
    Gutes Objektiv für den Telebereich: mit dem Nachfolger(?) Sigma 50-200mm F4,0-5,6 DC OS HSM mit Bildstabilisator kann man sicherlich auch nichts falsch machen.

    - Canon EF 50mm 1:1.8 II
    Für Portraits und nachgeführte Astroaufnahmen

    - Canon EF 28mm/1:2,8
    Erhältlich ist auch das 35mm Objektiv. Enstpricht am Crop 50mm im Kleinbildformat und ist ziemlich lichtstark.

    und zu guter letzt

    - Walimex Pro Fish-Eye 8 mm 1:3,5
    Das muss ich aber noch am Sternhimmel testen, ansonsten tolles Spaßobjektiv.

    Für den Kabelfernauslöser hätte ich mir aber für Astroaufnahmen einen programmierbaren gekauft, wo Anzahl der Bilder und Belichtungszeit individuell eingestellt werden können.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Andreas,
      Deine Fotos finde ich inspirierend und hoffe das ich da auch mal hinkomme. Die Objektive stehen schon auf meiner Wunschliste und wie ich schon schrieb, wird sicher das eine oder andere in meine Astroausrüstung integriert.
      Wegen der Kabelauslösung bin ich erst einmal Glücklich überhaupt eine zu haben. Das ging ja mit der sony gar nicht.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Mathias sagt:

    Glückwunsch, die 600D ist ein echt klasse Gerät, aber die einzig wahre Bedienungsanleitung ist das passende Buch von Galileo. Praktisch ist auch die Spiegelvorauslösung (nennt sich glaube ich Spiegelverriegelung oder so), wenn man die Kamera nicht gerade zum Tubus auf das Stativ schraubt. Ich habe mit dem Ding viel Spaß, muss mich aber erst einmal richtig in die Astrofotografie einfinden.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Mathias,
      Du hast recht. Die Spiegelvorauslösung habe ich im Artikel gar nicht erwähnt. War aber auch einer der Punkte für eine neue Kamera. Das ging mit der Sony nämlich auch nicht. Wenn ich das ausprobiert habe, dann werde ich das noch einmal beschreiben. Muss ja auch erst einmal schauen, was so alles mit der Kamera geht.

      Gruß,
      Stefan

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *