Astronomiesoftware: Startrails (Freeware) (Version 1.1)

Strichspur1In meiner Reihe zur Himmelsfotografie für Jedermann hatte ich Euch einen Artikel zur Aufnahme von Strichspuraufnahmen eingefügt.

In diesem Artikel hatte ich Euch versprochen, dass Programm zu beschreiben mit dem man solche Aufnahmen verbinden kann.

Zu dem Artikel wie Ihr Strichspuraufnahmen machen könnt, kommt Ihr hier: Himmelsfotografie für Jedermann: Strichspuraufnahmen

Nun möchte ich Euch dieses Programm vorstellen, da ich es für mich selbst vor kurzem Entdeckt habe und einfach begeistert bin.


Startrails

Die wichtigste Information für alle vorweg. Startrails ist frei! Das heißt jeder Astrofotograf und andere natürlich auch können sich die Software auf der Homepage herunterladen und frei verwenden.

Achim Schaller, der Entwickler der Software, ist interessiert Astronomie und Astrofotografie und hat aus seiner Bildbearbeitungserfahrung mit anderen Programmen gelernt und gemerkt, dass es sehr lange dauern kann, bis man eine solche Strichspuraufnahme aus Teils 200-300 Fotos ein überlagertes Bild erhält.

Ich habe ähnliche Erfahrungen mit Gimp gemacht. Hier musste ich mittels der Filter meine Bilder überlagern. D.h. jedes Bild musste geladen, behandelt und eingestellt werden.

Das kann wirklich sehr lange dauern.

Nun habe ich Startrails entdeckt und bin Glücklich.

Softwarebeschreibung

Tja, jetzt kommt der einfachste Teil dieses Artikels. Startrails zu beschreiben ist sehr einfach.

Auf dem Bild rechts seht Ihr schon die gesamte Software.

Es verbergen sich keine ewig langen Eingabedialoge hinter den Buttons oder es ist nicht kompliziert anzuwenden.

Wenn Ihr Euch die Software geladen habt, dann könnt Ihr das ZIP-Archiv entpacken und startet das Programm einfach über einen Doppelklick auf das Executable.

Zur Download-Seite kommt Ihr hier: Startrails-Download

Über das kleine Menü oben könnt Ihr Eure Bilder einlesen und dabei nicht nur jedes einzeln, sondern gleich mal alle auf einmal.

image

Das Dateimenü ist schnell beschrieben:

Datei

Unter dem Datei-Button könnt Ihr die Aufnahmen öffnen und auch ein Dunkelbild hinzufügen.

Weiterhin kann man dort sein Ergebnisbild speichern. Dies kann man mit verschiedenen Formaten tun. JPG, BMP oder TIFF stehen dafür zur Verfügung.

Und wer möchte kann hier das Programm beenden.

Diese drei Funktionen stehen auch in der Toolbar zur Verfügung.

Erstellen

Unter dem Erstellen-Menü findet man nun drei Funktionen zur Behandlung der Bilder.

Die erste Funktion dient dazu das Signal/Rauschverhältnis zu verbessern. Dazu kann man die zu mittelnden Bilderanzahlen angeben.

Durch meine 30 Sekundenaufnahmen konnte ich hier keine nennenswerten Verbesserungen feststellen. Ich werde das aber einmal an anderen Aufnahmen austesten.

Die nächste Funktion ist die eigentlich Wichtige. Hiermit startet Ihr die Funktion zur Überlagerung. Bei vielen Bildern kann das schon eine Weile dauern, aber es ist wesentlich schneller mit Startrails Bilder zu überlagern, als alles per Hand machen zu müssen.

Die letzte Funktion ist die Erstellung eines Videos. Das habe ich aber noch nicht getestet. Kann aber sicherlich auch recht reizvoll sein, einmal aus den Sternaufnahmen auch ein Video zu machen.

Tja, das war es eigentlich schon wieder mit der Beschreibung von den Startrails-Funktionen.

Der Bearbeitungsbereich ist klar Strukturiert.

image

Links oben seht Ihr die geladenen Bilder und könnt mittels des Häkchens noch auswählen, welche Bilder verwendet werden sollen und welche nicht.

Selektiert Ihr ein Bild, dann sieht man diesen im großen Bereich. Dort kann man sich dann auch das Ergebnis der Überlagerung anschauen.

Unten Links kann man auch die Auswahl der Dunkelbilder sehen.

Ganz unten gibt es noch eine Statusbar, die den Fortschritt der Bearbeitung anzeigt. Das ist ganz Hilfreich für nervöse Benutzer des Programms.

Beispiel

Während ich diesen Artikel schreibe, steht meine Kamera auf dem Balkon und macht viele Aufnahmen des hoffentlich noch freien Sternhimmels.

Damit ich hier gleich ein Beispiel bringen kann, habe ich die Aufnahmen mit Startrails gekoppelt und das Ergebnis seht Ihr hier.

Strichspur1_mitDunkelAbzug

Dieses Bild setzt sich aus 39 Einzelaufnahmen zusammen. Ich musste den Versuch einer 1-stündigen Aufnahme mal wieder Abbrechen, da hier wieder Wolken aufzogen. Ich schaffe es aber noch, versprochen.

Die 39 Einzelaufnahmen würde in 22 Minuten erstellt. Die Differenz kommt daher, dass hier die ersten beiden Testaufnahmen mit einberechnet wurden. Darum gibt es am Sternenanfang oder dem Spuranfang auch eine Lücke.

Die Einstellungen der Kamera waren: Brennweite 18 mm mit einer Blende von F/9 und einem ISO-Wert von 400.

Fazit

Startrails ist ein Perle und sollte auf jedem Computer installiert sein. Natürlich auf Computern deren Besitzer sich mit Astrofotografie beschäftigen. Sonst hätte es ja keinen Sinn.

Ich bin begeistert und freue mich dieses kleine Helferlein gefunden zu haben.

Von meiner Seite gibt es auf jeden Fall: SternSternSternSternStern

Wer den Link zur Homepage oben im Artikel noch nicht gesehen hat, der kann hier einfach draufklicken:

Startrails

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9 comments

  1. Gunnar sagt:

    Hallo Stefan,

    danke für diesen Tipp. Ich hab die Software vor einige Monaten schon einmal ausprobiert. Strichspuren hatte ich bis dahin mit Photoshop(und langen Rechenzeiten) gemacht. Was mir mit Startrails leider gar nicht gelang, war Videos zu erstellen. Hast du diese Funktion schon ausprobiert?

    Gruß Gunnar

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Gunnar,
      Die Videoerstellung hat bei mir auch nicht funktioniert. Habs aber auch nur einmal ausprobiert. Ich nehme dafür lieber CorelVideoPro. Damit kann man viel mehr machen und ich kann die Anzeigelänge aller Bilder auf einmal ändern. Das geht wesentlich einfacher.
      Viele Grüße
      Stefan

  2. Gunnar sagt:

    Ich hab sowas schon befürchtet! Ich verwende die Adobde-Produkte, aber langsam wachsenden Strichspuren, habe ich noch nicht hinbekommen…

    Gunnar

    • Stefan Gotthold sagt:

      An langsam wachsenden Strichspuren arbeite ich gerade mit den Bildern der letzten Aufnahme.
      Ist nicht ganz einfach. Aber das Video wird Klasse.
      Man müsste mal schauen ob Startrails per Batch aufrufbar ist, dann kann man nen Automatismus schreiben.
      Ich werd mal berichten.
      Auf Dein Ergebnis bin ich gespannt. Meld Dich mal wenn Du was zum zeigen hast.
      Gruss
      Stefan

  3. Gunnar sagt:

    Da bin ich mal gespannt! Ich hatte mal überlegt das händisch zu machen, aber da wird man wahnsinnig. Wahrscheinlich kann man es in Photoshop sogar scripten, aber da fehlte mir bisher die Motivation.

    Zeitraffer ohne Strichspuren von mir: http://vimeo.com/29683897

    Gruß Gunnar

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Gunnar,
      coole Videos. Vor allem die Wolken sind cool. Mit welcher Brennweite hast Du gearbeitet? Welche Kamera verwendet? Objektiv? Steht das irgendwo?
      Ich habe gestern das Video per Hand erstellt und Du hast recht. Ich hatte 160 Bilder und es hat ewig gedauert.
      Mit StarTrail ging es aber dann doch. 2-3 Stunden und man ist durch.
      Ich habe das Video gerade zu Youtube hochgeladen und einen Artikel hier im Blog geschrieben. Kannst ja mal schauen.
      Gruß Stefan

  4. Gunnar sagt:

    Schönes Video! Aber ein bisschen mehr Auflösung kannst du youtube schon anbieten ;-) Ich hab mich shcön häufiger über die Komprimierung bei youtube geärgert, weshalb ich leiber vimeo benutze oder recht große Dateien zu youtube schicken.

    Ich muss gerade mal schauen, ob ich was zu meinen Videos geschrieben habe. Sonst muss ich das mal nachholen.

    Für Zeitrafferaufnahmen schau unbedingt mal bei Gunther Wegner (http://gwegner.de/lrtimelapse/).

    Gunnar

    • Stefan Gotthold sagt:

      Gunnar,
      mit Auflösung, Youtube und anderen Sachen habe ich mich noch gar nicht beschäftigt und im Moment erfreue ich mich erst einmal selbst an den Techniken und den Resultaten daraus. Ich werde das sicherlich mal in Angriff nehmen und das auch optimieren.
      Gruß,
      Stefan

  5. Gunnar sagt:

    Es ist erschreckend, was es alles für “Details” gibt, die man beachten kann. Ich hab gerade gemerkt, dass ich meine Versuche nur sehr unzureichend dokumentiert habe. Großer Fehler….

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