Was (Hobby-)Astronomen nicht brauchen!

DSC04490Häufig wird darüber geschrieben, was ein Hobbyastronom so alles braucht oder gebrauchen könnte. Okulare, Teleskope, Ferngläser, Bücher etc. etc. etc. Die Liste ist glaube ich sehr lang.

Doch was braucht ein Astronom nicht? Eine kleine Twitter-Diskussion mit einem gleichgesinnten Astronom brachte mich auf die Idee mal darüber zu schreiben, was Astronomen wohl nicht brauchen können oder was stört.

Daher hier meine Top-10-Liste über die Dinge die Astronomen nun wahrlich nicht gebrauchen können.


1. Wolken/Regen/Nebel

Der Neukauf eines Teleskop erzeugt 1 Woche schlechtes Wetter pro Zoll, so lautet einen alte Astronomenregel. Für das verschenken eines Teleskops gilt das gleiche. Zum Glück trifft es immer nur den Käufer oder den beschenkten. Alle anderen sind davon ausgeschlossen, solange man nicht feststellt, dass diese Person in der Nähe wohnt. Dann hat man wenigstens einen Schuldigen gefunden.

Tja, Wolken sind für astronomische Beobachtungen wirklich sehr hinderlich und daher plädiere ich dafür Wolken in Gegenden anzusiedeln, die wenig bewohnt sind und nach Möglichkeit weit weg von mir sind.

2. Tau – ja Tau

Das ist das Wasserzeug was sich bildet, wenn die Luftfeuchtigkeit zu hoch ist und sich dann auf Geräten, Linsen und Spiegel niederschlägt.

Ist ist wirklich Schade, wenn man gerade dabei ist tolle Aufnahmen des Himmels zu machen und die Linse taut langsam zu. Meist merke ich es erst, wenn es schon zu spät ist. Ich finde Tau ärgerlich.

3. Mondlicht bei DeepSky-Beobachtungen

Durch Zeitmangel habe ich immer nur wenige Gelegenheiten zum beobachten und wenn dann ausgerechnet Vollmond ist und dieser auch noch so doof aufgeht, dass er den ganzen Nachthimmel über stört, dann ist das etwas was ich nicht gebrauchen kann.

4. Bäume / Hochhäuser / Berge

Alles was Hoch ist und die Sicht auf den Horizont verdeckt. All diese Dinge bräuchte ich nicht. Wer zum Beispiel Merkur beobachten will, braucht eine Horizontsicht und diese ist nicht immer Gegeben. Nun wohne ich in der Stadt. Da gibt es zwar keine Berge, aber viel Lichtverschmutzung und hohe Häuser. Beides ist hinderlich bei Beobachten.

5. Einen geringen Kontostand

Ist wirklich hinderlich bei der Ausübung des Hobbys. Geldmangel für neue Ausrüstungsgegenstände ist ärgerlich.

Außerdem schadet es der Wirtschaft, da die benötigten Teile ja nicht gekauft werden können.

6. Förster / Spaziergänger mit Taschenlampen

Sollte es mal wieder dazu kommen, dass ich mich einsam und allein auf einem Feldweg außerhalb Berlins wiederfinde, dann brauche ich keine Spaziergänger, die mit Ihren Hunden vorbeikommen und mir mit Ihrer Taschenlampe in die Augen leuchtet.

Liebe Spaziergänger, das Auge benötigt eine dreiviertel Stunde bis es sich komplett an die Dunkelheit gewöhnt hat und man wirklich einen tollen Nachthimmel erleben darf. Es braucht aber nur einen Bruchteil einer Sekunde, dass es sich entwöhnt, wenn man es mit Licht aus einer Taschenlampe bombardiert.

Es ist kein Zufall, dass Nachts Menschen mit großen Teleskopen auf einem Feld stehen und erst recht möchte man nicht angeleuchtet werden. Daher meine Bitte. Lampe aus und nett Fragen ob man auch mal durchs Teleskop schauen darf. Es wird kein Hobbyastronom Nein dazu sagen.

7. Weltuntergangspropheten

Auf keinen Fall brauchen wir diese Weltuntergangspropheten. Hat den Hintergrund, dass das was diese Leute durch eine ausprägte Fantasie verzapfen, auf uns zurück fällt. Wer muss den plötzlich die Fragen beantworten, die die Menschen haben?

Ich beantworte gerne Fragen über den Himmel, die Ereignisse dort und warum bestimmte Dinge so sind wie sie sind. Ich habe aber keine Lust mit Menschen die plötzlich verängstig sind zu diskutieren und zu merken, dass man hier gar nicht weiter kommt. Ich brauche also diese Weltuntergangspropheten nicht.

8. Sonne

Wer sich zu den Sonnenbeobachtern zählt, lese bitte Pkt. 9. Ansonsten könnte es von mir aus immer dann Nacht sein, wenn ich Lust zum Beobachten habe.

9. Keine Sonne

Wer sich nicht mit der Sonne beschäftigen möchte lese bitte Pkt. 8, falls nicht schon geschehen.

Ansonsten kann es gern sonnig sein, wenn ich die Sonne beobachten möchte. Punkt 8 und Punkt 9 sind wohl ein wenig gegensätzlich. Schlussendlich möchte ich immer gerade den Himmel, den ich mir Wünsche. Alle anderen Himmel, brauche ich nicht.

10. Lichtverschmutzung

Für mich der ärgerlichste Punkt. Gut mitten in Berlin wird mir der Wunsch einer dunklen Nacht verwehrt bleiben, aber es tut doch nicht Not, dass eine Dorfdisco einen Laser besitzt und mit diesem den Himmel erhellt, nur damit die Dorf-Jugendlichen die Disco auch finden.

Für andere Sachen gilt das gleiche. Die Disco war nur ein Beispiel.

 

So, dass ist meine Top-10 der Dinge die ich als Hobbyastronom nicht gebrauchen kann. Was habt Ihr für Dinge die Ihr nicht braucht? Würde mich mal interessieren.

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2 comments

  1. Stefan P sagt:

    Sehr interessanter Artikel, wusste gar nicht das das Auge eine dreiviertel Stunde braucht um sich an die Dunkelheit zu gewöhnen. Ist das abhängig vom Alter?

    Punkt 5 trifft wohl auf fast jedes Hobby zu…

    • Stefan Gotthold sagt:

      Ja, es ist Altersabhängig. Da die Adaption über einen Muskel gesteuert wird, ist es wie mit jedem Muskel. Je älter man wird, desto langsamer reagiert der Muskel.
      Ich werde dazu wohl auch mal einen Artikel schreiben.
      CS
      Stefan

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