Wie wird man Hobbyastronom?

Fotolia_14786765_XS

Aufgrund einer Suchanfrage in meinem Blog bin ich auf die im Titel aufgeführte Frage gekommen. Hier hat jemand nach dem Satz “Wie werde ich Hobbyastronom” gesucht und ist dabei auf meinem Blog gelandet. Freut mich natürlich. Aber da man auf meinem Blog zu der Frage keine Antwort findet, habe ich diesen Artikel geschrieben.

Mich hat diese Frage damals sehr lange beschäftigt und ich musste mich ehrlich Fragen, wie wird man eigentlich Hobbyastronom?

Meine Gedanken heute dazu sind recht einfach gestrickt, aber ich finde es lohnt sich ein tieferer Blick auf die Frage zu werfen.

Vielleicht habt Ihr ja andere Antworten oder Anmerkungen dazu. In diesem Artikel geht es um meine Ansicht und meine Meinung dazu.

Um das Thema zu beleuchten müsste man erst einmal das Wort Hobbyastronom auseinander nehmen.

Das Hobby “Astronom”

Es setzt sich ja nun aus den Wörtern Hobby und Astronom zusammen.

Was ein Astronom ist, sollte jedem klar sein. Das ist jemand der sich entweder theoretisch und/oder praktisch mit der Himmelskunde auseinander setzt. Man kann die Wissenschaft Astronomie (meist als Aufbaustudium zur Physik oder wen man promovieren möchte) studieren und als “Berufsastronom” arbeiten. Hier geht es aber nicht um die Berufsastronomen.

Nun fasziniert der Sternenhimmel seit je her die Menschheit und viele große Persönlichkeiten haben sich mit der Himmelserkundung beschäftigt. Das hat bis heute nicht nachgelassen und somit kann man das Thema Astronomie als Hobby betreiben.

Es verhält sich halt wie mit jedem Hobby. Man setzt sich intensiv mit einem Thema auseinander und hat meist viel Spaß dabei.

Interessant an dem Hobby Astronomie ist, dass sich die Menschen (einschließlich mir) die sich damit beschäftigen oft als Hobby- oder Amateurastronomen bezeichnen oder von anderen so bezeichnet werden.

Das kennt man aus anderen Hobbybereichen nicht. Ich kenne zum Beispiel keinen Menschen der sich als Hobbybiologe bezeichnet oder als Hobbyarchitekt. Hobbyfotografen gibt es dagegen schon.

Es soll nicht unbedingt abwertend klingen, aber sich selbst als Hobbyastronom zu bezeichnen, heißt meistens, dass man die Wissenschaft halt nebenbei ausführt.

Ich für meinen Teil bezeichne mich als Hobbyastronom, weil ich die Wissenschaft nicht als Hauptberuf ausübe. Das hat den einfachen Hintergrund, dass ich weiß das viele Amateurastronomen sehr Großes geleistet haben. Z.B. entdecken WIR ständig neue Himmelsobjekte oder engagieren uns in den Public Science Projekten wie GalaxyZoo.

Daher mag ich mich nicht abwerten, sondern sehe mich eher als ungelernten Astronomen, der viel Spaß an dem Hobby hat.

Wie wird man nun Hobbyastronom?

Ich finde jeder, der sich mit der Materie auseinander setzt kann sich als Hobbyastronom bezeichnen. Ich weiß das es am Anfang einem schwer fällt und man muss sich erst daran gewöhnen. Schließlich stellt man sich plötzlich selbst in ein Licht, bei dem man die Befürchtung hat, dass andere plötzlich Erwartungen an einen haben die man selbst nicht erfüllen kann.

Das geht mir aber bis heute so. Ich bin kein Spezialist oder Experte in Fragen der Astronomie. Somit kann ich auch niemals alle Fragen beantworten.

Aber ich tue folgendes: Sollten mir Fragen zur Astronomie gestellt werden, die ich nicht beantworten kann, dann recherchiere ich meist die Antwort und gebe diese dann halt später.

Das erweitert nicht nur mein Wissen, sondern hilft auch vielen anderen Menschen und bereitet Ihnen wohlmöglich auch Freude.

Da selbst mein “Halbwissen” zur Astronomie meistens schon ausreicht um die Fragen zu beantworten, sehen mich meine Mitmenschen eh als “Experten” und daher bezeichne ich mich als Hobbyastronom. Also als jemanden der sich mit dem Thema Astronomie in seiner Freizeit mehr beschäftigt wie viele andere.

Habt also keine Angst davor Euch so zu nennen, wenn Ihr Euch den mit der Materie auseinander setzt.

So wird man Hobbyastronom!

Wie seht Ihr Euch so? Wer von euch führt das Hobby aus ohne sich als Hobbyastronom zu beschäftigen?

Ähnliche Artikel:

Teleskop bei Astroshop
Werbung

4 comments

  1. Ali G. sagt:

    Hallo,

    ich bin Gymnasiast in Bayern und im letzten Halbjahr vor dem Abitur. Seit Längerem interessiert mich die Astronomie wie auch die Physik. Ein halbes Jahr lang belege ich nun den Astrophysik-Kurs in der Oberstufe und bin gut dabei. Ich habe nur manchmal das Gefühl, dass ich etwas nicht gut verstehe und kann man deswegen bei Weitem noch nicht als Hobbyastronom bezeichnen. Trotzdem bleibe ich dabei und strebe ein Studium an, nachdem die normale Physik mit einem Bachelor abgeschlossen wurde. Zu der Zeit werde ich mich freilich viel intensiver mit der Materie auseinandersetzen. Ich hoffe zudem, dass dann endlich mal praktische Erfahrungen hinzukommen, Teleskope bedienen usw.

    Deswegen sehe ich mich momentan nur auf dem Weg zum Hobby- bzw. Amateurastronomen. Am Ende soll das dann berufsmäßig betrieben werden, natürlich mit gleichbleibend hoher Motivation und dem Spass. Die Theorie ist schwierig, aber machbar. Ich glaube, dass so mancher Hobbyastronom auch eine vernünftige Beschäftigung in diesem Fachgebiet erlangen könnte, wenn noch ein wenig mehr Theorie betrieben würde. Was ich sehe, ist immer wieder großes Potential. Ich hoffe, dass es in der Zukunft viele weitere Stellen geben wird. Damit gebe es dann wohl auch mehr Hobbyastronomen!

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo,
      Ich finde Deinen Wunsch echt Klasse und das Du Deine Interessen zum Beruf zu machen möchtest. Leider muss ich Dich enttäuschen was die praktische Astronomie betrifft. Ich kenne einige Astronomen und durchgängig wird bestätigt dass die Traumvorstellung vor einen großem Teleskop zu stehen und praktische Erfahrungen zu sammeln nicht zum Berufsbild des Astronomen gehört. Daher empfehle ich Dir Dich wirklich mit Deinem Berufswunsch zu beschäftigen und zu schauen ob es das richtige für Dich ist. Das Studium der Astronomie oder Astrophysik ist rein theoretisch aufgebaut. Hoher Anteil an Physik und Mathematik bestimmen den Studienalltag.
      Trotzdem wünsche ich Dir viel Erfolg, das Du aktiv bei der Himmelsbeobachtung bleibst und natürlich Clear Skies.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Djawed Osmani sagt:

    Lieber Stefan,

    ich war am 30. Mai auf der ATT in Essen und habe Deinen Vortrag
    gehört und fand ihn sehr interessant. Nun möchte ich mich hobby-
    weise mit Astrofotografie beschäftigen. Kannst Du mir eine Kombi
    aus Kamera unf Teleskop für die ersten Jahre empfehlen?

    Mit der Kamera möchte ich sowohl “normale” Fotos in der Natur machen als auch in Verbindung mit einem Adapter und Teleskop den Himmel und die Sterne fotografieren. Was für ein konkrtes solides Equipment ist geeignet?!

    Für Deine Mühe danke ich im Voraus!

    Mit freundlichen Grüßen
    Djawed Osmani – 0176 82126470

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Djawed,
      es freut mich sehr das Du meinen Vortrag interessant fandest. Und es freut mich noch mehr das Du in dieses tolle Hobby einsteigen willst.
      Bevor ich Dir ein Teleskop oder eine Kamera empfehlen kann, bräuchte ich noch eine ganze Reihe an Informationen. Ohne diese ist ein Empfehlung einfach nicht möglich und jeder der anders an die Sache rangeht ist leider recht unseriös.
      Daher möchte ich Dich bitten Dir die Artikel hier im Blog durchzulesen:
      http://www.clearskyblog.de/teleskop-kaufen/
      Vor allem der Artikel mit den 10 Fragen legt die Grundlage einer Teleskopkaufberatung. Du kannst mir gern die Antworten auch per E-Mail schicken. Dann kann ich Dir sicherlich ein gutes Gerät für Dich heraussuchen.
      Viele Grüße
      Stefan

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *