Fotografische Entdeckung des Goldenen Tores oder auch “Glück gehabt”

Christmas tree on  blue night sky backgroundVorgestern habe ich ja in einem neuerlichen Beobachtungstipp angekündigt, dass man sich den Mond mit Jupiter im Goldenen Tor der Ekliptik anschauen kann.

Dieses kleine astronomische Ereignis wollte ich mir nicht entgehen lassen und obwohl ich, wie viele andere auch, zu Familienfeiern eingeladen war, hab ich meine Fotoausrüstung eingepackt. Nur zur Sicherheit.

Was dabei rausgekommen ist und es ob mir gelang ein Bild der Weihnachtskonstellation zu schießen, könnt Ihr hier lesen.

25.12.2012 – Start in Dabendorf

Meine Schwiegereltern leben in Dabendorf (Brandenburg) und das finde ich als Hobbyastronom gar nicht so schlecht. Dort gibt es viele Ecken in denen der Himmel dunkel genug ist und man aus der Großstadtlichtglocke rauskommt.

Und wie es eben auch bei vielen Hobbyastronomen der Fall ist, wenn Sie sich auf ein Himmelsereignis freuen, war auch ich leicht aufgeregt und gespannt ob es wohl was wird mit Mond, Jupiter und dem Goldenen Tor der Ekliptik.

Ich hatte ja am 24.12. diese XMas-Konstellation schon angekündigt. Den Artikel findet Ihr hier: Beobachtungstipp: Mond, Jupiter und das Goldene Tor der Ekliptik (25.12.)

Gut, das Wetter spielte nicht so ganz mit und es regnete sogar Tagsüber. Doch zum Abend hin wurde die Bewölkung weniger. Man konnte zwar immer noch nicht den Himmel sehen, aber die Tendenz zeigte, dass es evtl. aufklaren konnte.

Erster Versuch – 20:00 Uhr

Zwischen 19:00 und 20:00 Uhr lockerten die Wolken auf. Es sah danach aus, als wenn der Himmel frei würde. Ich also ab in den Keller und mein 8 Zoll Dobson (Erfahrungsbericht: 8 Zoll Dobson auf Rockerbox) raus. Ich liebe meinen Dobson. Der ist innerhalb von 10 Minuten einsatzbereit.

Die Fotoausrüstung ist auch schnell aufgebaut und dann kam doch wirklich eine Wolkenlücke. Ich hab also erst einmal mit dem Dobson auf Mond und Jupiter gehalten.

Meine Frau stand neben mir und trotz des schlechten Seeings (Luftunruhen) konnte man alle 4 Monde und die Hauptwolkenbänder auf Jupiter erkennen.

Die Plejaden sahen auch super im Dobson aus. Ich wollte aber Fotos machen. Leider habe ich bei dem 10 minütigen Ausflug zum Jupiter und Mond nicht bemerkt, dass diese Wolkenlücke die einzige weit und breit war.

So gelangen mir nur einige Testaufnahmen und eine Aufnahme, die quasi das Ziel als erreicht erscheinen ließ.

Das Ziel war es Mond und Jupiter im Goldenen Tor der Ekliptik (Aldebaran und Plejaden) abzulichten. Hier das beste Bild aus einer kurzen Reihe.

IMG_4494

IMG_4494_1Ich habe mal den interessanten Ausschnitt aus dem Originalbild herausgeschnitten.

Oben im Bild könnt Ihr die Plejaden erkennen. Der helle Stern unten ist Aldebaran aus dem Sternbild Stier (Sternbilder für Anfänger und Fortgeschrittene: Stier (Taurus))

Wo der Mond im Bild steht ist wohl klar.

Jupiter ist der helle Punkt neben dem Mond.

Das ganze Bild ist mit meiner Kamera Canon 600D aufgenommen.  Sie stand nur auf meinem Stativ, war also nicht auf dem Teleskop aufgeflanscht.

Benutzt habe ich das Standardobjektiv EFS 18-55mm von Canon.

Ihr seht, man braucht nicht immer eine spezielle Ausrüstung um ein astronomisches Bild zu schießen.

Die Einstellungen waren die folgenden: Blende F/5.6. Belichtungszeit waren 4 Sekunden bei ISO-400. Die Brennweite war auf 18 mm eingestellt. Ich habe den manuellen Modus verwendet und die Scharfstellung per Hand durchgeführt. Hierbei habe ich die Zoomfunktion im Live-Modus verwendet. Das macht es wirklich einfach.

Nach diesem Bild war quasi aber wieder Schluss. Ihr seht, dass Wolken vor dem Mond waren und die zogen im Bild von rechts nach links.

Ein wenig enttäuscht hab ich dann die Ausrüstung eingepackt und wir sind dann Abends wieder nach Berlin gefahren.

Zweiter Versuch – 23:00 Uhr

Auf dem Weg nach Berlin haben wir schon immer wieder Wolkenlücken gesehen, aber richtig frei war es nie. Gegen 22:00 Uhr sind wir zuhause angekommen und ich habe die Hoffnung ein besseres Bild zu schießen aufgegeben. Gegen 23 Uhr rief meine Frau mir aber zu, ich solle mal auf den Balkon gehen und da zeigten sich plötzlich große Wolkenlücken.

Schnell stand fest, dass die Kamera wieder her muss. Ich hatte auch nicht viel Zeit, da sich der Mond und vor allem die Plejaden langsam über das Häuserdach schoben. Also ging es los und ich schoss einige Testbilder.

Eines davon finde ich super.

IMG_4515

Im Blog kommt das Bild nicht so gut, da hier die Größe begrenzt ist. Ihr könnt aber mal auf das Bild klicken und seht es dann in Originalgröße.

Gelungen ist mir hier eine Aufnahme von Mond und Jupiter im Goldenen Tor der Ekliptik und der Orion ist auch noch drauf. Das Bild ist genau um 23:00 Uhr entstanden.

Die Ausrüstung war wieder meine Canon 600D mit dem 18-55mm Standardobjektiv auf Stativ.

Die Bildeinstellungen sind: Blende F/5.6 mit 5 Sekunden Belichtungszeit und ISO-400. Die Brennweite ist wieder auf 18mm eingestellt um den größten Himmelsausschnitt zu bekommen.

Schade das mein neues Teleskop noch nicht da ist. Ich freu mich schon noch tiefer in den Raum einzudringen und mir den Sternenhimmel fotografisch zu erschließen.

Ein Frage an die Spezialisten habe ich noch.

Aus dem oberen Bild habe ich bei der Bearbeitung folgendes an Jupiter gesehen.

IMG_4494_2Ich habe die Stellung des Bildes nicht verändert. Was ich aber sehe, ist ein kleiner, heller Punkt links unterhalb von Jupiter.

Kann es sein, dass ich mit einem Standardobjektiv einen der Monde erwischt habe? Ich habe in Stellarium mal nachgeschaut und auf der linken unteren Seite standen Kallisto, Ganymed und Io.

image

Ist es überhaupt möglich mit einer Kamera und dieser kurzen Belichtungszeit die Monde einzufangen? Ich weiß es im Moment nicht.

Fazit

Klasse Abenteuer. Natürlich muss man in der Astronomie auch mal mit Enttäuschungen leben und wäre das Wetter nicht besser geworden, dann wäre mir das zweite Bild nie gelungen und die Gelegenheit wäre vertan. Trotzdem sollte man hier kein Trübsal blasen, da man das Wetter nicht beeinflussen kann.

Ich fand es mal wieder toll draußen zu sein und mir den Himmel anzuschauen. Und auch die Vorfreude an dem Tag gehörte dazu.

Schlussendlich hatte ich ja noch Erfolg und kann wieder einen Beobachtungsabend und einige schöne Bilder in meine Galerie aufnehmen.

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3 comments

  1. ah4t7 sagt:

    Ich habe es nur visuell ohne Hilfsmittel beobachtet – ab Mitternacht bis gegen 3 Uhr immer mal aus dem Fenster geschaut. Mit ein wenig mehr Planung hätte man hier eine schöne Serie hinbekommen – mal schauen, wie es am 22.1. aussieht.

    Zum Thema Jupiter, Monde und Belichtungszeit – hab ich selber noch nicht ausprobiert. Wenn du dir aber mal die Plejaden anschaust , dann ist dort Pleione zu sehen (4,8m im Maximum). Somit ist Ganymed mit 4,6m bei der Belichtungszeit auf jedenfall drin.

    André

  2. Gunnar sagt:

    Jupiter und(!) Monde ist mir bisher nicht geglückt. Ich hab mehrere Bilder gemacht mit unterschiedlichen Belichtungszeiten und dann Photoshop.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Du meinst sicherlich, dass Jupiter und Mond mit Struktur Dir noch nicht geglückt ist oder? Das geht auch nicht. Der Mond ist zu hell. Wenn man die Belichtungszeit oder die Blende so runterfährt, dass der Mond mit Struktur zu sehen ist, dann sind alle anderen Sterne weg. Das geht wirklich nur mit einem Fotobearbeitungsprogramm und der Überlagerung von zwei Bildern.

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