Fotoexperiment: Bewegung des Wandelstern Jupiters sichtbar gemacht

Fotolia_12308973_XSHat man die Gelegenheit eine Sternenkonstellation wie vor 2 Tagen zu fotografieren und kann dann in den anschließenden 2 Tagen auch noch einmal die Konstellation fotografieren, dann lässt sich mit ein wenig Aufwand zeigen was ein Wandelstern ist.

Ich hatte diese Gelegenheit und habe mich heute vor meinen PC gesetzt und die Bilder zusammen geführt.

Das Ergebnis könnt Ihr hier in diesem Artikel lesen und sehen.

Das ich am 25.12. Glück hatte und ich mir die Xmas-Konstellation anschauen konnte, habe ich ja hier Fotografische Entdeckung des Goldenen Tores oder auch “Glück gehabt” beschrieben.

Das Ergebnis war ein tolles Bild von der Konstellation Mond, Jupiter und dem Goldenen Tor der Ekliptik.

Das man nun dieses Goldene Tor aber wunderbar nutzen kann um einen anderen Himmelseffekt deutlich zu machen, kam mir erst gestern, als der Himmel wieder klar war.

Ich warte ja nun auf meine Teleskope und die Rohrschellen, daher kann ich nicht mit einer Optik beobachten. Aber ich kann mit meiner Kamera spielen.

Fixsterne vs. Wandelsterne

Das der Sternenhimmel fix ist sollte jedem klar sein. Das es aber auch Objekte am Himmel gibt, die nicht mit dem Sternenhimmel laufen, ist in der heutigen Zeit sicherlich auch selbstverständlich.

Unsere Vorfahren haben das aber auch entdeckt und selbst die alten Ägypter kannten diese Effekte schon, konnten Sie aber nicht erklären.

Daher wurden diese, sich seltsam bewegenden Sterne, Wandelsterne genannt. Bis man Sie als Planeten in unserem Sonnensystem entlarvte.

Nun kann man solche Wandelsterne leicht identifizieren. Hobbyastronomen können sehr einfach zwischen Fixstern und Wandelstern unterscheiden. Vielen anderen Menschen fällt das schwer.

Ich habe in den letzten zwei Tagen den Entschluss gefasst ein kleines Experiment zu starten und nur wenn das Wetter mitspielt einen Artikel darüber zu schreiben.

Das Wetter hat mitgespielt, also konnte ich drei Tage in folge die gleichen Objekte am Himmel fotografieren.

Ich benutzte dazu wieder nur meine Canon 600D Spiegelreflexkamera mit Standardobjektiv und für die Bildbearbeitung einfach Gimp – die freie Fotobearbeitungssoftware.

Alles weitere war nur noch Fleißarbeit.

Das Rohmaterial

Hier könnt Ihr die drei Ausgansbilder sehen:

Bild 1 vom 25.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 5 Sek.

Bild 1 vom 25.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 5 Sek.

Bild 2 vom 26.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 6 Sek.

Bild 2 vom 26.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 6 Sek.

Bild 3 vom 26.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 8 Sek.

Bild 3 vom 26.12.2012 – F/5.6; ISO-400; 18 mm Brennweite; Belichtungszeit 8 Sek.

Diese Rohdaten kann man sich nun nehmen und durch einen kleinen glücklichen Umstand koppeln.

Da Jupiter recht nah am Tor der Ekliptik steht, also zwischen Aldebaran und den Plejaden, kann man nun diese beiden Objekte nehmen und überlagern.

Da diese beiden Zueinander keine relative Bewegung aufweisen, konnte ich durch Verschieben und Skalieren die Überlagerung erzeugen, bis beide Objekte übereinander standen.

Das Ergebnis

Das habe ich für alle drei Bilder getan und das Ergebnis ist das folgende:

Überlagerung

Auf der großen Überlagerung kann man als aller erstes sehen, wie sich der Mond relativ zum Sternhimmel bewegt.

Da die drei Bilder zwar an drei Tagen aufgenommen wurden, aber nicht zur selben Zeit, ist diese Relativbewegung nur im groben zu sehen, verdeutlicht aber sehr schön, was da am Himmel stattfindet.

Übrigens geht der Mond zeitlich von innen nach Außen. Das heißt, der Mond stand am 25.12. in der Mitte, dann wanderte er am 26.12. nach Links und ganz Links sieht man den Mond am 27.12. also heute.

Jetzt ging es aber um Jupiter und daher habe ich den interessanten Bildausschnitt einmal vergrößert.

Überlagerung

Hier kann man nun die Plejaden recht deutlich rechts oben sehen und Aldebaran ist der hellste Stern links unten. Neben dem Mond, den ich nicht rausretuschiert habe, kann man nun deutlich 3 Jupiterscheiben sehen.

Hier kann man nun erkennen, dass sich bei einer Überlagerung Jupiter nicht wirklich mit dem restlichen Sternhimmel bewegt.

Das hat zwei Hintergründe.

1. Drehung um die Sonne

Natürlich drehen wir uns im laufe des Jahres um die Sonne. Das heißt unsere relative Stellung zu Jupiter ändert sich.

2. Jupiters Drehung um die Sonne

Aber auch Jupiter bewegt sich um die Sonne. Dadurch verändert er zu uns seine Stellung auch.

Beide Bewegungen sorgen dafür, dass Jupiter sich anders bewegt als der restliche Sternhimmel um Ihn herum.

Ich finde diese Effekte echt Klasse und das ganze hat genau 10 Minuten für die Fotos gedauert und ca. 1 Stunde mit dem Bildbearbeitungsprogramm.

Klasse oder? Ich finde es wirklich spannend mit wie wenig Mitteln man doch die Effekte am Himmel darstellen kann.

Wenn es die nächsten Tage weiterhin klar bleibt, dann führe ich das Experiment weiter. Vielleicht gelingt mir der ein oder andere Schnappschuss ja noch.


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