Buchbesprechung: Stern-Freunde Amateur-Astronomen im Porträt

Ich habe mir mal wieder ein Buch gekauft und um was wird es wohl gehen? Natürlich um Astronomie. Dieses mal ist es aber kein fachliches Buch oder ein Buch zur Beobachtung. Keine technischen Spielereien oder andere Anleitungen. Nein, dieses mal geht es ganz einfach um Stern-Freunde.

Mit ist das Buch bei Twitter aufgefallen. Irgendjemand hatte ein Link gepostet und ich habs gesehen und in meinen Warenkorb eingetragen. Man könnte sagen, ich hab Feuer gefangen und wurde nicht enttäuscht.


Stern-Freunde: Amateur-Astronomen im Porträt* ist eigentlich ganz schnell erklärt, ich möchte es trotzdem etwas ausführen und ein wenig Erweitern.

Der Titel sagt schon fast alles aus. Es geht um uns Amateur-Astronomen und allein die Einleitung lohnt sich zu lesen. Der Autor des Buches, Frank Hauswald, versteht es hier mit Worten zu erklären, was mir manchmal nicht gelinkt.

Vom Sterngucker zum Hobby-Astronom also das erste Kapitel beschreibt die Brücke, wie man zum Hobby-Astronomen wird bzw. wie uns die Welt da draußen sieht.

[…] was den Begriff des Amateurastronomen ausmacht: Ein Sternfreund eben, der sich mit den Fragen des Kosmos beschäftigen darf und nicht muss, aber eben in nicht wenigen Fällen mit einer Ernsthaftigkeit, Genauigkeit und Ausdauer arbeitet, die der eines Profis gleichkommt. […]

Was danach folgt sind Porträts. Porträts von 16 Amateurastronomen aus dem ganzen Land. Porträts die verschiedener nicht sein können und sich trotzdem alle um das gleich Thema drehen.

Die Astronomie steht bei jedem dieser Menschen im Mittelpunkt. Na gut, nicht ganz, aber diese wunderschöne Wissenschaft ist Bestandteil des Lebens jedes dieser tollen Menschen.

Einige dieser Menschen sind mit bekannt. Meistens sprechen wir übers Internet miteinander oder Twitter. Die Gemeinde der Amateurastronomen ist nicht so groß wie viele Annehmen. Sie ist aber auch nicht klein und das freut mich immer wieder sehr, über andere zu lesen.

Über andere das zu lesen, was ich selbst und viele andere meiner bekannten Stern-Freunde versuchen. Die Astronomie den Menschen näher zu bringen.

So wird zum Beispiel über Daniel Fischer geschrieben. Einer meiner Kontakte bei Twitter. Mich freut so etwas immer, da ich sagen kann: Ich kenn da wen, der auch in einem Buch verewigt wird.

Über Daniel Fischer hatte ich vor 2 Jahren zum 27. ATT etwas geschrieben. Kleine Nachlese zum 27. ATT 2011 (aus der Ferne) war der Artikel hier im Blog und behandelte den Live-Stream vom ATT. Daniel Fischer ist auch ein Blogger-Kollege und betreibt den Blog Skyweek Zwei Punkt Null.

Ich verweise hier mit Absicht auf das ATT, denn dort hat Ihn Frank getroffen und Ihn beobachtet. Frank versteht es einen Einblick in die Arbeit von Daniel zu bringen und Euch (und mir) zu zeigen, was es heißt mit Leidenschaft dabei zu sein.

Gänzlich anders der Bericht über Uwe Glahn. Er ist Amateurastronom. Hat beruflich nichts mit Astronomie zu tun und ist gewachsen.

Er berichtet im Interview über die Schönheit des Hobbys, aber auch über Schwierigkeiten in der Szene. So wie viele Amateure findet er es Schade, dass viele Einsteiger nicht weiter gehen. Er selbst sagt:

[…] Ich bin der Sache treu geblieben, hab’s durchgezogen […]

Und dann kommt etwas Wahres:

[…] Man muss sich auch mal zwingen. Wenn nicht mit großen Teleskopen, beobachte ich auch heute noch viel mit Vierzöller und hole mich auf den Boden der Tatsachen zurück – Durchhänger muss man überwinden. […]

Er hat recht und spricht mir aus der Seele. Wer sich die Ergebnisse von Uwe anschauen möchte, braucht nur mal einen Blick auf die bekannte Seite DeepSky Visuell werfen.

Und dann kommt noch ein Interview mit einem unserer deutschen Vorzeige-Amateur-Astronomen. Jeder kennt Ihn aus dem Fernsehen und anderen Medien.

Ranga Yogeshwar, der Moderator der Sendung Quarks & Co. Was? Es gibt hier jemand der die Sendung nicht kennt? Kann ich nicht Glauben, aber sollte es dennoch so sein, dann ab zur WDR Mediathek und einmal diesen Link geklickt: Quarks & Co. beim WDR. Schließlich zahlt Ihr doch alle Eure Rundfunkgebühr, dann kann man auch mal etwas vernünftiges dafür bekommen.

Einige Wissen es, dass Ranga neben seiner Sendung auch Amateurastronom ist. Kleinplaneten sind sein Metier. Was ich bewundere an Ranga ist seine Natürlichkeit, seine Offenheit und seine Fähigkeit Menschen zu begeistern. Frank versteht es in diesem Buch das Wort so zu formulieren, dass genau diese Eigenschaften transportiert werden und beim Leser ankommen.

Fantastisch, diese Geschichten zu lesen. Sich wieder zu finden oder neues zu entdecken. Drei der 16 Stern-Freunde habe ich angesprochen und es sei mir verziehen, dass die anderen 13 Geschichten hier nicht reinpassten, aber ebenso spannend wie Lesenswert sind.

Fazit:

Für mich war oder besser, ist das Buch spannend, erfrischend und motivierend zugleich. Ich bekomme Lust mehr zu machen, mehr zu beobachten, mehr zu veröffentlichen, mehr mit Menschen zu Reden und das Hobby Astronomie rauszutragen.

Es wird sicher nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ich dieses Buch gelesen habe. Einfach nur Klasse und jeder der Wissen möchte, wie vielschichtig Astronomie sein kann und vor allem auch wie einfach es manchmal ist, in dieses Hobby einzusteigen, der sollte sich das Buch kaufen.

Allen anderen Hobby- und Amateurastronomen da draußen sei gesagt: Es sollte Pflichtlektüre sein.

Das Buch im Überblick

TitelStern-Freunde
UntertitelAmateur-Astronomen im Portrait
AutorFrank Hauswald
VerlagOculum
Seitenzahl228
ISBN978-3-938469-48-4
Preis12,90 € (bei Amazon*)

Damit beende ich meine kurze Buchbesprechung und wünsche allen CS (Clear Skies)

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