Firstlight und Erfahrungsbericht zu meinem Skywatcher Refraktor 102/500

Viele Hobbyastronomen sind im Moment nicht so begeistert von dem Wetter, einschließlich mir. Ich höre aus allen Richtungen nur “Hochnebel in Hamburg”, “Wolken im Taunus” und in Berlin/Brandenburg sieht es auch nicht viel besser aus.

Das Jahr ist 19 Tage alt und ich hatte bis dato noch keine Gelegenheit meine beiden neuen Teleskop am Himmel auszuprobieren. Daher habe ich auch gestern ein wenig überlegt, ob ich mir die Arbeit mache und mein neuen Refraktor mit dem Okularkoffer ins Auto lade und mit nach Brandenburg nehme.

Tja, was soll ich sagen, ich wär froh, dass ich es getan habe, sonst hätte ich bis heute noch keinen Stern (Planeten) durch den Refraktor gesehen. Aber lest selbst was ich erlebt habe und wie das Firstlight meines ersten Refraktor ablief.

Erst diese Woche habe ich mein neuen Refraktor bekommen und musste natürlich auch gleich mal einen Artikel zu meinem Teleskoppark schreiben. Diese kleine Sammlung besitzt mittlerweile 5 Teleskop verschiedenster Baugrößen und – formen (Vorstellung meines Teleskopparks (5 Teleskope auf einen Blick)).

Das letzte Mitglied in meinem Teleskoppark ist der erste Refraktor meines Lebens. Natürlich habe ich schon durch das ein oder andere Linsenteleskop geschaut, aber besessen habe ich noch keines. Daher finde ich es doppelt spannend das Teleskop auszuprobieren und auszutesten.

Skywatcher Refraktor 102 / 500

Wie der Name schon sagt, ist der Skywatcher ein Refraktor. Also ein klassisches Linsenteleskop. Ich habe mir hier nur den Tubus bestellt, da ich zwei Montierungen besitze auf dem der Skywatcher zum Einsatz kommen kann.

Ich habe natürlich wieder die Kamera laufen lassen und ein Unboxing-Video gedreht. Leider ist die Qualität des Videos eher mittelmäßig, da es an dem Tag doch sehr trüb draußen war und ich nicht auf die Belichtung geachtet habe. Man sollte trotzdem gut sehen, was sich alles in dem Paket befunden hat.

Im Paket enthalten waren neben dem Teleskop mit Taukappe und 2 Zoll-Okularauszug auch ein 45° Prisma (sehr sinnvoll), ein 10mm und ein 20 mm 1,25” Okular und ein Rotpunktsucher mit Prismenschuh. Weiterhin gab es noch eine 2x Barlow-Linse dazu.

Das letzte erlaubt mir den Sucher von meinem Dobson auch an meinem Refraktor zu betreiben und anders herum. Hier heißt es, dass alle meine Teleskop nun ein Prismenschuh als Sucherhalterung bekommen.

Das zur Hardware. Neben dem Zubehör für das Teleskop fanden sich noch, eine kleine Tüte Gummibärchen (Danke Astroshop*) und die Anleitungen in dem Päckchen. Die Anleitung zum Teleskop ist leider in Englisch verfasst. Gut, ich habe damit weniger Probleme, aber vielleicht der ein oder andere Astrokollege.

Der Astroshop* selbst legt zu jedem Teleskop noch das Büchlein “Teleskop ABC” dazu. Das werde ich mir mal durchlesen und gesondert beschreiben.

Nur soviel, der erste Blick zeigt viele Informationen vor allem für Anfänger. Es ist also ein recht guter Startpunkt für das Hobby Astronomie.

Der Refraktor selbst macht einen guten Eindruck. Stabil, massiv, gut. Es ist schon etwas anders einen Refraktor in den Händen zu halten. Ein Spiegelteleskop besteht halt zu 99% aus Luft. Das ist bei einem Refraktor nicht groß anders, aber hier sieht man es nicht so, da die Linsen den Hohlraum einschließen.

Mein Firstlight mit dem Skywatcher Refraktor

Skywatcher Refraktor 102/500So, nun aber zum Firstlight. Wie ich oben schon beschrieben habe, war das einpacken der Teleskop nur eine reine Hoffnungsgeschichte ohne viel Erfolg. Ich bin nach Brandenburg gefahren (zu einem Geburtstag) und wolle nur einige Bilder machen, mit den Teleskopen die dort so rumstehen.

Das hab ich Tagsüber auch gemacht und rechts sieht man, wie der Refraktor auf der EQ-5 sitzt. Man kann hier auch deutlich den Sucher erkennen, der ja eigentlich auf dem Dobson (im Hintergrund sitzt).

Mehr wollte ich nicht tun und daher hatte ich den Abend schon abgeschrieben. Doch es kam anders.

Als ich gegen 22 Uhr eine Rauchen ging, stellte ich fest, dass der Himmel wohl klar war. Ich hatte vorher schon immer mal hochgeschaut, aber nur Wolken gesehen und ab und zu schaute der Halbmond mal vor.

Der Entschluss war schnell gefasst. Geburtstagsfeier Ade und auf nach draußen. Ich habe das Glück, dass ich hier nicht weit laufen muss um eine dunkle Stelle zu finden. Ist zwar nicht ganz ideal, aber für das Beobachten reicht es doch aus.

Also schnappte ich mir den Refraktor auf der EQ5 und buckelte beides nach draußen. Oh man, ich hatte ganz vergessen, wie schwer diese “tolle” Montierung sein kann. Ich hatte wirklich zu tun, aber schaffte es dann doch.

Okularkoffer und das FirstScope habe ich gleich mit genommen.

Also ab in den Himmel.

Das erste Ziel war Jupiter. Das Bild war natürlich nicht ganz scharf und da ich keine Zeit hatte, wollte ich gleich mal draufhalten. Ein Refraktor benötigt schon etwas länger zum Auskühlen und daher machte mir der Temperaturunterschied einen Strich durch die Rechnung.

Das machte aber nichts, da ich ja erst einmal mit dem Gerät beschäftigt bin. Es ist dann doch schon ein Unterschied ob man vorn in den Okularauszug (OAZ) schaut oder hinter dem Teleskop in Stellung geht.

Das 45° Prisma leistet hier gute Dienste und es wird sicherlich nicht lange dauern, bis ein 90° Prisma dazu kommt. Die Monde von Jupiter konnte ich sofort sehen. Jupiter selbst war etwas verschwommen, was dazu führte das keine Struktur sichtbar war. Das änderte sich aber rasch.

Das Teleskop kühlte also langsam aus und ich spielte etwas mit den Einstellungen herum. Also habe ich dann von dem 20 mm Okular mal aufs 10 mm Okular gewechselt. Und siehe da, erste Strukturen werden sichtbar. Der Jupiter steht langsam klarer am Himmel und ich konnte erste Wolkenbänder erkennen.

beim 20 mm Okular habe ich eine Vergrößerung von 25x und kann damit schon einen sehr großen Himmelsabschnitt überdecken. Mit den 10mm bin ich auf 50fache Vergrößerung gegangen.

Sehr schön, der Refraktor gefällt mir. Erste Erfahrung beim Beobachten ist aber, dass ich einen kleinen Astrostuhl benötige, damit ich bequem und länger den Himmel betrachten kann. Das hocken hinterm Teleskop, war dann doch recht anstrengend.

Jetzt wollte ich das Zubehör testen und habe das 10 mm Okular mit der 2fach-Barlow-Linse in das Prisma gesteckt. Ja, diese Kombination verdunkelt das Bild erheblich. Man merkt es sehr deutlich. Aber dafür hatte ich eine 100fache Vergrößerung bei einem schlechten Seeing und zack: Man sah nicht nur die 4 Monde von Jupiter, sondern auch sehr klar getrennt das südliche und das nördliche Wolkenband. Klasse!

Als ich mit bloßem Auge hochschaute, stellt ich fest, dass der Hochnebel wieder da war und nur noch Jupiter und der Mond zu sehen waren. Nicht mal mehr Aldebaran (der ja in Jupiters nähe steht und recht hell ist) war zu erkennen.

Trotzdem wollte ich die Kamera ausprobieren.

Die Okularprojektion, ja ich muss immer mit dem kompliziertesten Beginnen, brachte erst einmal gar nichts. Kein Bild und ich war auch nicht wirklich aufs Fotografieren vorbereitet.

Dann viel mir ein, dass der OAZ ja ein direkten Anschluss zum T2-Adapter besitzt. Das wollte ich probieren und so hängte ich die Kamera direkt an den OAZ. Siehe da, ein Bild.

Leider habe ich durch meine Aufregung alles vergessen, was man hätte vergessen können.

Keine Fernbedienung, Einstellungen zwar Manuell, aber Spiegelvorauslösung nicht aktiv, Gegengewicht ordentlich austarieren zur Schwingungsminimierung.

Die Bilder die ich gemacht habe könnt Ihr Euch vorstellen oder?

Wenn man die ersten Schwarzbilder abzieht, dann könnt Ihr hier mal das erste Bild durch mein neues Teleskop sehen:

IMG_4807

Jupiter und die Monde erkennt man recht deutlich. ISO-1600 mit 8 Sekunden Belichtungszeit. Die Belichtungszeit ist natürlich absoluter Schwachsinn, wenn man nicht mit Nachführung arbeitet. Aber gut, es ist wirklich das erste Bild.

image

In dem Bild sieht man den Verzug beim Auslösen der Kamera und weil ich den Finger am Auslöser hatte und keine Fernbedienung verwendet habe. Leider.

Tja, viel mehr gibt es jetzt gar nicht mehr zu berichten. Der Nebel und Wolken zogen jetzt massiv auf und ich entschied den Abend zu beenden. Ich hatte es nicht mal mehr geschafft alles zusammen zu packen, da war der Mond schon wieder weg. Ihr seht, der Himmel war wirklich schlecht.

Fazit

Firstlight bestanden und kauf völlig gerechtfertigt. Ich bin hochzufrieden mit meinem ersten Refraktor und werden mit Ihm zusammen die Grenzen des Möglichen untersuchen. Ich freue mich sehr und der schlechte Himmel war ein gute Test, denn er soll ja in der Stadt eingesetzt werden und nicht “nur” unter klarem, dunklem Himmel.

Ich denke das ich mit dem Gerät viel Freude haben werden und hier auch viel lernen kann. Ich bin wirklich froh mir das Gerät gekauft zu haben.

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