Beobachtungsbericht: Mond und Jupiter im Celestron FirstScope (24.01.2013 + Fotos)

Nach langer Zeit war heute der Himmel über Berlin mal wieder klar. Gut, nicht Glasklar, sondern mit leichten Schleier belegt, aber trotzdem konnte man beobachten.

Ich habe also mein kleines Celestron FirstScope rausgeholt, mit einige Okulare und die Kamera geschnappt und hab mich in die kalte, klare Nacht begeben. Ich musste nicht weit laufen. Ich bin auf meinen Balkon gegangen.

Was dabei Beobachtungstechnisch und auch Fotografisch heraus kam könnt Ihr also hier lesen.


Datum und Ort

Wie es sich gehört, kommt hier die Angabe zu Datum und Ort des Geschehens.

Datum: 24.01.2013

Zeit: 19:45 Uhr – 20:30 Uhr

Ort: Berlin (Lichtenberg)

Die Ausrüstung

Auch die Ausrüstung gilt es zu beschreiben.

Teleskop: Celestron FirstScope 76 / 300

Okulare: 6 mm Plössl, 10 mm Plössl, 20 mm SuperPlössl, 30 mm Russenokular (Mikroskop-Okular)

Kamera: Canon EOS 600D, Canon Standard Kit Objektiv 18-55 mm (Neues Ausrüstungsteil: Spiegelreflexkamera Canon 600D)

Projektionsadapter zur Astrofotografie

Die Beobachtung

Ich wollte heute nur mal Ausprobieren ob das Celestron FirstScope fototauglich ist oder nicht. Ich hatte es ja schon mal kurz beim FirstLight (Kleines Firstlight mit dem Celestron FirstScope 76 (Beobachtungsbericht 30.12.2012)) ausprobiert, aber bin an dem Abend nicht wirklich weit gekommen.

Dieses mal schien sich der Himmel etwas länger nicht bedeckt zu halten und daher war die Entscheidung schnell getroffen. Bei aktuell –7 Grad hab ich das zittern nicht bedacht, aber dazu komme ich noch.

Ich habe mir also das kleine Teleskop geschnappt und die Ausrüstungssachen und bin dann auf den Balkon.

Der Mond war sehr schnell gefunden. Das gestaltet sich im FirstScope auch ohne Sucher einfach. Man stecke einfach kein Okular in den OAZ (Okularauszug) und suche nach einem hellen Mond. Fertig!

Also habe ich mir gleich mal meinen Projektionsadapter geschnappt, dass SuperPlössl 20mm eingesetzt und die Kamera mit dem Teleskop verheiratet.

Sehr wackelige Angelegenheit. Der kleine Newton ist mit der Kamera schon arg Überfordert. Das ganze dann noch auf der Montierung und diese wiederum auf einem Garten- bzw. Balkontisch. Naja gut, ich wollte es probieren.

Nach einigen Einstellungen habe ich festgestellt, dass ich hier einfach nicht in den Fokus komme. Sch***…ade aber da lässt sich nichts machen. Also habe ich mir mein Mehrlinser-Okular (russischer Bauart) rausgesucht und es mit diesem probiert.

Das Okular hat durch den mehrlinsigen Aufbau den Vorteil, dass es in den OAZ ragt und dadurch das Licht schon früher gebrochen wird.IMG_4838

Ich weiß nicht ob man das auf dem Bild sieht, aber die Spiegelung in dem Okular kommt von der hinten sitzenden Linse.

Damit hatte ich dann den Mond auch scharf im Display und konnte erste Fotos schießen.

Natürlich habe ich eine Fernbedienung verwendet, damit nicht noch mehr Wackelei entsteht. Was mir zur Sekunde einfällt ist, dass ich die Spiegelvorauslösung wieder nicht eingeschaltet hatte. Da muss ich unbedingt dran denken.

IMG_4821

Das erste Bild ist aufgenommen mit einer Belichtungszeit von 1/640 Sekunden. ISO-1600 war eingestellt. Das hätte man sicher etwas runterschrauben können.

IMG_4823

Das zweite Bild ist mit 1/1000 Sekunden etwas kürzer belichtet.

Ich habe eine ganze Weile an der schärfe rumgespielt und muss sagen, dass es bei dem FirstScope kein leichtes unterfangen ist.

Nach einer halben Stunde habe ich es dann mal ohne Projektionsadapter versucht. Aber ich war schon so durchgefroren, dass hier von ruhigem Fotografieren keine Rede sein kann.

IMG_4833

Das beste Bild aus der Serie ist dieses hier. Dort habe ich das 20 mm SuperPlössl verwendet und die Kamera davor gehalten. Mit einer Blende von F/5.6, ISO-1000 und einer Belichtungszeit von 1/1000 Sekunden lässt sich der Mond so doch schon sehen oder?

Ich habe mir den Mond dann noch visuell im 6 mm Plössl angeschaut und war schon begeistert. Man kann mit dem kleinen Gerät und dem bloßem Auge viel beobachten.

So langsam bis auf die Knochen durchgefroren bin ich dann zu Jupiter rüber. Er stand hoch am Himmel und ich musste wieder etwas suchen. Hier fehlt der Sucher definitiv. Das muss geändert werden.

Ich habe zwei Monde im 6 mm Plössl entdecken können. Nach einem kurzem Blick in die Software Stellarium ist mir auch klar warum.

image

Kallisto steht viel zu nah am Jupiter und Ganymed und Io sind auch zu dicht zusammen. Ich habe also Europa und die Summe aus Ganymed+Io gesehen.

Wolkenstrukturen waren nicht auszumachen. Zu der Zeit war aber auch ein ruhiges Beobachten nicht mehr Möglich.

Fazit

Mir gefällt das kleine Teleskop immer noch und die ca. 50 € waren hier gut investiert. Schneller hab ich noch nie ein Teleskop aufgebaut.

Fotografisch hat der kleine sicherlich seine Grenzen und einige davon habe ich heute, beim ersten Versuch, schon angekratzt. Leider! Aber gut, mir war ja klar, dass dieses Gerät kein Astrofoto-Spezialgerät sein wird.

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One comment

  1. Frank Walther sagt:

    Hallo Stefan,

    Danke für die guten Erfahrungsberichte über das Firstscope. Ich denke zur Zeit daran, zum Reinschnuppern in die Astronomie, ein möglichst kleines und leichtes Balkon / Gartenteleskop anzuschaffen. Das Mini-Dobson gibt es ja in zwei Varianten (gut es gibt noch mehr Varianten, aber das sind die Gängigsten :-) )
    Das Celestron Firstscope und das Skywatcher Heritage-76.
    Mich würde interessieren, welches Zubehör (Okulare, Barlow 2x, 3x, Filter) empfehlenswert ist, wo die (sinnvollen) Grenzen des kleinen Teleskopes sind und was man am Anfang mit anschaffen sollte um möglichst Spaß mit dem Teil zu Haben. Wie sind den Deine weiteren Erfahrungen mit dem Schnuckelchen? Hast Du das Teil schon einmal justieren müssen? Geht das ohne Justagelaser (lt. Anleitung- Celestron soll das ganze ja recht einfach sein ????). Den Hauptspiegel kann man ja nicht justieren – empfiehlt es sich daher, bei einem Händler zu Bestellen und einen Mehrpreis zu Bezahlen, der angibt, die Teleskope nur justiert auszuliefern? Oder ist die “billigste” Bestellung und ggf. eigene Justage die beste Möglichkeit?

    Über mehr Infos zu dem Mini-Dobson würde ich mich freuen.
    Viele Grüsse aus dem bedeckten Süden
    Frank

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