Review: Space – Das Weltraum-Magazin (Erstausgabe)

Gestern Mittag ging ich zum Briefkasten und fand dort einen großen Umschlag. Tja, nach einem kurzen Blick in diesen stellte ich fest, dass mir hier ein Astronomie-Magazin zugesandt wurde. Einfach so, ohne vorherigen Kontakt oder einer Anfrage von mir.

Selbst die Adresse war mit Clear Sky Blog …  angegeben, was mir sagt das der Verlag über den Blog gegangen ist.

Es freut mich natürlich, dass der Blog eine solche Reichweite entwickelt hat. Da es nur 2 wirkliche Astrozeitschriften am Markt gibt, war ich sehr gespannt was mich hier erwartet. Ich habe das Magazin mit dem tollen Namen Space  – Das Weltraum-Magazin gelesen und möchte hier meine Eindrücke schildern.

NEU: Space - Das Weltraummagazin

Als erstes muss ich sagen, freue ich mich sehr, dass der Astronomie-Zeitschriften-Markt Verstärkung bekommt. Meine Intention mit dem Blog ist es ja das Thema Astronomie jedem interessierten Menschen näher zu bringen und wenn dies über eine Zeitschrift passiert, dann bin ich gern bereit diese zu Unterstützen.

Nun aber zu dem Heft und den Details.

Das Anschreiben teilt mir mit, dass ich hier die Erstausgabe von Space, das Weltraum-Magazin noch vor erscheinen im Handel in den Händen halte. Schon toll, wenn man sich das mal durch den Kopf gehen lässt.

Das Heft wird nämlich erst am 31.1.2013, also Ende Januar auf den Markt kommen.

Da wir Blogger ja nun vernetzt sind, ließ sich sehr schnell klären, dass mind. 3 weitere Blogger dieses Magazin erhalten haben. Kleinere Diskussionen bei Facebook und Twitter sind entstanden und erste Meinungen wurden ausgetauscht.

Der Ersteindruck

Schaut man sich das Cover von Space an, dann ist dies schon ein Augenfang. Kann m.M. nur gute sein, schließlich zählt der erste Eindruck im Laden und erzeugt Aufmerksamkeit. Vergleicht man dieses mit anderen Zeitschriften (SuW), dann zeigt sich doch recht schnell, wo die Reise hingeht.

An der Themenauswahl auf dem Cover lässt sich nichts aussetzen. Mars steht im Mittelpunkt. Weltraumtourismus und Asteroiden interessieren die Menschen genauso. Ich würde es im Laden in die Hand nehmen und durchblättern. Also hier fürs Cover gibt es einen Pluspunkt.

Das Blättern durchs Heft

Da ich auf dem Sprung war schaute ich mir also das Cover an und blätterte durchs Heft. Mir ging es nicht darum die Sachen zu lesen, sondern einfach mal zu schauen.

Boooaaahhhh, dachte ich in dem Moment. Viele Bilder, mit vielen kleinen Markern und Texten. Zum Teil nehmen die Bilder 1 1/2 Seiten ein oder ich habe dann auf einer Doppelseite 17 Bilder gesehen.

Das ist echt viel. Fürs einfache durchblättern sind natürlich entsprechende Bilder nicht schlecht. Im Zeitschriftenhandel orientiert man sich beim schnellen Durchblättern auch an dem was man schnell sieht.

Die Qualität der Bilder ist hoch und erinnert mich an Magazine wie Galileo oder ähnliches. Hier hat sich jemand viel Arbeit gemacht, den wenigen Platz eines Magazins, in diesem Fall 138 Seiten, mit vielen Bildern zu bepacken.

Der zweite Eindruck ist also, es gibt viel zu sehen.

Die Artikel und der Inhalt

Die ersten beiden Teilabsätze beschäftigen sich ja mit dem Äußeren und dem ersten, schnellen Blick ins Heft. Nun möchte ich aber auf das eigentlich wichtige eingehen.

Die Artikel und der Inhalt.

Der Inhalt

Schauen wir uns erst einmal den Inhalt an. Geht man durch das Inhaltsverzeichnis, dann sieht man eine fülle an unterschiedlichen Themen. Es gibt Artikel zu Asteroiden, Kometen, den Mars, Geburt eines Sterns, Stephen Hawking, Tipps zum Teleskopkauf, Alles über die Erde, Supernovae, Weltraumtourismus, Astronomie-Apps usw.

Ja, Ihr seht richtig. Diese Aufzählung ist noch nicht vollständig. Der Eindruck entsteht, dass man hier probiert hat, alles zum Thema Weltraum in eine 138seitige Zeitschrift zu packen.

Es werden also sehr viele unterschiedliche Themen adressiert. Natürlich sind alle diese Themen für sich gesehen interessant. Aber die Vielzahl an unterschiedlichen Themen schreckt mich persönlich ein wenig ab. Ich bin eher ein Leser der sich intensiv mit einem Thema beschäftigt, aber das liegt in meiner eigenen Persönlichkeit und lässt sich nicht auf andere übertragen.

Die Artikel

Um die Artikel zu betrachten, und hier geht es ja um die erste Sicht auf das Magazin, habe ich mir drei Themen herausgesucht.

Die Erforschung des Mars (Seite 42), Asteroiden (Seite 28) und Blick ins All (Tipps zum Teleskop-Kauf Seite 124-130).

Die Erforschung des Mars

Gehe ich zu diesem Artikel auf Seite 42 werde ich mit einer Doppelseite begrüßt. Hier thront der rote Planet auf schwarzem Hintergrund und der Artikel heißt plötzlich nicht mehr Die Erforschung des Mars, sondern  Alles über den Mars.

Auf dieser Doppelseite gibt es neben dem großen Bild vom Mars noch genau 47 Wörter. Jup, 47 mehr nicht.

Blätter ich um, dann sehe ich auch hier erst einmal viele Bilder. Jahreszeiten auf dem Mars, eine Erde-Mars-Vergleich, die Exzentrische Bahn des Mars kommen mir hier entgegen. Es fällt mir etwas schwer mich auf den Text zu konzentrieren.

Die Schrift ist recht klein gehalten. Ich beginne trotzdem mit dem Lesen. Der Artikel alles über den Mars ist eigentlich eine Artikelserie. Jede Doppelseite besitzt ein eigenes Thema.

Dadurch schließen sich die Themenbereiche gut ab. Ich muss also nicht erst durch 2 oder drei Doppelseiten Lesen um dann etwas über die Oberfläche des Mars zu erfahren. Der erste Teil (erste Doppelseite) beschreibt den Mars. Der Artikel liest sich flüssig, hat aber sehr viele Informationen in dem Text “versteckt”. Die angesprochenen Bilder unterstreichen den Text, auch wenn diese sich immer wieder etwas in den Vordergrund schieben.

Die nächste Doppelseite beschäftigt sich mit der Struktur vom Mars und dessen inneren Aufbaus. Das Bild-Text-Verhältnis würde ich hier mit ca. 70-30% angeben. Das heißt 70% der Doppelseite sind durch Bilder ausgefüllt. Es geht weiter mit der Oberfläche vom Mars. Hier sieht man eine Oberflächendarstellung des Mars mit Beschriftungen zu Tälern, Kratern und ähnliches.

Die Serie wird abgeschlossen durch eine Bilderserie vom Mars. Das Verhältnis vom Bild zu Schrift wird hier eher schlechter. Ich schätze, dass auf der letzten Doppelseite des Artikels das Verhältnis auf 80-20% schrumpft. Ergänzt wird die Bilderseite durch interessante Fakten und Zahlen. Das finde ich wieder sehr spannend und einiges wusste ich davon noch nicht.

Alles in allem wird vieles über den Mars berichtet und wer sich mit dem 4 Planeten unseres Sonnensystems noch nichts zu tun hatte, kann hier sicherlich sehr viel erfahren und lernen.

Asteroiden

Da wir in diesem Jahr mind. einen Asteroiden erwarten können, der sehr Nahe an der Erde vorbeisaust und zwei Kometen, habe ich mir mal intensiver diesen Artikel angeschaut.

Was mich als erstes etwas stört ist der Untertitel zu den Asteroiden. Gigantische Gesteinsbrocken, die die Erde zerstören können. Entschuldigung, aber für ein Wissensmagazin sollte man nicht mit den Ängsten der Menschen hantieren.

Gut, alle Medien tun dies, warum sollte also ein Astronomie-Magazin das nicht auch machen. Trotzdem mag ich diese Mediengestaltung nicht sonderlich.

Auch dieser Artikel startet mit einer Doppelseite auf dem ein tolles Bild zu sehen ist und quasi kein Text vorhanden ist.

Was folgt ist ein sehr interessanter und lesenswerte Artikel zu Asteroiden in unserem Sonnensystem. Das Team um Dr. Don Yeomans – Leiter des NASA-NEO-Programms zum aufspüren erdnaher Objekte, wird hier befragt und stellt Ihr Wissen vor.

So reißerisch die Artikelunterschrift ist, so relativ wird die Gefahr durch Asteroiden dargestellt. Ich hätte mir eine Entschärfung der Artikelunterschrift gewünscht. Der Artikel hingegen ist gut. Das Bild-Text-Verhältnis liegt auf der ersten Doppelseite bei 30-70%. Sprich 30% Bildinhalt und dieses mal 70% Text. Sehr schön. Leider wird der Artikel aber durch eine eingeschobene Doppelseite (sieh nächsten Absatz) unterbrochen. Sowas find ich gar nicht toll. Das lenkt ab.

Anschließend folgt eine Übersicht über Asteroiden die Näher als der Mond an der Erde vorbei fliegen. 

Jetzt geht der Artikel weiter und wird in einer Spalte fortgeführt. Auch auf dieser 3. Doppelseite endet der Artikel nicht, sondern es gibt viele Einschlagskraterbilder. (Bild-Text-Verhältnis 80-20%)

Alles in allem ist der Artikel wirklich gut gelungen. Ich habe viel gelesen und viel gelernt. Die Unterbrechungen hier fand ich unnötig und haben abgelenkt. Wenn ich Umblätter und als erstes viele, große Bilder sehe, hab ich ein Problem mit dem Textfluss.

Nun aber zum letzten Testartikel

Blick ins All – Das richtige Teleskop finden

Da ich selbst gerade dazu viel schreibe und auch angesprochen werde, interessiert mich dieser Artikel persönlich. Gestern habe ich ja den ersten Teil meiner Serie veröffentlicht, in dem ich den Teleskop-Kauf mal aus zwei Sichtweisen darstelle (Teleskop kaufen – Eine Betrachtung von zwei Seiten (Teil 1/2)).

Ähnlich wie der Mars-Artikel unterteilt sich dieser Artikel in 3 Teile. Teil 1 auf der ersten Doppelseite beschäftigt sich damit, dass richtige Teleskop zu finden.

Auf der zweiten Seite werden 5 Teleskope vorgestellt. Hier nimmt das Bild-Text-Verhältnis schon wieder ab.

Die dritte Seite beschäftigt sich dann mit dem Aufbau eines Dobson-Teleskops.

Der ersten Teilartikel spricht zwar ganz kurz Punkte, wie Transportabilität, Aufstellort etc. an, aber als guten Beratungsartikel um das richtige Teleskop zu finden, kann ich das nicht durchgehen lassen. Klar wird hier der Unterschied zwischen einem Reflektor und Refraktor, aber der sollten jedem Einsteiger schnell klar sein.

Es wird hier sehr kurz darauf eingegangen, dass man neben der Öffnung (möglichst viel heißt es hier) auch auf die Brennweite achten sollte. Was es damit auf sich hat, wird aber nicht angesprochen.

Alles in allem ist dieser dreiteilige Artikel Verschwendung von Platz. Jemand der sich schon leicht mit Teleskopen beschäftigt hat, der wird hier nichts neues Erfahren und seine Unsicherheit, welches Gerät er kaufen soll wird hier nicht genommen.

Jemand der sich noch gar nicht mit Teleskopen beschäftigt hat, lernt erste Dinge übers Teleskop, erfährt aber auch nicht wirklich welches Gerät für Ihn gut wäre. Jemand der ein Teleskop hat und ein zweites Sucht, kann den Artikel überlesen. Nichts neues!

Fazit

Ich glaube so ausführlich habe ich noch nie über ein Magazin geschrieben. Das war gar nicht meine Absicht, aber ich fand es wichtig, die Erstauflage mal wirklich genau zu betrachten.

Mein persönliches Fazit ist, dass ich hier ganz klar die Zielgruppe im Auge haben sollte. Ich kenne ja nicht die Pläne und Ziele des Verlages, aber ich werde mal probieren zwei Zielgruppen zu adressieren.

Zielgruppe Hobbyastronomen

Für diese Zielgruppe ist dieses Magazin nicht geeignet. Dazu sind die Artikel zu bunt, zu bebildert, zu sehr zergliedert, zu flach.

Für Hobbyastronomen fehlt ein wenig die Tiefe und vor allem die Bereiche die für dieses Hobby wichtig sind. Die Monatsvorschau, was man am Himmel sieht und auch der hobbyastronomische Bereich. Mich interessiert wie andere Ihr Hobby ausführen und was Sie so erleben. Was passiert auf den Astronomie-Treffen? Welche neuen Geräte, Kameras und anderes Zubehör gibt es. Wo sind die Tests und Erfahrungsberichte?

Diese Zielgruppe wird über die interstellarum und die SuW schon sehr gut bedient und wir werden sicherlich nicht davon weggehen.

Zielgruppe Sternen- und Himmelsinteressierte Leser

Für diese Zielgruppe ist das Heft Klasse aufbereitet. Es wird mit vielen Bildern und Beschreibungen gearbeitet.

Viel astronomisches Wissen wird vermittelt und alles in einer guten Qualität dargestellt. Der Anspruch ist hier nicht so hoch, wie es die wissenschaftlichen, hobby-basierten Astronomen haben.

Der Preis ist Klasse und es ist alles verständlich Dargestellt. Hat der Verlag und davon gehe ich aus diese Zielgruppe im Blick, dann sollte das Magazin, welches alle 2 Monate erscheint eine wirklich gute Chance am Markt.

Mit 6,90 € alle 2 Monate ist der Preis auch wirklich mehr als Fair.

Ich kann es jedem nur Nahe legen und mache es hier noch einmal deutlich. Dieser Bericht ist meine ganz persönliche Meinung. Jeder der sich darauf beruft, handelt im eigenen ermessen.

Wer das Magazin ausprobieren möchte, der gehe ab dem 31.1. (besser wohl am 1. oder 2. Februar) in den Zeitschriftenhandel und schaue sich das Magazin selbst an. 6,90 € sind hier gut investiert und sollten niemanden davon abhalten sich ein eigenes Bild zu machen.

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Review: Space – Das Weltraum-Magazin (Erstausgabe), 5.0 out of 5 based on 2 ratings
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3 comments

  1. Mathias sagt:

    Gerade der Artikel über Asteroiden strotzt vor Fehlern. Ist Ihnen das nicht aufgefallen?
    Da kreisen “Meteoriten” zwischen Mars und Saturn. Laut Wikipedia ist ein Meteorit ein kosmischer Körper, “der die Erdatmosphäre durchquert und den Erdboden erreicht hat”.

    Asteroiden werden durch mysteriöse “Gravitationsschübe” aus der Bahn geworfen und nähern sich dann dem Sonnensystem. Obwohl sie doch bereits vorher um die Sonne gekreist sind.

    Der Schweif eines Kometen wird “durch die Hitze der Sonne verdampft”. Dabei wird das Eis des Kometen durch die Hitze verdampft und bildet den Schweif des Kometen.

    Es wird von der “spektakulären Kollision zweier Planeten” berichtet. 1994 ist allerdings nur der Komet Shoemaker-Levy 9 auf den Jupiter gestürzt.

    Und wie man die Bahn eines Asteroiden um “einen oder zwei Millimeter pro Sekunde” verändern kann, ist mir auch schleierhaft. Der Zusammenstoß eines Raumfahrzeugs mit einem Asteroiden verändert dessen Geschwindigkeit geringfügig, wodurch dieser auf einer anderen Bahn weiterfliegt.

    Ich bin von dieser Erstausgabe sehr enttäuscht.

    Viele Grüße,
    Mathias

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Mathias,
      als erstes muss ich sagen, dass ich SO wortwörtlich den Artikel nicht gelesen habe. Ich bin Schnellleser und war daher wegen Deines Kommentars ein wenig beunruhigt.
      Ich würde niemanden eine Zeitschrift empfehlen, die solche extremen Fehler machen würden. Daher habe ich mir, den von dir angesprochenen Artikel, noch einmal angeschaut und bin wieder etwas beruhigt.
      Zu Deinen Anmerkungen:

      Leider kann ich die Stelle nicht finden, wo steht, dass Meteoriten zwischen Mars und Saturn kreisen. Ich konnte aber Lesen, dass Asteroiden zwischen Mars und Jupiter existieren. Was ja nun man richtig ist. Vielleicht können Sie mir den Absatz nennen, dann schaue ich da nach.

      Ob der, nicht genau definierte Begriff, Gravitationsschub sinnvoll gewählt wurde, kann ich nicht sagen. Sicherlich nicht. Wenn ich mir bei Wikipedia aber die Definition von Schub anschaue, dann wird dieser auch als Beschleunigung eines Körpers beschrieben. Wenn diese Beschleunigung nun noch auf gravitative Effekte zurückzuführen ist, dann könnte man glatt Gravitationsschub dazu sagen. Aber wie gesagt, wissenschaftlich gesehen haben sie hier recht.

      Beim Schweif des Kometen habe Sie recht. Das zähle ich aber zu einem Schreibfehler. Da muss ein DAS hin und kein DER. Dann passt der Satz.

      Bei der Bezeichnung “zwei Planeten” gebe ich Ihnen recht. Als Planet kann man Shoemaker-Levy 9 wirklich nicht bezeichnen. Aber als Kleinplaneten und damit relativiert sich diese Aussage wieder etwas. Ja, es ist nicht ganz richtig, aber m.M. auch nicht ganz Falsch. Kann man sich sicher streiten. Wikipedia sagt hier: “Heute wird der Begriff Komet sowohl im populärwissenschaftlichen als auch im wissenschaftlichen Sprachgebrauch entgegen seiner ursprünglichen Definition oft für alle vermutlich eisigen Kleinplaneten verwendet.”

      Ihren letzten Abstand verstehe ich nicht ganz. Im Artikel wird klar geschrieben, dass hier durch den Zusammenstoss die Geschwindigkeit erhöht wird oder der Asteroid verlangsamt werden soll. Und das es ausreicht diese Geschwindigkeit um 1-2 mm/sec zu verändern um dessen Bahn über einen langen Zeitraum hinweg zu ändern. Das ist doch sowohl von Ihnen im Kommentar, als auch im Artikel richtig dargestellt. Ich kann mir schon vorstellen, dass durch eine Geschwindigkeitsänderung der Asteroid entweder früher oder später durch ein bekanntes Schwerefeld fliegt und dadurch seine Bahn geändert wird.

      Wie oben schon erwähnt, gebe ich Ihnen recht, dass einige Dinge hier unglücklich dargestellt wurden. Wirklich komplett Falsch sind diese aber nicht. Sicherlich kann man hier noch etwas an der Recherche zu den Artikeln arbeiten. Aber ehrlich? Es ist die erste Ausgabe und auch hier sitzen nur Menschen die Artikel schreiben.

      Ich denke aber das meine bisherige Empfehlung sicherlich sinnvoll ist. Wie ich im Artikel schon geschrieben habe, werden Amateurastronomen hier eher bei SuW oder der interstellarum bleiben. Für viele Menschen die sich bisher eher weniger mit dem All beschäftigen ist dieses Format sicherlich sehr ansprechend.

      Daher danke ich Ihnen für Ihr Kommentar. Jeder soll sich sein eigenes Bild machen und sehen ob die Zeitschrift enttäuscht oder nicht. Vielleicht schicken Sie Ihre Kommentare auch dem Verlegerteam als Leserbrief. Ich denke das es sicherlich besser ist, wenn die das erfahren. Schließlich sind das die Leute die es bei zweiten Mal besser machen können.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Mathias sagt:

    Hallo Stefan,

    Mist, beim Asteroidengürtel ist mir nun selbst ein Fehler unterlaufen: natürlich meine ich den Abschnitt auf Seite 30. Aber auch zwischen Mars und Jupiter kreisen definitiv keine Meteoriten, sondern nur Asteroiden.

    Von einer Weltraumzeitung – auch wenn sie populärwissenschaftlich aufgemacht ist – erwarte ich einfach naturwissenschaftliche Exaktheit.
    Früher haben versierte Fachautoren Artikel verfasst, die von Lektoren einer Zeitschrift korrekturgelesen wurden, um die schlimmsten Rechtschreibfehler und die gravierendsten fachlichen Fehler zu korrigieren.
    Die so überarbeiteten Artikel wurden meist noch einmal dem Autor vorgelegt, so dass er die Korrekturen akzeptieren oder erneut überarbeiten konnte. Schließlich wurde solch ein qualitätsgesicherter Artikel gedruckt und damit veröffentlicht. Beim SPACE Magazin sehe ich ja ein, dass man angesichts des niedrigen Preises und des großen Heftumfangs so einen hohen Aufwand aus wirtschaftlichen Gründen nicht betreiben kann. Was mich jedoch erschüttert ist, dass hier weder der Autor noch ein Lektor (falls es den bei diesem Magazin überhaupt gibt; laut Impressum gibt es nur eine Schlussredaktion) die Grundlagen der Astronomie beachten. Das ist nicht nur schade, denn damit schätzen weder die Autoren, noch der Verlag seine Leser. Dein Argument “Es ist die erste Ausgabe” kann ich hier gar nicht gelten lassen: gerade bei der Erstausgabe hätten sie deutlich mehr Aufwand betreiben sollen, damit durch qualitativ gute bis sehr gute Artikel die ersten Leser begeistert werden und durch Mundpropaganda die nächsten Ausgaben mehr Leser finden können. Eine neue Zeitschrift im deutschen Markt erfolgreich platzieren kann man heutzutage nicht mit 100000 EUR Startkapital. Hier wird deutlich mehr Geld investiert. Beim SPACE-Magazin anscheinend leider an der falschen Stelle. Hinzu kommt, dass eMedia für mich kein No-Name-Verlag ist, sondern als Firma des heise-Verlagimperiums für Qualitätsjournalismus für technische Themen steht. Zeitschriften wie c’t, iX, technopolis, technology review lese ich teilweise seit Jahrzehnten sehr gerne und bin bisher noch nie so enttäuscht worden, wie durch das SPACE-Magazin.

    Hinzu kommt, dass ich das Vertrauen in die Redaktion verliere, sobald ich solche Fehler entdecke. Über Asteroiden habe ich schon viel gelesen und gehört, deshalb fielen mir die Fehler auf. Bei anderen Themen möchte ich mich gerne darauf verlassen, dass sie naturwissenschaftlich korrekt sind. Aber leider habe ich auch in anderen Artikeln dieser Erstausgabe Ungereimtheiten und Fehler entdeckt:

    Seite 65, Neil Armstrong auf dem Mond: Zuerst wird von grobkörnigen Schwarzweiß-[Video]bildern berichtet. Dann dienen die gleichen Aufnahmen dazu, nachzuvollziehen “wie sich die Farbe des Bodens ändert, nachdem ein Stiefel seinen Eindruck hinterlassen hat”. Angeblich wurde durch einen Sonnnwindkollektor “der erste Sonnenpartikelstrom außerhalb unserer Erde gemessen”. Dabei war eine der größten Sorgen der NASA-Wissenschaftler damals, dass die Gesundheit oder sogar das Leben der Astronauten durch die kosmische Strahlung (und hierzu zähle ich definitiv den Sonnenpartikelstrom) gefährdet sein könnte, sobald das Raumschiff den van-Allen-Strahlengürtel der Erde verlässt. Ich bin mir daher ziemlich sicher, auch wenn ich keine Quellen dafür recherchiert habe, dass schon auf jedem der Apolloflüge vor der ersten Mondlandung intensiv diese Partikelströme außerhalb unserer Erde gemessen und analysiert wurden – sei es in einer Erdumlaufbahn oder bei den Missionen, die den Mond umrundet haben, aber nicht auf dem Mond gelandet sind.

    Seite 69, Überschall-Fallschirme: Curiosity wurde definitiv nicht mit Fallschirmen und “zusätzlichen Boostern” sanft gelandet. Hier kam zum ersten Mal erfolgreich und sehr spektakulär die Sky-Crane-Technik zum Einsatz. Soweit ich weiß, entschied sich die Nasa gegen kräftige Booster in der Landeeinheit von Curiosity, weil durch den dadurch aufgewirbelten Staub und Gesteinsbrocken die empfindlichen Instrumente des Roboters stark beschädigt würden. Traurig, dass der Aritkel diesen Sachverhalt so verfälscht.

    Seite 74, Die Hygens Sonde: Im Artikel schlug die Sonde auf den Titan auf, im Bild dazu wird korrekt berichtet, dass sie “vergleichsweise sanft mit 5 m/s” auf der Titanoberfläche aufsetzte – und danach immerhin noch über eine Stunde Daten via Cassini zur Erde funken konnte (was der Artikel komplett unterschlägt). Auch hier wird durch journalistischen Diletantismus eine hervorragende technisch-wissenschaftliche Leistung kaputtgeschrieben. Ärgerlich!
    Im gleichen Artikel wird berichtet, dass Cassini nicht genug Treibstoff hat, um “der Anziehungskraft der Sonne entfliehen zu können”. Gemeint ist aber, dass die Sonde weder der Anziehungskraft des Saturns, noch der Sonne entfliehen kann. So ein Fehler sollte auch einem wenig naturwissenschaftlich vorbelasteten Lektor auffallen.

    Das einzig postive an dieser ärgerlichen Erstausgabe: ich habe mich in den letzten Tagen (in denen ich wegen Urlaubs dafür auch Zeit und Muße hatte) mal wieder intensiv mit astronomischen Themen auseinandergesetzt und mein Weltraumwissen aufgefrischt. Wenn schon nicht durch das SPACE-Magazin, dann wenigstens durch Wikipedia und die Diskussion mit Dir.

    Einige meiner Kritikpunkte habe ich dem eMedia-Verlag auf seiner Facebook-Seite http://www.facebook.com/emediamagazine bereits mitgeteilt (allerdings unter einem Pseudonym).

    Viele Grüße,
    Mathias

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