Eine Reise zum Mond (Artikelserie: Teil 1)

In letzter Zeit beschäftige ich mich wieder verstärkt mit dem Mond. Für Hobbyastronomen ist der Mond ein lohnendes Ziel und ich möchte Euch, mit diesem ersten Artikel einer Serie, mit auf eine Reise zum Mond nehmen.

Es soll sich natürlich um die praktische Astronomie drehen. Wir werden also zusammen den Mond erkunden. Ich hoffe das ich den ein oder anderen Astronomie-Einsteiger genauso begeistern kann, wie den ambitionierten Hobbyastronomen.

Was Euch hier erwartet und wie wir den Mond erkunden werden, könnt Ihr in diesem ersten Teil nachlesen.

Ich habe in letzter Zeit wieder meine Kamera genommen und auf den Mond gerichtet. Der Mond ist für mich persönlich etwas besonderes, da er mich jedes mal wenn ich Ihn sehe wieder an mein tolles Hobby erinnert.

Daher habe ich beschlossen mich hier im Blog intensiver mit dem Mond auseinander zu setzen und möchte Euch gern auf diese Reise zum Mond mitnehmen.

Ich habe mir überlegt 4 große Themenbereiche mit Euch durchzugehen. Wobei eines der Themen in einige Unterartikel gespalten wird. Warum ich das tue werdet Ihr gleich Erfahren.

Inhalt der Serie zum Mond

Die 4 Themenbereich zum Mond werden die folgenden sein:

  1. Allgemeines zum Mond
  2. Vorbereitung zur Mondbeobachtung (Zubehör, Literatur, Apps etc.)
  3. Mondbeobachtung – Eine Tour über den Mond
  4. Fotos und Videos vom Mond machen

Wie Ihr seht werde ich von der Theorie zur Praxis gehen.

Hier im ersten Teil werde ich Euch noch einige Infos zum Mond geben. Wer sich damit schon auskennt, kann dies gern überspringen.

Im Teil 2 der Serie wird es um die Vorbereitungen gehen. Hierbei möchte ich Euch zeigen, was ich brauche um den Mond zu beobachten. Ich werde beschreiben was man mit dem Fernglas sieht oder einem Teleskop. Außerdem möchte ich durch die Literatur gehen und natürlich auch das ein oder andere App vorstellen. Weiterhin gibt es ein paar Zubehörteile wie Mondfilter oder anderes, welches jeder Hobbyastronom im Okularkoffer haben sollte.

Den Teil 3 werde ich in mehrere Touren unterteilen. So das wir uns gemeinsam den Mond anschauen können und Ihr die Beobachtungen vom Mond und die Highlights auf dem Mond nachvollziehen könnt.

Im Teil 4 möchte ich auf die Erstellung von Mondfotos und Mondvideos eingehen. Natürlich möchte man das gesehene auch gern festhalten, daher werden wir dieses Thema auch besprechen.

Nun aber gleich zum ersten Thema, sonst wird dieser Artikel zu lang.

Allgemeines zum Mond

In diesem Abschnitt möchte ich mit Euch einige Monddetails besprechen. Schließlich ist unser Trabant zwar ständig da, aber nicht jeder kennt die Daten und Einzelheiten zum Mond.

Die Entstehung

Tja zur Entstehung des Mondes gibt es viele Theorien. Die Momentan anerkannteste und Wahrscheinlichste ist die, dass der Mond aus einem Zusammenstoß mit einem etwas Marsgroßen Himmelsobjekt aus uns heraus entstanden ist. Das heißt als dieses Marsgroße Objekt auf die Erde traf hat dieses Objekt Gestein aus der Erde abgespalten und daraus hat sich unser Mond geformt.

Harald Lesch hat dieses Thema in einem Video besprochen:

Unser Mond ist also durch eine Kollision mit einer Proto-Erde entstanden und hat sich seit dem stark verändert. Dies alles geschah vor 4527 Millionen Jahre. Natürlich gibt man hier wieder einen kleinen Unsicherheitsfaktor von +/- 10 Millionen Jahre an, da die Messmethoden einer gewissen Ungenauigkeit unterliegen. Man kann also sagen, das der Mond vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden ist.

Nachdem der Mond entstanden ist hat er sich über die Millionen von Jahre auf die heutige Umlaufbahn begeben und umkreist die Erde in einem Abstand von ca. 380.000 km. Für eine Umrundung benötigt der Mond 27,32 Tage. Daher kommt es vor, dass wir in einem Monat von 30 Tagen auch mal zwei Vollmonde oder 2 Neumonde sehen.

In dem folgenden Video sind diese Daten noch einmal sehr schön mit Animationen erklärt.

Der Mond selbst hat einen Durchmesser von 3476 km und besitzt eine Masse von 7,349*10^22 km.

Der Mond ist übrigens der einzige Himmelskörper (außer der Erde) auf dem schon mal Menschen waren. Mittlerweile ist der Mond sehr gut erforscht und man weiß recht viel über Ihn.

Da der Mond ja von unserer Sonne angestrahlt wird und sich relativ nahe bei der Erde befindet, ist er der hellste Himmelskörper. Daher können wir Ihn natürlich auch so gut sehen und beobachten.

Besonderheiten des Mondes

Der Mond selbst bietet einige Besonderheiten, auf die ich hier noch eingehen möchte.

Das Gesicht des Mondes

Wer sich den Mond regelmäßig anschaut, wird feststellen das man immer nur eine Seite des Mondes sieht. Das liegt daran, dass der Mond sich über den langen Zeitraum stabilisiert hat und durch die Reibungskräfte (die ja auch für Ebbe und Flut sorgen) er auf eine Rotation gezwungen wird, die dafür sorgt, dass wir immer die gleiche Seite des Mondes sehen. Daher kann man die Rückseite des Mondes nicht von der Erde aus beobachten. Da die NASA (Bildquelle) aber schon oft Sonden zum Mond oder am Mond vorbeigeschickt hat, kennen wir den Mond auch von seiner Rückseite her sehr genau.

Nun könnt man denken, dass man bei einer Kugel ja immer nur 50% einer Seite sieht, wenn man diese anleuchtet und Sie uns die selbe Seite zeigt. Das stimmt nicht ganz. Der Mond besitzt eine leichte Neigung seiner Rotationsachse. Was für ein Trudeln des Mondes sorgt.

59% oder die Libration

File:Lunar libration with phase2.gifDiese Neigung der Achse sorgt dafür das wir 9% mehr von der Mondoberfläche aus beobachten können. Dies nennt man die Libration.

Da man die Libration nicht wirklich gut besprechen kann, habe ich Euch einmal ein Bild oder besser ein animiertes GIF herausgesucht. Ich kenne dieses GIF seit Ewigkeiten.

Anhand dieser Bewegung sieht man sehr deutlich, dass der Mond uns mehr von sich zeigt als die angesprochenen 50%. Wir werden auf die Libration noch einmal im 4. Teil zu sprechen kommen, da dies natürlich ein fantastisches Fotoprojekt für Hobbyastronomen ist.

Mond- und Sonnenfinsternis

Natürlich ist auch die Mond- und Sonnenfinsternis etwas besonderes. Sicherlich brauche ich nicht mehr Beschreiben was eine Mond- oder Sonnenfinsternis ist oder? Auch hier habe ich zwei Videos parat die dies viel besser und anschaulicher Erklären.

Trotzdem möchte ich auf eine Besonderheit eingehen, die vielleicht nicht jedem so Bewusst ist. Bei einer totalen Sonnenfinsternis kommt nämlich ein kosmischer Zufall zum tragen.

Wie jeder weiß oder man auch in dem Video sehen kann, verdeckt die Mondscheibe die Sonnenscheibe bei einer totalen Sonnenfinsternis komplett. Habt Ihr Euch schon mal gefragt, wie dies sein kann?

Es hängt mit den Größen- und Abstandsverhältnissen der Sonne und des Mondes zusammen.

Der Mond hat einen Durchmesser von 3476 km und einen Abstand von 380.000 km (dies ist nur ein mittlerer Abstand).

Die Sonne besitzt eine mittlere Entfernung von 149,6 Millionen Kilometer. In Zahlen ausgeschrieben also eine Entfernung von 149.600.000 km und hat einen Durchmesser von 1.392.700 km.

Warum schreibe ich das hier auf? Man kann nun das Verhältnis von Abstand zum Durchmesser berechnen. v = l/D

Bei der Sonne ergibt sich ein Verhältnis von v = 107,4.

Beim Mond ergibt sich hier ein Verhältnis von v =  109,3.

Diese einfache Berechnung zeigt, dass der Abstand zum Durchmesser bei beiden Himmelskörper ein ähnliches Verhältnis zeigt. Ihr kennt diesen Effekt sicherlich. Etwas was weiter entfernt ist scheint kleiner zu sein, als etwas was näher dran ist.

Nehmt Euch einen kleinen Ball und probiert in einer Vollmondnacht den Mond mit dem Ball so zu bedecken, dass der Ball den Mond ausfüllt. Schon habt Ihr eine Sonnenfinsternis nachgestellt. Macht das aber bitte nicht mehr Sonne. In die Sonne schaut man nicht, auch nicht mit bloßem Auge.

Hier nun aber noch die beiden versprochenen Videos.

Die Mondfinsternis:

Die Sonnenfinsternis

Das soll es nun aber zum Mond gewesen sein. Schließlich wollen wir uns ja auf den praktischen Teil der Mondbeobachtung stürzen.

Ausblick

Im nächsten Teil der Serie gehen wir durch die Vorbereitungen zur Mondbeobachtungen. Ich werde ein wenig über Teleskope und Ferngläser erzählen, außerdem werde ich auf das benötigte Zubehör eingehen und natürlich auch die Literatur, Software und andere Dinge zur Mondbeobachtung beschreiben.

Ich hoffe der erste Teil der Serie hat Euch gefallen. Falls Ihr Fragen habt, schreibt mich doch einfach an oder schreibt hier ein Kommentar. Vielleicht interessieren sich auch andere Leser für Eure Fragen und die Antworten.

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One comment

  1. Wim sagt:

    Die Kollision von Erde und Theia

    Der Mond ist keineswegs aus dem Zusammenstoß der Erde mit einem anderen Himmelskörper namens Theia hervorgegangen. Denn das Objekt, das vor etwa vier Milliarden Jahren mit der Erde kollidiert ist, kreist nach wie vor um unseren Planeten. Falls vom anderen Himmelskörper wirklich nur ein Trümmerhaufen übrig geblieben wäre, hätte sich gar kein kugelförmiges Objekt bilden können. Tatsache ist, dass der Mond nicht rotiert. Und er hat sich seit dem Zusammenstoß mit der Erde nie um seine Achse gedreht, weil die Nähe zur Erde eine eigenständige Rotation verhindert hätte. Wäre der Planet Theia zerstört worden, hätten sich seine Bestandteile nicht zu etwas Größerem vereinigt. Die Erde hätte wie Jupiter und Saturn einen eigenständigen Ring bekommen, der bis heute erhalten geblieben wäre.

    Wenn sich die angeblichen Trümmerteile zu einem größeren Klumpen vereinigt hätten, könnte der Mond heute nicht diese perfekte Kugelform vorweisen. Da sich der Mond niemals um seine Achse gedreht hat, hätte er auf seiner Erdumlaufbahn all jene Trümmerteile nur im vorderen und äußeren Bereich der Mondoberfläche aufnehmen können, wodurch der Mond ein völlig unförmiges Gebilde sein müsste. Auf der erdzugewandten und der hinteren Seite des Mondes hätten mit zunehmender Entfernung von der Erde so gut wie keine Trümmerteile zum Wachstum des Mondes beigetragen. Trotzdem hat der Mond eine perfekte Kugelform – weitaus perfekter als die Erde.

    Ein weiteres eindeutiges Indiz, warum der angeblich bei der Kollision vernichtete Planet Theia nicht zerstört wurde, befindet sich auf der Mondoberfläche. Die sogenannten Mare (Vertiefungen) des Mondes stellen die Kollisionsflächen dar, die beim Zusammenprall mit der jungen Erde entstanden sind. Die flächenmäßig größte Vertiefung ist demnach die erste Kollisionsfläche. Der Mond ist daraufhin von der Erde abgeprallt und von ihr abermals angezogen worden, wodurch sich mit der nächsten Berührung der zwei Himmelskörper zusätzliche meist kreisförmige Vertiefungen auf der Mondoberfläche gebildet haben. Anziehend und abprallend sind Erde und Mond aneinander abgerollt, weshalb weitere, immer kleinere Abdrücke auf dem Mond entstanden sind, die man mittels Fernrohr (oder Fotos) noch gut erkennen kann. All die Kollisionsflächen des Mondes befinden sich auf einer Linie, was wie ein Beweis für die Richtigkeit dieser Aussage ist ! ! ! Auf der damals zähflüssigen Erde hat sich beim ersten Zusammenprall eine etwa 400 Kilometer tiefe Delle ergeben, die sich fast zur Gänze wieder mit Magma gefüllt hat.

    Auch in zeitlicher Hinsicht passt bei der Theorie eines Zusammenstoßes der Erde und dem angeblich zerstörten Planeten Theia nichts zusammen. Da die Sonne vor mehr als 4,5 Milliarden Jahren und die Erde vor ziemlich genau 4,5 Milliarden Jahren entstanden sind, kann Theia (alleine wegen der geringeren Größe) ebenfalls erst vor 4,5 Milliarden Jahren entstanden sein. Dennoch soll die Kollision zwischen Erde und Theia vor 4,5 Milliarden Jahren stattgefunden haben. Kaum haben die zwei Himmelskörper existiert, wären sie schon zusammengestoßen. Wegen der Theorie einer totalen Zerstörung von Theia muss diese Kollision vor 4,5 Milliarden Jahren geschehen sein, weil bestimmtes Mondgestein nachweislich 4,5 Milliarden Jahre alt ist. Alleine deshalb klingt diese Theorie abwegig. Hier wurde eine eigenartige Theorie konstruiert, bei der man sich den zeitlichen Ablauf von Geschehnissen zurechtgebogen hat, um von der ursprünglichen These bloß nicht abrücken zu müssen. Als könnten sich die dafür Verantwortlichen über alles hinwegsetzen, wird sogar auf klare Gegenbeweise keine Rücksicht genommen – siehe Buch “Dinosaurier – kosmisch ausgebombt. Wie Naturkatastrophen die Geschichte verändern” (auch im Web).

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