Begeisterter Besuch der Wilhelm-Foerster-Sternwarte oder ich durfte Astronomie pur erleben

Manche von Euch werden es ja Wissen. Vor allem die Fans auf Facebook oder Google+.  Ich bin erst vor kurzem dem Verein Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. (WFS e.V.) beigetreten und Montags finden immer die AG’s (Arbeitsgemeinschaft) statt.

Da ich ja nun Mitglied bin, ich glaube der Vorstand muss da noch was gegenzeichnen, dachte ich mir, fährt man doch kurzerhand hin. Ich wollte mich ja nur vorstellen und mal schauen was da so los ist, aber das es ein Beobachtungsabend an einem APO wird, hätte ich ja nicht gedacht. Lest hier die Story.

Wie schon ob erwähnt bin ich dem Verein Wilhelm-Foerster-Sternwarte e.V. beigetreten. Gut, diesen Satz habe ich ob schon geschrieben, aber muss irgendwo den Link unterbekommen.

imageDie Sternwarte befindet sich in Berlin am Insulaner  in Schöneberg. Das sind von mir ca. 40-45 Minuten mit den öffentlichen Verkehrsmitteln entfernt.

Ich habe mich also gegen halb 7 Abends auf den Weg gemacht und habe vorsichtshalber meine Kamera eingesteckt. Warum auch immer, habe ich auch T2-Ring mit angeschraubter 2x Barlow in den Rucksack geworfen und meine Kabelfernbedienung mitgenommen.

Es sollte sich zeigen, dass dies mein größtes Glück an dem Abend war.

(cc) WFS e.V. - Kuppeln der SternwarteAls ich am Insulaner ankam war es gerade mal kurz nach 7. Ich bin also nicht gleich zum Hauptgebäude, sondern als erstes mal den Berg hoch gegangen und habe mir die drei Teleskopkuppeln angeschaut. Dort schienen zwar auch Leute zu sein, aber ich wollte nicht Klopfen.

Auf der Karte sieht man, dass die Teleskope alle auf dem Berg stehen und ich muss sagen, dass es dort im Gegensatz zu meiner Balkonstation extrem dunkel ist. Muss es ja auch sein. Auf dem Bild rechts seht Ihr die drei Kuppel.

Also bin ich wieder runter und zum Hauptgebäude. Nach kurzer Zeit bin ich rein und hielt mich mit einem Sternenfreund zusammen in der Bibliothek auf. Leider kamen heute wohl keine Mitglieder zur AG. Ich dachte schon “Na Klasse, extra hergefahren um beim ersten mal wieder nach Hause zu gehen”. Aber nüscht. Eine Sternenkollegin (entschuldigt, dass ich hier keine Namen nenne. Zum einen Merke ich mir Namen nicht sonderlich gut und zum anderen möchte ich die Namen auch noch nicht verwenden) kam aber rein und meinte die AG würde ausfallen. Wir könnten aber gern an ein Teleskop gehen, da ja der Abend so schön sei.

Gesagt, getan und “Klein”-Stefans Augen leuchteten. Es war mittlerweile halb 9 als wir an den Kuppel ankamen und der Vereinskollege, der uns beide Neulinge begleitete, übergab uns nun die Qual.

Qual der Wahl

Wir durften entscheiden ob wir nun mit dem Bamberg-Refraktor, 30,5cm Linsenfernrohr, 5m Brennweite oder mit dem 15,25cm Doppelrefraktor 2,25m Brennweite.

Da der andere Neuling ja nun schon mal durch den Bamberg-Refraktor geschaut hatte und für mich beides eine Premiere war, entschied er sich für den Doppelrefraktor.

75 cm Zeiss Spiegelteleskop (cc) WFS e.V.Vor dem Beobachten ging es aber noch zu dem 75iger Zeiss-Spiegelteleskop, wo zwei Vereinskollegen Messungen und Fotos machten.

Der Anblick einer solchen Montierung ist schon echt fantastisch und das Teleskop selbst natürlich.

Ich selbst konnte dort drin keine Bilder machen. Dafür war es einfach zu dunkel und ich hätte den Kollegen die Aufnahmen versaut.

Wer sich etwas mehr einlesen will und weitere Bilder anschauen mag, der kann dies hier machen:

Zeiss-RC-Spiegelteleskop

Nach einem kurzen Plausch mit den Kollegen ging es für uns dann zum 6 Zoll Doppelrefraktor.

Wir mussten also rüber in ein anderes Gebäude und dort uns erst einmal in die diversen Bücher (Anmeldung, Beobachtung) eintragen.

Dann gab es eine kurze Einweisung und schon ging es los.

Erstes Ziel? Na Jupiter natürlich. In einem solchen Gerät sah Jupiter fantastisch aus. Wir ging durch einige Vergrößerungen und blieben dann bei 20 oder etwas mehr hängen. Die Wolkenbänder waren sehr schön zu erkennen und man hatte alle Zeit der Welt um sich diesen schönen Planeten anzuschauen.

Mein Glück

IMG_9777Ich hatte es oben schön erwähnt. Warum ich die Barlow mit dem T2-Adapter eingepackt habe, weiß ich nicht mehr, aber dadurch konnten wir die Kamera ans Teleskop hängen. Eine kleine Schwierigkeit gab es noch. Das Teleskop besitzt natürlich Hauptsächlich 2”-Anschlüsse und meine Barlow war 1 1/4”.

Das Sonnenteleskop hatte aber den erhofften Adapter und damit konnte ich eine Reihe an Jupiterbildern schießen.

Eines der Bilder habe ich hier mal eingestellt. Ich bin noch dabei die Serie zu bearbeiten und da ich ja nun nicht gerade DER Astrofotograf bin, kann das sicherlich noch dauern. Ich werde mir hier wohl Hilfe suchen müssen.

Jupiter 24.2.2014 - Doppelrefraktor (cc) WFS e.V.

Den Doppelrefraktor könnt Ihr oben sehen. Es gibt natürlich noch viel mehr Bilder und einige findet Ihr auf den Webseiten der WFS: Der 6 Zoll Doppelrefraktor

Ich wollte natürlich meinen Kollegen nicht vom Beobachten abhalten. Daher beschränkte ich mich auf einige Minuten um die Fotos von Jupiter zu machen.

Danach ging es dann weiter zum Orionnebel. Diesen beobachtet wir eine Zeit lang, ich muss aber sagen, dass ich Orion schon besser gesehen hatte. Die Strukturen kamen nicht so schön hervor, wie ich Sie kenne.

Die Vereinskollegen, die ja auch Fotos machten, sagte aber schon das der Himmel für Nebel nicht gut sei. Es schien sehr viel Dunst im Himmel zu hängen. Wobei das Seeing am Jupiter echt vielversprechend war.

Naja, Orion war also Besucht und die Trapezsterne konnte man sehr gut Auflösen und beobachten. Nun gut. Damit habe ich Orion in diesem Jahr auch schon gesehen.

Astronomie pur

Das Teleskop hatte zwar eine Nachführung, aber weder Guiding noch Goto sind daran angebracht. Also hieß es jedes mal nach Himmelskoordinaten suchen. Der Vereinskollege wollte nun einen der hellsten Reflexionsnebel einstellen. Es sollte M78 sein. Wir haben also den PC in der Sternwarte angeschmissen und versucht M78 anzupeilen. War wirklich nicht einfach und nach langer Suche und einen Sternenhopping, wie ich es vom Feld kenne, meinen wir M78 im Okular gehabt zu haben.

Es ist aber nur ein leichter Dunst um die zwei Sterne zu sehen gewesen und dieser Dunst war so leicht, dass man Ihn auch hätte reininterpretieren können. Ich kann also nicht wirklich sagen ob wir M78 gefunden hatten. Ich werde dies noch einmal in Angriff nehmen müssen.

Auch bei dem offenem Sternenhaufen (NGC???), ich habe mir leider die Nummer nicht notiert, waren wir uns nicht sicher. Auch hier hatten wir zusammen wieder zu tun.

Aber genau dieses Suchen, das gemeinsame Spechteln, das lamentieren macht für mich einen großen Teil der Astronomie aus. Es war halt Astronomie pur.

Langsam wurde mir auch kalt und da man den Abend ja bekanntlich mit einem Erfolgserlebnis beenden soll, haben wir uns M50, auch einen offenen Sternhaufen, angeschaut. Ich bin ja nicht so der Fan von offenen Sternenhaufen. Aber gut, vielleicht hab ich den richtigen ja noch nicht gesehen.

M50 kommt auf alle Fälle auf meine Messierliste (Artikel: Meine persönliche Messierliste).

Fazit

Sternenhimmel (cc) WFS e.V.Also ich muss ja sagen das dies ein Highlight-Abend war und mein Astronomie-Jahr 2014 wirklich bereichern wird. Ich kann jedem nur Empfehlen sich eine Sternwarte in der Nähe zu suchen. Es macht super viel Spaß mit den Leuten dort zu quasseln und sich auszutauschen. Jeder hat ja immer mal wieder Neuigkeiten. So will der Vereinskollege am 7. März auf jeden Fall die Bedeckung von Metis beobachten (Sie Artikel hier: Beobachtungstipp: Kleinplanet verdeckt Stern am 07.03.2014). Das finde ich toll und so konnten wir gleich ein wenig lamentieren ob Metis wohl eine Mond hat oder nicht.

Der Abend ging von 20:30 Uhr bis ca. 22:50 Uhr. Also etwas mehr als 2 Stunden bei 0° Celsius. Hat gereicht, aber ich war hoch zufrieden und glücklich und vor allem über die Jupiterbilder freue ich mich. Jetzt muss ich nur noch lernen mit der Software umzugehen. Dann wird auch das Ergebnis super werden.

6 Zoll mit Orion - (cc) WFS e.V.Auf den Bildern oben könnt Ihr zum einen den Sternenhimmel sehen, ist aus der Hüfte geschossen und daher etwas verwackelt, und aus der Kuppel heraus mal das Teleskop mit Orion im Hintergrund.

Ich danke der WFS auf jeden Fall für den gelungenen, ungeplanten Abend und natürlich auch für den Vereinskollegen, der so geduldig mit uns beobachtet hat.

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2 comments

  1. Wolfgang sagt:

    Es war wirklich schön, Deinen Bericht zu lesen und die Begeisterung darin zu spüren!

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Wolfgang,
      ja, es hat auch wirklich sehr viel Spaß gemacht und ich habe gleich noch ein M-Objekt in meine Liste eintragen können. Ich kann es jedem nur Empfehlen. Geht in Eure Sternwarte und macht einen Beobachtungsabend mit. Der Himmel ist toll.
      Viele Grüße
      Stefan