Review: Aus dem Astronomischen Jahrbuch wird der Kalender für Sternenfreunde 2014

Seit Beginn dieses Blogs stelle ich immer mal wieder Jahrbücher vor. So habe ich in 2013 auch Ahnert’s Astronomisches Jahrbuch 2013 beschrieben. Dieses Jahrbuch wird ja vom Spektrum-Verlag und dort von Zeitschrift Sterne und Weltraum vertrieben.

Dieses Jahr gibt es eine kleine Änderung. Das SuW-Team (SuW = Sterne und Weltraum) hat entschieden, Das Jahrbuch in Kalender für Sternenfreunde umzubenennen.

Im Editorial wird auch das warum beschrieben und daher berichte ich Euch heute vom Kalender für Sternenfreunde – Beobachtungstipps für das Himmelsjahr.


Alles neu – oder doch nicht?

Kalender für SternenfreundeDas Jahrbuch kommt also nun wieder unter dem ursprünglichen Namen heraus. Den Namen den Ahnert 1948 gewählt hatte. Dies soll laut Editorial nicht die einzige Änderung sein.

Es soll eine “überarbeitete Struktur” geben. Hierbei wird wohl Augenmerk auf die veränderlichen Ereignisse am Himmel gelegt.

Natürlich bleibt erst einmal die Autorengruppe um Uwe Reichert und Oliver Montenbruck gleich.

Das hört sich doch alles erst einmal gut an. Leider hatte ich dann beim Inhaltsverzeichnis schon einen Verdacht. Das Inhaltsverzeichnis sah mir stark nach dem des letzten Jahres aus. Gut, was sollte sich da groß ändern, aber trotzdem holte ich den Ahnert aus dem Jahr 2013 heraus und schaut mir nun mal beide etwas genauer an.

Eher doch nicht und zwar so gar nicht! 

IMG_9907Nachdem die Namensänderung und das Editorial auf Änderungen hindeuteten, musste ich mit feststellen, dass die ersten 18! Seiten des Heftes gleich sind. Nein, nicht ähnlich, sondern gleich. Es findet sich mal das ein oder andere Wort geändert oder dem Namen eines Autors würde der zweite Vorname als Abkürzung eingebaut.

Aber ansonsten ist es gleich. Wirklich gleich. Ihr glaubt es nicht? Ich habe mal von der ersten Seite ein Bild gemacht. Rechts könnt Ihr es sehen.

IMG_9908Damit man auch den Wortlaut sieht, habe ich noch eines erstellt mit höherer Zoomstufe.

Ich weiß ja wie Aufwändig es ist, ein solches Heft zu produzieren. Schließlich sind das hier 218 Seiten und das ist nicht wenig.

Natürlich kann man nun sagen, dass Heft ist ja A4 und damit sind das viel mehr Seiten, wenn man ein kleineres Format wählt. Aber es gibt auch viele Tabellen, die sich leicht automatisieren lassen und dazu kommt. Die Redaktion hat 365 Tage Zeit bis das nächste Heft erscheint.

Ich muss sagen, dass macht die Konkurrenz etwas besser. Der Einstieg ist jedes mal anders und wenn man sich jedes Jahr einen Ahnert kauft, dann kommen die Leute spätestens im 3. Jahr darauf.

Nun gut, 18 Seiten kann man also überblättern. Dort liest man also nichts neues im Ahnert – Kalender für Sternenfreunde. Es bleiben noch 200 Seiten übrig.

Kalender für Sternenfreunde

Kalender für Sternefreunde - SuWAlle neuen Sternenfreunde die ich nun noch nicht abgeschreckt habe, für die möchte ich sagen, dass der Ahnert schon gut als Begleitbuch oder besser Heft geeignet ist.

Wie eben schon gesagt, der Kalender ist ein A4 großes Heft, welches den Sternenfreund durch das Jahr 2014 begleiten soll.

Der Preis zum letzten Jahr ist leicht gestiegen und beträgt nun 12,90 €. Ich muss sagen, dass man mit diesem Preis nichts falsch machen kann.

Oben hatte ich es schon einmal erwähnt. Vertrieben wird das ganze von Sterne und Weltraum. Dort findet Ihr auch den Kalender für Sternenfreunde.

Da ich nun oben den Preis schon erwähnt hatte, Ihr könnte den Kalender auch als PDF kaufen. Jemand der ein Tablet besitzt, kann dann den Kalender immer mobil mitnehmen. Das PDF kostet hierbei nur 9,80 € und ist damit günstiger als das Heft.

Nun aber zum Inhalt (ab Seite 18 aufwärts):

Inhalt

Ab Seite 18 findet Ihr den Jahresüberblick. Hierbei wird das gesamte Jahr und dessen Highlights beschrieben. Angefangen mit den Finsternissen, von der keine in Deutschland beobachtbar ist bis hin zu den einzelnen Planeten.

Anschließend wird natürlich ISON am Himmel begrüßt, beziehungsweise verabschiedet. Schließlich kam er nicht um die Sonne rum. Gut, dass konnte bei Drucklegung aber niemand wissen. Ist ja trotzdem interessant über Kometen zu lesen.

Nach der anschließenden Erläuterung geht es auch schon in die Monatsansichten. Auf einer Doppelseite ist der gesamte Monate in einer Tabellenform eingetragen und es gibt ein aktuelles Bild zu einer speziellen Konstellation.

In der Tabelle kann man gut nachlesen, was so alles diesen Monat wohl passieren wird. Sehr schön sind die Mondphasen eingezeichnet. Das gibt einen guten Überblick über den aktuellen Mond.

Nach der Übersicht folgen wieder Tabellen. Sonnenauf- und -untergangszeiten, Position und Ephemeriden der Sonne, Mondauf- und -untergangszeiten usw. usf. Im Anschluss an diese Tabellenseiten werden die Himmelsobjekte beschrieben. Angefangen mit den Planeten, den Sichtbarkeiten der Planeten, den galileischen Monden finden man alles was man zu Planetenbeobachtung braucht. Es ist das Sonnensystem enthalten.

Danach kommt der Sternenhimmel. Hier fallen gleich die beiden Überschriften Feldstecher und Teleskop ins Auge. Dort werden Objekte für diese Instrumente beschrieben. Das finde ich hervorragend.

Was ich leider gar nicht entdecken konnte, waren die Sternschnuppenströme. Ich habe nachgeschaut. Die gab es 2013 auch nicht. Nur in der anfänglichen Monatsübersicht tauchen die auf.

Das Monatsthema

Auch im Ahnert gibt es ein Monatsthema. Im Januar beschäftigte es sich natürlich mit dem Jupiter. Dieser war aber auch dominanten am Abendhimmel und füllte die Foren mit Astrofotos über diesen fantastischen und berühmten Planeten.

So besitzt jeder Monat sein eigenes ausführliches Monatsthema. Da ich ja nun durch den Anfang vorbelastet bin, habe ich auch geprüft ob die Monatsthemen sich wiederholen. Das ist natürlich nicht der Fall. Aber Kontrolle ist besser.

Im Anschluss daran geht es mit dem nächsten Monat weiter und alles beschriebene Wiederholt sich.

Auf Seite 171 geht dann der Dezember mit seinem Monatsthema auch zu Ende. Anschließend folgen die Allgemeinen Daten zu Mond- und Sonnenfinsternissen. Sternebedeckungen durch den Mond.

Es wird die Planetenbedeckung durch den Mond beschrieben, alles in Tabellarischer Form und rein mit Zahlen.

Was ich sehr interessant und spannend fand, war der Artikel (auch wörtlich) mit den streifenden Sternenbedeckungen durch den Mond.  Das finde ich toll und hier werde ich sicherlich noch einmal drauf zurückkommen. Davon gibt es nämlich wenige Bilder. Das es dann auch wieder Tabellen zu gibt, war mir klar.

Ich kürze es dann hier ab. Ich glaube schon das die Tabellen sehr wichtig sind, wenn man sich in dem Moment mit z.B. Kleinplanetenbeobachtung beschäftigt und dafür die Daten braucht. Das man diese aber auch entsprechend im Netz findet, sollte jedem klar sein.

Nach den Planeten und Kleinplaneten, kommen weiter Zahlen und Daten zu veränderlichen Sternen und Kometen. Und damit endet dann auch der Kalender für Sternenfreunde.

Fazit

Ich persönliche ziehe immer noch das Kosmos Himmelsjahrbuch dem Kalender für Sternenfreunde vor. Das ist natürlich Geschmackssache und jemand der lieber mal in einem A4-Heft stöbern will, der sollte sich auf jeden Fall den Ahnert anschauen.

Natürlich ist der Ahnert hier auch um längen besser, wenn es um die tabellarischen Werte geht. Hier kann ein Hobbyastronom viel mehr herausziehen. Ob man dafür dann einen ganzen Kalender benötigt, sei dahingestellt.

Für 12,90 € oder für 9,90 € als PDF kann man eigentlich nichts verkehrt machen. Da investieren wir Hobbyastronom viel mehr in anderen Schnickschnack.

Was ich letztes Jahr schon einmal anmerkte, war die Frage ob das A4-Format wirklich ein Jahr astronomischer Arbeit stand hält. Ich kenne noch Abende da war man mit dem Heft draußen und es wurde alles nass.

Bei mir kam das Heft durch die A4-Form nicht mal heil im Briefkasten an. Es knickte und riss auf der Hälfte. Gut da ist nicht das Heft, sondern er Postbote dran schuld, aber ich kann mir vorstellen, dass dies vielen passiert. Und eine solche Rissstelle weicht dann doch sehr schnell durch.

Alles in allem ist es aber immer noch eine Empfehlung wert. Also schaut es Euch an und 12 Euro sind ja nicht schlecht investiert.

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Lesen und beobachten.


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4 comments

  1. Ich weiß ja nicht, ob du noch den originalen “Ahnerts Kalender für Sternfreunde” kennst, aber das Buchformat fand ich damals deutlich besser. Da hat es sich noch gelohnt, den Ahnert zu sammeln und es ins Bücherregal zu stellen.

    Das Kosmos Himmelsjahr ist hier wenigstens seinem Ursprung treu geblieben. Trotzdem beziehe ich es nur noch digital…

    Als weitere (teure) Alternative ist dann noch “Der Sternenhimmel” zu nennen. Das beste Jahrbuch wäre wohl, eine Fusion aller drei Medien.

  2. claus sagt:

    Den Ahnert hatte ich ab 1982 regelmäßig (seit ich 10 jahre alt war) gekauft und steht als schöne reihe im bücherregal. bis das bittere Ende kam und nur noch als heft erschien. Wie schon von vielen benutzern angemerkt kann man das heft am jahresende wegwerfen.
    Ich benutze nun meist das kosmos himmelsjahr.
    Es währe schön, wenn der Ahnert wieder in seiner ursprünglichen Form erschien!
    Claus

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Claus,
      ich kenne den Ahnert leider nur als Heft und kann daher zum alten Format nichts weiter sagen. Vielleicht Lesen die SuW-Leute hier aber mit und hören auf die Besucher.
      Ich kann es nur hoffen.
      Viele Grüße
      Stefan

  3. Also ich muss mich hier mal einklinken. Ich habe , bis auf eine Ausgabe, alle alten Ahnert Kalender für Sternfreunde und ich fand das Format prima. Sieht wirklich gut aus im Regal und war einfach besser. Das neue Format passt überhaupt nicht und ich würde das alte Format wieder sehr begrüßen. Im Übrigen kann man den Kalender für Sternfreunde auch abonnieren, dann ist er günstiger. Trotz aller Kritik nutze ich dieses Angebot seit Jahren, ich will keine digitalen Ausgaben , sondern Papier in den Händen halten.

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