Astro-AG: EQ8, Scheunentormontierung und nette Menschen

Wilhelm-Foerster-Sternwarte Insulaner BerlinIch war gestern wieder zum Vereinstreffen. Die Astronomie-AG am Montag stand an und da, im Gegensatz zum letzten und ersten mal, das Wetter keinen Blick auf den Sternhimmel zuließ, war ich mir sicher, dass die AG auch stattfindet. Bei meinem ersten begeisterten Besuch der Wilhelm-Foerster-Sternwarte konnte ich ja Jupiter ablichten und einige tolle Objekte, durch ein tolles Teleskop, geführt von einem tollen Vereinsmitglied erleben.

Dieses mal ging es aber nicht ans Teleskop, sondern alles drehte sich um eine EQ8, eine Scheunentormontierung und einige tolle Astronomie-Bilder.

Lest hier aber selbst meinen kleinen Bericht zum Besuch der Wilhelm-Foerster-Sternwarte am Insulaner am 17.3.2014 (20 Uhr – 21 Uhr)

Ich war knapp dran. Nicht zu knapp um das Foto oben zu schießen. Soviel Zeit muss sein. Aber trotzdem liebe ich es einen Puffer zu haben, bevor ich zu einem Termin geh. Naja, ich war pünktlich und nur das zählt.

Dieses mal ging es in den vereinseigenen Vorlesungssaal (ich nennen diesen jetzt mal so) und dort durfte ich dieses mal 13 Mitglieder des Vereins kennen lernen. Übrigens liefen wir vorbei am schwarzen Brett auf dem Flur der Sternwarte und dort hängt mein Artikel vom letzten aus. Ist auch eine Form des Sharings. Natürlich nicht ganz so reichweitenstark, aber es ist eine Form.

Ich muss sagen, ich war schon sehr lange nicht mehr auf Vereinstreffen oder Astrostammtischen und bin daher etwas entwöhnt. Meistens schreibe und arbeite ich an meinem Blog oder Beobachte halt die Sterne, Planeten und Mond.

Es war nun aber nicht komisch oder sonderbar, sondern ich empfand es wieder als sehr angenehm sich mit ebenfalls astronomisch interessierten Menschen auszutauschen.

Leider gab es keine Gelegenheit sich ein wenig vorzustellen. Wahrscheinlich hat der harte Kern die Erfahrung gemacht, dass Neulinge zwar ab und an dabei sind, aber dann doch recht schnell wieder verschwinden. Ich bin da auch geschäftlichen Meetings anderes gewohnt und habe jeden mit einem Handschlag begrüßt, der mir über den Weg lief.

Es waren 13 Mitglieder des Vereins anwesend und ich muss sagen, dass bei über 1.000 Mitglieder das echt wenig ist. Nun gut, vielleicht war ich schon zu lange in keinem Verein mehr. Oder vielleicht schaffe ich es auch mit diesem Blog den ein oder anderen Berliner mal zu einem Besuch der Astro-AG zu bewegen.

Angefangen wurde dann mit einer kleinen Präsentation der letzten Fotoerfolge. Hierbei stellte ein Mitglied seinen Hantelnebel (M27 bzw. NGC 6853 –> Wikipedia) vor. Dort erzählte er von den Schwierigkeiten, der Belichtungsdauer und das er das visuelle Doppelsternsystem im Zentrum des Nebels nicht auflösen konnte.

Danach erzählte eine der Teilnehmerinnen (es gab nur eine) über Ihre Mondmosaik. Diese wurden mit einem 8 Zoll Newton F/5 mit einer DKM-Kamera aufgenommen. Die Qualität war wirklich sehr gut und der Detaillierungsgrad unheimlich hoch.

Skywatcher EQ8 Pro MontierungAußerdem hat Sie durch Zufall den Doppelschatten auf Jupiter am letzten Sonntag (9.3.2014) aufnehmen können und hat ein erstes Video vom Durchlauf Io’s (eines Jupiter-Mondes) präsentiert.

Im Anschluss an die Fotobesprechung gab es dann die Präsentation der SkyWatcher EQ8-Montierung (Astroshop: Skywatcher Montierung EQ-8 PRO ohne Stativ*). Das Teil ist einfach gigantisch und trägt wohl locker 50 Kilo an Teleskop + Zubehör.

Ich habe mal ein paar Fotos gemacht. Damit kann man sich die Größe der Montierung gut vorstellen. Da ich noch nicht zu lange in dem Verein bin und die Mitglieder mich noch nicht so gut kennen, habe ich die Fotos noch etwas bearbeitet um die Persönlichkeitsrechte zu wahren.

Ihr seht das die Montierung schon sehr viel Platz auf einem solchen Tisch einnimmt.

Das Gewicht betrug ca. 35 Kilogramm und mit der Kisten (unten links im Bild zu sehen) und den Gegengewichten kommt das ganze wohl auf über 55 Kilo. Da freut sich jeder Postbote.

Es wurde viel diskutiert und lamentiert und sollte sich die Gelegenheit bieten, möchte ich das Teil gern mal am Stern ausprobieren. Das wäre schon Klasse. Da wackelt und vibriert einfach nichts mehr. Für knapp 3000 Euro sollte das auch so sein.

Den Abschluss machte ein Mitglied mit der Präsentation einer Scheunentormontierung. Was kennt Ihr nicht? Ich auch auch nicht. War das erste mal das ich sowas gesehen habe. Ist aber ziemlich einfach gebaut gewesen. Polsucher war gelötet aus einem Messingrohr mit Fadenkreuzokular und eigener Beleuchtung. Das Scheunentor waren 3 Stullenbretter und der Rest war aus Gewindestanden etc. zusammen gebastelt. Der Antrieb war ein Schrittmotor mit Mikrometerschraube. Leider war dann hier auch die Schwachstelle zu finden. Der Antrieb war nur geeignet um ca. 1-2 Minuten nachzuführen und das ist einfach zu kurz.

In dem nachfolgenden, englischsprachigen Video kann man mal eine solche Scheunentormontierung (Barndoor) sehen.

Fazit

Ein toller Abend, einiges Gelernt und nette Menschen getroffen. Mit einigen ins Gespräch gekommen. Ich werde aber sicherlich noch ein paar mal hindürfen, bevor hier die Gespräche zu flutschen beginnen. Das ist so, bei mir zumindest. Man muss sich aneinander gewöhnen.

Ich kann es aber jedem nur empfehlen. Geht in Eure Sternwarten. Die AG’s sind offen für Gäste und man kann und darf auch Fragen stellen. Es freut die Vereine und Sternwarten sehr, wenn hier mehr Menschen Interesse an der Astronomie zeigen. Und 1 Stunde auf einem Montag Abend zu investieren ist doch kein Beinbruch oder?

Ich geh nächste Woche wieder hin und werde dann mal wieder berichten.

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