Erfahrungsbericht: Celestron Cometron 114az (Teil 1/2)

Celestron Cometron 114azSeit ca. 3 Wochen steht nun das Teleskop Celestron Cometron 114az bei mir zu Hause und wartet darauf betrachtet zu werden.

Nun habe ich in den 3 Wochen noch nicht geschafft mit dem Gerät in den Himmel zu schauen. Ich habe es aber ausgepackt und aufgebaut (siehe zum Schluss das Video) und ich habe mir das Gerät intensiv angeschaut.

Daher will ich hier im ersten Teil meine ersten Erfahrungen mit dem Gerät nieder schreiben und Euch das Gerät vorstellen. Sobald es dann die Sterne gesehen hat, werde ich den zweiten Teil beschreiben und Euch diesen natürlich auch vorstellen.

Bevor es nun an die technische Spezifikation und es um die Bestandteile des Teleskops geht, möchte ich zwei Sätze zum Namen erwähnen.

Cometron hört sich schon sehr stark nach Komet an und das ist auch volle Absicht. Der Teleskophersteller Celestron hat die Cometron-Reihe im Jahr des “Jahrhundertkometen” ISON aufgesetzt. Dieser sollte uns ja im letzten Jahr einen fantastischen Anblick am Himmel bieten und da die Kometen doch sehr große Flächen am Himmel einnehmen, wurden verschiedene Produkte in dieser Reihe aufgesetzt.

Cometron TeleskopDie Cometron-Reihe

Neben einem Cometron 7×50 und einem Cometron 12×70 Fernglas gab es auch das Cometron FirstScope 76 und eben auch das Cometron 114az.

Das sind die 4 Geräte der Cometron-Reihe und ich darf nun das Cometron 114az vorstellen.

Schauen wir uns also an, was so alles dran und drin ist in diesem Celestron Cometron Teleskop.

Der Tubus

IMG_0586Starten wir nun gleich mit dem wichtigsten. Dem Tubus, also dem Teleskop selbst.

Wie der Name es schon sagt ist die ein 4,5 Zöller. Also ein Gerät mit einem Durchmesser von 114 mm. Wer sich nun schon mit Teleskopen auskennt, sieht den Okularauszug vorn am Tubus (gelbes Schild).

Das heißt das dieses Teleskop auf Spiegelteleskop ist. Es ist nach der Newtonbauweise aufgebaut. 

Auf dem folgenden Schema kann man sich den Strahlengang des Teleskops anschauen.

Nun sieht man auch, warum das Teleskop den Okularauszug vorn hat und nicht hinten. Wer die anderen Bauarten kennen lernen möchte, kann sich hier meinen Artikel zu Teleskopbauarten anschauen.

Die Brennweite des Tubus beträgt 450 mm und das ist doch schon in einem der unteren Grenzbereiche angesiedelt. Solch kurze Brennweiten verwendet man eher selten in der Astronomie.

Rechnet man nach den gängigen Formeln oder nach meinen Artikeln Mathematik in der Astronomie ein wenig rum kommt man für den Tubus auf folgende Werte:

Auflösungsvermögen: 1,01 Bogensekunden (der Mond hat am Himmel 31 Bogenminuten)

Grenzgröße: 12,1 mag (die Helligkeit am Himmel)

Max. sinnvolle Vergrößerung: 228 (ca. 2x Durchmesser)

Eines der größten Mankos an meinem damaligen 114 Zoll-Gerät war die Abbildungsqualität. Dies lag daran, dass der Spiegel hier sphärisch ist. Siehe auch mein Artikel zum meinem Teleskop Pluto/S – Erfahrungsbericht: Teleskop Bresser Pluto/S (114/500).

Das Celestron Cometron 114az hat aber einen sphärischen Spiegel und ist damit einer der wenigen Geräte. Das sollte die Abbildungsqualität wirklich stark verbessern im Gegensatz zum Pluto/S.

Da ich beide Geräte da habe, kann ich auch hier einen direkten Vergleich durchführen.

Er wird also zeigen müssen was er am Himmel kann.

Der angebaute Sucher ist ein sogenannter Leuchtpunktsucher und zeigt den Himmel wie er ist. Da man mit dem Teleskop niemals so tief in den Himmel schaut, dass man einen optischen Sucher benötigt, reicht dieser Sucher aus. Ich habe an meinem Refraktor auch nur einen Leuchtpunktsucher und wurde bisher nicht enttäuscht.

Die Montierung

IMG_0590Die Montierung ist Azimutal. Das kann man ja recht deutlich auf dem Bild sehen.

Jeder erfahrene Hobbyastronom wird nun aufschreien und sagen, dass eine azimutale Montierung ja so gar nichts ist. Das liegt daran das wenn man sich weiter entwickeln will und später auch mal Fotos machen möchte, man immer eine äquatoriale Montierung benötigt.

Da es in dieser Preisklasse aber weder eine EQ-Montierung mit Motor gibt, noch eine azimutale mit GoTo-Steuerung, spielt das alles keine so große Rolle. Will man sich in 2 Jahren weiter entwickeln, braucht man eh eine neue Montierung.

Daher ist die AZ-Monti gar keine so schlechte Wahl für den Einsteiger. Jeder Anfänger wird damit sehr schnell zurecht kommen. Den langen Hebel den man auf dem Bild sieht kann man lösen und damit das Teleskop in dem Winkel vom Horizont zum Himmel bewegen. Also Vertikal oder besser in Altitude. In vielen Zeichnungen ist auch von der Höhe über Horizont die rede.

Mit der Schraube unten beim Stativ kann man nun die horizontale Bewegung freigeben. Hierbei spricht man auch von Azimut. Daher hat die Montierung Ihren Namen.

Am Stern wird das Stativ noch zeigen müssen ob es stabil ist. Ich befürchte doch starkes Vibrieren beim Nachführen. Da das Teleskop aber eher für die Überblicksastronomie entworfen wurde, kann man hier doch weit vorhalten und lässt dann das Objekt durch das Gesichtsfeld wandern.

Das Zubehör

Wie immer bei den Geräten in dieser Preisklasse muss irgendwo gespart werden. Das ist immer der Fall wenn man die Okulare sieht. Hier hat aber diesmal Celestron nicht den Fehler gemacht und ein 6 mm Okular dazu gelegt.

Es sind hier ein 10 mm Kellner und ein 20 mm Kellner Okular. Damit erreicht man eine Vergrößerung von 44x oder 22x. Das sind also mal Vergrößerungen mit denen das Teleskop auch gut umgehen können sollte.

Ansonsten sind die Teleskophersteller ja immer der Ansicht so große Vergrößerungen wie möglich liefern zu wollen.

Die Kellnerokular sind die günstigsten Okulare. Die Linsen sind meist nicht sooo schlecht, aber das Einblickverhalten bzw. das Gesichtsfeld ist dann sehr begrenzt. Die Kellner-Okulare haben meist ein Gesichtsfeld von ca. 45° am Himmel. Schaut man hingegen mal durch ein Super Plössl sieht man den Unterschied direkt.

Mittlerweile gibt es die Okulare zum Glück nicht mehr mit Plastiklinsen. Das war ganz früher der Fall. Sonst hätte ich gleich empfohlen diese Wegzuwerfen. In den ersten Wochen und Monaten kann man mit den Kellner-Okulare sicherlich leben. Sollte man dem Hobby nicht treu bleiben, hat man keinerlei weiteres Geld in den Sand gesetzt.

Sollte man dem Hobby treu bleiben, kann man sich gleich drauf einrichten zwischen 300-500 Euro noch für Okulare auszugeben. Selbst wenn man das Gerät nicht wechselt. Sollte man das Geld lieber in ein neues, größeres Teleskop stecken, dann verschiebt sich der Okularkauf nur.

Tja, das war erst einmal die Vorstellung des Gerätes wie es ist. Hier kommen nun noch die technischen Details in einer Tabelle zusammen gefasst.

Technische Eigenschaften auf einen Blick

Durchmesser114 mm
Brennweite450 mm
Öffnungsverhältnisf / 4
Okularauszug1 1/4 Zoll
SucherLeuchtpunktsucher StarPointer
MontierungAzimutale Montierung
Okulare10 mm Kellner 1,25”
20 mm Kellner 1,25”
Gewicht3,8 kg
  

Fazit

Ich denke das das Celestron Cometron zwar kein Gerät für den erfahrenen Hobbyastronomen ist. So wie ich Celestron verstanden habe, soll es das aber auch gar nicht sein.

Gehe ich als Hobbyastronom mal wieder 20 Jahre zurück und stelle mir vor, dass ich dieses Gerät als Einsteigergerät erhalten kann, dann würde ich mich freuen.

Bei dem Preis muss ich leider 1 Punkt Abzug geben. Dieser ist mit 199 € heute nicht mehr zeitgemäß. Ich weiß das man natürlich für Qualität auch einen entsprechenden Preis bezahlen muss, aber wenn man vergleichbare oder größere Geräte in der selben Preisklasse bekommt, dann muss man hier entsprechend reagieren. Ich würde das Gerät sicherlich in einer Preisklasse von 10-20 € niedriger ansetzen. Aber zum Glück muss ich den Preis nicht gestalten und 10 € mehr kann man ruhig ausgeben, wenn das Teleskop von einem bekannten Hersteller ist.

Die Handhabung ist durch die azimutale Montierung denkbar einfach. Damit sollte also jeder Umgehen können und auch relativ schnell etwas finden. Damit man das Bild auch wieder aufrecht sieht, sollte man sich eine Umkehrlinse dazukaufen. Diese kann man auch an späteren Teleskopen verwenden und Sie ist sehr sinnvoll, wenn man in die Naturbeobachtung einsteigt.

Ansonsten sieht man das Bild immer auf dem Kopf. Eine solche Umkehrlinse kostet zwischen 15 und 100 €. Die günstige sollte für den Anfang ausreichen.

Umkehrlinsen gibt es z.B. von TS Optics bei Amazon* für 14,99 € oder von Vixen für 105 €*

Dies war nun soweit der erste Teil des Berichts. Im nächsten Bericht gehe ich dann auf die Justage ein und wie sich das Gerät am Himmel macht. Ich schau auch gleichmal ob man nicht das ein oder andere Astrofoto damit schießen kann.

Das Celestron Cometron findet Ihr bei Amazon unter: Celestron Cometron 114az* für 199,00 € (Stand 10.04.2014)

Unboxing und Aufbau des Celestron Cometron 114az

Zum Schluss will ich Euch noch mein Unboxing Video zeigen. Ich Filme ja das Auspacken immer sehr gern.

Der zweite Teil des Erfahrungsberichtes ist nun auch fertig. Ihr findet diesen hier: Erfahrungsbericht: Celestron Cometron 114AZ (Teil 2/2)

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2 comments

  1. Frank sagt:

    Wow, f/4 am 114er … das kann richtig Spaß bereiten. Es gab vor Jahren mal “Rucksackteleskope” dieser Art. Die waren ebenfalls alt/az montiert, was überhaupt kein Problem darstellt. Dobsons funktionieren ja auch damit und zwar ziemlich gut! Was die Fotografie angeht ist mein Eindruck: bei chemischer Fotografie konnte man den 114er gerne per Hand nachführen, digital ist das kein guter Weg.
    Auf jeden Fall wünsche ich viel Spaß, den das Teleskop auch verspricht!
    Viele Grüße,
    Frank

  2. stefan sagt:

    Hi,

    Bericht zu dem Celstron 114-

    >Das Celestron Cometron 114az hat aber einen sphärischen Spiegel…

    Soll wohl besser heißen ” hat aber keinen sphärischen…. oder hat einen parabolischen….. :)

    Gruß
    Stefan

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