Projekt Astro Pro-AM: Berliner Astrofotograf und NASA vereinen Ihre Bilddaten

Gestern war wieder Astro-AG in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte am Insulaner in Berlin und als ordentliches Mitglied gehe ich natürlich zu der Astronomie-AG und versuche mich zu beteiligen.

Manchmal ist es spannend dort sich die Berichte der aktiven Vereinsmitglieder anzuhören und manchmal ist es ein wenig langweilig. So trug gestern Detlef Hartmann, ebenfalls Mitglied im Verein der Sternwarte, einen Bericht zu seiner Reise in die Alpen vor. Er hat dort eine Astro-Hütte und macht seit Jahren Fotos dort.

Was aber dann spannend war, war der Abschluss seines Berichtes, bei dem er uns berichtete wie die NASA auf Ihn zukam und seine Bilder mit den Daten der NASA koppeln wollte. Daher muss ich hier darüber berichten.

Die NASA arbeitet schon immer mal wieder mit Amateuren zusammen. In diesem Falle aber gab es vorher noch nichts vergleichbares.

In dem Projekt Pro-AM treffen Daten der NASA (professionelle) auf Amateurdaten und werden miteinander verkoppelt.

Hierbei werden die Daten von zwei Weltraumteleskopen verwendet. Hier werden die Daten aus unterschiedlichen Lichtspektren verwendet und mit den Daten von optischen Aufnahmen überlagert und gekoppelt. Das eine Teleskop ist das Chandra X-Ray Teleskop, welches im Röntgenbereich aufnahmen macht. Das zweite ist das Spitzer Space Telescope, welches im Infraroten Bereich des Lichts arbeitet.

Chandra X-Ray Observatory

File:Chandra X-ray Observatory.jpgDas Chandra X-Ray Teleskop ist ein welches den Himmel im Röntgenbereich abfotografiert und untersucht.

Das Chandra X-Ray Teleskop wurde am 23. Juli 1999 von der NASA mit dem Space Shuttle Columbia in die Umlaufbahn gebracht. Eigentlich war die Chandra-Mission nur für 10 Jahre ausgelegt, mittlerweile funktioniert das Teleskop seit 15 Jahren. Die Hoffnungen bei der NASA wachsen, dass diese Mission sich bis auf 30 Jahre ausdehnt.

Schaut man sich nur das Bild von M101 an, dann sieht Chandra dieses Bild so:

Spitzer Space Telescope

File:Spitzer space telescope.jpg

Das Spitzer Teleskop ist eines nach dem Astrophysiker Lyman Spitzer benanntes Infrarotteleskop.

Es wurde am 25. August 2003 in die Umlaufbahn um die Erde gebracht und verrichtet seit dem seine Arbeit dort oben.

Spitzer war nur für 5 Jahre konzipiert und mittlerweile ist auch das Kühlmittel aufgebraucht. Da man nun trotzdem noch in kurzwelligen Bereichen Fotos machen kann, wird Spitzer noch so weiter betrieben. Die Hauptmission von Spitzer ist aber beendet.

Damit man gleich einen Vergleich hat, kommt hier M101 von Spitzer gesehen:

Amateurgeräte 17,5 Zoll und 10 Zoll

Im optischen Bereich nehmen Detlef Hartmann (WFS-Mitglied und bei astrobin) und Rolf Olsen (Webseite) Ihr visuellen Bilder mit einem 17,5 Zoll und einem 10 Zoll-Newton auf.

Während Detlef die Alpen für die Aufnahmen nutzt und den Vereinsmitgliedern gestern seinen letzten Aufenthalt berichtete, nimmt Rolf seine Daten des südlichen Himmels von Aukland in Neuseeland auf.

Das Ergebnis

Die optischen Daten nun überlagert mit den beiden Daten von Chandra und spitzer führen zu diesem Ergebnis:

Daran kann man wirklich gut sehen, was passiert wenn Amateure und Profis zusammenarbeiten.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen oder?

Die NASA war noch so freundlich und hat noch ein Video erstellt. Dort sieht man auch noch einmal die Einzelaufnahmen und wie diese dann in Summe aussehen.

Leider kann ich das Video nicht hier direkt einbetten. Daher muss ich Euch bitten auf diesen Link zu klicken und das Video Euch dort anzuschauen: Video zum Projekt Pro-AM der NASA

Mehr Information erhält man hier Projekt Pro-AM: Chandra.harvard.edu

Informationen zum Teleskop Chandra X-Ray bei Wikipedia

Informationen zum Teleskop Spitzer bei Wikipedia

Bildcredits: M101, M81, M51 und Centaurus A – Chandra, Spitzer und optische Daten von NASA / CXC / SAO; Optical: Detlef Hartmann, Rolf Olsen (Centaurus A); Infrared: NASA / JPL-Caltech

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2 comments

  1. Jürgen Stolze sagt:

    Hallo Herr Gotthold,
    habe Ihren Blog entdeckt – wir hatten ja am Montag kurz nach der AG gesprochen. Was kann man tun, wenn die AG-Sitzungen manchmal langweilig sind ? Ich kann mir da noch kein wirkliches Bild machen – teile aber für den letzten Montag durchaus Ihren Eindruck. Allerdings gehört zu einem guten Team auch so ein (ziemlich intimer) Reisebericht. Ob die AG Ziele diskutiert und abgestimmt hat ? Ob eine Themensammlung wie z.B. Aktueller Internetauftritt, gibt es spannende Konstallationen / Objekte in der nächsten Zeit am Himmel, was können wir zusammen tun, aktuelles “rund ums Rohr”, was machen wir mit Neuen, haben wir Prozesse ? Ich bin wahrscheinlich kommenden montag wieder da um einen zweiten Eindruck zu gewinnen. Jedenfalls bis dann und beste Grüße
    Jürgen Stolze

  2. Stefan Gotthold sagt:

    Hallo Jürgen (im Netz und bei Astronomen gilt für mich das Du, falls es nicht passt einfach Bescheid geben),
    naja langweilig würde ich den AG-Abend in der Sternwarte nicht bezeichnen. Was ich am Montag nach der AG meinte, war eher die Tatsache, dass sich hier zwar Leute zu einer AG treffen, das Wort AG (Arbeitsgemeinschaft) als solches nicht wirklich Verwendung findet. Ich habe meine 4-5 AG-Abend nun dort verbracht. Im wesentlichen ist es das zeigen von Bildern und Fotos und die Besprechung dieser Bilder. Das hat meiner Meinung aber nichts mit einer Astro-AG zu tun. Eine Arbeitsgemeinschaft ist eine Gemeinschaft die sich trifft um zu Arbeiten, also bestimmte Projekte zu besprechen, diese zu organisieren und dann auch durchzuführen.
    Langweilig ist das nicht und ich komme mal unter Menschen. Aber wenn ich ehrlich bin, dann sehe ich diese Themen jede Tag im Netz. Reiseberichte und tolle Fotos sind ja schön, aber dazu muss man nicht 1 Stunde fahren.
    Das Fotoprojekt und die Vorstellung von Astro Pro-AM fand ich hingegen wieder super.
    Ich muss mir hier mal etwas einfallen lassen und falls sich Vereinsmitglieder finden mit denen man etwas zusammen machen kann, dann umso besser. Zum Beispiel würde ich gern einen Sidewalk anbieten. Also einen Standort wählen und dort einfach mal das Teleskop aufstellen. Wer vorbeikommt und Interesse zeigt, der wird gen gesehen.
    Am Montag bin ich nicht bei der AG, da ich mich bei der MS Wissenschaft rumtreibe. http://www.clearskyblog.de/2014/04/27/mein-erste-sciencetweetup-findet-auf-einem-schiff-statt/
    Und danach ist Mondgruppentreffen.
    Viele Grüße
    Stefan

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