Spinner, Technik-Freaks, Nerds – Das Bild der Astronomie in der Öffentlichkeit

Tja, der ATT (Astronomischer Tausch- und Trödeltreff), der am 10.05.2014 in Essen stattfand, ist vorbei. Alle sind Happy und auch ich war Glücklich. Es war ein sehr spannender Tag und das kann mir natürlich keiner nehmen.

Trotzdem wirft ein Zeitungsartikel einen Schatten auf den ATT und bringt mich wieder an den Punkt mal grundsätzlich über die Astronomie nachzudenken. Ist es wirklich nur ein Randthema in dieser Gesellschaft? Sind wir nur “Technik-Freaks”, “Spinner” oder “Nerd”, die einem außergewöhnlichen Hobby nachgehen? Oder ist die Astronomie mehr und wird nur in einem falschen Licht dargestellt?

Meine Freude trübt sich ein wenig und da ich nicht immer Antworten auf meine Fragen finde, brauche ich Euch. Ich brauche Menschen die mich verstehen und mein Hobby und meine Begeisterung teilen. Mit denen ich halt diskutieren kann. Seid Ihr bereit dafür?


Das ATT war toll!

Jeder Hobbyastronom der da war, wird genau das sagen. Das ATT war toll! und manch einer hat das auch Kund getan. Da gibt es Blogberichte von Nico im Blog Zauber der Sterne: Das war die 30. Astronomiebörse ATT in Essen oder auch von Jens-Uwe aus dem Blog Astrozwerge: Das war die ATT 2014.

Dort finden sich Bildergalerien und Berichte über Treffen von Sternenfreunden. Natürlich hat auch unser rasender Reporter aus der interstellarum Sternstunde in seinem Blog berichtet. Daniel Fischer auf SkyWeek Zwei Punkt Null schrieb den Artikel: interstellarum Sternstunde wieder live vom ATT

Man findet auch Videos und kann sich diese anschauen und einen Eindruck erhalten wie die größte europäische Astronomiebörse so ist.

Das freut mich alles, wenn ich das Lese. Schließlich war ich da und selbst wenn ich nicht da gewesen wäre, wäre ich begeistert gewesen.

Hier treffen sich Menschen die sich dem Hobby verschrieben haben. Aber nicht nur das. Hier entstehen Kontakte und zum Teil sogar Freundschaften. Ich habe auf diesem ATT viele Menschen kennen gelernt, die ich vorher gar nicht kannte. So die Chefredaktion einer überregionalen Astronomiezeitschrift.

Aber ich habe auch viele Menschen getroffen, die ich vorher nur aus dem Internet kannte. Und wir haben die gleichen Interessen und kamen darüber sehr schnell ins Gespräch. Gut, manche habe ich auch nicht getroffen und im Nachgang finde ich es schade. Umso mehr freute es mich im Internet zu lesen, dass diese Personen es auch Schade fanden.

Und dann lese ich einen Artikel und ärger mich. Ich ärger mich so doll, dass ich hier etwas darüber schreiben muss.

Die WAZ berichtet

Die WAZ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung), nennt sich DerWesten, und schrieb einen kleinen Artikel über den ATT. Dazu schickten Sie einen Reporter und einen Fotografen los.

Hier kommt Ihr zu dem Artikel der WAZ: Gesamtschule Bockmühle zieht die Sterngucker an

Diese sollten nun auf einem Samstag eine Astronomiemesse besuchen und berichten. Ich kann mir vorstellen, dass jemand ohne astronomisches Interesse da wenig Lust zu hat und leider liest man das auch in dem Artikel.

Das erste was mir wohl auffällt ist, dass der Autor des Artikel gleich mal am Anfang vermutet, dass viele der Sternfreunde nur wegen dem ersten deutschen Raumfahrer, Sigmund Jähn, da sind. Gut, dass ist halt eine Vermutung, die der Autor anstellt. Aber erstes Zeichen für einen schlechten Artikel.

Leider sind 2.000 Besucher für das ATT kein Rekord. Würde Sigmund Jähn hier eine “Zugnummer” sein, dann wären doch deutlich mehr Sternfreunde gekommen. Im letzten Jahr waren wohl ca. 2.500 Sternfreunde auf dem ATT.

Doch dann kamen Aussagen in dem Artikel die mir sauer aufstießen. 

… Ganz trockener Techniker, versprüht der Ex-Offizier der Nationalen Volksarmee zwar den Charme eines Erich Honecker bei einer Rede vor dem SED-Zentralkomitee…

Was hat bitte dieser Vergleich in einer Zeitung zu suchen. Vor allem wenn die Wende schon 25 Jahre her ist. Außerdem bezweifle ich, dass der Autor den Charme von Erich Honecker kennt, wenn dieser eine Rede hält.

Hier hätte ich schon mal aufhören können zu lesen. Wie es dann aber halt so ist, liest man weiter und finden dann Sätze wie diesen, nachdem ein Besucher sagte, dass am Himmel immer etwas passiert:

… Um dies aufzunehmen, hat er sich gerade eine astronomische Kamera gekauft. Die sieht aus wie eine zu kurz geratene Thermosflasche, hat weder Sucher noch Auslöser, kostet dafür aber satte 2000 Euro. …

Das also der Autor von der Materie keine Ahnung hat, hat er wohl nun hier bewiesen. Oder wer vergleicht eine CCD-Astrokamera mit einer Thermosflasche? Und das eine CCD-Kamera “satte 2000 Euro” kostet ist ja nicht selten. Die Kameras die sein Fotograf um den Hals trägt, sind sicherlich teurer gewesen. Zumindest kostet eine Canon Mark 3 im Body schon um die 2.500 Euro.

Aber die nächste Aussage hat mich dann auf die Palme gebracht:

…Astronomie ist ein Hobby für Technik-Freaks, das wird beim Gang durch die dicht gestellten Stände, es sind 100 private und kommerzielle Händler angereist, klar. …

Hunderte Hobby- und Berufsastronomen arbeiten daran, dass Astronomie aus dieser “Technik-Freak”-Ecke herauskommt.

Ich habe vor 20 Jahren schon mit einem 4-Zöller den Himmel beobachtet. Da gab es am Teleskop auch nur 2 Achsen zu verstellen und eine Fokussierung. Das macht jeder Naturfotograf oder –beobachter. Da habe ich am Lenker eines Fahrrades mehr Hebel. Zwei Gangschaltungen und zwei Bremshebel.

Das der Autor hier keinerlei Ahnung von der Materie hat wird dann auch gleich in nächsten Satz klar.

…Ein aufwendiges Teleskop steht hier neben dem nächsten, allein die technisch anspruchsvollen Haltevorrichtungen kosten schon so viel wie der „Fernrohr“-Aufsatz selbst. …

Ich möchte nicht sagen, dass der Autor sich tief in die Astronomie einarbeiten muss. Er braucht auch nicht zwingend erst drei Bücher zu lesen um sich mit einem Teleskop im Ansatz auszukennen. Meist reicht sogar ein Blogartikel oder eine kleine Frage.

Auf all das verzichtet aber die Report ganz und beschreibt eine normale Montierung als “technisch anspruchsvolle Haltervorrichtung”. Oh, man das ist wirklich traurig.

Das schlimmste dabei ist aber, dass die Hobbyastronomen und die Astronomie im Allgemeinen in eine Ecke gestellt wird. Seid mal ehrlich. Falls Ihr keine Ahnung von Astronomie habt, würdet Ihr nach einem solchen Bericht zu einem Astrotreffen gehen? Würdet Ihr auf das nächste ATT fahren?

Ich bin fest davon überzeugt, dass dies nicht der Fall sein würde oder wie seht Ihr das?

Grundsätzliche Gedanken

Die Diskussionen Rund um diesen Artikeln führen bei mir aber wieder zu Grundsatzgedanken zur Astronomie.

Wo steht die Astronomie? Sind es diese Zeitungsberichte, die das Thema Astronomie besser machen in der deutschen Bildungs- und auch Medienlandschaft? Oder Schaden diese Berichte nicht eher der Astronomie?

So sind solche Berichte, wie der in WAZ, nicht nur ein Anzeichen dafür. Nein, da wird aus der Größten Astronomiebörse mal eben eine Anatomiebörse (Quelle: lokalkompass.de).

Übrigens mehr Berichte aus den Medien lassen sich über das ATT, welches wirklich der größte Astronomietreff in Europa ist, nicht finden.

In meinen jährlichen Artikeln schreibe ich immer mal wieder über den Stand der Astronomie in Deutschland. Und wie es in den Statistiken zu sehen ist, wird die Astronomie immer mehr zum Randthema.

Man sieht wo der Trend hingeht. Steil bergab und das seit Jahren. Und schaue ich mir die Prognose an, dann laufen wir gegen 0. Was war 2005 anders? Warum sackt die Astronomie so sehr ab?

Gegenbewegung und Gegendarstellung zum Zeitungsartikel

Natürlich gibt es in der Astronomie auch die “Freaks” oder “Nerds”. Das muss es auch. Schließlich sind wir hier auf einem technischen Gebiet unterwegs und gäbe es diese tollen Menschen nicht, dann würden wir langsamer Voranschreiten.

Aber es gibt auch die Hobbyastronomen, die jeden Tag auf Arbeit gehen und Abends noch anderen Menschen das Hobby beibringen. Es gibt sogar viele Frauen, Kinder- und Jugendliche in der Astronomie.

Diese kümmern sich um tolle Projekte (Sonnenbeobachter), ackern wie die blöden um Veranstaltungen wie das ATT zu organisieren oder Leiten ganze Sternwarten.

Auch die Kinder leisten Ihren Beitrag. Diese Stellen uns die Fragen, die wir manchmal nicht beantworten können und dann fangen wir an zu suchen. Nach Antworten.

Aber auch die Astronomen die sich einfach auf die Straße stellen und Sidewalk-Astronomie betreiben. Sie ziehen anderen Menschen, Nichtastronomen an wie die Fliegen das Licht. Und Sie sind offen und reden gern über Ihr Hobby.

Dazu braucht man auch keine “technisch anspruchsvollen Haltevorrichtungen”. Da reicht ein Dobson auf einer Rockerbox. Tubus und Rockerbos sind alles. Das Teleskop wird dann in die richtige Richtung geschuppst und gut ist. Damit kann jeder nach 5 Minuten umgehen. Mit einer Montierung übrigens braucht man auch nur 6 Minuten, dann ist das Prinzip erklärt.

Also, so finde ich und das sagt auch mein Umfeld, sind wir keine Astro-Freaks, die sich technisch viel zu tief in die Materie einarbeiten und (das geht eher an den interstellarum-Redakteur) sind wir nicht 50+. Wir sind eher jung, dynamisch. Manche im Geiste, manch andere direkt.

Wie ist Eure Sichtweise zur Astronomie heute? Sollten wir als Astronomen (Hobbyastronomen) etwas besser machen? Sollte wir uns nicht mehr vernetzen?

Aktion kann ja nur von den Menschen kommen, die aktiv sind. Ich bin der Meinung wir sollten, aber wie sieht es bei Euch aus?

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10 comments

  1. Nico sagt:

    Gerade wenn es um die Öffentlichkeitsarbeit geht, würde ich die Astronomie als Kampf gegen Windmühlen beschreiben. Wir können nicht alle Menschen davon überzeugen, dass Astronomie toll ist, und auch in 50 Jahren werden noch Leute bei bewölktem Himmel zu den Volkssternwarten kommen und fragen, was man denn heute beobachten kann.

    Und wenn dann noch die Presse dazukommt, ist das wieder was anderes. Einer der überhaupt noch keine Berührungspunkte mit der Astronomie hatte, kann nur subjektiv über eine Messe berichten. Und seine Eindrücke von ein paar Stunden liefern in Form eines Textes ein völlig falsches Bild von unserem schönen Hobby. Sicherlich springen einem auf dem ATT immer die hochpreisigen Produkte an, dass man aber auch mit Teleskopen unter 500 Euro was sehen kann, bleibt natürlich unerwähnt. Solche nicht ernsthaft recherchierten Beiträge sind wirklich kontraproduktiv.

    Natürlich ist die Astronomie immer noch ein Randgebiet und wird’s auch bleiben. Als Gegenbeispiel haben sich die Modellbahner längst etabliert, würde ich mal sagen; was allein zwei Brüder in Hamburg für die Popularisierung des Modellbaus getan haben.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Natürlich bleibt es ein Kampf. Diesen sollte aber jeder Hobbyastronom und wissenschaftlich Interessierter mit ausüben. Ich bin mir auch sicher das man nicht alle Menschen erreichen kann und das will ich auch gar nicht. Wie würde wohl die Astronomie aussehen, wenn diese genauso viel Aufmerksamkeit bekäme wie eine Formel-1-Zirkus oder eine Fashion-Week in Berlin. Das möchte ich gar nicht so sehr.

      Was ich aber als wichtig empfinde ist, die Falschdarstellungen der Astronomie anzuprangern und das auch wenn es von einem kleine Blättchen kommt. Schließlich kämpfen wir für eine richtige Darstellung mit den Mitteln die uns zur Verfügung stehen. Da kann aber eine kleine Zeitschrift schon vieles wieder kaputt machen.

      Ich bin mir auch sicher, dass die Astronomie, ebenso wie die beiden Hambuger, eine gewisse Aufmerksamkeit erregen kann. Auch die Informationen zu streuen, dass man mit wenigen Mitteln gute und spannende Astronomie betreiben kann, muss in die Bevölkerung. Auch wenn dann immer noch jemand mit dem Teleskop auf Wolken zeigt und sich fragt, warum er wieder nichts sieht. Wie schon bei FB geschrieben, ist und kann Astronomie so vieles mehr sein. Verknüpfung von Wissenschaft (ab in die Schulen), spannende Stories von Raumfahrt (Gerst macht es vor), tolle Aktionen in der Öffentlichkeit (ihr habt es mit dem Sidewalk gezeigt).

      Es muss mehr passieren und vor allem es muss kommuniziert werden!

  2. Ich denke, der Autor hat im Großen und Ganzen Exponate und Publikum korrekt “gemittelt”: Die große Halle mit ihren Edelprodukten (ich war bei meinen Sternstunde-Interviews auch mehrmals über die Preise geschockt) dominiert nun mal den Eindruck, und Purucker kennt den typischen Kunden ziemlich gut, denke ich (da gab’s nämlich mal eine Umfrage unter den is-Lesern mit viel Rücklauf). Der ATT ist eben einfach nicht der richtige Platz, um sich ein – erstes! – Bild vom Status der Amateur- wie volksbildenden Astronomie zu machen: Es ist eine Fachmesse (geworden), deswegen gehen wir ja auch dorthin. Wohin man einen unbeleckten Reporter stattdessen einladen sollte, um sich ein runderes Bild der Szene zu machen und zu erkennen, dass sich da jeder tummeln kann (und auch sollte), weiß ich allerdings auch nicht. Unvergessen ist ein anderer WAZ-Artikel – von vor Jahrzehnten – über eine der Bochumer Herbst-Tagungen: Da wurden Amateurastronomen als finstere Männer dargestellt, die sich in dunklen Ecken zusammen rotten … ;-)

    • Stefan Gotthold sagt:

      Tja, ich glaube das ATT hängt so zwischen Hobbyastronomie-Treff und wirklicher Fachmesse fest. Die Ausstellung wird immer mehr Verprofessionalisiert, was ja nicht schlimm ist, aber das Programmangebot kann halt wenig ausgebaut werden, da die Location es nicht hergibt.
      Man müsste halt nen neues Konzept erstellen und dieses dann an die heuten Treffen ala #rep14 #lndw14 etc anpassen.
      Eine gute Vortragsstruktur gehört m.M. nach in den Fordergrund. Gut das ATT ist aus einer andere Idee heraus geboren.

  3. […] der Sendungen. NACHTRAG 8: Artikel aus Regionalmedien zur Messe an sich hier und hier (nebst wütiger Reaktion) – und aus den Niederlanden über […]

  4. Olaf sagt:

    Hallo Sternfreunde, also ich glaube, den meisten Hobby-Astronomen ist der Kampf um Aufmerksamkeit ziemlich schnuppe. Es ist ähnlich wie bei den Jägern und den Anglern. Es gibt Verlage und Hersteller, die um Aufmerksamkeit, um den Markt kämpfen – aber kümmert das uns, die wir das Hobby betreiben? Also ich richte meine Aufmerksamkeit lieber auf den Sternenhimmel :) Ehrlich gesagt, das hochpreisige Marktsegment ist irgendwie “lame”, weil es semiprofessionell ist und einen um die möglichen Erkenntnisgewinne diese Hobbys betrügt. Diese Erkenntnisse liegen eben nicht nur in der Beobachtung/Fotografie sondern in der Förderung und Ausbildung von Tugenden wie Geduld, Frustrationstoleranz, das Warten auf den richtigen Moment und die Motivation, Schwierigkeiten zu überwinden, wissenschaftliche und technische Fragestellungen zu formulieren und konkrete Lösungen zu entwickeln. Wer dann Ergebnisse erzielt, sieht diese in einem ganz anderen Licht: Jedes Foto, jede Beobachtung hat eine Vorgeschichte und ist mit einem einmaligen Naturerlebnis verbunden. Wie soll so etwas auf einer Messe vermittelt werden?

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Olaf,
      danke für Dein Kommentar und Du wirst sicherlich damit recht haben, dass vielen Astronomen und Sternenfreunden es egal ist Aufmerksamkeit (auch über die Medien) zu bekommen. Der Verein oder ein benachbarter Sternenfreund reicht da meist schon. Mir geht es mit dem Artikel auch nicht in erster Linie darum Aufmerksamkeit zu bekommen, sondern einmal darzustellen wie das Hobby und die Betreiber in der Öffentlichkeit gesehen werden.
      Natürlich lässt sich auf einer Messe schwierig vermitteln, was wir erleben, wenn wir lange Zeit nach einer Galaxie oder einem Nebel gesucht haben und das Objekt endlich finden. Oder das Foto, was man so lange schon plant zu bekommen. Es ist aber meiner Meinung nach nicht in Ordnung dieses schöne Hobby so in die Ecke zu stellen, dass sicherlich viele Anfänger oder Interessierte einfach gar nicht mehr damit beginnen. Nur mit mehr Akzeptanz und der richtigen Darstellung kann man solch ein Hobby auch verbreiten. Astronomie ist ja mehr als auf dem Feld stehend durch ein Teleskop zu schauen. Bei mir ist Astronomie mich auszutauschen mit Gleichgesinnten und es anderen Menschen zu zeigen. Nach Möglichkeit so viele zu erreichen wie es geht um zu zeigen, dass es toll ist sich mit der Materie zu beschäftigen. Und es ist lehrreich. Das interessiert viele andere auch. Mir ist klar das wir nicht alle Menschen erreichen können. Aber ich möchte doch nicht auch noch die wenige Abschrecken, die wir erreichen.

  5. Olaf sagt:

    Hallo Stefan, die Astronomie ist ein ausgezeichnetes Thema um Menschen zu begeistern. Der Zugang ist viel unproblematischer als andere Hobbies: Sich Fragen über das Universum zu stellen berührt viele Menschen zunächst existentiell und emotional. Deshalb ist die Enttäuschung bei fachfremden Puplikum auch groß, wenn ein Fachmesse Botschaften verbreitet wie:

    - sei reich!
    - sie technik-affin!
    - kaufe!

    Es gibt ein großes Angebot an Teleskoptreffen, Fachtagungen, Astronomietagen für die Öffentlichkeit. Diese vermitteln ein anderes Bild und werden auch von der Presse wohlwollend verfolgt. Eine Astronomie-Fachmesse mit dem gesamten Spektrum von Verlagen, Massenherstellern bis High-End in Deutschland ist richtig, sollte sich aber auch ehrlich als Fachmesse präsentieren, damit solche Missverständnisse nicht entstehen.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Wahrscheinlich hast du recht. Das ATT ist eine gewachsene Struktur. Angefangen als Treff mit der Massgabe die Hobbyastronomen zusammenzubringen, ist es mehr zu einer Messe geworden. Trotz alledem ist es keine Messe, da ja erst einmal alle “nur” Ausstellen und verkaufen möchte.
      Es ist also irgendwie eher ein Messetreff und wenn die Presse darüber berichtet, dann kommt halt sowas dabei raus.
      Mal schauen wie sich das so entwickelt. Danke für den Kommentar. Er regt auf jeden Fall zum Nachdenken an.

  6. Wolfgang sagt:

    Hallo Stefan,

    ich musst ein wenig schmunzeln, als ich Deinen Artikel gelesen habe. Es erinnert mich ein wenig an eine Begebenheit vor, naja gut 20 Jahren. Als junger Mann von Mitte 20 war ich ein großer “Star Trek” Fan, und sogar im Besitz einer “Next Generation Uniform”. Nach einer Convention samt Kinonacht in Wien (Alle ST Kinofilme am Stück), an der auch ich teilgenommen habe, erschien in einer Zeitung ein Artikel, in dem man sich über die Veranstaltung und uns “Trekkies” lustig machte. Ich habe habe mich damals auch darüber geärgert. Bis mir ein Kollege im damaligen Fidonet-Forum Startrek.aus sagte: “Schau, Du kannst Dich jetzt darüber ärgern und ein Magengeschwür bekommen, oder Dich einfach nicht drum kümmern, was Andere über unser Hobby sagen”. Und so geschah es dann auch.

    Heute blicke ich mit einem Lächeln auf diese Zeit und meine “Jugendsünden” zurück. Die Liebe zu Star Trek und SF im Allgemeinen ist geblieben, die ST Uniform ist gut verpackt, aus Zeitgründen schaue ich die Serie aber nur mehr sehr selten.

    Ok, was hat das jetzt mit der ATT und Astronomie zu tun? Ich denke, daß uns zuallererst eine gewisse Gelassenheit gut tut, wenn wir mit solchen Artikeln konfrontiert werden. Dennoch, und da stimme ich Dir zu, sollte man auf Falschdarstellungen hinweisen. Ich finde es toll, wie Du Dich dafür einsetzt. Aber wir sollten uns nicht darüber ärgern – zumindest nicht zu sehr ;-)

    Wenn ich die Situation in Österreich betrachte, glaube ich, daß die Astronomie in den letzten Jahren aber doch immer mehr aus der “Freak-Ecke” herausgekommen ist. Astronomie ist hier auch in den Medien relativ präsent. Reportagen im TV, Berichte in der Zeitung…kaum eine Woche, in der nicht etwas “Astronomisches” zu sehen oder zu lesen ist. Dass Astronomie, Kosmologie etc vom Rand mehr ins Zentrum rückt, ist meines Erachtens auch ein Erfolg von Gruppen wie den bei uns sehr populären “Science Busters”. 2 Wissenschaftler und ein Kabarettist haben sich zusammengeschlossen, um in ihrer Bühnenshow Wissenschaft auf unterhaltsame Art und Weise zu vermitteln. Daß der Chef der Gruppe, der Experimentalphysiker Werner Gruber, nun auch Chef des Wiener Planetariums und der Wiener Sternwarten geworden ist, steigert das Ganze noch. Dazu kommen noch Blogs wie Deines und von Florian Freistetter, die mithelfen, das Thema populärer zu machen.

    Also, ich bin für die Astronomie eigentlich verhalten optimistisch. Vielleicht wird es nie ein “Massenthema” werden, aber das tut der Faszination keinen Abbruch. Und ein bisschen geheimnisvoll soll sie ruhig bleiben…sonst würde sie einen teil der Faszination verlieren.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

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