Mein erstes mal … in einem Planetarium (Ein Vortrag über die ISS)

IMG_9952Tja gestern am 4.6.2014 war es dann so weit. Mein erstes mal in einem Planetarium und obwohl ich es schon hunderte male getan habe, war ich gestern doch sehr aufgeregt.

Hier könnt Ihr meine Erfahrungen nachlesen. Die Erfahrungen die ich gemacht habe, nachdem ich nun das erste mal in einem Planetarium stand und einen Vortrag halten durfte. Aber nicht irgendein Vortrag, sondern meinen Vortrag über die Internationale Raumstation, die ISS.

Bevor ich aber zum Vortrag selbst kommen, möchte ich Euch an meiner Gefühlswelt und auch an der Vorbereitung teilhaben lassen. Vielleicht liest das der ein oder andere Hobby-Astronom und beschließt auch mal einen Vortrag zu halten.

Dann kann er hierauf zurück greifen und vielleicht hilft es ja.


Die Vorgeschichte

Durch meine Tätigkeit in der Wilhelm-Foerster-Sternwarte und dem gleichnamigen Verein, kam es zustande das ich in das Programm der WFS (Kurzform für Wilhelm-Foerster-Sternwarte) aufgenommen wurde.

Ein Vortrag musste her und ich bot mich an, einen zu halten. Thema? Ja, welches Thema sollte es werden? Ich hatte es leicht. Ich schaut in meinen Blog und brauchte nur den am meisten angeklickten Artikel heraussuchen. Schließlich wäre dieser Artikel ein Thema was viele Leute interessiert.

Vortrag: Folie 1Und was soll ich sagen? Es war der Artikel: Wie kann man die ISS am Himmel beobachten? vom 04. Mai 2011. Dieser Artikel ist also schon alt, aber trotzdem aktuell. Es hat sich ja am beobachten der ISS nichts geändert.

Das Thema stand also fest und das Programm wurde gedruckt. Ich war also festgelegt.

Nun ging es an die Vorbereitungen und an die Ausarbeitung des Vortrages. Hier muss ich gleich zugegeben, dass ich mir persönlich immer viel zu viel Zeit nehme es NICHT zu tun.

Wenn ich einen neuen Vortrag ausarbeite, dann muss der Zeitpunkt stimmen. Wenn ich diesen Zeitpunkt treffe, und das hat bisher immer funktioniert, dann flutscht alles wie von selbst. Leider dauert es manchmal und der Zeitpunkt kommt erst eine oder zwei Wochen vor dem Vortrag. Manchmal sogar nur 1-2 Tage vorher.

Ausarbeiten eines Vortrages

Dieses mal kam der Zeitpunkt 1 Woche vorher und ich hatte ziemlich schnell eine Struktur zusammen.

Ich wollte als erstes etwas Allgemeines über die ISS erzählen. Anschließend wollte ich zeigen wie man die ISS beobachten kann.

Dann ging es ins Fotografieren ohne Geräte. Und nach kurzer Rücksprache mit einem befreundeten Astrofotograf wollte ich noch zeigen wie es aussieht, wenn man die ISS mit dem Teleskop fotografiert. Später stellte sich heraus, dass es noch eine weitere Steigerung dazu gab.

Nach einigem Geschreibe und Gebastle in Powerpoint stand dann das Inhaltverzeichnis fest.

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Hier seht Ihr nun meine Inhaltsverzeichnis-Folie. Diese stand ziemlich früh fest. Übrigens weiße Schrift auf schwarzem Grund, war nicht meine erste Wahl. Ich bin eigentlich dran gewöhnt Folien mit schwarzer Schrift und weißem Grund zu erstellen.

Aber meine Erfahrung aus einer der Mitgliederversammlungen war, dass helle Folien in einem dunklen Planetarium blenden.

Also habe ich später entschieden die Folien mit weißer Schrift auf schwarzem Grund zu erstellen und es stellte sich heraus, dass es gut so war.

Fertig bearbeitet habe ich den Vortrag übrigens am 04. Juni. Also am Tag des Vortrages. Dies Bearbeitung der Videos hat länger gedauert als gedacht.

Der Vortragstag

Am Tag des Vortrages war ich natürlich sehr nervös und das obwohl ich schon hunderte Vorträge vor sehr vielen Menschen gehalten habe.

Trotzdem ist es bei einem ersten Mal immer ungewiss mit welcher Besuchergruppe man es zu tun hat. Ich kenne die Besucher nicht und weiß nie ob mein Vortrag zu flach oder zu tief ist. Bringe ich die Leute vor Langeweile zum Einschlafen oder hänge ich Sie wegen zu vieler Details ab.

imageNaja gut, an dem Tag lässt sich nichts ändern.

Ich bin dann recht früh zur Sternwarte gefahren und habe den ein oder anderen Tweet dabei abgesetzt. Natürlich habe ich mich schick gemacht und damit mich die FB-Fans auch erkennen, habe ich doch glatt mal ein Selfie gepostet.

Sowas kann man dann lesen, wenn man meiner Seite auf Facebook folgt. Natürlich habe ich gleich ganz viele nette Kommentare bekommen und das beruhigte mich dann schon ein wenig.

Leichte Schwierigkeiten

Als ich dann schon um kurz vor 6 an der Sternwarte war, der Vortrag sollte ja erst um 8 Uhr beginnen, habe ich die Daten auf einen Rechner überspielt und dann ging es los.

Die mit Blut und Schweiß und unter unsäglich vielen Schimpfwörtern erstellten Videos brachten Powerpoint zum Absturz. Leider. Diese Videos waren bzw. sind eine der Stützen meines Vortrages. Zum einen erlauben diese Videos den Sachverhalt viel besser darzustellen und zum anderen habe ich eine kleine Pause vom Reden, wenn ein Video läuft. Gut, beim zweiten habe ich kein Problem. Ich kann auch 3 Stunden durchplappern.

Also ab an den Rechner und Präsentation reparieren.

Bei zwei Videos hat es schnell geklappt, aber das dritte und einzige in MP4 wollte nicht so recht. Also probierten wir die ganze Zeit dieses Video irgendwie in das Powerpoint einzubinden. Leider funktionierte das nicht bis zum Schluss.

Also haben wir uns entschieden das Video extern zu starten. Da ging es. Jetzt war es halb 8, meine Aufregung stieg und stieg und was macht in solchen Situationen. Na noch ein Selfie im Planetarium.

Dieses mal durfte der Projektor noch mit aufs Bild. Kurz danach haben wir diesen herunter gefahren.

Langsam verstrich die Zeit und der Vorraum füllte sich mit Besuchern.

Sowohl meine Frau als auch meine Mama waren ebenfalls gekommen und wollten sich den Vortrag anhören.

Der Vortrag

Dann kam der Vortrag. Mein Frau schoss noch ein Bild und dann ging es los.

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Das Licht wurde gedimmt und ich präsentierte meinen Vortrag über die ISS.

Einige der Vereinsmitglieder sagten hinterher, dass der Vortrag wirklich locker war und da ich auch mal Späßchen mache, war er wohl auch recht lustig.

Im Vortrag hatte ich, wie oben erwähnt einige Video erstellt. Eines zeigte die ISS im Überflug über den Himmel. Damit kann man sich gut vorstellen, wie schnell die ISS wohl ist.

Dieses Video muss man sich auf jeden Fall in HD und im Vollbildmodus anschauen. Sonst wirkt es nicht.

Auf diesem Video kann man beide ISS-Überfluge sehen und ich habe noch alles so eingestellt, dass hier die ISS-Spur erhalten bleibt. Damit kann man besser folgen.

Auch hier bitte wieder auf HD stellen und auf Vollbildmodus gehen.

Natürlich habe ich die Technik erklärt und auch woher man die Daten erhält. Auch wie man die ISS fotografiert oder solche Bilder erstellt habe ich angesprochen.

Den Abschluss bildeten dann Fotos von Roland Störmer (Astrofotograf) und seinen Aufnahmen der ISS. Die könnt Ihr hier sehen: Astrofotografie von Roland Störmer

Naja und dann gab es noch die High-End-Bilder von Thierry Legault. Auf seiner Seite findet man seine ISS-Fotos.

Fazit

Nach einer Stunde war alles vorbei und ich war glücklich. Ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl die Leute abzuhängen oder das ich hier ins stocken gerate. Das jahrelange Training selbst Vorträge zu halten lohnt sich wohl doch.

Die Rückmeldungen der Zuschauer und auch der Vereinsmitglieder war toll. Von einem Vereinsmitglied habe ich heute sogar ein ISS-Foto von gestern erhalten. Super, damit habe ich die beste Bestätigung  bekommen. Der Vortrag hat gewirkt und mind. ein Teilnehmer hat nach der ISS Ausschau gehalten.

Nun habe ich die Vortrag da und falls hier ein Planetarium mitliest oder Ihr in einem Planetarium seid, dann reicht einfach diesen Artikel weiter oder setzt Euch mit mir in Verbindung. Ich halte einen solchen Vortrag gern auch bei Euch in der Nähe.

Es hat mir auf alle Fälle viel Spaß gemacht.

Nachtrag

Meine Frau hat ja nun das Bild in der Sternwarte gemacht und da sie die Kamera in der Hand hatte, hat Sie wohl beim warten auf mich auch mal den Mond aufgenommen.

Das ist also das erste Astrobild meiner Frau:

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Ist Ihr aller erstes und dafür ist es wirklich gut.

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Mein erstes mal … in einem Planetarium (Ein Vortrag über die ISS), 5.0 out of 5 based on 2 ratings
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2 comments

  1. Wolfgang sagt:

    Gratuliere zu dem erfolgreichem Vortrag! Es gehört immer ein bisschen Mut dazu, sich einfach so vor eine Menschenmenge hinzustellen, und über ein gar nicht so leichtes Thema zu sprechen.

    Liebe Grüsse,
    Wolfgang

    • Stefan Gotthold sagt:

      Danke schön. Das Reden vor Menschen bin ich ja gewohnt, aber den Mut brauchte ich weil man nicht weiß wie man bei neuen Themen so ankommt. Es ging alles gut und ich bin sehr Happy. Auch dank Eurer Unterstützung hier und bei Facebook.
      Viele Grüße
      Stefan

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