Erfahrungsbericht: Celestron Cometron 114AZ (Teil 2/2)

IMG_0590Es war Anfang April, da schrieb ich den ersten Teil zu diesem Erfahrungsbericht. Ich teile solche Berichte gern, denn wie man sieht benötigt man für die praktischen Tests eines Teleskops eine ganze Weile und zum heutigen Zeitpunkt wären die Eindrücke daher schon wieder weg.

Am 10. April habe ich mir das Celestron Cometron 114AZ das erste mal ausgepackt und angeschaut. Jetzt hatte ich Zeit das Teleskop zu testen und kann daher ein wenig aus den ersten Erfahrungen mit dem Gerät schöpfen.

Natürlich möchte ich das mit Euch besprechen und falls Fragen aufkommen auch diskutieren.


Rückblick

Im ersten Teil dieses Erfahrungsberichtes zum Teleskop Celestron Cometron 114AZ beschrieb ich ja das Gerät und dessen Zubehör. Dort findet man auch ein Video bei dem ich das Gerät auspacke und mir anschaue.

In dem ersten Teil erfährt man alles Wissenswerte über das Gerät und auch alle Daten zu dem Gerät sind dort verzeichnet.

Die technischen Daten habe ich hier nun noch einmal in der Tabelle zusammen gefasst.

Technische Eigenschaften auf einen Blick

Durchmesser114 mm
Brennweite450 mm
Öffnungsverhältnisf / 4
Okularauszug1 1/4 Zoll
SucherLeuchtpunktsucher StarPointer
MontierungAzimutale Montierung
Okulare10 mm Kellner 1,25”
20 mm Kellner 1,25”
Gewicht3,8 kg

Praktische Erfahrungen

Kommen wir nun aber zu den praktischen Erfahrungen. Ich hatte nun Gelegenheit das Gerät bei diversen Aktionen einzusetzen.

Durch die kurze Brennweite erreicht das Gerät einen tollen Überblick über den Sternhimmel. Das spazieren Schauen am Himmel mit dem 25mm Okular ist wirklich eine Freude.

Der Spiegel des Cometron ist ja im Gegensatz zu meinem alten Bresser Newton nicht mehr sphärisch oder parabolisch. Dadurch merkt man das die Abbildungsqualität doch um einiges besser.

Das Gerät hat als erstes Sternenlicht keinen Stern gesehen, sondern einen Planeten. Ich habe es einfach mal auf den Mars gehalten und man konnte schon im 20mm Okular, also bei 22facher Vergrößerung ein Kügelchen sehen. Mit dem 10mm war es natürlich schon besser.

Auch wenn es zu dem Gerät keine Barlow-Linse dazu gab, habe ich eine aus meinem Sortiment eingesetzt und kam damit auf Vergrößerungen von 88fach. Auch das ging am Mars noch. Leider zeigen sich bei diesem Gerät und bei den Vergrößerungen keine Strukturen auf dem Mars. Da sah bei Jupiter schon anders aus und die Ringe des Saturns lassen sich mit dem Gerät auch beobachten.

Planeten sind also nicht unbedingt die Stärke des Teleskops, aber Sie lassen sich beobachten. Trotzdem ist die Abbildungsqualität gut gewesen.

Nun gibt es aber nicht nur Planeten dort am Himmel, sondern viel mehr Objekte die man beobachten kann. Eines der schönsten Objekte ist am Himmel der Mond. Dieser sieht natürlich in einem solchen Gerät fantastisch aus und man kann sich lange mit dem Mond beschäftigen.

Hier kann man wundervoll Krater, Berge, Täler, Mare und viele andere schöne Strukturen auf dem Mond beobachten. Das geht auch sehr gut mit den beigelegten Okularen.

Die wohl größte Stärke des Gerätes liegt aber in der Übersicht-Astronomie. Also große Sternefelder genießen. Schließlich ist das Teleskop für die Kometenbeobachtung konzipiert und auch wenn ich keinen Beobachten konnte, wird hier das Teleskop gute Arbeit leisten.

Die Optik ist gut und ich musste diese nicht einmal justieren. Die Okulare sind für erste Beobachtungen ausreichend, sollte dann aber auch irgendwann ersetzt werden. Das ist halt eine Budget-Frage.

Was wirklich toll ist, ist die Transportabilität. Mit gerade mal 3,8 Kilo ist das Gerät schnell eingepackt und mitgenommen. Man kann es sich auf die Schulter legen und auch mal über längere Zeiträume tragen. Hier kann man das Gerät wirklich gut für die Beobachtung in einer Stadt oder im Urlaub empfehlen. Der Aufbau mit dem Stativ und der azimutalen Montierung gestaltet sich sehr einfach.

Schön gelöst ist auch der Umstand, dass man die Okularablageplatte nicht mehr Anschrauben muss. Hier haben sich die Ingenieure etwas tolle einfallen lassen. Auch wenn ich immer Angst hatte etwas abzubrechen, kam das nicht vor. Ich war aber auch gut vorsichtig.

Die Montierung

Die Montierung für das Cometron ist eine azimutale Montierung. Im ersten Teil des Berichts hatte ich das schon mal ausführlicher beschrieben.

Diese Art der Montierung macht die Bedienung des Gerätes sehr einfach. Vor allem für Einsteiger in das Hobby ist das eine wichtige Hilfestellung und Information.

Durch diese Bauweise ermöglicht man dem Beobachter nicht nur den schnellen Schwenk über den Sternenhimmel, sondern auch die Naturbeobachtung ist damit sehr gut möglich.

Für die Astrofotografie wäre zwar eine Montierung in äquatorialer Bauweise besser geeignet, aber dieses Teleskop ist ja nicht für Fotografie ausgelegt.

Die Einhebelbedienung macht die Arbeit mit dem Gerät einfach. Natürlich findet man als “alter” Hobbyastronom aber auch immer kleinere Punkte zum meckern.

So fand ich die Zenitbeobachtung, also das Beobachten des Sternhimmels direkt über dem Kopf, etwas schwieriger. Hier liegt der Hebel recht nah am Stativfuß an.

Bei der Verarbeitung kann man keine Mankos finden. Diese ist Qualitativ gut ausgearbeitet. Das das Teleskop auch als Reiseteleskop konzipiert ist, muss man auch bei der Konstruktion immer Kompromisse zwischen Gewicht und Stabilität eingehen. Hier muss man leichte abstriche zwischen Schwingverhalten und Gewicht in Kauf nehmen. Eine stabilere Montierung wäre halt doch um einiges schwerer.

Ein Schreckmoment

IMG_9940Einen Schreckmoment bereitete mir die Klemmung des Teleskoptubus auf der Montierung. Hier wird eine Prismenschiene verwendet die mit dem Teleskop verbunden ist und auf die Montierung gesteckt wird. Das System kennt man von vielen Montierungen.

Ich hoffe das Ihr das auf dem Foto sehen könnt. Als ich nun eines Abends beobachtet und das Teleskop schwenkte, rutschte das Teleskop aus dieser Prismenschiene und mein Herz in die Hose. Ich hatte Glück, da ich die Hand hinten am Teleskop hatte und damit das Gerät auffangen könnte. Wäre das nicht der Fall gewesen, dann wäre der Tubus aus 1,5 Meter höhe auf den Boden gekracht und es hätte sicherlich einen Schaden gegeben.

Da ich leider nicht jedes mal beim Beobachten diese Schraube kontrolliert hatte, konnte diese sich wohl durch das Fokussieren und das Anfassen am Tubus lösen.

Meine Empfehlung ist die Klemmschraube vor jeder Beobachtung zu kontrollieren. Vielleicht hat der Hersteller hier auch die Möglichkeit eine kleine Kerbe anzubringen. Das kenne ich z.B. von meiner EQ5-Prismenschiene. Das würde das herausrutschen des Tubus verhindern.

Wie gesagt, achtet einfach drauf die Schraube immer mal wieder zu kontrollieren. Das ist ein Griff und dauert nur zwei Sekunden.

Fotografieren

Gleich vorweg will ich sagen, dass dieses Teleskop auf dieser Montierung zum Fotografieren nicht geeignet ist. Man muss aber dem Gerät auch zugute halten, dass es nicht für Fotografie konstruiert ist und ich damit die Grenzen des Gerätes mit Absicht verlassen habe.

Es war ein Geduldsspiel hier Fotos zu schießen. Vor allem die Einstellungen am Stern und an den Himmelsobjekten ist mit der AZ-Montierung kaum bis gar nicht möglich. Da man hier keinerlei Feineinstellungen der Achsen hat, muss man alles per Hand einstellen und kann nicht nachführen.

Es gibt einige Bilder vom Mond und ich hatte versucht die ISS einzufangen. Bei all den Versuchen hatte ich aber immer Zusatzzubehör im Einsatz.

Hier muss ich einfach sagen, dass das Gerät nicht für die Fotografie geeignet ist. Das gibt auch der Hersteller so an und von daher weiß man wo die Grenzen liegen.

Dieser Test ist also nicht aussagekräftig und sollte für die Entscheidung das Gerät zu kaufen oder nicht zu kaufen nicht verwendet werden.

Fazit

Es gibt bei dem Geräte einige Pro-Punkte, aber auch Kontrapunkte.

Pro:

  • Gute Optik
  • Sehr Transportable
  • Leicht zu bedienen
  • Großes Gesichtsfeld
  • Naturbeobachtungen

Kontra:

  • Montierung
  • Halterschraube

Wer ein Gerät für das erste Jahr seines Astronomiehobbies sucht und hier etwas transportables braucht, der kann sich dieses Gerät anschaffen. Zum üben am Sternhimmel und zur Beobachtung von Mond, Planeten, Kometen und Sternfelder mit vielen Objekten wie Kugelsternhaufen oder Galaxien ist das Gerät gut geeignet. Die Optik ist super und durch die leichte Anwendung einer AZ-Montierung kann der Einsteiger sofort mit dem Gerät umgehen.

Der Leuchtpunktsucher ist einfach zu bedienen.

Jeder andere der weiter gehen will (Astrofotografie), sollte bei alternativen Geräten Ausschau halten. Vor allem auf die Montierung sollte man hier achten. Was natürlich auch mit erheblichen Mehrkosten einhergeht.

Den Preis von 200 € finde ich persönlich zu hoch. Das muss aber auch jeder für sich selbst entscheiden welchen Preis er bereit ist auszugeben.

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