Wie Du selbst tolle Fotos der ISS machen kannst (Teil 1/2)

ISS Trail BerlinIn letzter Zeit beschäftige ich mich verstärkt mit der Internationalen Raumstation. Gut einige der Artikel habe ich schon vor mehr als 2 Jahren geschrieben. Aber seit dem ich den Astronauten Alexander Gerst treffen durfte und ich einige Artikel über die Sichtbarkeit der ISS geschrieben habe, hat mich das Fieber wieder gepackt.

Es gibt hier im Blog sogar eine ganze Abteilung mit Artikel zur ISS und wie man diese beobachten kann. Ganz oben in der kleinen Leiste befindet sich der Punkt ISS beobachten. Dahinter befindet sich eine Schatztruhe mit diversen Artikeln zur ISS.

Was ich aber noch viel zu wenig vorgestellt habe, ist die Möglichkeit die ISS zu fotografieren. Da meine Bilder der ISS mittlerweile sehr beliebt bei Facebook, Twitter oder Google+ sind, dachte ich mich, ich erstelle doch einfach mal einen Artikel und zeige Dir: Wie Du selbst tolle Fotos der ISS machen kannst und was Du alles dazu brauchst.

Viele Menschen fragen mich immer ganz erstaunt: Was? Man kann die ISS mit bloßem Auge sehen? Wie geht das?

Meistens kommt die Frage nachdem ich diesen Menschen die ISS gezeigt habe oder auch nach meinem Vortrag in der Sternwarte. Ganz erstaunt sind Sie dann wenn ich Ihnen erzähle, dass man die  ISS auch mit einfachen Mitteln fotografieren kann.

Wie man die ISS beobachtet, habe ich hier im Blog schon Mehrfach beschrieben und oben in diesem Artikel findet Ihr einen Link dazu. Auch meine Reihe zur ISS-Sichtbarkeit könnt Ihr lesen oder Ihr abonniert einfach meinen Newsletter.

Heute geht es aber ums Fotografieren der ISS und das geht zum Teil schon mit sehr einfachen Mitteln.

Welche Arten von Fotos gibt es?

Wer die ISS aufnehmen möchte, sollte entscheiden welche Art von Foto er machen möchte.

ISS Trails (Trail = Spuren)

Die einfachste Möglichkeit ist eine Strichspuraufnahme der ISS. Das ist meine bevorzugte Art ein Foto der ISS aufzunehmen. Hier ein Beispiel:

ISS Trail Berlin

Diese Trails werden mit mehreren Aufnahmen getätigt und dann mittels Software zusammengebaut. Später dazu aber mehr.

ISS im Teleskop

Natürlich besteht auch die Möglichkeit die ISS im Teleskop oder einem Spektiv zu beobachten oder zu fotografieren. Da braucht man aber schon gut Übung zu und auch ein wenig Glück. Es gibt aber in der heutigen Zeit einige Tricks, die es vereinfachen die ISS auch im Teleskop einzufangen.

Ich habe es letztens mit einem kleinen Newton-Teleskop versucht und konnte einige schöne Aufnahmen generieren. Hier mal ein Beispiel von mir und ein freies Bild.

Natürlich ist das nicht mehr wirklich einfach. Es gibt aber noch eine Steigerung zu dieser Astro-ISS-Fotografie.

ISS vor Himmelsobjekten (ISS vor Sonne oder Mond)

Die höchste Stufe der ISS-Fotografie ist wohl die Bedeckungsfotografie der ISS. Ich kenne nicht viele Menschen die wirklich tolle Fotos hinbekommen haben.

Th?id=hn.608026361228496126&pid=15Ich wollte zwar letztens die ISS vor der Sonne ablichten, aber da kamen mir leider die Wolken dazwischen. Hier gibt es einmal zwei Beispiele für die Fotografie der ISS vor der Sonne und dem Mond. Beide kommen von der NASA-Seite.

Rechts ist das Bild vor dem Mond zu sehen. Hier einmal im Vergleich zum bekannten Krater Copernicus.

Unten dann die ISS vor der Sonne. Hier kann man schön die Größenverhältnisse sehen.

 

Was benötigt man für diese Fotos. Hier bekommt Ihr einen kleinen Überblick über die Ausrüstung. Natürlich wieder nach Art der Fotos sortiert.

Was braucht man für die Fotos?

Für die Bilder, zumindest für die Trail-Aufnahmen benötigt man nicht viel Ausrüstung. Das verfolgen und vor allem die Bedeckungsfotos sind schon mit mehr Ausrüstung verbunden.

Ausrüstung für ISS-Trails

Für die ISS-Trails benötigt man nicht viel. Hier habt Ihr eine Liste meiner Ausrüstung:

  • Canon 600D Spiegelreflexkamera
  • Fernbedienung Kabel
  • Walimex FishEye oder normales KitObjektiv
  • Fotostativ
  • Speicherkarte (Klasse 10)

Das war es eigentlich schon. Wer nun mal auf den Gedanken kommt sich diese Ausrüstung zu kaufen oder fragt wie teuer diese Ausrüstung ist, der kann das hier sehen:

Canon 600D (Body + Objektiv)ca. 540 €(bei Amazon*)
Fernbedienung (Kabel)ca. 12 €(bei Amazon*)
Walimex FishEyeca. 370 €(bei Amazon*)
Fotostativca. 30 €(bei Amazon*)
Speicherkarte (16 GB)ca. 10 €(bei Amazon*)
Summe962 € 

Gut, wer noch nichts von diesen Teilen besitzt, der wird bei knapp 1.000 € erst einmal zurückzucken. Aber es ist der erste Schritt in die DSLR-Fotografie und soll nur zeigen, dass doch sehr viele Menschen schon einen guten Teil der Ausrüstung besitzt.

So hatte ich damals schon eine Sony Alpha 230 Kamera und konnte damit gute Ergebnisse erzielen. Leider konnte ich mit dieser Kamera nicht weiter gehen und entschied mich für die Canon. Hier kann man nachlesen warum: Erfahrungsbericht: Warum eine Sony Alpha 230 für die Astrofotografie ungeeignet ist?

Das Fischauge (Walimex FishEye) kann man sich am Anfang auch sparen. Das muss nicht gleich sein. Es reicht auch das Standard-BodyKit-Objektiv. Hier kann man schon gute Aufnahmen machen. Und wer die 600D auch noch durch eine 1000D ersetzt kommt runter auf ca. 300 €. Die 1000D hat aber einige Nachteile und daher würde ich schon Überlegen ob eine 600D nicht besser wäre.

Ausrüstung für direkte ISS Aufnahmen (+Bedeckungen)

Da die Ausrüstung für direkte Aufnahmen der ISS sowohl für Bedeckungen als auch für keine Bedeckungen die gleiche ist, fasse ich diese hier mal zusammen.

Im wesentlichen müssen wir die Fotoausrüstung oben nur etwas erweitern.

Teleskopca. 300-700 €(bei Amazon*)
Adapter (T2-Ring)ca. 11 €(bei Amazon*)
Barlow 2xca. 30 €(bei Amazon*)
Sonnenfilterca. 25 €(bei Amazon*)
   
Summeca. 366 – 766 € 

Damit habe ich nun alle Teile soweit zusammen.

Ich habe hier natürlich die beiden Foto-Anforderungen gemixt. Außerdem kann ich mich bei einem Teleskop ja nicht festlegen, da dieses ja oft auch für andere Zwecke verwendet wird. Daher gibt es hier doch einen hohen Range an Kosten die auf einen zukommen.

Ich denke zwar nicht, dass sich jemand ein Teleskop für die ISS-Fotografie kauft, aber wer sich ein Teleskop kaufen will, kann an die ISS mal mitdenken.

Wichtig sind hier Brennweiten ab 2-3 Meter für die Aufnahmen. Wenn das Teleskop also 1,5-2 Meter Brennweite hat, dann ist das schon ideal. Mit einer Barlow-Linse (siehe Tabelle) wird die Brennweite ja verdoppelt.

Ausblick

Da dieser Artikel schon wieder recht lang geworden ist und ich weiß das viele Menschen zu lange Artikel einfach nicht lesen.

Daher wird der zweite Teil (der zum Teil schon fertig ist) dann erst später kommen. Dort möchte ich verstärkt auf die Einstellungen zur ISS-Fotografie eingehen. Natürlich sollen dort auch Schwierigkeiten und Tricks besprochen werden.

Ich hoffe allein dieser Artikel gefällt Euch. Der zweite Teil folgt demnächst.

Update

Den zweiten Teil der kleinen Serie findet Ihr hier: Wie Du selbst tolle Fotos der ISS machen kannst (Teil 2/2)

Quelle: NASA/APOD && Eigene Fotos

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One comment

  1. Danke für die tollen tips zum festhalten der persiden ☺, ein lesenswerter Blog
    Liebe grüße Kurt

    Ps: http://www.sternwarte.at

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