Seifenblasen in der Schwerelosigkeit auf der Internationalen Raumstation (ISS)

SeifenblaseAls Alexander Gerst sich am 28. Mai 2014 auf den Weg zur Internationalen Raumstation machte, hatte er einige Experimente bzw. deren Beschreibungen mit im Koffer. Eines der Experimente war der “Schmelzofen” bei dem Legierungen in der Schwerelosigkeit hergestellt werden. Das ist sicherlich ein sehr interessantes Experiment, aber nicht Gegenstand dieses Artikels. Nein, vielmehr möchte ich über das Seifenblasenexperiment schreiben. Warum? Weil es in einer Aktion 42 – ein Schülerwettbewerb – ausgewählt wurde und nun von Alexander Gerst auf der ISS durchgeführt worden ist.

Was es mit den Seifenblasen in Schwerelosigkeit auf sich hat und was die Aufgabe von Alexander Gerst bei der ganzen Geschichte ist, erfahrt Ihr in diesem Artikel.


Der Schülerwettbewerb und die Seifenblase

Damit natürlich auch jeder weiß worum es geht muss ich wohl ein wenig ausholen und den Schülerwettbewerb beschreiben.

Unter dem Namen “Aktion 42” sollten Schüler aus ganz Deutschland Ideen und Experimente entwickeln, die auf der ISS durchgeführt werden sollte.

Eine Schwierigkeit dabei war es, dass nur Mittel verwendet werden, die auf der ISS vorhanden sind. Dazu gab es eine Liste von 42 Objekten (daher der Name) die sich auf der ISS befinden und für die Experimente verwendet werden durften. Den Aufruf zur Aktion 42 findet Ihr auf den Seiten von DLR_next: Ideenwettbewerb „Aktion 42“ – Schüler entwickeln ein ISS-Experiment!

Schülerinnen und Schüler aus ganz Deutschland hatten sich beworben und fleißig an Ideen gebastelt. Über 50 Schülerinnen und Schüler nahmen an diesem Wettbewerb teil und es wurde eine ganze Reihe toller Experimente vorgeschlagen.

Die Gewinner der “Aktion 42” kamen dabei unabhängig auf die Idee Seifenblasen in der Schwerelosigkeit zu untersuchen. Vor allem war sehr Interessant zu sehen und zu lesen, wie sich die Schüler mit dem Thema auseinander setzten.

Allein die Überlegungen zu den Experimenten sind spannend. Wird eine Seifenblase in der Schwerelosigkeit ewig leben? oder Was passiert wenn man eine Büroklammer hineinsteckt?.

Aber auch die Seifenblase akustisch zu beschallen ist ein tolles Experiment.

Die Gewinner des Schülerwettbewerbes könnt Ihr Euch hier anschauen: Die Gewinner-Experimente der Aktion 42: schwerelose Seifenblasen und ein „Schall-Antrieb“

Erst einmal üben

Natürlich wurden die Experiment dann von den Ingenieuren der ESA und vom DLR aufbereitet und beschrieben. Es ist ja ein wissenschaftliches Experiment und soll Erkenntnisse über die Seifenblasen liefern.

Wie alle Experimente muss auch dieses Seifenblasenexperiment geübt werden und so musste Alexander Gerst erst einmal auf dem Boden üben, was er später in der Schwerelosigkeit durchführen musste.

Seifenblase

Bewaffnet mit Strohhalm, Plastiktüte und dem Haarshampoo der ISS-Besatzung wird als erstes eine Seifen-Mischung hergestellt und dann mittels Strohhalm wird eine Seifenblase geformt.

Wie sich Seifenblasen auf der Erde verhalten kennt jeder. Wer aber mal genauer hinschaut wird sehen, wie die Flüssigkeit auf der Membran der Seifenblase nach unten fließt. Das ist ein Effekt der Schwerkraft und bringt auch die Seifenblase zum platzen.

Zwei Schüler-Team stellten sich also unabhängig voneinander die Frage ob die Seifenblasen wohl ewig Leben im Weltall.

Thomas Poller, Enrico Olzmann und Max Neumerkel (alle 17) vom Gymnasium am Sandberg in Wilkau-Haßlau in Sachsen sowie Julius Schölkopf und Lukas Bonfert (alle 15) vom Friedrich-Schiller-Gymnasium in Marbach am Neckar lassen Astronaut Alexander Gerst in der ISS untersuchen, ob eine Seifenblase in der Schwerelosigkeit nicht "unsterblich" ist oder zumindest eine längere Lebenszeit als auf der Erde hat.

Nun muss er mit Seifenblasen “spielen”

Am 20. Juni, also Übermorgen am Freitag, wird soweit sein. Alexander Gerst wird die Seifenblasen untersuchen.

Dabei rückt er den Seifenblasen mit Nadelstichen und Technomusik auf die Pelle.

Nun könnte man denken, dass es nichts großes ist mit Seifenblasen zu experimentieren. Aber allein der Punkt Sauberkeit auf der Raumstation spielt eine große Rolle. Sobald hier Seifenlauge verschüttet wird, muss diese eingefangen werden. Daher gehört auch ein Handtuch mit zum Experiment.

Es werden diverse Fragen Rund um die Seifenblasen gestellt und sollen vom Astronauten in ca. 2-3 Stunden Experimentzeit beantwortet werden.

  • Wie lange lebt eine Seifenblase in der Schwerelosigkeit?
  • Lassen sich zwei unabhängige Seifenblasen in Schwerelosigkeit vereinen?
  • Kann man eine Nadel in die Seifenblase stecken ohne das diese Platz?
  • Was passiert bei Beschallung mit der Seifenblase?

Das ganze Experiment wird aufgezeichnet und wenn man Glück hat, kann man auch im Livestream (siehe hier im Blog: Internationale Raumstation (ISS) Live erleben – geht das?) zuhören und eventuell sogar direkt zuschauen.

Vermerkt Euch also den 20. Juni und schaut dann mal rein in den Stream. Ich bin auf die Ergebnisse sehr gespannt.

Bildquelle: DLR  (Link zur PM)

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