Social Media für Sternwarten, Planetarien und Astronomie-Vereine – Warum sollte man auf den Social Media Plattformen tätig sein?

Social Media MännchenNachdem ich nun seit einiger Zeit verstärkt mit Sternwarten, Planetarien und auch Astronomie-Vereinen kommunizieren ergibt sich immer mehr ein Bild im Bezug auf das Thema “Social Media”.

Die eine Hälfte der oben Genannten hat keinerlei Ahnung oder Ambitionen sich mit dieser Thematik auseinander zu setzen und lässt es komplett bleiben. Die andere Hälfte nutzt es zwar, aber hat kein Konzept oder ein Plan wie man mittels Social Media neue Besucher, Interessierte oder aber auch neue Mitglieder bekommen kann.

Ich habe natürlich mal im Netz geschaut und mich mit einigen Planetarien, Vereinen und Sternwarten verknüpft und z.T. erschreckendes feststellen müssen.

Dieser Artikel soll einfach einmal die Fragen beleuchten: Warum sollte ein Planetarium, eine Sternwarte oder ein Verein auf den Social Media Plattformen tätig sein und wie sollte man diese Tätigkeiten angehen?

Gehen wir aber erst einmal die erste Frage an und schauen uns an, warum einige Sternwarten, Planetarien oder Vereine diese Form noch nicht nutzen. Wir wollen also folgende Frage beantworten:

Warum sollte ein Planetarium, eine Sternwarte oder ein Verein auf den Social Media Plattformen tätig sein?

Schaut man sich an wie bestimmte Einrichtungen, wie Sternwarten oder Planetarien, früher gearbeitet haben und wie sich die heutige Kommunikation der Menschen verändert hat, dann braucht man nicht mehr lange nach dem Warum zu suchen.

Betrachten wir doch aber erst einmal die Zielsetzung der Einrichtungen.

Das Ziel von Planetarien, Sternwarten und Astronomie-Vereinen ist es das astronomische Wissen in die Bevölkerung zu tragen.

Dieses Ziel steht zum Teil in den Vereinssatzungen und natürlich auch ganz oben bei den entsprechenden Ministerien die oft die Sternwarten und Planetarien unterstützen.  Diese Ziel bedeutet also so viele Menschen wie Möglich zu erreichen und Ihnen zu sagen:

Hey, schaut her wir machen hier tolle Dinge und wollen Euch diese Dinge zeigen und erklären.

Falls ich mit dieser Aussage falsch liegen sollte, lasst es mich Wissen. Dann ist meine gesamte Sichtweise auf die Astronomie falsch.

In der früheren Zeit erreichte man die Menschen aus seiner Umgebung relativ einfach. Diese Menschen schauten Fern und lasen Zeitungen und es reichte oft in einer Zeitung einen Artikel zu platzieren und man war wieder im Gespräch. Das Interesse an der direkten Umgebung war viel größer und so schaute man natürlich was man so am Wochenende machen konnte.

Das alles hat sich aber mit der Technologie (Laptop, Smartphone, Tablet) geändert und die natürlich hat sich das auch mit den Social Media Kanälen geändert.

Menschen kommunizieren ganz anders in der heutigen Zeit und wer eine gewisse Anzahl an Menschen erreichen möchte, kann auf die Social Media Kanäle nicht verzichten.

3 Social Media Ausreden für mangelnde Aktivität

Wer sich nicht mit einem Thema beschäftigen möchte, welche Gründe da auch immer hinter stecken mögen, sucht oft nach Ausreden. Diese drei Ausreden kenne ich:

1. Social Media ist nur was für große Unternehmen

Nimmt man einmal die private Nutzung der Kanäle raus, dann kommt häufig das Argument das Social Media ja nur für große Unternehmen wie VW oder Coca Cola etwas ist.

Hier hinkt aber der Vergleich. Es ist natürlich klar das eine Sternwarte oder Planetarium nicht die 7stelligen Bereiche der große Unternehmen erreicht. Das schafft man schon vom Werbebudget nicht und auch will man das gar nicht unbedingt.

Ich sage: Das muss auch gar nicht sein und man kann trotzdem erfolgreich Social Media betreiben.

Schaut man sich das Ziel von oben an, dann möchte man so viele Menschen erreichen wie möglich. Man möchte aber Menschen erreichen die einen selbst auch erreichen können. Was nutzen mir 2.000 Facebook-Fans aus der Schweiz, wenn meine Sternwarte in Hamburg steht. Natürlich wird der ein oder andere Schweizer auch mal in Hamburg vorbeischauen, aber es ist ja nicht die Hauptzielgruppe.

Aber es wäre doch sicherlich ein Ziel für ein Planetarium oder für eine Sternwarte, wenn man den Anspruch hat in der eigene Stadt bekannt zu sein.

2. Ich weiß gar nicht was ich da überhaupt schreiben soll und darf

Viele Menschen die mit Facebook oder Twitter anfangen, wissen oft nicht was Sie schreiben sollen. Häufig kommt dann die obige Aussage mit dem Anhängsel, man hätte eh nichts wichtiges zu sagen.

Denkt man aber einmal darüber nach, dann finden sich viele tolle Themen die man den Menschen aus seiner Umgebung näher bringen kann.

Beobachtungsabende, Themenabende, Fachvorträge, Hinweise auf den Sternenhimmel oder auch mal der eigene Gemütszustand nachdem das Teleskop mal wieder 3 Stunden ausgerichtet wurde.

Menschen die sich mit einer Organisation oder einem Verein identifiziert haben, möchten auch Informationen haben. Einen Sternwartenleiter erreichen schneller mal die Neuigkeiten aus der Astronomieszene. Warum diese dann nicht weitergeben?

Warum nicht einfach eine Frage eines Sternenfreunds öffentlich beantworten? (Achtung bei Namensnennung).

Beim was man darf und was man nicht darf sind sich die meisten Unsicher. Man achte einfach darauf das keine Persönlichkeitsrechte verletzt werden. Bei der Frage zum Beispiel sollte man nicht den Namen des Fragers schreiben. Bei Lobbriefen sollte man vorher Fragen ob diese Veröffentlicht werden dürfen.

Bilder sollte man nicht einfach aus dem Internet auf die Facebook-Seite stellen. Hier einfach mit Verstand an die Sache herangehen und wenn was unsicher erscheint, lieber jemanden Fragen der es weiß. Meistens ist es aber sehr eindeutig und stellt daher kein Problem dar.

3. Ich habe viel zu wenig Zeit und weiß nicht wie ich das Organisieren soll

Das und die Aussage das man mal jemanden braucht der einem zeigt wie es geht, kommt mir oft unter. Wer seine Social Media-Kanäle organisieren will, sollte sich einen Redaktionsplan erstellen.

Hierbei kann man eine Planung erstellen und die Inhalte und die Orte auch planen. Jedem im Verein ist dann klar das es einen solchen Plan gibt und wer dann auch noch die Kennwerte wie Reichweite etc. dort einträgt, kann sich einen guten Überblick verschaffen, was die Aktivitäten bringen.

Mit diesem Punkt bin ich schon bei dem nächsten Thema:

Wie sollte eine Sternwarte, ein Planetarium oder Verein so etwas angehen?

Der Redaktionsplan ist das Mittel der Wahl.

Hierbei geht es um Organisation und auch um die Möglichkeiten die Übersicht zu behalten. Es soll als Planungsgrundlage dienen.

Wer einen Plan zur Contentgenerierung (Inhaltserstellung) haben will, sollte als erstes an saisonale Themen oder halt an wiederkehrenden Themen orientieren. Vor allem in der Astronomie gibt es viele saisonale und wiederkehrende Themen.

Wintersternhimmel, Sommersternhimmel, Nachtleuchtende Wolken, Polarlichter, Sonnenbeobachtungen im Sommer, Sternschnuppenströme und und und. Diese Liste lässt sich beliebig erweitern.

Man sollte aber auch an wiederkehrende Veranstaltungen denken. Teleskoptreffen in der Nähe, ATT in Essen, Tag der Astronomie, Yuris Night … und vieles mehr.

All das lässt sich sehr gut in seinen Kanälen verwenden. Man muss aber dran denken. Wichtig ist hier, dass die Besucher die Möglichkeit haben zu diskutieren und sich auszutauschen. Sollten Fragen auftauchen müssen diese beantwortet werden. Die Pflege eines solchen Kanals kostet Zeit.

In Unternehmen werden dafür spezielle Manager eingestellt. Sogenannte Social Media Manager. Diese erarbeiten genau einen solchen Redaktionsplan.

Anleitung für einen Social Media Redaktionsplan (inkl. Download)

Ich habe hier einmal einen Beitrag zu einem Redaktionsplan verlinkt. Dort findet man auch eine Vorlage zu einem solchen Plan.

Es gibt aber nicht nur die Planetarien die erst damit Anfangen oder sich bisher erfolgreich drücken vor den Social Media-Kanälen.

Es gibt auch die Planetarien die dort schon unterwegs sind.

Fehler im Social Media Umfeld

Und hier stelle ich immer wieder gravierende Fehler im Umgang mit Social Media fest.

1. Reden ist Gold, Schweigen ist tödlich

Nichts ist schlimmer als eine Facebook-Seite zu haben auf der nichts passiert. Da ist es zum Teil sogar besser, dass man keine besitzt. Natürlich wollen wir das nicht. Das haben wir ja oben schon gelernt.

Hier sollte man also darauf achten, dass in den Kanälen auch etwas passiert. Schließlich dienen die Kanäle der Kommunikation.

2. Zu viel Reden ist auch nicht gut

Nun kommt man auf den Gedanken das ich mich wiederspreche. Dem ist nicht so. Zu viel Reden kann dazu führen das die Leute genervt sind. Es gibt zum Beispiel Planetarien die befeuern Ihre Facebookfans mit diversen Meldungen aus der Astronomie und der Raumfahrt. Hier werden 10-20-30 Meldungen nacheinander gepostet.

Das ist natürlich toll und sorgt zum Teil bei viralen Nachrichten für Aufmerksamkeit. Aber stellen Sie sich vor es kommen jeden Tag 30 Nachrichten aus der Astronomie und man interessiert sich nur für 2? Was tun Sie? Ja, sie fangen an den Kanal zu ignorieren. Dadurch verlieren aber auch wichtige Nachrichten wie Veranstaltungstipps Ihren Wert. Außerdem erreichen Sie viele Menschen die Sie nicht erreichen müssen.

Hier sollte man sich Fragen, welche Zielgruppe man hat und sich daran orientieren.

Zu viel ist nicht gut und zu wenig ist auch nicht gut. Der Mittelweg macht es.

Fazit

Gar nichts mit den Social Media Kanälen wie Facebook oder Twitter zu machen ist nicht gut. Oben habe ich gezeigt, dass es keine Ausrede gibt nichts zu tun.

Hier heißt es Anfangen und das Profil auf- und ausbauen. Eine Planung muss her und eine Struktur. Und wer sich gar nicht auskennt, sollte sich jemanden suchen.

Auch hier sollte man aber nicht den Fehler machen und jemanden aus dem Freundeskreis nehmen oder ein Vereinsmitglied, welches zwar bei Facebook ist, aber von dem Marketing keinerlei Ahnung hat. Dies ist übrigens oft der Fehler vieler Vereine, Planetarien oder Sternwarten. Das Vereinsmitglied ist zwar super und es ist lobenswert das sich jemand die Zeit nimmt. Aber hier ist es wichtig sich jemanden zu suchen der aus dem Bereich Social Media Marketing kommt.

Ziel ist es ja mehr Menschen zu erreichen und nicht noch mehr Arbeit ins Planetarium, den Verein oder die Sternwarte zu tragen. Nehmt daher lieber mal einen Euro in die Hand und lasst Euch beraten. Meistens kann man nach einer 1tägigen Schulung die Grundlagen und der Anfang zu einem Social Media Profil ist gemacht.

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