Alexander Gerst und die ISS-Seifenblasen (mit Video)

Seifenblase auf der Erde - Alexander Gerst (DLR)In den letzten Wochen habe ich immer mal wieder über den Astronauten Alexander Gerst berichtet. Dieser flog ja Ende Mai zur Internationalen Raumstation und verbringt dort für 6 Monate sein Leben.

Natürlich kann man sich als ESA-Astronaut dort nicht ausruhen, sondern man arbeitet und das nicht zu knapp. Alexander Gerst führt eine ganze Reihe an spannenden Experimenten durch. Eines davon ist besonders und dieses Experiment habe ich hier im Blog auch schon vorgestellt.

Im Artikel Seifenblasen in der Schwerelosigkeit auf der Internationalen Raumstation (ISS) kann man nachlesen, wer für das Experiment verantwortlich ist und was es dort zu tun galt.

Hier im Artikel könnt Ihr aber nun die Ergebnisse des Experiments nachlesen und auch anschauen. Zwar ist die Durchführung schon eine Weile her, aber gestern wurden die Ergebnisse freigegeben.


Vorgeschichte

Dieses Experiment mit den Seifenblasen wurde in einem Schülerexperiment definiert. Hierbei hatten die Schüler aus ganz Deutschland die Möglichkeit Ihre Experimentvorschläge zu unterbreiten.

In einer Aktion mit dem Namen Aktion 42 des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatten nun die Schüler die Möglichkeit eines Ihrer Experiment auf die Internationale Raumstation zu schicken.

Gewonnen hat bei der ganzen Geschichte ein filigranes Experiment, welches sich um Seifenblasen dreht. Alexander Gerst wurde dann auf das Experiment getrimmt und musste erst einmal üben. Das ist wichtig um keine Überraschungen auf der ISS zu erleben.

Er flog dann Ende Mai zur ISS und am 20. Juni war es soweit. Er führt das Seifenblasenexperiment durch.

Alexander Gerst beim Übern mit dem Seifenblasenexperiment

Nun mussten die Ergebnisse erst noch bearbeitet und aufbereitet werden. Auch das zugehörige Video musste entsprechend geschnitten werden. Nach einigen Tagen war es dann aber soweit. Die Bevölkerung (also Ihr und ich) durften die Ergebnisse sehen.

Dünnhäutig auf der Erde, dickfellig im All

Die Seifenblasen zeigten eine erstaunliche Stabilität, sobald die Schwerkraft behoben ist. So leben die Seifenblasen viel länger als auf der Erde und man kann sogar eine Nadel in die Seifenblase stecken ohne das diese zerplatzt.

Man kann sogar farbige Flüssigkeit zur Seifenblase hinzugeben um zu schauen wie diese sich auf der Oberflächenmembran verteilt.

Die Messungen der Seifenblasenlebensdauer zeigte erstaunliches. Im Schnitt 1 Minute lebte eine Seifenblase im Weltall. Auf der Erde liegt der Schnitt bei 20-30 Sekunden. Warum das so ist, kann man oben auf dem Artikelbild sehen. Im Weltall verteilen sich die Bestandteile der Seifenblase gleichmäßiger und dadurch bleibt die Blase stabiler.

Um die Verteilung der Flüssigkeiten zu testen wurde mit einer Pipette Farbe auf die Seifenblase gegeben und selbst dort blieb die Blase stabil und platze nicht sofort.

Selbst mit einer Sicherheitsnadel konnte Alexander Gerst die Blase nicht gleich zum Platzen bringen.

Das Schallexperiment ging in die Hose

Neben den Experimenten zur Lebensdauer von Seifenblasen, gab es aber noch eine Gewinnerin in dem Wettbewerb. Sie beschrieb ein Experiment mit Seifenblasen unter Einfluss von Schall.

Leider brachte hier die Ventilation der ISS das ganze Experiment zum scheitern. Da die Musik die Alexander Gerst verwendete nicht laut genug war und die Ventilation der ISS auch an der Seifenblase zerrte, kann man nun leider nicht mehr sagen ob die Musik oder der Ventilator für die Bewegung gesorgt hat.

Hier sieht man wie schwierig die Definition von Experimenten ist. Auf der Erde kann man ein solches Experiment schnell nachholen und eliminiert den Einfluss der Ventilation. Auf der ISS ist der Zeitslot erst einmal vertan und eine Wiederholung muss schon wirklich sehr gute Gründe haben.

Alles auf Video

Natürlich wurde alles auf Video aufgezeigt und hier kann ich das Euch auch präsentieren.

Schaut Euch mal das Video an und am besten gleich mehrfach. Man entdeckt immer wieder neue Details auf den Seifenblasen.

Leider wird das fehlgeschlagene Experiment mit dem Schall nicht mehr gezeigt. Das finde ich persönlich Schade, denn auch Fehlschläge gehören in die Wissenschaft.

Sinnhaftigkeit des Experimentes

Viele Fragen sich ob man für eine Spielerei mit Seifenblasen den soviel Geld ausgeben muss. Schließlich kostet die Zeit von Alexander Gerst auf der ISS mehrere hunderttausende Euro.

Wer das Video ganz angeschaut hat, wird die Antwort schon kennen.

Ja, es lohnt sich schon. Es gibt Effekte auf der Erde die eine Grenze bei der Herstellung einiger Materialien hat. So werden zum Beispiel immer mehr Produkte aus Schäumen gefertigt und genau dort kommt der gleiche Effekt zum Tragen, die eine Seifenblase auf der Erde so instabil werden lässt.

An der Membran entlang fließt die Flüssigkeit nach unten und bildet dadurch am unteren Ende der Blase eine Aufdickung, währen die obere Seite immer dünner wird. Der Schaum fällt also bei zu viel Last oder zu flüssigem Grundmaterial wieder in sich zusammen.

Mit diesen Experimenten kann man nun nach Wegen suchen, dass dieses Zusammenfallen verhindert und damit ein stabilerer Schaum entsteht. Das senkt die Kosten und auch den Materialeinsatz und macht die Schäume stabiler.

Ihr seht hier gibt es reine technische Anforderungen die ein solches Experiment nötig machen.

Fazit

So wünsche ich mir Wissenschaftskommunikation. Gut es ist ein recht einfaches Experiment, aber jeder kann es Nachvollziehen und leicht verstehen. Die Ergebnisse stehen einem zur Verfügung.

Das Video ist toll gemacht und es macht hier wirklich Spaß zuzuschauen und auch viel zu entdecken.

Bildquelle: DLR

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