Gastartikel: Faszination Nordlicht von Thomas Becker

09032013

Es freut mich sehr Euch heute den nächsten Gastbeitrag vorzustellen. Nachdem der letzte Beitrag über den Vergleich der Sternatlanten noch nicht lange her ist, wird es dieses mal im Blog im Polarlichter gehen.

Ein Thema welches ich hier nun noch gar nicht behandelt habe. Daher ist es umso spannender über dieses Thema zu lesen.

Thomas Becker reist gern und das teilt er nicht nur seinen Mitmenschen mit, sondern er begleitet diese Reisen sogar und führt damit interessierte Nordlicht-Fans zu den begehrten Orten. Mit seinem Wissen um dieses Himmelsphänomen gestaltet er nicht nur Reisen sondern trägt dieses Wissen auch in verschiedenen Planetarien vor. Auf seiner Webseite zumnordlicht und jetzt auch hier können wir Ihn begleiten.

Da er, wie ich auch, aus Berlin kommt, haben wir uns in dieser Stadt auch kennen gelernt und unternehmen mittlerweile ab und zu etwas zusammen. Ob es nun die Erkundung des Himmels ist oder das Erleben eines tollen Vortrages mit Thomas zusammen macht beides viel Spaß.

Nun aber genug der eigene Worte. Hier könnt Ihr den Artikel von Thomas Becker über die Faszination Nordlichter erleben.


Faszination Nordlicht

(von Thomas Becker)

Das Nord- oder Polarlicht ist ein Naturphänomen, welches unter den Menschen früherer Tage Angst und Schrecken verbreitet hat und die Menschen der heutigen Zeit in Staunen und Ehrfurcht versetzt. In der Nacht vom 8. auf den 9. Oktober 2012 ereignete sich ein geomagnetischer Sturm mittlerer Stärke, der auch mich in Staunen und Ehrfurcht versetzte.

Zu dieser Zeit besuchte ich die Lofoten und glücklicherweise sollte das Wetter die gesamte Nacht klar bleiben. Der abnehmende Halbmond schränkte die Beobachtung in der zweiten Nachthälfte nur unwesentlich ein. So suchte ich in der fortgeschrittenen Dämmerung meinen Beobachtungsplatz am Strand von Ramberg auf, noch unwissend über die Stärke der Nordlichter in der kommenden Nacht.

Bald darauf konnte ich die ersten senkrechten Polarlichtstrahlen am Nordhimmel erkennen. Jedoch leuchteten sie nicht wie üblich in grüner Farbe, sondern erstrahlten in violett. Somit stammte das Nordlicht von angeregtem Stickstoff in Höhen bis 400 Kilometern und bewies die hohe Energie, die sich in der Magnetosphäre befand. Das häufige grüne Licht stammt dagegen von angeregtem Sauerstoff in 80 bis 120 Kilometern Höhe und bedarf geringeren Energieeintrags. Kaum eine Stunde später folgte das wundervollste Naturereignis das ich jemals sah.

In purpurroten, grünen, weißen, blauen und violetten Farben raste das Nordlicht in atemberaubender Geschwindigkeit und strahlend hell über das gesamte Firmament. Fast glaubte man die rasenden Teilchen sehen zu können, die einem Sandsturm gleich über meinen Kopf flogen. Immer wieder bildeten sich neue Bögen, Bänder und Koronen und verschwanden wieder. Zeitweise stand im Süden ein grünrotes Nordlicht nahezu unbeweglich während am Rest des Himmels die Bewegungen förmlich zu explodieren schienen.  

Für wenige Augenblicke beruhigte sich das Polarlicht, um bald darauf von Neuem an Fahrt zu gewinnen. Dieses Spiel wiederholte sich die ganze Nacht. Oftmals zerstob das helle Nordlicht in einen zartgrünen Schleier, der über das halbe Firmament waberte. Kurz darauf fegte ein weiterer Ausbruch den Schleier hinweg und neue Formen und Farben erfüllten den Nachthimmel. Der Vielfalt der Nordlichter schienen keine Grenzen gesetzt. Es erweckte den Eindruck als würde die Natur alle ihre Möglichkeiten ausschöpfen um den mystischen Zauber am Himmel eine unvergleichliche Pracht zu verleihen.

Die Kälte, die mit der Zeit unweigerlich in den Körper kroch, konnte der Begeisterung keinen Abbruch aufzwingen und so verharrte ich bis 6:00 Uhr morgens unter dem Sternenzelt, bis die beginnende Dämmerung die Farben des Nordlichtes verblassen ließ. Am Mittag des angebrochenen Tages war es komplett bewölkt und es regnete leicht. Umso bewusster wurde ich mir des Glücks, das ich dieses Naturspektakel miterleben durfte.

03032013

Die Entstehung des Polarlichts?

Die in der Sonne durch Kernfusionsprozesse erzeugte Energie wird in Form von Licht des gesamten elektromagnetischen Spektrums abgestrahlt. Zudem werden Teilchen wie Protonen, Neutronen und Elektronen fortwährend von der Sonne ausgesandt. Dieser als Sonnenwind bezeichnete Teilchenstrom erreicht die Erde zu jeder Zeit und sorgt in hohen Breiten für die fast alltägliche Nordlichtaktivität.

In maßlos energiegeladenen Strahlungseruptionen, sogenannten Flares, verlassen große Mengen besonders schneller Materie unseren Stern. In einem 11-jährigen Zyklus steigert und vermindert sich die Aktivität der Sonne. Im Aktivitätsmaximum erhöhen zahlreiche Flares die Teilchenstrahlung. Dagegen treten während eines Aktivitätsminimums gehäuft sogenannte koronale Löcher auf. Koronale Löcher sind Bereiche in der Sonnenatmosphäre (der Korona), in denen nur schwache und in den Weltraum offene Magnetfelder auftreten, so dass die ionisierten Partikel des Sonnenwindes ungehindert abstrahlen können. Der Teilchenstrom kann so die Sonnenoberfläche mit erhöhter Geschwindigkeit und Teilchendichte  verlassen. Wird das Erdmagnetfeld von solchen dichten und schnellen Teilchenströmen getroffen, sind sehr starke Nordlichter zu sehen.

Treffen die Partikel auf das Magnetfeld der Erde, wird es zusammengedrückt. Die meisten Teilchen werden um die Erde herum gelenkt, einige werden jedoch durch das Auseinanderreißen und Zusammenfallen der Magnetfeldlinien (magnetische Rekonnexion) eingefangen und beschleunigt. In den polaren Gebieten der Erde, in denen die Magnetfeldlinien in die Erdoberfläche eindringen, treffen die Teilchen auf die obere Erdatmosphäre und regen Sauerstoff- und Stickstoffatome zum Leuchten an. Das geschieht, weil sich die Elektronenkonfiguration der angeregten Moleküle ändert. Die äußeren Elektronen werden auf einen höheren und damit energiereicheren Orbit um den Atomkern gehoben. Nach einer zufälligen Zeitdauer fallen sie wieder in ihren ursprünglichen Orbit zurück. Das Bestreben der Natur, immer den niedrigsten Energiezustand zu erreichen ist dafür verantwortlich. Die zuvor aufgenommene Energie wird durch das Zurückfallen des Elektrons wieder freigesetzt und in Form von Licht abgestrahlt, welches die Erdenbewohner als Nordlicht sehen können. Je nach Element und Energieniveau, auf das die Elektronen der Luftmoleküle durch die Sonnenteilchen gehoben werden, strahlen Nordlichter in verschiedenen Farben.

Die geringste Energieabstrahlung erfolgt von Sauerstoffmolekülen in 80 bis 120 Kilometern Höhe als grünes Licht. Darum sind die meisten Polarlichter grün. In 200 Kilometern Höhe strahlt Sauerstoff in rotem Licht. Violettes Licht wird von Stickstoffmolekülen in bis zu 400 Kilometern Höhe generiert.

Ebenso vielfältig wie die Farben sind die Formen der Nordlichter. Meist beginnt es mit einem grünen Bogen, der sich von Nordost nach Nordwest über den Himmel spannt. Bei schwacher Aktivität verblasst dieser nach einiger Zeit und verschwindet. Oft entwickelt sich aus dem Bogen jedoch eine stärkere Aktivität. Vertikale Strahlen bilden sich in Sekunden und verschwinden ebenso schnell wieder. Oft zieht das Nordlicht in einem oder mehreren Bändern über das Firmament.

Bei sehr starker Aktivität wandert das Nordlicht oft in den südlichen Himmelssektor. Wenn es dann direkt über dem Beobachter im Zenit aufleuchtet, ist eine besonders faszinierende Nordlicht-Korona zu beobachten. Durch die geringstmögliche Entfernung erscheinen die Farben und Formen sowie die Bewegungen des Nordlichtes in einer Korona am deutlichsten.

Wenn ein geomagnetischer Sturm vorüber ist, kehrt im Erdmagnetfeld meist schnell wieder Ruhe ein. Wie stark ein geomagnetischer Sturm war wird mit dem sogenannten Kp-Wert beschrieben. Dieser reicht von 0 bis 9 und gibt im 3-stündigen Mittel die Stärke der Turbulenzen im gesamten Erdmagnetfeld an. Kurzzeitig und an bestimmten Stellen der Erde kann der Wert aber auch viel höher oder niedriger sein.

13102012

Zumnordlicht-Reisen führt Sie auf den faszinierenden Lofotenarchipel direkt unter dem nördlichen Polarlichtoval, der Zone in der am häufigsten Polarlichter auftreten. Die Kombination aus großartigen Landschaften, den bezaubernden Nordlichtern und der wunderschönen Natur macht die Lofoten zu einem ganz besonderen Reiseziel. Erleben Sie es selbst und besuchen Sie meine Internetseite: www.zumnordlicht.com

09102012

Eine lieber Dank geht an dieser Stelle an Thomas Becker. Nicht nur für den tollen Artikel, sondern auch für die super Bilder.

Auch Glaube das Nordlichter eines der Phänomene ist, welches die Menscheit immer begeistern wird.


TIPP: Seid Ihr auf den Geschmack gekommen und habt auch Lust einmal einen Gastbeitrag zu schreiben? Dann meldet Euch einfach bei mir unter info[ät]clearskyblog.de und beschreibt kurz das Thema und Euch.

Es würde mich freuen den ein oder anderen hier auch einmal ankündigen zu können.


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