Sonne beobachten, fotografieren und auswerten (27.08.2014)

Sonne über Berlin Lichtenberg 27.8.2014Manchmal gibt es solche Tage. Da steht man auf und sieht das die Sonne strahlend hell scheint. Langsam wanderte diese dann hinauf am Himmel und war immer besser zu sehen. Tja, da waren irgendwie alle Pläne für den Tag hinfällig und es hieß Sonne anschauen und aufnehmen.

Die Bilder müssen natürlich bearbeitet werden und auch eine Auswertung sollte man machen. Schließlich muss noch der Artikel hier geschrieben werden und dann ist man mit einer solchen Beobachtung schon gut unterwegs.

Einige Bilder sind schon auf meiner Facebook-Seite gelandet und auch auf meinem Twitter-Account kann man diese finden.

Es gilt also alles in einen Artikel zu gießen. Das geschieht dann halt hier.

Wie allen meinen Sonnenartikeln werde ich auch in diesem nicht auf meinen Hinweis verzichten.


!!!ACHTUNG!!!

Auch ich muss nochmal und mit Nachdruck darauf Hinweisen, dass man niemals, und ich sage NIEMALS, auch nicht manchmal oder einmal, sondern niemals mit dem Teleskop ohne Sonnenfilter in die Sonne schaut. Auch nicht mit dem Fernglas. Es können massive Augenschäden entstehen und bis zur völligen Erblindung führen. Also NIEMALS mit dem Teleskop in die Sonne schauen ohne ausreichender Vorbereitung und entsprechenden Filtern. Ihr wollt doch schließlich das Hobby der visuellen Astronomie betreiben oder nicht?


Ausrüstung

Das tolle an unserem Zentralstern, der Sonne, ist das man nicht auf ein Feld fahren muss. Meine Ausrüstung stand in Berlin Lichtenberg auf meinem Balkon.

Verwendet wurde hierbei mein Skywatcher 102/500 Refraktor auf einer EQ3-Montierung ohne Motoren. Das nächste mal baue ich diese aber an. Das Nachführen ist vor allem bei hohen Vergrößerungen doch nervig.

Einen Erfahrungsbericht zu diesem Teleskop findet Ihr in diesem Artikel Firstlight und Erfahrungsbericht zu meinem Skywatcher Refraktor 102/500. Ist ja vielleicht ganz interessant für den ein oder anderen oder?

Als Kamera kam meine Canon 600D (Neues Ausrüstungsteil: Spiegelreflexkamera Canon 600D)zum Einsatz. Diese habe ich schon eine ganze Weile und bin bis heute begeistert. Natürlich wurden keine Objektive verwendet. Zum Anschließen ans Teleskop kam ein einfacher T2-Ring zum Einsatz und eine 2x Barlow-Linse.

Und natürlich habe ich eine Sonnenfilter-Folie von Baader verwendet. Hierbei kam die Folie ND5 zum Einsatz. Also eigentlich die visuelle Version der Folie und nicht die fotografische Version.

Diese Folie bekommt man für 25 € pro A4-Blatt bei Astroshop.de* und daraus kann man dann seinen eigenen Sonnenfilter basteln. Eine Bauanleitung findet Ihr hier. Und dort gibt es auch eine Infografik:

Nach diesem Prinzip habe ich meinen Filter auch gebaut und so sieht die Konfiguration dann im Ergebnis aus.

Hinten hing dann die Kamera dran und ich versuchte die ersten Bilder zu machen. Ich stelle jedes mal fest, dass die Sonne am Himmel zu finden mit Teleskop und ohne Sucher nicht einfach ist.

Vor allem wenn man Fotos machen will. Ich suchte also wieder mal mittels Blick durchs Teleskop und fand schließlich die Sonne. Okular (25 mm) rein und erst einmal schauen, was so los ist auf der Sonne.

Meine Frau schaute dann auch mal und wir entdeckten 4 Fleckengruppen auf der Sonne. Ausreichend um die Kamera drauf zu halten.

Beobachten und Fotografieren

Das Fokussieren stellte sich heute als ausgesprochen schwierig heraus. Ich bekam mit der Kamera einfach die Fleckengruppen nicht scharf eingestellt. Aus der Serie der einzelnen Bildern gab es dann das beste Bild, welches ich Euch hier zeige.

Hier sieht man schon 4 Fleckengruppen auf der Sonne.

Natürlich habe ich dann auch mal die 2x Barlow angehangen und ein zweites Bild der Sonne gemacht. Hier hatte ich aber wieder die Probleme mit dem Fokus. Warum das heute auch immer nicht funktionierte.

Hier sieht man die 4 Fleckengruppen schon deutlicher auf der Sonne. Wenn man auf das Bild klickt kommt man auch auf das Original und dort sieht man auch das die Flecken nicht nur schwarz sind, sondern auch grauere Bereiche (Penumbren). 

Ich habe noch zwei Videos der Sonne aufgenommen und werde diese demnächst dann auswerten. Ich denke aber das auch hier an der Schärfe kaum noch etwas zu verbessern geht, da die Unschärfe ja von mir kam und nicht nur von der Luftunruhe.

Damit man sich auch den Himmel vorstellen kann, schaut man sich einfach das Artikel-Titelbild an. Das ist kurz nach der Sonnenbeobachtung aufgenommen worden. Man sieht also ganz Wolkenfrei ist es nicht und die Wolken zogen auch recht schnell. Das heißt viel Wind da oben.

Zum Glück haben wir aber einige Satelliten im All, die auch die Sonne beobachten. So zum Beispiel der SOHO-Satellit. Dieser ist die ganze Zeit auf die Sonne gerichtet und wertet diese aus.

Auswertung

Nun kann man seine eigenen Bilder der Sonne aber auch auswerten. Auf der Webseite zu SOHO findet man auch die Sunspot-Kamera SDO. Und schaut man sich das Bild vom 27.8. (also heute) an, dann erkennt man die Fleckengruppen wieder.

Quelle: NASA / SOHO / SDO

Hier sieht man auch am unteren Rand die Größenverhältnisse. Damit man das aber nun auch direkt zu meinem Bild zu sortieren kann, habe ich das Bild hier mal übernommen.

Wie gesagt, die Videos werde ich noch bearbeiten und sollte dabei was gutes rauskommen, dann erscheint das hier.

War auf jeden Fall wieder schön mal etwas praktisches zu machen. Viel Spaß beim anschauen und wer aus Berlin kommt und mal Interesse an der Sonnenbeobachtung hat kommt einfach mal zu meiner Balkonsternwarte. Aber bitte vorher Bescheid geben über Twitter oder Facebook.

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