Vortrag im Urania Planetarium Potsdam – Vorstellung, Rückblick & Besuchermangel

IMG_9944Am 3.9. habe ich nun meinen zweiten Vortrag über die Internationale Raumstation (ISS) halten dürfen. In diesem Bericht (ich möchte es gar nicht Vortrag nennen) zeige ich den Menschen wie man die ISS am Himmel entdecken kann und auch wie man fotografisch die größte Leistung der Menschheit im Weltall erfassen kann.

Den ersten Vortrag und die ersten Erfahrungen zu diesem Vortrag sammelte ich im Planetarium am Insulaner. Nachzulesen ist das hier: Mein erstes mal … in einem Planetarium (Ein Vortrag über die ISS).

Nun konnte ich meinen Vortrag verbessern und möchte darüber hier einfach ein wenig berichten. Dabei stelle ich Euch das Planetarium einmal vor und welchen Eindruck es auf mich macht. Aber auch die Arbeit dort, also meinen Vortrag, bespreche ich hier ein wenig. Und ich möchte gern mal schauen warum so wenig Besucher zum Vortrag kamen.

Beginne tue ich natürlich mit der Vorstellung des Planetariums in Potsdam.

Urania Planetarium Potsdam

Das “kleine” Planetarium in Potsdam wurde 1968 im Neuen Garten, Potsdam eröffnet. Anfang der 80iger Jahre wurde noch ein neuer Projektor (ZKP 2) der Firma Zeiss besorgt und seit dem leistet dieses Planetarium einen wichtigen Anteil an der Bildung der Bevölkerung zu astronomischen Themen.

Im Juni 2001 wurde das Planetarium vom Urania-Verein “Wilhelm Foerster” Potsdam e.V. übernommen.

Der Urania Verein zog später in die Gutenbergstraße und im Jahre 2007 war es für das Planetarium auch Zeit umzuziehen. Das Dachgeschoß in der Gutenbergstraße war ausgebaut und damit konnte das Planetarium am 15.1.2007 dort Eröffnung feiern.

Seit dieser Zeit trägt das Planetarium den Namen: “Urania Planetarium und Bürgel Gedenkstätte”.

IMG_9942Natürlich besitzt das Planetarium auch eine eigene Webseite und sogar bei Facebook ist es zu finden.

Webseite: Urania – Planetarium

Facebook:  URANIA Planetarium und Gedenkstätte für Bruno H. Bürgel

Sicherlich würden sich die Leute im Planetarium über das eine oder andere Gefällt mir freuen. Also schaut da einfach mal rum.

Potsdam ist ja nun nicht so weit weg von Berlin und daher brauche ich wenig zu der Anreise erzählen.

Vortrag im Planetarium (Erfahrungsbericht)

Obwohl ich diesen Vortrag schon einmal gehalten habe und ich mich sehr sicher auf diesem Gebiet fühle, war ich aufgeregt. Ich kann immer noch nicht so ganz bewerten wie viele Menschen zu den Vorträgen in einem Planetarium kommen und wer dort wirklich aufschlägt.

Eingeladen hatten sich meine Frau und Ihre Eltern. Ich wusste also das wir mindestens zu 3 sein werden. Gehofft habe ich aber darauf das doch das Planetarium voll wird.

Schließlich besitzt es gerade einmal 42 Plätze (ich bin nicht mehr ganz sicher ob es 42 oder 45 Plätze waren) und in Potsdam leben doch 158.000 Einwohner (Statistik 2012 Vereinte Nationen). Ich bräuchte also nur einen Anteil von 0,029 Prozent. Das sollte man doch hinbekommen oder?

Ich selbst habe den Vortrag des Öfteren in einer der Potsdam-Facebookgruppen veröffentlicht. Dort gab es auch die ein oder andere Gefällt-mir-Angabe. Das ließ also hoffen.

Leider wurde ich zum Schluss ein wenig enttäuscht. Es waren insgesamt nur 8 Besucher in dem Vortrag. Mein Betreuer nicht mit einberechnet.

Da ja nun eine Familie, in Person meine Frau und meine Schwiegereltern dabei waren, blieben noch 5 Besucher. 2 davon waren Planetariumsmitarbeiterinnen. Gut ich zähle diese dazu. Aber durch die Informationsquellen Internet oder Programm sind diese nicht dahin gekommen. Also waren quasi 3 Besucher da.

8 Besucher in einem Vortrag

Mit 8 Besuchern im Vortrag könnte der ein oder andere sich sogar fragen ob es sich lohnt. Ich halte aber schon sehr lange Vorträge in meinem Leben und daher habe ich auch schon vor 2-3 Personen einen Vortrag gehalten.

Ich finde es manchmal sogar sehr angenehm, da die Interaktion viel besser ist. Man kann sich viel direkter Unterhalten und die Menschen sind offener und schneller bereit Fragen zu stellen.

Für das Planetarium hat sich der Tag nicht gelohnt. Schließlich sind die Eintrittspreise moderat und falls nun noch Vereinsmitglieder da waren, gab es noch weniger in die Kasse.

Ursache und Wirkung

Ich selbst mache mir im Anschluss daran sehr viele Gedanken und probiere dann herauszufinden woran es lag.

Meine eigen Webseite und auch meine Facebookseite hat nicht wirklich viele Potsdamer, die mir folgen. Das heißt ich kann relativ wenig für die Sternwarte oder das Planetarium tun, wenn es nicht gerade eine Stadt ist, bei der auch mal 30-40-50 Besucher aus der Stadt auf meinen Blog aufmerksam werden.

Ich hatte aber die Veranstaltung auch in einer Potsdamer Gruppe veröffentlicht, die immerhin mehr als 4.000 Mitglieder hat. Meine Beiträge wurden auch von mehreren Mitgliedern der Gruppe gelesen oder zumindest gesehen.

Ich glaube das es 3-4 Gründe gab warum nur so wenige in dem Planetarium anwesend waren.

1. Fußball:

Erst am Abend erfuhr ich, dass an diesem Abend Fußball gespielt wurde. Deutschland gegen Argentinien. Und da die WM noch nicht so lange her ist, denke ich das hier einfach viele zu Hause waren.

2. Wochentag:

Der Wochentag spielt eine große Rolle bei den Aktivitäten der Menschen. Gut, der Vortrag war von 19:00 Uhr bis 20:00 Uhr. Das sollte eigentlich kein Problem sein, aber die Menschen gehen ungern raus. Erst recht nicht, wenn man zu Hause angekommen ist und dann noch einmal los müsste.

3. Wetter:

IMG_9941Nach einer Schlechtwetter-Phase, war der Mittwoch der zweite Tag an dem mal wieder die Sonne schien. Wir hatten schon auf dem Weg zum Planetarium ein fantastisches Wetter.

Rechts auf dem Bild sieht man es ja auch. Ich fand das Wetter toll und hätte ich keinen Termin da gehabt, wäre ich mit meiner Frau mal durch Potsdam gelaufen.

Also waren alle anderen die dann doch mal rausgingen nicht unbedingt daran interessiert sich drin in einem Planetarium aufzuhalten.

4. PR des Planetariums

Leider muss man das als Grund mit dazu nehmen und ich hoffe das die Potsdamer mir das nicht krumm nehmen. Ich stelle diesen Umstand nicht nur bei diesem Planetarium fest, sondern bei allen.

Die Zeiten das die Besucher mal einfach so ins Planetarium gingen sind vorbei. Hier muss man etwas tun und zwar sehr aktiv. Ich nehme mir die Potsdamer einmal heraus. In der besagten Facebook-Gruppe basiert alles darauf, dass man vertrauen zu den Mitgliedern schafft. Natürlich kann ich einfach mal so etwas in die Runde werfen, aber davon werden die Gruppenmitglieder nicht aufmerksam.

Würde ich nun aber regelmäßig in dieser Gruppe posten, würde ich über kurz oder lang jemanden erreichen der im Planetarium war. Er würde sich sicherlich zu seinem Besuch äußern und darauf kann man dann aufbauen. Man baut also Vertrauen in den Marketing-Kanälen auf und schafft damit eine Grundlage.

Das braucht Zeit und Geduld. Man kann es evtl. mit einigen Werbemaßnahmen steigern, aber es braucht auch danach noch Zeit. Die Facebook-Seite des Planetariums hat 157 Fans. Poste ich dort erreicht der Algorithmus ungefähr 1/3 der Leute. Also ca. 50 Fans. Mehr leider nicht mehr. Von den 50 Fans müssen nun noch welche Abgezogen werden die sich aktuell nicht für das Programm interessieren. Vielleicht so ca. 60-70% würde ich schätzen.

Es bleiben also ca. 15 Leute übrig. Davon müssen die Leute auf einem Mittwoch mit Sonne und einem anstehenden Fußballspiel noch Zeit haben dort hinzugehen. Nehmen wir mal 50% weg. Es bleiben 7-8 Besucher. Oh, das sieht schon fast wie meine Besucherzahl aus oder?

Kann das sein? Ich glaube ja. Es ist nicht nur diese Maßnahme, sondern zu einer Marketing- und Social-Media-Strategie gehört viel mehr. Aber es ist ein Baustein.

Fazit

Mein persönliches Fazit fällt hier sehr positiv aus. Die Mitarbeiter im Planetarium sind alle sehr angenehm und sehr offen. Ich habe mich in diesem Haus sofort wohl gefühlt und hatte nicht das Gefühl fremd gewesen zu sein.

Manchmal hat man das ja. Der Vortrag kommt richtig gut und ich kann für mich doch wieder noch 1-2 Punkte verbessern. Das fließt dann zum nächsten Vortrag ein.

Ich werde für mich einige Dinge vor dem Vortrag ändern. So werde ich mich vorher schlau machen auf welchen Kanälen das Planetarium oder die Sternwarte schon veröffentlicht. Diese kann man gut nutzen. Weiterhin werde ich doch noch längere Zeit vor dem Vortrag versuchen entsprechendes Vertrauen in den lokalen Gruppen aufzubauen und diese für die Sterne zu interessieren. Das wird natürlich nur begrenzt funktionieren.

Eigentlich müssten die Sternwarten und Planetarien sich mal endlich einen Social-Media-Manager einstellen oder sich mind. beraten lassen, wie man mit diesen Medienkanälen umgehen muss, damit man darüber auch Besucher generiert.

Das diese Institute noch nicht auf den Dreh gekommen sind, dass hier ein Empfehlungsmarketing angebracht ist, wundert mich sehr. Bei Facebook treiben sich 27,38 Millionen Menschen herum. Bei Twitter gehen jeden Tag Hundertausende an Tweets allein in Deutschland über die Timelines. Es ist das schnellste Medium zum verbreiten von tollen Nachrichten.

Aber die Planetarien und Sternwarten sind dort so gut wie nicht vertreten. Gut ich werde hier sicherlich ansetzen müssen und habe das für meinen nächsten Vortrag auch schon getan.

Falls Ihr als Planetarium, Sternwarte oder astronomischer Verein Beratung braucht, dann meldet Euch einfach bei mir unter info[ät]clearskyblog[pkt]de

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