Geht doch einfach mal wieder ins Planetarium und schaut Euch mal eine FullDome-Show an

IMG_9952Ich war gestern mal wieder bei einem unserer Planetarien hier in Berlin. Eigentlich war ich dort mit der Leiterin des Planetariums und einem Sternenfreund verabredet. Der Sternenfreund will dem Verein ein Teleskop schenken und ich sollte es mir mal anschauen. Nun gut. Der Sternenfreund war dann durch Stau verhindert und da ich schon einmal da war, konnte ich auch in die 20 Uhr Vorstellung des Planetariums gehen.

Was ich dort aber sah begeisterte mich so sehr, dass ich heute darüber Bloggen muss und einfach mal dazu auffordern will mal wieder in ein Planetarium zu gehen.

Ich glaube die meisten Menschen kennen ein Planetarium von inne. Eine große Kuppel mit einem knochenartigen Gebilde in der Mitte. Man sitzt in einem mehr oder weniger bequemen Stuhl und schaut sich viele Lichtpunkte in der Kuppel, die sich dort in einem Bogen bewegen.

Irgendjemand aus dem OFF, man sieht den Vortragenden ja nicht, erzählt dann etwas über den Sternenhimmel.

So sehe ich ein Planetarium und das hat sich bis heute auch nicht wirklich geändert. Für mich ist der Besuch im Planetarium immer noch mit Kindheitserinnerungen verknüpft und da ich mittlerweile auch mal an die Knöpfe darf, finde ich das sehr spannend.

Neue Technologien wie FullDome

Ich musste aber dazu lernen und habe nun recht schnell festgestellt, dass der technologische Fortschritt auch an Planetarien nicht vorbei gegangen ist. Gut, eine Runde 360°-Kuppel wird man nun nicht mehr ändern und mal eben zu etwas anderem machen.

Die Kuppel bleibt also erhalten. Aber man kann an der Projektionstechnik arbeiten.

Der Knochen, also der Sternenprojektor, ist ja begrenzt in seiner Darstellung. Ich kann halt Himmelskonstellationen darstellen. Sprich, der Mensch steht auf der Erde oder einem anderen Planeten des Sonnensystems und schaut in den Himmel.

Nun möchte man aber doch mehr erleben und hat sich überlegt wie man wohl besser die Informationen in einem Planetarium darstellen kann.

Herausgekommen ist eine digitale FullDome Projektionstechnologie.

Hier wird also über mehrere Computer das Bild wie bei einem 3D-Spiel oder einem 3D-Film in die Kuppel projiziert und dadurch erhält man den Eindruck direkt in dem geschehen zu sein.

Das Planetarium Jena hat sich sogar die Arbeit gemacht und in einem kleinen Video beschrieben Was ist digitale FullDome-Projektion. Das Video geht nur 2 Minuten und ist daher schnell mal geschaut.

Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe an Shows die mit dieser Technologie umgesetzt wurden. Ich habe mir gestern die Show “Milliarden Sonnen – Eine Reise durch die Galaxies” angeschaut.

Diese Show hat mir sehr gefallen und ich habe für Euch auch gleich einen Trailer herausgesucht.

Die Show hat mir wirklich sehr gut gefallen und auch wenn ich mich recht gut in der Astronomie und ein bisschen in der Raumfahrt auskenne, habe ich einiges gelernt bei der ganzen Show.

Die Visualisierung ist natürlich fantastisch und diese Show ist mehr einem Kinobesuch gleich zu setzen als einem Planetariumsbesuch.

Kleine Umfrage

Ich bin natürlich immer daran interessiert ob Ihr auch solche Erfahrungen schon gemacht habt oder ich der einzige auf der Welt ist, der erst jetzt die FullDome-Präsentationen entdeckt hat.

Daher möchte ich ein paar Fragen stellen:

Habt Ihr schon eine FullDome-Vorstellung im Planetarium gesehen?

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Hat Euch die FullDome-Show gefallen?

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Würde Ihr wieder zu einer FullDome-Show gehen oder plant Ihr bald einen Besuche bei einer FullDome-Show?

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Falls Ihr gar nicht wisst ob Ihr ein Planetarium bei Euch in der Nähe habt, schaut doch mal hier auf dieser Webseite nach. Dort findet Ihr alle Planetarien in Deutschland.

Karte aller Planetarien in Deutschland

Fazit

Mir hat die Vorstellung “Milliarden Sonnen” sehr gefallen und ich werde mir auch andere FullDome-Shows mal anschauen. Wenn die Qualität so hoch ist wie in dieser Show, dann bin ich weiterhin begeistert.

Ich überlege schon wie ich mal einen FullDome-Vortrag selbst halten könnte. Ich weiß ja das man auch recht frei durchs Universum fliegen kann. Ich werde das mal mit einigen Planetarium-Leitern besprechen. Wäre ja mal eine spannende Sache.

Mal schauen was ich da so machen kann. Es wäre auf jeden Fall mal eine neue Erfahrung. Vielleicht kann ich Euch dann ja mal mit auf meinen ganz persönlichen Flug durchs Universum mitnehmen.

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Geht doch einfach mal wieder ins Planetarium und schaut Euch mal eine FullDome-Show an, 1.0 out of 5 based on 1 rating
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4 comments

  1. Lichtecho sagt:

    Die von Dir genannte Show habe ich auch gesehen, sie gehört sicherlich zu den besseren. Aber darin liegt auch schon das Problem: Diese Show wird in allen Planetarien gezeigt, wahrscheinlich sogar weltweit. Das verringert sicherlich die Produktionskosten erheblich, bzw. macht die Produktion erst möglich, aber führt auch dazu, dass man sich auf dem kleinsten Nenner einigt. Man erfährt praktisch nichts Neues in solchen Dokus. Sie haben nicht mehr Informationsgehalt als das, was auf N24 den ganzen Tag durchgenudelt wird.

    Gottseidank gibt es aber auch hier und da (Mannheim und Jena zum Beispiel) auch noch gelegentlich live-moderierte Veranstaltungen. Hier kann der Referent auf die Zuschauer eingehen, kann improvisieren und mit dem Sternenprojektor eine Führung unter dem nächtlichen Himmel anbieten, wie es sonst nur eine Sternwarte bei besten Wetter kann. Das führt beim Zuschauer zu einer ganz anderen Qualität des Erlebten. Es ist unmittelbar, es ist “wie unterm echten Himmel” (Sternenprojektoren können einen viel realistischeren Sternenhimmel erzeugen, als Fulldome). Man sitzt bequem auf seinen Stuhl, guckt in die Nacht und lässt sich was zeigen.

    Das ist ein weiteres großes Problem der Fulldomeshows: Sie sind ein Fake. 99% des gezeigten Bildmaterials sind freie Erfindung. Es sind Simulationen, deren Wahrheitsgehalt der Laie nicht überprüfen kann. In den Shows findet sich kaum ein einziges reales Astrofoto, keine reale Messkurve. Alles ist gemalt und suggeriert ein Wissen, dass die Wissenschaft nicht hat, zerstört das mysteriöse Unbekannte. Wir bekommen ständig Bilder von Exoplaneten zu sehen, dabei hat noch kein Mensch je einen Exoplaneten gesehen. Die zarten Versuche in dieser Richtung sind tausendmal aufregender, als die gemalten Lügenbilder.

    Fulldome-Shows sind für mich eine der zwei Todsünden der Planetarien. Die zweite Todsünde ist der Unwille der Planetarien Laien zu beteiligen.

    Lesenswert auch der Artikel von Hans-Ulrich Keller in SuW: http://www.spektrum.de/alias/astronomie-und-praxis-planetarium/quo-vadis-planetarium/1156559

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Stefan,

      vielen lieben Dank für Dein Kommentar und Deine Ansicht zu FullDome. Ich bin nicht komplett Deiner Meinung. Ich kenn bisher kein Planetarium welches nur auf FullDome setzt. Ich habe bisher in allen Planetarien einen Mix aus Laser-Programm, Vortrags-Reihen, Planetariumsprojektorshows unterm Sternenhimmel und auch FullDome-Shows gesehen.

      Ich muss sagen, dass es mir als Hobbyastronom natürlich selbst sehr gefällt mit dem Projektor zu spielen und evtl. darf ich dazu auch mal einen Vortrag halten und diesen mit einer Projektion des Sternhimmels unterstützen. Bisher arbeite ich bei meinen Vorträgen mit normale Bordmitteln (Powerpoint und Video) und natürlich auch mal mit einem künstlichen Satelliten der über den Himmel zieht.

      FullDome ist aber eine neue Technologie, die es nicht zu verteufeln gilt oder als Todsünde deklariert werden sollte. Bezüglich des Wahrheitsgehaltes stehen wir den Sendungen auf N24 oder ARTE ja in nichts nach. Aber das liegt ja in unserer Hand wie weit wir uns von realistischen Darstellungen, die man z.T. ja einfach nicht hat, entfernen um den Menschen bestimmte Sachverhalte zu erklären und dadurch die Begeisterung am Sternenhimmel und der Astronomie wecken.
      Um einen Sachverhalt besser zu veranschaulichen bin ich persönlich auch gern bereit auf Bilder zurück zu greifen, die wissenschaftlich der Wahrheit entsprechen könnten, aber so nicht existieren. Schon allein unsere Position in der Milchstraße muss ich mit einer nicht ganz wahren Darstellung beginnen. Es gibt niemand der ein wahres Bild der Milchstraße von oben machen kann. So weit sind wir halt noch nicht.

      Es ist natürlich eine Gradwanderung. Aber ich muss sagen, das in der heutigen Zeit der einfache Sternhimmel, wie er im Planetarium dargestellt wird, nicht mehr jeden hinterm Ofen hervorlocken wird. Vor allem nicht das jüngere Publikum. Das liegt einfach auch an der veränderten, wenn auch falschen Darstellung, aus dem Film- und Fernsehgewerbe.

      Vielen Dank für den Link. Ich habe mir gleich mal meine SuW 08/2012 herausgesucht und werde den Artikel sehr aufmerksam lesen.

      Ich glaube hier müssen die Planetarien umdenken. Die Kommunikation unter den Menschen und mit den Menschen ändert sich in der heutigen Zeit und man sollte einen offenen Diskurs starten, der erlaubt solche Veränderungen anzusprechen und aufzubereiten.

      Viele Grüße
      Stefan

  2. Ute sagt:

    Hallo Lichtecho, hallo Stefan

    ich habe mir auch gleich den Artikel in der S&W herausgesucht und kann vieles davon bestätigen.
    Ich war mit meiner Schulklasse 1974 in Berlin und habe damals zum ersten Mal eine Planetariumsvorführung gesehen. Das habe ich selbst jetzt noch in sehr guter Erinnerung, so dass ich jedes Mal, wenn ich in Berlin bin, gerne wieder zum Planetarium fahre.

    Nach den Beschreibungen sind diese Full-Dome-Vorführungen etwas, was ich vor vielen Jahren mal auf dem Jahrmarkt gesehen habe, wo durch die Projektionstechnik in dem Zuschauer das Gefühl hervor gerufen wird, mitten im Film zu sein.
    Das ist natürlich eindrucksvoll, würde für mich aber niemals einen Planetariumsbesuch ersetzen.
    Neue Projektionstechniken sind notwendig, um das “Erlebnis: Planetarium” heute noch zu etwas Besonderem zu machen. Es wäre z.B. schon schön, wenn im Vortrag ein realistisches Bild des Saturn an der Kuppel auftauchen würde und kein Dia, wo man genau erkennen kann, dass es sich um ein Dia handelt.
    Die Planetariumsvorführungen bieten den Vorteil, direkt in auf das Gesehene einzugehen, man könnte das so gestalten, dass die Zuschauer auch Zwischenfragen stellen können und man die Antwort dann mit Hilfe von Projektionen beantwortet. Die visuelle Darstellung trägt viel mehr zur Verdeutlichung der Himmelsmechanik bei, als es jeder (nur erzählte) Vortrag kann.
    Dein Vorhaben, Stefan, diese Technik für einen deiner Vorträge zu nutzen, halte ich für eine gute Idee. Es wird sicherlich einige Zeit zur Einarbeitung in so ein komplexes Programm benötigen, aber wenn dann ein Vortrag entsteht, der alle technischen Möglichkeiten nutzt und die Besucher sowohl mit einem naturgetreuen Himmel als auch mit modernen Projektionen in seinen Bann schlägt, ist es das auf jeden Fall wert.
    Und wenn erst einmal jemand den Anfang macht, werden sicherlich viele dem Beispiel folgen (hoffentlich).

    Viele Grüße
    Ute

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Ute,
      ich habe den Artikel nun auch gelesen und stimme hier dem Herrn Keller zu. Natürlich müssen die Planetarien aufpassen, dass diese nicht zu Kino-Event-Stätten verkommen. Das kann und wird auch niemals das Ziel der Hobby-Astronomen sein.
      Aber ich sehe da auch sehr großen Chancen aus dem Dunstkreis einer alternden Technik heraus zu kommen. Sich den Sternenhimmel anzuschauen ist einfach fantastisch, aber das kann man am PC mit Stellarium oder anderen Programmen auch. Natürlich erklären die Präsentatoren diesen Sternhimmel auch noch anschaulich. Aber mal auf einen Saturn zu zoomen oder die Größe anpassbar zu machen und den Menschen zeigen wie man Saturn durch ein Teleskop sehen würde, sehe ich einfach als fantastisch an.

      Ich werde mal schauen ob man solche Techniken heute nicht kombinieren kann. Ich darf ja zum Glück üben und mal schauen was da so alles funktioniert.

      Ich halte Euch mal auf dem laufendem.

      Stefan

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