Den Himmel beobachten wie Galileo Galilei (Bastelanleitung für Teleskop)

Historisches Galilei-Teleleskop Wir basteln uns ein eigenes Teleskop hätte die Überschrift auch lauten können, aber das besondere an dieser Bastelanleitung ist ja, dass wir uns DAS historische Galilei-Teleskop basteln werden.

Natürlich habe ich nicht den Bastelbogen entworfen oder erstellt, aber ich habe es gebastelt und es hat eine ganze Weile gedauert. Aber Schlussendlich habe ich mir ein eigenes Linsenteleskop gebaut und Ihr könnt das sicherlich auch.

Hier bekommt Ihr nun meinen Erfahrungsbericht zum Basteln des historischen Galilei Teleskops.


Holpriger Anfang

Eigentlich war ja der Plan ein Zeitraffervideo zu machen und ich hatte dafür auch alles aufgebaut. Das Dokumentierte ich natürlich am Vormittag und wollte dann zum Mittag auch beginnen mit dem Dreh.

Leider stieg nach mehreren Versuchen meine Kamera immer wieder aus. Auch der Wechsel der Speicherkarte und das spielen an den Einstellungen brachte keine wirklich Besserung. Hier muss ich einfach mal schauen, was dort falsch lief. Vielleicht war es auch die Ausleuchtung. Ich weiß es einfach nicht. Es wird untersucht werden!

Es lief also alles darauf hinaus, dass ich das Teleskop doch einfach nur bastle und ab und an mal ein Bild erstelle.

Das Teleskop basteln

Das Teleskop als Bastelbogen liegt schon längere Zeit bei mir rum. Ich kann nicht mal mehr genau sagen ob ich es geschenkt bekommen habe oder ob ich es mir irgendwann mal selbst gekauft hatte.

Das Teleskop selbst ist ja im Sunwatch-Verlag erschienen und wurde von Klaus Hüning entworfen. Für ein Teleskop ist der Preis sehr moderat und mit 13,90 € (bei Amazon*)kann sich jeder dieses Teleskop leisten.

Nun war es endlich Zeit das Teleskop einfach mal zu basteln. Es kann ja nicht so schwer sein, dachte ich am Anfang und legte mir alles zurecht.

Teppichmesser (für die Ränder), Filzstift, Schere, Bastelkleber.

Später kamen noch Tücher zum Abwischen des Klebers dazu und auch eine Unterlage um mal was zu schneiden.

Und los ging die ganze Geschichte. Das erste Bild nahm ich dann mit der Kamera um 17:22 Uhr auf.

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Ab da nahm die Entropie ständig zu und das Chaos nahm seinen Lauf. Wundere Dich bitte nicht über die Perspektive. Die Kamera habe ich Gegenüber meinen Bastelplatz aufgestellt. Ich wollte ja eigentlich ein Video drehen.

Die Anleitung

Kommen wir gleich am Anfang zu den Dingen die mir persönlich negativ aufgefallen sind. Die Anleitung ist meiner Meinung nach schlecht gemacht.

Vielleicht erwarte ich hier auch eine andere Form, aber ich mag beim Basteln Schritt-für-Schritt geführt werden. Bei dieser Anleitung muss ich erst ganze Kapitel lesen, bevor ich den nächsten Schritt angehen kann. Da brachte mich ein-ums-andere mal dazu einen Fehler zu machen.

Schließlich brauche ich keine Anleitung in dem Stil: “Klebe A an B, weil A an B eine Funktion erfüllt und dadurch C mit D anders zusammen arbeitet. Ach ja, und achte darauf das A in der richtigen Richtung an B klebt”.

Ich hoffe Ihr verstehst was ich meine. Zwischen den Anweisungen steht viel zu viel Kram Text und am Ende kommt eine wichtige Information. Diese habe ich natürlich nicht gelesen und schon gab es kleinere Fehler. Natürlich ist das behebbar, aber trotzdem stört es einen. Schließlich bastelt man hier etwas historisches.

Auf ganzen 6 A4-Blättern steht die gesamte Anleitung per Text. Es gibt einige sehr wenige Bilder, aber die hätte man sich auch sparen können.

Vielleicht bin ich an dieser Stelle etwas zu nervös oder hatte nicht die ausreichende Geduld, aber ich für meinen Teil finde die Anleitung echt grottig. Bin schon am Überlegen ob ich hier nicht selbst mal eine neue erstelle. Dieses mal aber mit Bildchen und nicht so viel Overhead an Text.

Das Basteln

Das Basteln hat mir sehr viel Spaß gemacht, dauerte aber doch länger als erwartet. Das letzte Foto mit der Kamera nahm ich um 21:43 Uhr auf. Einige kleinere Pausen und eine große Essenspause mit Frauchen auf dem Sofa (der Tisch war ja belegt) deuten auf eine Bastelzeit von ca. 4-4,5 Stunden hin.

Das Auslösen der Teile aus dem Karton war sehr einfach. Die Beschriftung ist sehr gut und zum größten Teil auf den Teilen selbst vorgesehen gewesen. Damit konnte man mehrere Teile rauslösen.

Das verkleben der Teile gestaltete sich dann etwas schwieriger. Auch wenn diese Aufgabe nicht unlösbar ist, wird solch ein Teleskop nicht von einem 6 oder 8 jährigen gebastelt werden können. Ich glaube sogar das ein 10jöähriger schon Probleme bekommt, aber das muss man sicherlich ausprobieren.

Ganz wichtig aber ist das Einkleben der Linsen. Hier habe ich nun schon mehrfach gehört, dass manche sich die Linsen versaut haben. Und auch mir ist Kleber auf die Okular-Linse gekommen. Ich konnte aber hier den noch nicht ganz festen Kleber wieder mit warmen Wasser entfernen.

Anschließend verklebte ich die Linse mit den Pappröhren. Zwischenzeitlich sah der Arbeitsplatz (mein Wohnzimmer- und Esstisch) dann so aus:

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Endergebnis

Der Praxistest steht noch aus, aber das Endergebnis kann ich Euch schon zeigen.

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Es gilt nun noch ein wenig das Teleskop nachzuarbeiten. Vor allem die Deckel an den Enden der Röhren sind sauber abzuschneiden.

Es hat mir doch einiges Spaß gemacht das Teleskop zu basteln. Und für 14 € kann man hier wohl wenig falsch machen. Selbst wenn es schief gehen sollte, kann man die 14 € gut verschmerzen. Besser wie ein großes Teleskop zu schrotten.

Die ersten Blicktests zeigen, dass man einen sehr großen Respekt vor der Arbeit Galileos haben muss.

Man schaut hier durch ein Nadelöhr auf einen anderen Planeten oder den Mond. Ich werde das Teleskop noch ausprobieren, aber für rein astronomische Beobachtungen wird es eher weniger geeignet sein.

Wer Spaß am basteln hat sollte sich das Teleskop einfach mal anschauen und ggf. nachbauen. Das macht sicherlich auch Euch viel Spaß. Wie oben schon erwähnt finde ich die Anleitung semi-optimal, nein eigentlich finde ich die Anleitung schlecht. Trotzdem konnte ich das Teleskop fertig stellen. Daher sollte das auch jeder andere Mensch schaffen. Davon bin ich überzeugt.

Hier noch der kleine Hinweis: Historisches Galilei-Teleskop bei Amazon* für 13,90 €

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