Wann sieht man die ISS im Monat Oktober 2014 (2/2)

Die zweite Oktoberhälfte ist nun schon vor ein paar Tagen angebrochen und die Internationale Raumstation befindet sich immer noch in der Abendsichtbarkeit. Das macht es den Astrofotografen natürlich recht leicht.

Einige meiner Kollegen bei Facebook haben nun ebenfalls angefangen die ISS zu fotografieren und es sind tolle Bilder dabei herausgekommen. Ich selbst hatte nur einmal die Gelegenheit und die Zeit.

Damit Ihr aber keinen Überflug verpasst präsentiere ich Euch hier wieder die Überflugzeiten.


Wo kann man die ISS am Himmel entdecken

Bevor hier die Sichtbarkeitsdaten beschrieben werden, möchte ich gern noch einmal erklären wie sich die Internationale Raumstation über den Himmel bewegt.

Natürlich kann man auch einen meiner ISS-Artikel zum auffinden der Raumstation lesen, aber eine kurze Gedächtnisauffrischung ist ja nicht schlecht oder?

Ich wollte vor kurzem die Internationale Raumstation mit einem Schornstein zusammen aufnehmen und hatte nur sehr wenig Zeit einen geeigneten Standort zu finden. Leider hatte ich meinen Kompass vergessen und daher stand ich beim Überflug nicht mehr ideal.

Die beiden Ergebnisse des Überfluges sind zwar nicht schlecht geworden, aber ich hatte mir doch etwas anderes vorgestellt.

Es gibt einige wichtige Grundlagen die man kennen sollte. In dem folgenden Bild ist alles verdeutlicht.

Welche Punkte sollte man also kennen.

Die ISS bewegt sich IMMER von West nach Ost. Sucht man also nach einem Standort mit einem Gebäude drauf oder anderem, sollte man Wissen wo diese Bewegungsrichtung liegt.

Das kann ab und zu leicht abweichen und dann findet man in meinen Tabellen Angaben wie West-Süd-West (WSW) nach Nord-Ost (NE).

Die Höhe über Null sollte man kennen. Diese Angabe wird immer in Grad angegeben und bezeichnet einen Winkel.  Hierbei gilt die Regel je niedriger der Wert ist, desto Horizontnäher ist die ISS. Also 15° ist schon knapp über dem Horizont. 90° (was es nicht gibt) ist direkt über mir.

Möchte ich also die ISS bei 75° aufnehmen, dann muss ich recht Nahe an dem Gebäude stehen.

Als letzten Wert sollte man sich die Himmelsrichtung der Kulmination (Höchster Punkt über Null) anschauen. Das ist ebenfalls wichtig, da diese mal in nördlicher oder auch in südlicher Richtung liegen kann.

So, dass soll es zur Erklärung erst einmal gewesen sein. Nun komme ich wieder zu den Sichtbarkeitsdaten für den restlichen Oktober.

Wann kann man die ISS am Himmel sehen?

image

Spaltenbeschriftung:

Ersch = Erscheinen
Kulm = Kulminieren (höchster Punkt am Himmel)
Verschw = Verschwinden
Helligkeit in Magnitude
Orientierungen E = Ost, S = Süden, W = Westen, N = Norden

Man sieht nun recht deutlich das am 29.10. diese Sichtbarkeitsperiode wieder endet. Danach wird Sie erst wieder am 8. November sichtbar.

Auch die Zeitpunkte und die Überflüge am Horizont werden schlechter. Hier muss man sich also für gute Bilder ranhalten.

Begegnungen & Bedeckungen

In dieser Sichtbarkeitsperiode gibt es keinerlei Nahe Vorbeiflüge an interessanten Objekten. Zumindest keine die Nachts sichtbar sind.

Ausblick

Der nächste ISS-Sichtbarkeitsartikel wird Anfang November erscheinen. Um genau zu sein am 3. November.

Leider wird dann die Internationale Raumstation nur am Morgenhimmel sichtbar sein. Durch die längeren Nächte im Winter stehen uns aber noch einige sehr interessante Überflüge bevor. Ich bin sehr gespannt und hoffe auch von Euch das ein oder andere Bild zu sehen.

Quelle: NASA – Spot the Station & Calsky.com & Heavens-Above.com

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5 comments

  1. Theres sagt:

    Hi, so schlecht sind die Bilder doch gar nicht.
    Jedenfalls hast du mich zum Nachforschen getrieben, und ich habe tatsächlich gestern Abend die ISS fotografiert – ich konnte es nicht glauben, weil sie langsamer als üblich wirkte, in der Abenddämmerung.
    Okay, okay, ich habe nur einen Lichtpunkt vor dunklerem Blau, aus der freien Hand geschossen … aber ich freue mich, vor allem, wenn ich bedenke, dass ich sie im März das letzte Mal gesehen habe (nenn mich Wolkengöttin :D ).

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Wolkengöttin ;-),
      das freut mich das Du die Bilder nicht schlecht findest. Finde ich auch. Es ist halt nur nicht das was ich eigentlich wollte. Ich finde es super das Du die ISS ablichten konntest. Nimm noch ein Stativ mit und dann kannst Du sicher auch tolle Überflüge mit Landschaften oder Gebäuden erstellen. Das ist echt einfach und mit dem Programm StarTrail bekommt man super Strichspuren hin.
      Ich habs ja hier im Blog auch beschrieben – Schritt für Schritt zur eigenen Strichspuraufnahme. Einfach die ISS-Bilder dort reinladen und dann sieht das so aus wie bei mir.
      Viele Grüße
      Stefan

  2. Theres sagt:

    Huch …
    nichts zu sehen? Egal, ich antworte hier mal.
    Das mit den Strichspuren ist eine Superidee – und ich les mir das alles mal durch. Vielleicht klappt es ja mal. Ich muss einfach nur daran denken, wenigstens das leichteste Stativ mitzunehmen, was bei Kamera, Fernglas usw kaum noch auffallen wird.
    Ich habe zwar nur eine einfache Kamera, also keinen Astroumbau, trotzdem denke ich, dass da was zu machen ist.

    • Theres sagt:

      Ah, jetzt ist es auch zu sehen. :)
      So wie du es beschrieben hast, kriege ich das ebenfalls hin. Vorausgesetzt, ich erwische noch mal ne Wolkenlücke :D

    • Stefan Gotthold sagt:

      Super. Auf Deine Ergebnisse bin ich gespannt.
      Ich habe übrigens auch keine Kamera mit Astroumbau. Mein DSLR ist noch original.
      Ich drücke dir die Daumen und warte gespannt auf die Bilder :-)

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