Die Zeitschrift interstellarum wird eingestellt!

Gestern erhielt ich eine traurige Nachricht von dem Geschäftsführer des Oculum-Verlages, DeepSky-Beobachter, Buchautor und Chefredakteur der Astronomiezeitschrift interstellarum –Ronald Stoyan.

Schon der erste Satz war schockierend:

… ich habe heute eine traurige Nachricht: interstellarum stellt zum Jahresende das Erscheinen ein. … [E-Mail]

Ich hatte schon aus der Astroszene eine Anfrage diesbezüglich erhalten, konnte damit aber bis zum gestrigen Zeitpunkt nichts anfangen. Das Gute in dieser schlechten Nachricht ist: Es ist möglich die interstellarum zu retten.

Lest aber selbst die Geschichte, die Gründe und wie die Rettung aussieht.


Hobbyastronomie-Szene geschockt

Für mich persönlich ist das ein schlechtes Zeichen für die Astronomie. Es gibt nur sehr wenige Zeitschriften und in unregelmäßigen Abständen habe ich immer wieder Reviews zu diesen Zeitschriften geschrieben.

So habe ich die existierenden Zeitschriften einfach mal gegenüber gestellt und fand das wir mit den 3 Zeitschriften am Markt für jede Zielgruppe etwas hatten.

Nachlesen kann man das hier: Welche Astronomie-Zeitschrift soll ich abonnieren?

Leider scheint das nicht ausgereicht zu haben und daher gab es gestern die Schockmitteilung.

imageSowohl bei Facebook als auch bei Twitter gingen Meldungen zum Einstellen der Zeitschrift interstellarum ein.

Viele äußerten Ihre Betroffenheit und waren von der Nachricht überrascht.

image

Die große Mehrheit schrieb Kommentare wie die auf der rechten Seiten.

Das ganze heißt jetzt erst einmal das das Heft 97 (Aktuell ist Oktober/November 2014 Ausgabe Nr. 96), die letzte interstellarum sein wird. Wer also noch einmal eine interstellarum lesen möchte, sollte jetzt zugreifen.

Die Gründe

Natürlich fragt gleich jeder nach den Gründen zu dieser Aktion. Schließlich ist die interstellarum eine wirklich professionelle Zeitschrift und das dort Werbung geschaltet wird, zeigte eigentlich das es doch von den Finanzen her passen müsste.

Leider scheint es hier genau zu hängen. In der E-Mail von Herr Stoyan wurde auch dieses Thema natürlich angesprochen. Er schreibt dazu:

Diese Maßnahme ist die bittere Konsequenz aus der wirtschaftlichen
Entwicklung in den letzten Jahren. Print-Produkte erfahren allgemein
einen Rückgang, es wird immer schwieriger gedruckte Zeitschriften und
Bücher zu verkaufen. Gleichzeitig haben digitale Geschäftsmodelle – die
auch wir mit dem Newsletter, der Sternstunde, fernrohrfinder.de und
unseren Apps mit großem finanziellen Aufwand gestartet hatten – nicht
die Lücke füllen können.

Es ist also eine finanzielle Frage und scheint hier an den Abonnentenzahlen zu liegen. Dazu komme ich aber gleich noch mal ausführlicher.

Wie hoch die Margen einer solchen Zeitschrift sind, kann ich nicht sagen. Ich weiß das zum Beispiel die Space mit einer großen Einstiegsaktion für Abonnenten geworben hat und sogar Tablets dafür rausgab.

Vielleicht hätte man hier mehr ansetzen können und dann wäre die Nachricht nicht so eingeschlagen.

Natürlich diskutieren die Leute auch recht schnell diese Themen im Netz. So fragte ein Abonnent gleich was wohl mit seinem Abo geschieht? Oder andere behaupten das hier andere Faktoren eine Rolle spielen und es nicht an dem Geld selbst läge. Das sind aber alles Spekulationen.

Die Rettung könnt gelingen

Natürlich gibt es bei der ganzen Geschichte ein großes ABER. Es wurde nämlich von der Redaktion und dem Verlag entschieden eine Crowdfunding-Kampagne aufzusetzen. Zum Crowdfunding in der Astronomie hatte ich hier schon mal was im Blog geschrieben und bin immer noch skeptisch ob dieses Konzept wirklich aufgehen kann. Mein Artikel findet Ihr hier: Crowdfunding für Astronomie-Projekte: Zukunft oder Luftnummer?

Nun aber zur interstellarum.

Das Crowdfunding-Projekt interstellarum wird auf der Plattform StartNext angeboten und befindet sich noch in der Pre-Phase. Das heißt hier werden einfach nur “Fans” gesucht, die der Meinung sind das dieses Projekt so wichtig ist, dass man in ein Crowdfunding gehen könnte.

100 Fans braucht man und 140 sind innerhalb der ersten paar Tage zusammen gekommen.

Die eigentliche Finanzierungsphase beginnt aber erst am 14. November 2014 und soll dann insgesamt Abonnenten sammeln, die 100.000 € bzw. 115.000 € für den zusätzlichen Newsletter generieren.

Auf den Seiten von StartNext beschreibt Herr Stoyan noch einmal die ganze Misere und auch was man dagegen tun könne.

Nun kommen natürlich sehr schnell die Fragen auf, wie lange man mit 100.000 € hinkommt und was danach passiert? Schaut man sich auch bei StartNext die sogenannten Dankeschöns an, weiß man als Abonnent nicht wirklich was da sich ändern soll.

Ein Abonnent bei Facebook beschrieb es recht deutlich und damit seinen Fragen Luft:

image

Schaut man sich nun diese und auch andere Kommentare an, dann wird wohl klar, dass es hier einiges noch an Verwirrungen gibt.

Ich probiere hier mal mein Verständnis reinzubringen. Das muss nicht zwingend heißen, dass alles richtig ist. Falls jemand andere Infos oder Quellen hat, sage er bitte Bescheid.

1. Was soll das Crowdfunding-Projekt?

Das Grundproblem ist, und das machten sowohl Herr Stoyan in einer E-Mail, auf der StartNext-Plattform und von einer seiner Mitarbeiterinnen geposteten Beitrag bei StartNext deutlich, das man über den Kiosk-Verkauf für eine Zeitschrift kein Geld einnimmt.

Die Schlussfolgerung ist damit, dass eine Zeitschrift nur über Werbeeinnahmen und Abonnements Geld einnehmen kann.

Zu den Werbeeinnahmen kann ich nicht sagen, diese werden aber sicherlich einen gewissen Umfang haben. Scheinen aber nicht wirklich die Gehälter etc. tragen zu können.

Es liegt also an zu geringen Abonnementen und diese gilt es zu generieren. Das Crowdfunding-Projekt deutet genau darauf hin. Wer das Crowdfunding-Projekt unterstützt, wird automatisch Abonnement.

Die klare Botschaft von Herr Stoyan ist:

… Ziel der Kampagne sind die Kiosk-Käufer … [StartNext]

Hier sieht man also das zum Beispiel Abonnenten gar nichts Beiträgen können. Maximal könnte man Upgraden und sein Abo auf eine Abo-Plus heben. Das haben diese Abonnenten aber schon vorher nicht getan.

2. Reicht diese Finanzierung?

Es wurde oft gefragt, was man wohl mit dem Geld macht und ob man mit 100.000 oder 115.000 € wirklich weit kommt.

Hier muss man sagen, dass diese Crowdfunding-Kampagne ja ABO’s generiert. Das Geld von 100.000 €, übrigens zusätzlich zu den bestehenden ABO’s und Werbeeinnahmen, muss jedes Jahr fließen. Das wird aus dem Text nur an einer Stelle deutlich:

… Wir benötigen regelmäßig wiederkehrende jährliche Einnahmen von 100.000 Euro zusätzlich, … [StartNext]

Das würde aber wieder heißen, dass sollten zu viele ABO’s nächstes Jahr wegfallen, kommt die interstellarum wieder in Bedrängnis.

Natürlich hätte man Zeit neue Konzepte zu verfolgen und auch die Digitalisierung voran zu treiben. Aber so ganz wäre das Problem nicht gelöst.

Anders herum kann ein solches Vorgehen vor allem im Crowdfunding schief gehen. Man könnt das zwar mit den Krautreportern vergleichen, die ja auch ABO’s über ein Crowdfunding-Projekt gesammelt haben. Aber die existierten noch nicht vorher und bieten Ihre Artikel ausschließlich Digital an.

3. Was passiert mit den bestehenden ABO’s?

Die bestehenden ABO’s bleiben erhalten bis die Crowdfunding-Phase zu ende ist. Sollte das Ziel erreicht werden, laufen diese ganz Normal weiter.

Sollte der Fall eintreten, dass dieses Projekt eingestellt werden muss, da die Ziele nicht erreicht wurden, werden auch die bestehenden ABO’s gekündigt und es gibt das Geld zurück.

Das zeigt aber auch sehr deutlich auf was die Crowdfunding-Kampagne abzielt. Es sollen “nur” neue Abonnenten generiert werden.

Fazit zum Crowdfunding

Das Crowdfunding-Projekt wirft einige Fragen auf. Einige sind sehr schnell zu beantworten. Dazu liest man sich den Text einfach mal durch. Ich bin mir auch sicher, dass hier die Redaktion die bestehenden Abonnenten noch informieren wird.

Andere Fragen lassen sich nicht so einfach lösen. So ist zum Beispiel das Crowdfunding komplett auf den ABO-Betrieb ausgelegt. Das he9ißt das die bestehenden Abonnenten nichts beitragen können.

Ob sich das dann aber bei den Nicht-Abonnenten durchsetzt ist halt sehr fraglich. Natürlich ist die aktuelle Diskussion recht groß und im Moment reden viele darüber. Ob sich das bis Mitte November und in der gesamten Finanzierungsphase dann aber durchsetzt steht noch in den Sternen.

Wichtig ist, das die interstellarum-Leute darüber reden und die Menschen mit Ihren Fragen abholen.

Offene Fragen

Was bei mir noch etwas offen ist, sind solche Fragen wie:

  • Was passiert mit der interstellarum Sternstunde?
  • Was wird aus dem Oculum-Verlag selbst?

Mir fallen mit der Zeit sicherlich noch mehr Fragen ein. Habt Ihr vielleicht sogar welche?

Fazit

Mein generelles Fazit fällt gemischt aus. Das Crowdfunding kann gut gehen, muss es aber nicht. Ich würde es mir wünschen das die Hobbyastronomen hinter einer sehr guten Zeitschrift stehen.

Wer ein solches ABO haben möchte, sollte nun bis zum 14. November warten und dann zu StartNext/interstellarum gehen und eines darüber abschließen.

Empfehlen kann ich dem Team aus meiner Erfahrung nur, dass man nun sehr viel und offen mit den Lesern kommunizieren muss. Sowohl auf der Crowdfunding-Plattform als auch auf den sozialen Medien.

Ich werde das ganze Projekt interstellarum weiter beobachten und natürlich berichten ob nun was aus der Sache geworden ist oder wir Hobbyastronomen doch auf eine tolle Zeitschrift verzichten müssen.

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9 comments

  1. Also ehrlich gesagt bin ich mittlerweile ein wenig sauer wegen der Informationspolitik des Verlags. Hier in Artikel habe ich mehr erfahren, als z.B. im Astrotreff-Forum in entsprechenden Interstellarum-Thread (vielen Dank dafür noch mal). Ich bin gerne bereit, die Zeitschrift weiter zu unterstützen. Schließlich bin ich seit 2001 Abonnent der IS und habe all die Veränderung (wobei ich viele sehr sehr kritisch gesehen habe) mitgemacht. Deshalb würd eich es begrüßen, die Kritik der Leser auch ernst zu nehmen und sich evtl. auch auf die alten Tage rückzubesinnen, wo IS tatsächlich noch eine Zeitschrift für praktische Astronomie war. Den mageren News-Anteil kann man z.B. komplett streichen (eher uninteressant & kann man z.B. alles im Internet nachlesen), mehr auf den praktischen Teil des Hobbys Bezug zu nehmen (Test von preiswerten Optiken, Bildbearbeitung mit freier Software, Tutorials, visuelle Beobachtung v. DS-Objekten, Erstellung v. astron. Aufnahmen mit einfachen Mitteln etc.).

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Andreas,
      ich kann Deinen Unmut verstehen würde aber vorschlagen hier noch etwas Geduld zu zeigen. Ich glaube nicht das es dem Verlagsteam und Ronald Stoyan leicht gefallen ist einen solchen Schritt zu gehen. Schließlich hängen da 7 Jobs dran.
      Natürlich hätte man anders an die Leser herantreten können, aber das ist ja nun nicht der Fall und mit dem nächsten Heft (Nt. 97) will man ja auch einiges berichten.
      Ich glaube das auch die viele Kritik in den Foren helfen wird die Zeitschrift interstellarum, sollte Sie den weiter bestehen, besser zu machen. Es zeigt doch viel Frustration in der Szene.
      Wir werden in den nächsten Tagen und Wochen sicherlich mehr erfahren. Die ganze Nachricht ist ja erst 2 Tage alt.
      Hier heißt es einfach abwarten.
      Viele Grüße
      Stefan

  2. Ich habe mir die “Dankeschöns” mal genauer angesehen. Im Prinzip schließt man, wie du ausgeführt hast, tatsächlich ein Abo für IS ab. Eine einfache Geldspende (egal welcher Betrag) ist offensichtlich nicht vorgesehen.

    1. Beispiel: Wenn man als Printabonnent auf der Startnext-Seite 8 € für die Digitalausgabe (Interstellarum Plus) “spendet”, wäre das das Gleiche, als wenn man das Digitalabo auf der offiziellen Interstellarum-Webseite bucht.

    Das heißt also, wer schon das Plus Abo von IS besitzt, kann auf der Crowdfunding-Seite die Zeitschrift nicht unterstützen es sei denn, er schließt ein 2. Abo ab. (?) Das kann es doch nicht sein. ;) Außerdem verlängert sich das Plus Abo automatisch um ein weiteres Jahr, wenn man nicht kündigt.

    2. Beispiel: Bei der 2. Funding Möglichkeit (Plus-Upgrade Sternfreunde) für 20,90 € erhält man neben dem Digitalabo für 8 € auch noch das Buch “Stern-Freunde” von Frank Hauswald. Das Buch kostet beim großen Fluss 12,90 €.

    Fazit: Man könnte auch gleich ein Abo über die Interstellarum-Webseite abschließen und dazu noch ein Buch aus dem Oculum-Verlag direkt bei Oculum oder beim großen Fluss kaufen. Wäre im Prinzip das Gleiche.

    Das Crowdfunding via Startnext ist salopp gesagt nur ne PR-Nummer von Seiten des Verlages, um neue Abonnenten zu gewinnen. Ist halt, mehr oder weniger, ne sanfte “Erpressung” für alle Nichtabonnenten der Interstellarum… ;)

    Ergo und logische Konsequenz: Das Projekt “Abo oder Untergang” kann eigentlich nur zum Scheitern verurteilt sein. Offensichtlich haben die Käufer, die die IS im Zeitschriftenhandel beziehen, gute Gründe, die Zeitschrift nicht direkt vom Verlag zu beziehen.

  3. Christoph Wöhrle sagt:

    Hallo Stefan, danke für die Informationen zur aktuellen Situation. Habe lange überlegt ob und wo ich meine Meinung dazu abgebe aber ich bin er Meinung dass es hier gut passt.

    Ich kann mich hier dem ersten Post von Andreas nur anschließen. Aus diesem Crowdfunding Projekt gehen meiner Meinung nach keine bzw. ungenügend Informationen hervor.
    Wenn ich darüber nachdenke, in ein Projekt zu investieren, dann habe ich doch einen gewissen “Benefit” Gedanken.
    Nun kann dieser Benefit monetärer Natur sein, sich in Form eines unentgeltlichen Mehrwerts widerspiegeln oder andere Art sein. Aber so ganz ohne Information finde ich das nicht seriös bzw. es hat dann den Charakter eines Spendenaufrufs.

    Crowdfunding hat für mich bei einem Unternehmen,nichts anderes ist der Oculum Verlag ja, etwas mit Neuausrichtung, Neuentwicklung oder Entwicklung.
    Bevor ich also Geld in die Hand nehme möchte ich doch ein wenig Hintergrundinformationen haben:
    Wie setzen sich die Umsätze zusammen, wie hoch ist das Verhältnis an Werbeeinnahmen im Vergleich zu Abonnentenzahl und Kioskkäufen usw.
    Ganz wichtig auch- was genau soll denn verändert werden. Denn wenn sich keine Änderungen einstellen kommt in einem Jahr wieder der Spendenaufruf.
    Warum läuft es bei der Zeitschrift nicht? Welchen Trend hat man vielleicht verpasst?

    Es gibt gute Beispiele für Crowdfunding-Projekte, Seedmatch.de zum Beispiel fordert einen Businessplan, Geschäftszahlen, Ausblicke usw für die Investoren.All das fehlt mir hier. Ich sehe keinen Masterplan- leider, denn Interstellarem war für mich oft eine nette Abwechslung mit Praxisbezug.

    Ich bin mir sicher dass es dem Verlag und den Mitarbeitern derzeit nicht gut geht.
    Wenn man das aber von vornherein nicht gescheit macht, fürchte ich stehen wir in Kürze wieder hier.

  4. Anonym sagt:

    Ob man jetzt “geschockt” sein muss? Mal ein paar Fakten:

    -”Die Zeitschrift hat keine Leser verloren, sondern massiv gewonnen seit dem Kioskgang. ” R. Stoyan im Astrotreff-Forum

    -”Vielen Kunden ist jedoch nicht bewusst dass die auf diesem Weg verkauften Hefte dem Verlag praktisch keine Einnahmen bringen.” R. Stoyan auf Startnext.de

    -Der Abopreis ist pro Zeitschrift 7,48€, die Einzelausgabe am Kiosk kostet 7,90€. Entnommen aus astrotreff.de

    -”Gleichzeitig haben digitale Geschäftsmodelle – die
    auch wir mit dem Newsletter, der Sternstunde, fernrohrfinder.de und
    unseren Apps mit großem finanziellen Aufwand gestartet hatten – nicht die Lücke füllen können.” R. Stoyan in deiner Mail

    Also: IS hat “massiv” Leser gewonnen, kann aber trotzdem nicht wirtschaftlich arbeiten? Von den 7,90€ am Kiosk bleibt praktisch nichts übrig? Der Ersparnis zum Abo sind 0,52€, und da wundert man sich, dass viele am Kiosk kaufen – ohne Dauerverpflichtung? Produkte wie der Newsletter oder die Sternstunde werden kostenlos vergeben, und da wundert man sich, dass diese “die Lücke nicht füllen”?

    Ich würde sagen: Da sind die Probleme nun eindeutig hausgemacht. Ich bin weder geschockt noch traurig (auch, weil die Zeitrschrift inhaltlich immer schlechter wurde, die Beiträge im astrotreff-Forum sprechen Bände). Jetzt anzukommen mit “abonniert – oder wir machen zu” ist dreist und die schlechteste PR-Kampagne, die ich lange erleben musste.

    Apropos: Es handelt sich tatsächlich um eine PR/Werbekampagne zur Gewinnung neuer Abonnenten – und NICHT um ein Crowdfundingprojekt. Hätte man sich in Erlangen die Richtlinien von Startnext mal durchgelesen, wüsste man, dass dieses “Projekt” gegen eben diese verstößt:

    “A project always has a beginning and an end. It needs to have a clear goal, and something new always needs to be created. Examples of projects are: producing a movie or an album, an invention or creating a new product.”

    Weder hat das Projekt ein Ende (“Wir benötigen regelmäßig wiederkehrende jährliche Einnahmen von 100.000 Euro zusätzlich” R. Stoyan) noch handelt es sich um ein neues Produkt.

    Ich würde mich nicht wundern, wenn das Projekt von Startnext gelöscht würde, bevor es richtig startet.

  5. Andreas Schnabel sagt:

    Wie ich das im Astrotreff-Thread von Ronald verstanden habe, ist auch die Oculum Bücherreihe gefährdet, falls das Projekt scheitert.

  6. Frank sagt:

    Unter den Büchern des Oculum-Verlags gibt es m.E. einige Perlen, die nicht verschwinden sollten. Die Zeitschrift Interstellarum hat zwar für mich schon seit Jahren nicht mehr den 90ziger Charme, aber sie war mir das Geld noch immer wert (wenn auch mit sinkender Tendenz).

    Ich beobachte eine Veränderung der Zeit auch an mir selbst … im Grunde kaufe ich nur noch gezielt gedruckte Bücher (bspw. Fachliteratur) und steige ansonsten zunehmend auf e-books um (auf meinem Reader sind mit Beginn 2012 knapp 300 books). Zeitschriften verlieren bei mir an Bedeutung. Damit bin ich in meinem Umfeld gar nicht so alleine.
    In diesen Zeiten ist es für eine klassische Zeitschrift nicht einfach, zu bestehen. Wobei: die Zeiten waren schon zu Magellan nicht einfach (aber sehr interessant und unterm Strich wahnsinng spaßig!) und uns gibt es ja seit mehr 10 Jahren nicht mehr …
    Jedenfalls drücke ich Oculum die Daumen, dass es in einer guten Form weitergeht.
    Viele Grüße, Frank

  7. Lichtecho sagt:

    Sicherlich hat Oculum auch Fehler gemacht mit interstellarum. Sie haben auch sehr vieles richtig gemacht. Es ist müselig darüber zu diskutieren, was überwiegt, weil Zeitschriften leider keine Zukunft haben. “Sterne und Weltraum” hält sich noch eine Weile, weil diese Zeitschrift alt und renommiert ist und auch viele institutionelle Leser hat. Das vds-Journal hält sich, weil es eine Mitgliederzeitschrift ist (dafür hat die vds einen sehr miesen Internetauftritt). Das wars dann aber auch. Die Leute wollen keine Zeitschriften mehr. Es wird lieber gebloggt oder in Foren gepostet. Das muss man akzeptieren. Also hört auf, analysieren zu wollen, wo der Fehler bei Oculum liegt.

  8. Andreas Schnabel sagt:

    Ah, ich hoffe, dass sich Sterne und Wletraum noch ne Weile hält, die ich momentan lieber lese, als Interstellarum. Ich hoffe, dass das Verschwinden des “Ahnerts” nicht als Warnsignal zu verstehen ist, da das Jahrbuch auch von SuW vertrieben wurde.

  9. […] Auch ich war geschockt, als ich die Nachricht von Stefan Gotthold (Clear Sky Blog) auf Facebook und seinen Blog-Artikel lesen musste. Ich bin seit Ausgabe 16 (Januar 2001) Abonnement der Zeitschrift, die in den letzten […]

  10. Iazzetta sagt:

    Als ich 2005 den Star Observer aus privaten Gründen einstellte, hat Herr Stoyan – der dann von unserem Langzeitvertrieb Verlagsunion betreut wurde – einen “Rachebeitrag” geschrieben. Weil ich auf sein Angebot einer Kooperation Jahre zuvor nicht einsteigen wollte. Habe also kein Mitleid und finde diese Bettelnummer lächerlich. Dass man mit dem Kiosk-Verkauf nichts einnimmt stimmt nicht. Es bleiben 50% vom Verkauf. Es müssen also genug Hefte verkauft werden. Der Star Observer verkaufte sich der Jahrtausendwende monatlich zwischen 20.000 und 25.000. Davon kann und konnte Herr Stoyan nur träumen. Man muss also genug verkaufen um zu leben. Mit 5.000 Magazinen geht das in der heutigen Zeit nicht. Dass Inserenten einseitig in weit günstigere Internetseiten investieren ist ebenso Farbenblind und das Resultat zeigt sich ja auch am schlechten Zustand der Händler. Wenn heute keine Abos abgeschlossen werden dann liegt es nicht an der Qualität einer Zeitschrift sondern am Zeitgeist. Eine Rettungsaktion wird nichts bringen weil ganz andere Zeitschriften von einem anderen Kaliber als interstellarum schließen.

  11. […] von Sachkenntnis geprägter – Online-Diskussion: Fundstücke aller Art z.B. hier, hier, hier (früher), hier (früher), hier und hier, die man nun mit anderen Augen sehen mag … [0:05 […]

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