inforadio RBB und die Technologiestiftung Berlin luden zur Rosetta-Diskussionsrunde ein und ich war dabei

In der Reihe Treffpunkt WissenWerte, die mir bis dahin völlig unbekannt war, lud die Technologiestiftung Berlin und das RBB inforadio ein mit Experten zur Rosetta Mission zu diskutieren.

Unter dem Titel Treffpunkt WissensWerte: Der Kometenjäger gab es eine Podiumsdiskussion, die in an dem DLR-Standort in Berlin stattfand und natürlich habe ich die Gelegenheit genutzt daran teilzunehmen.

Für mich ist das eine gute Gelegenheit die Diskussionsrunde Revue passieren zu lassen und auch noch einmal einen Blick auf die Rosetta-Mission zu werfen. Es sind ja schließlich nur noch 14 Tage bis wir auf dem Kometen landen wollen.


Anreise nach Adlershof

Meine Anreise war schon einen Blick wert. Hier mal zwei Impressionen von meinem Weg zum DLR Standort.

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Bildquelle: Stefan Gotthold

Die Rosetta-Mission

6 Milliarden Kilometer hat die Raumsonde Rosetta zurück gelegt, 10 Jahre ist Sie schon unterwegs, mehrere Swing-By-Manöver wurden durchgeführt um bis zum Kometen fliegen zu können, sie ist einmal komplett schlafen gelegt worden und wiedererwacht und nun ist Sie bei einem Kometen, der gerade mal 4x4x2 km misst und macht tolle Bilder.

Die Leistung die hinter diesem Projekt steckt gehört heute schon zu den besten Leistungen der Raumfahrt.

Daher hat die Technologiestiftung Berlin und das Inforadio (rbb) zu einer Podiumsdiskussion in den Berliner DLR-Standort geladen.

Moderiert wurde die Diskussion von Thomas Prinzler (Bild rechts)– Wissenschaftsredakteur beim inforadio. Seine Gäste waren (Bild von links nach rechts) Prof. Dr. Berndt Feuerbacher, Direktor Emeritus DLR – Institut für Raumsimulation und ehemaliger Philae Project Leader,Prof. Dr. sc.tech Reinhard Schiffel Vorsitzender des Beirates IQ wireless und bis 2013 CEO IQ wireless GmbH und Prof. Dr. Tilman Spohn Direktor DLR – Institut für Planetenforschung.

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Foto: Stefan Gotthold

Man sieht also das hier schon eine gewisse Kompetenz vor Ort war.

60 Minuten Interview

Natürlich war die Veranstaltung nicht von vornherein als Diskussionsrunde angelegt, sondern soll die Menschen über die Rosetta-Mission informieren.

Daher löcherte Herr Prinzler als Moderator seine Gäste und diese Antworteten sehr bereitwillig.

Wer sich mit der Mission beschäftigt, kennt natürlich viele der Details. So wurde nach der langen Laufzeit von 10 Jahren gefragt oder warum man den 6 Milliarden Kilometer weiter fährt (Raumfahrer-Chargon) um zu einem Kometen zu kommen, der nur 500 Millionen Kilometer weit weg ist.

Dabei spürte man sehr deutlich die Begeisterung der drei Gäste. Vor allem Prof. Dr. Spohn und auch Prof. Dr. Schiffmann konnte man die Aufregung zu dieser Mission anmerken. Schließlich haben beide direkt zur Rosetta-Mission beigetragen.

So war Prof. Dr. Feuerbacher Projektleiter beim Bau und der Betreuung unseres Landers. Bei der Namensgebung gab es dann gleich eine tolle Story.

Eigentlich sollte der Lander (Philae) ja Rosetta Lander heißen. Die Abkürzung wäre dann RO-LAND wesen. Das wollten aber die Franzosen nicht. Diese wollen den Lander eher nach dem Entdecker und Entschlüsseler des Rosetta-Steins benennen –   Jean-François Champollion. Das wäre aber auch nicht viel besser gewesen und daher bekam nun der Lander den Namen Philae – vorgeschlagen von einem jungen Mädchen.

Auch wurde natürlich das Ziel besprochen und warum damals der Zielkomet geändert wurde.

Aber auch Prof. Dr. Spohn – Leiter des DLR in Berlin – hat Aktion in der Rosetta-Mission. Er entwickelte mit an einer Messapparatur um die Temperatur des Kometen zu messen.

Das die Mission jetzt schon ein voller Erfolg ist, zeigen die diversen Bilder. Natürlich wäre die Landung am 12.11. nun wirklich das absolute Novum.

Auch Prof. Dr. Schiffel hatte etwas zu berichten. So werden natürlich immer mal wieder Stimmen laut wie Groß der Nutzen solcher Weltraummissionen sind. Immerhin hat die Rosetta-Mission 1 Milliarde Euro verschlungen. Das sind 1.000 Millionen Euro.

Zusammen mit dem DLR hat aber Dr. Schiffel an einer Kamera gearbeitet, die auch auf Rosetta oder besser Philae zum Einsatz kommt. Hier auf der Erde wird diese Kamera verwendet um Waldbrände frühzeitig zu erkennen.

Das ist natürlich ein direkte Mehrwert aus solchen Missionen. Indirekt wurde natürlich das Wissen und die Erlangung von Erkenntnissen in den Vordergrund gestellt.

Natürlich interessiert die Menschen auch die Erfolgschancen und dadurch das Dr. Feuerbacher direkt diese Frage beantwortete, nahm er mir die Chance eine eigene Frage zu stellen.

Mit 75% nimmt er an, dass Philae auf dem Kometen 67P/Tschurjumow-Gerasimenko landen wird. Das ist wirklich hoch, aber wir werden es ja sehen.

Es gibt ja mehrere System die Absichern sollen das Philae auch wirklich auf dem Kometen landet und sich nicht wieder Abstößt. So kannte ich die beiden System Harpunen und Eisschrauben. Das es zusätzlich noch eine Düse gibt, war mir nicht bewusst.

Besprochen wurde auch das Manöver zum Landen. Ich habe hier mal ein Video herausgesucht um zu veranschaulichen das es wirklich nicht einfach ist.

So sieht man auf dem Video die komplizierte Flugbahn von Rosetta und das Absetzen des Landers Philae.

Abschluss und Fazit

Richtig viel neues hat man auf der Veranstaltung nicht erfahren. Das war aber auch sicher nicht der Sinn dieser Veranstaltung.

Es war toll mal die Begeisterung von drei Menschen zu sehen, die direkt an der Mission beteiligt sind. Hier merkt man welche Leistung und auch welche Arbeit hinter der Mission steht.

Im Abschluss an die Veranstaltung gab es noch Gelegenheiten zu quasseln und sich mit den Leuten auszutauschen.

Auch das Modell von Philae kann im Flur des DLR bestaunt werden.

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Foto: Stefan Gotthold

Alles in allem war es ein toller Abend. Ich konnte noch mit Dr. Spohn und Dr. Feuerbacher interessante Gespräche führen. Ich hoffe auf mehr solcher Veranstaltungen.

Programmhinweis inforadio (rbb)

Einen ersten Artikel kann man sich auf dem Kanal des inforadio anhören und durchlesen:

Link: Rosetta, Philae und Tschorjumov Gerassimenko

Ansonsten gibt es eine Reihe von Terminen am Wochenende an denen noch einmal diese Diskussionsrunde übertragen werden soll. Dazu schaue man doch einfach mal beim inforadio (rbb) vorbei.

Sonderveranstaltung zur Landung (Tipp für Berliner)

Am 12.11.2014, ab 17 Uhr werden wir im Planetarium am Insulaner die Landung Philaes Live übertragen.

Einen Veranstaltungshinweis findet Ihr im Programm des Planetariums: Sonderveranstaltung 12.11.2014

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