Beobachtungsbericht (26.12.-27.12.): Jupiter, Sternbild Orion und eine Menge Tests

Die sehr lange Schlechtwetterphase hat einen schon richtig mürbe gemacht und daher freute es mich umso mehr das der Himmel in der Nacht vom 26.12. auf den 27.12. sehr klar war. Daher wollte ich unbedingt die Zeit nutzen und einige Neuanschaffungen ausprobieren.

Als erstes kam der Skywatcher Star Adventurer dran und anschließend versucht ich den Jupiter noch mit meiner Planeten-CCD (QHYCCD) aufzunehmen. Beides konnte ich bis dahin noch nicht ausprobieren.

Also gab es einiges zu Testen.


Skywatcher Star Adventurer

Der Skywatcher Star Adventurer ist eine Reisemontierung mit Nachführung für eine max. 5kg-Equipment.

Sprich man bekommt hier gut eine DSLR mit Objektiven bis 300mm drauf oder aber auch einen kleinen APO-Refraktor.

Der Star Adventurer ist seit Mitte 2014 im Astro-Handel erhältlich und die Hobbyastronomen haben wohl sehnsüchtig drauf gewartet. Er war nämlich sehr schnell ausverkauft und erst ab Oktober/November 2014 wieder lieferbar. Einige wenige Hobbyastronomen aus Deutschland haben eine abbekommen und konnten Ihn Teste.

Auf dem Bild kann man recht gut sehen, dass das Gerät sehr handlich ist und daher war es schon die ganze Zeit mein Ziel das Gerät zu mir nach Hause zu bekommen.

Skywatcher Montierung Star Adventurer, SetZusätzlich hat der Star Adventurer einen Guiding-Anschluss und das macht Ihn sehr besonders. Man kann also nicht nur Nachführen sondern die Nachführgenauigkeit noch erhöhen.

Den Skywatcher Star Adventurer gibt es in zwei Varianten. Einmal für 269 € in der Basisversion* und einmal für 369 € im Star Adventurer Set*. Ich empfehle sehr das Set zu kaufen, da man hier schon die Prismenschiene und das Gegengewicht bei hat.

Natürlich muss man sich auch auf Folgekosten einrichten. Ein Stativ gehört noch dazu und auch einen Kugelkopf für die Kamera braucht man.

Ich habe einfach mal die Kamera in die Prismenhalterung eingesetzt und einige Testaufnahmen geschossen.

Natürlich muss ich dann immer gleich die Vergleichsaufnahmen schießen. Ich habe dabei auf das Sternbild Orion gehalten und sowohl mit dem Star Adventurer als auch ohne die Aufnahmen bei 18mm und 55mm Brennweite durchgeführt.

Der Vergleich

Obwohl der Star Adventurer nicht richtig nach Norden ausgerichtet war, konnte ich doch die Nachführzeit schon erhöhen. Ziel ist es ja dabei keine Strichspuren auf den Chip zu bekommen.

Begonnen habe ich mit 18mm sowohl mit als auch ohne Nachführung. Die theoretischen Belichtungszeiten liegen bei 18mm bei 4,6 Sekunden und bei 55mm bei 1,5 Sekunden. Nachrechnen könnt Ihr das mithilfe dieses Artikels: Mathematik in der Astronomie (Teil 6): Die maximale Belichtungszeit (Astrofotografie)

Als erstes habe ich einige Testaufnahmen durchgeführt. Dabei kam ausschließlich das StandardKit-Objektiv meiner Canon zum Einsatz und natürlich eine Fernbedienung.

IMG_2058_18mm_ohne_Nachf

Auf dem ersten Bild sieht man das Sternbild Orion und hier natürlich auch schon wie hell der Himmel über Berlin ist. Das ganze ist eine 5 Sekunden-Aufnahme ohne Nachführung. Man kann gut sehen, dass es hier keine Strichspuren gab. Ist ja auch die theoretische Grenze.

IMG_2065_18mm_mit_Nachf

Das zweite Bild sind 25 Sekunden mit Nachführung. Der Zugewinn an Informationen ist durch die helle Stadt nicht wirklich hoch. Aber der Test zeigte, dass eine nicht perfekt ausgerichtete Reisemontierung auch hier schon einiges an längeren Belichtungszeiten zulässt. Keine Strichspuren.

IMG_2067_18mm_mit_Nachf

Bei 60 Sekunden mit Nachführung kam schon die Nachführungenauigkeit zum tragen. Zoomt man stark in das Bild hinein, sieht man eine Aufwärtsbewegung der Sterne. Diese entsteht durch die schlechte Ausrichtung des Star Adventurers.

Nun wollte ich es aber wissen und habe hier mal zwei Aufnahmen mit 55mm erstellt.

IMG_2077_15_Sek_55mm_ohne_Nachf

55mm und 15 Sekunden Belichtungszeit sind ohne Nachführung einfach nur noch schlecht. Die Strichspuren sind über mehrere Pixel verteilt.

IMG_2076_15_Sek_55mm_mit_Nachf

15 Sekunden mit Nachführung zeigen einen deutlichen Orionnebel und auch schon erste leichte Strukturen im Nebel. Ich freue mich also sehr darauf, wenn das Zubehör da ist und ich mit der Kamera auf dem Star Adventurer ordentliche Aufnahmen machen kann.

Wie schon oben geschrieben war dies ein erster Test und ich denke das mit der Star Adventurer von Skywatcher noch tolle Dienste leisten wird.

Jupiter mit Refraktor und Planeten-Cam

Da ich nun an diesem Tag schon einige Tests durchgeführt hatte und seit einigen Monaten hier meine Planeten-Cam QHYCCD 5L-II-M rumliegt, wollte ich das nun auch mal endlich in Angriff nehmen.

Das Wetter war super und daher wurde das ganze Equipment aufgebaut. Also der Skywatcher-Refraktor mit Laptop und QHYCCD.

Es dauerte eine ganze Weile bis ich die QHYCCD so eingestellt und fokussiert hatte, bis ich einen Jupiter auf dem Monitor sah.

Und so sah dieser dann zum ersten mal aus:

Insgesamt konnte ich zwei Video-Sequenzen von Jupiter machen. Beide mit leicht unterschiedlichen Einstellungen der Software.

Diese Videosequenzen wurden dann später mit dem Programm Registax (Weblink) bearbeitet. Dabei werden die Bilder aus dem Video analysiert und der Teil der gut ist (10%) werden überlagert.

Eine anschließende Schärfung mit den Wavelet-Filtern aus Registax sorgen für ein tolles Bild. Die Ergebnisse meines ersten Versuchs lassen sich hier anschauen.

Ohne jetzt weiter auf die Details einzugehen sieht man hier die beiden Jupiteraufnahmen.

002010_test

 

002640_test

Fazit

Sowohl der Test mit dem Skywatcher Star Adventurer als auch der Test mit QHYCCD waren absolut erfolgreich. Die Ergebnisse können sich sehen lassen und wenn ich noch ein wenig übe dann sollten diese auch noch steigerbar sein.

Die QHYCCD wird auf jeden Fall noch häufiger zum Einsatz kommen. Aber auch der Star Adventurer hat sich wacker geschlagen. Einiges an Zubehör für den Star Adventurer ist auch schon bestellt. Einen gesonderten Artikel zur Reisemontierung und deren Transportabilität werde ich auch noch verfassen.

Ihr seht, hier gibt es wieder sehr viel zu berichten.

Ich bin auf jeden Fall sehr Happy und hoffe das ich Euch hier noch einiges an Bildern mit diesem Equipment zeigen kann.

Ähnliche Artikel:

Teleskop bei Astroshop
Werbung

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *