Beobachtungsbericht (28.12. & 29.12.): Mein schärfster Mond bisher

Erst vor zwei Tagen berichtete ich hier im Blog über meine Tests mit der QHYCCD-Kamera an meinem kleinen Skywatcher Refraktor 102/500. Hier kann man diesen Bericht nachlesen: Beobachtungsbericht (26.12.-27.12.): Jupiter, Sternbild Orion und eine Menge Tests

Nun war ich aber von dem Setup so begeistert, dass ich doch gleich noch am nächsten Tag den Mond damit ablichten wollte und das auch tat. Da ich selbst noch sehr viel über die Bearbeitung der Videos am Rechner lernen muss, spielte ich nicht all zu viel mit der Technik.

Zwei Tage in folge konnte ich nun am Mond üben und was dabei herauskam konnte ich selbst nicht glauben. Mein bisher schärfster Mond und das auch noch im Detail.


Mond-Astrofotografie

Den Mond nehme ich schon sehr lange und immer mal wieder auf. Ich berichte dann hier im Blog und so manches mal beschreibe ich auch die Krater und andere Objekte auf dem Mond im Bild. Mein letzter Bericht dazu fand großen Anklang und das freut mich natürlich immer wieder. Im dem Bericht Was sieht man auf dem Mond oder wie ich den Mond entdeckte? kann man mir zum Mond folgen. Wichtig für diesen Artikel ist aber, dass Ihr mal auf das Foto schaut.

Nun bin ich nicht wirklich der Astrofotograf. Ja, ich mach immer mal wieder Bilder, aber meistens doch mit meiner DSLR und manchmal am Teleskop.

Die Ausrüstung (Hard- und Software)

Nun hat sich meine Ausrüstung ein wenig geändert. Seit längerer Zeit liegt bei mir eine QHYCCD-Kamera herum und ich will diese schon immer mal am Mond und an den Planeten testen.

Der Test am Jupiter zeigte mir sehr deutlich was in dieser Kamera steckt und das man hier ein Menge rausholen kann.

Also klemmte ich die Kamera an meinen Skywatcher Refraktor 102/500 auf einer Skyview-Montierung mit Motornachführung.

Damit ich mit CCD besser das Objekt verfolgen kann habe ich meinen Leuchtpunktsucher durch einen 8×50 Sucher ersetzt. Der hat ein Fadenkreuz und dadurch kann ich einfach wieder auf den entsprechenden Punkt auf dem Mond stellen.

Außerdem habe ich neben einem Nachführmotor auch einen Fokussiermotor für das Gerät. Dieser hat sich vor allem am Mond und am Planeten sehr rentiert.

Um die Videos aufzunehmen habe ich mir FireCapture auf meinen Laptop gezogen und kann dort die Aufnahme starten und viele Einstellungen vornehmen.

Bearbeitet wurden die Bilder anschließend mit Registax auf dem MAC. Vor allem bei den Detailbildern musste ich noch ein wenig Nachbearbeiten und auch die Texte in die Bilder einbauen.

Mit Microsoft ICE konnte ich dann später das Mondmosaik zusammen bauen.

28.12.2014

Nachdem ich nun am 27.12.2014 schon ein wenig mit dem Stacken des Jupiters in der Software Registax spielen konnte und auch einiges über FireCapture lerne, ging es am 27.12.2014 schon recht früh los.

SingleFrame Mond 28.12.2014Den ersten Tag-Mond sah man schon gegen 14-15 Uhr am Himmel in Richtung Osten. Das kommt mir bei meinem Balkonhobby immer sehr zu gute.

Da ich die Konfiguration mit Teleskop, Nachführung und der Kamera mit Software das erste mal am Mond testete, dauert es eine ganze Weile bis alles eingerichtet war. In dieser Zeit zogen leider Wolken auf. Leider war es nicht das letzte mal an diesem Tag das ich mit dem Wetter eine ON-OFF-Beziehung führte.

Nach mehrmaligen Anläufen konnte ich aber doch den Mond in einer längeren Wolkenlücke aufnehmen. Dazu erstellte ich ein Video mit ca. 400 Bildern. Später merkte ich das die Luftunruhe erstaunlich gering war. Das sogenannte Seeing spielt bei der Anzahl der Bilder und für das Endergebnis eine ausschlaggebende Rolle.

Auf dem Singleframe sieht man recht deutlich das der Mond nur zu ca. 1/3 in das Bild passt. Um also einen gesamten Mond abzulichten, brauche ich mind. 3 Bereiche und wie sich später herausstellte hatte der Zufall Gnade mit mir und lieferte mir diese 3 Bereiche. Die ersten Videos habe ich dann schon zwischen drin bearbeitet und musste leider in der Zeit feststellen, dass mal wieder Wolken aufgezogen waren.

Das was ich aber nach dem Bearbeiten sah verschlug selbst mir die Sprache.

Mond 28.12.2014 aus Berlin heraus

Ich habe extra einmal den Ausschnitt aus dem obigen Video-Screenshot genommen. Die anderen beiden folgen gleich hier.

Mond 28.12.2014

Mond 28.12.2014

Schon die drei Bilder sind super gewesen. Da ich aus der Kometenzeit noch das Programm Microsoft ICE auf meinem Windowsrechner installiert hatte, schob ich einfach mal alle drei Bilder in dieses Panorama-Programm und erhielt den gesamten Mond.

Mond_Composite

Die Schärfe ist fantastisch und um so vieles besser als die DSLR-Fotos die ich bisher gemacht habe. Ich bin komplett aus dem Häuschen und wären nun keine Wolken da gewesen, hätte ich noch den ganzen Abend fotografiert.

Leider zogen dann Wolken auf und da der Mond sich zum Zenit hin an einer Häuserkante befindet, musste ich den Versuch abbrechen. Das Ergebnis ist aber super geworden.

29.12.2014

Natürlich kam die nächste Gelegenheit am nächsten Tag und da ich nun ein wenig besser die Software und die Einstellungen kannte, konnte ich schneller erste Bilder produzieren.

Dieses mal mit richtigen Vorsatz wollte ich erst den Mond wieder als Mosaik und anschließend den Mond mit 2xBarlow-Linse. Also einige Detailvideos aufnehmen.

Ich kramte auch meinen IR-Sperrfilter heraus, da dieser den Infrarotanteil etwas reduziert. Ob und was es brachte kann ich aber nicht abschätzen.

Der Mond geriet mir am 29.12. etwas dunkler. Das kann auch an geänderten Einstellungen in FireCapture gelegen haben. Alles in allem ist er sogar etwas besser als am 28.12.

  Mond_mit_Text

Die Einzelbilder des Panoramas werde ich hier nun nicht noch einmal zeigen.

Nun hatte ich ein wenig mehr Zeit und trotz einer dämlichen nicht ganz so berauschenden Dunstschicht in den oberen Regionen, könnte ich einige der Detailaufnahmen bearbeiten und einiges rauskitzeln.

Detailed_Mond_2

Auf diesem Bild sieht man die Region um den Krater Ptolemaeus herum. Dieser ist der größte Krater im oberen Bildbereich.

Detailed_Mond_3_with_Text

Diese zweite Aufnahme zeigt den unteren Bereich des Mond, der übrigens eigentlich oben lag. Den beide Mondbilder sind noch falsch herum. Das liegt an meinem Refraktor und wie er den Himmel darstellt.

Wer hier mehr über die ‘Orientierung am Himmel wissen will, sollte sich mal diesen Artikel antun: Orientierung der Bilder im Teleskop

Auf diesem Bild sieht man sehr deutlich die Alpen (Vallis Alpes), eine 180km lange Rille.

Was schon sehr gut kommt ist der Krater Cassini. Dieser kann von Euch leicht gefunden werden. Es ist der Krater mit den beiden kleinen Kratern drin. Cassini A und B sind hier sehr gut zu erkennen. Cassini selbst ist 57 km im Durchmesser. Cassini A hat dann schon nur noch 17 km und Cassini B hat dann nur noch 9 km Durchmesser.

Fazit

Die Komplettaufnahmen sind fantastisch geworden. Die QHYCCD leistet hier sehr gute Arbeit und ich kann die Kamera nur empfehlen.

Bei den Detailaufnahmen bin ich noch nicht ganz zufrieden. Hier verspreche ich mir noch bessere Ergebnisse. Dazu werde ich bei der Aufnahme und auch bei der Bearbeitung noch etwas lernen müssen.

Ähnliche Artikel:

Beobachtungsbericht (28.12. & 29.12.): Mein schärfster Mond bisher, 4.8 out of 5 based on 4 ratings
Teleskop bei Astroshop
Werbung

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *