Loss of the Night – Eine APP, ein Flashmob für die Wissenschaft und was Ihr tun könnt

Loss of the Night – oder in Deutsch: Verlust der Nacht – hört man in letzter Zeit immer wieder. Da ist die Rede von Lichtverschmutzung. Also die Verschmutzung der Umgebung mit Licht. Viele Bekannte Fragen dann, wie Licht den Schmutz erzeugen können und ich erkläre es dann. Immer wieder und auch sehr gern. Trotzdem stößt man immer wieder auf Unverständnis.

“Das wäre quatsch” und “Wie soll Licht irgendwas verschmutzen” sind die Aussprüche und ab und an wird man mit einem Händeschütteln einfach in die Schublade der Spinner abgetan.

Wer aber zuhört, erfährt interessantes. Vor allem die Sterneninteressierten und Hobbyastronomen verstehen den Sachverhalt sofort. Daher haben wir auch unseren Flashmob für die Wissenschaft im März. Aber was tun wir dort eigentlich?

Alle das erfahrt Ihr nun in diesem Artikel.

 


Der Flashmob für die Wissenschaft

Ein Flashmob für die Wissenschaft hört sich toll an oder? Und vor allem wenn wir einen in Berlin machen. Zusammen mit Christopher Kyba werden wir uns am 14.3.2015 am Gleisdreieckpark platzieren. Eine Ankündigung gab es schon hier im Blog: Verlust der Nacht – Ein Flashmob in Berlin (14.3.2015) und auch bei Facebook haben sich schon über 15 Teilnehmer gefunden (Stand 14.2.2015).

Christopher ist Wissenschaftler am GFZ und im Moment hört man an allen Ecken und Enden von Ihm. Er kämpft gegen die Lichtverschmutzung und forscht auch noch auf diesem Gebiet.

Im Stern gab es einen Artikel zum Verlust der Nacht und auch Wissenschaft im Dialog schrieb einen tollen Artikel zum Flashmob.

Natürlich soll dieses Event auf der ganzen Welt stattfinden und nicht nur in Berlin. Daher rufe ich hier gern alle Menschen auf den Sternenhimmel am 14.3.2015 zu vermessen. Ein Monat ist noch Zeit.

Wie vermessen wir aber den Sternhimmel oder besser die Helligkeit dessen?

Die APP zum Messen des Sternhimmels

imageZusammen mit Programmierer hat Christopher Kyba eine APP entwickelt und diese in ein sogenanntes Citizen Science Project integriert. Hierbei soll die Bevölkerung helfen die Daten für die Wissenschaftler zu sammeln.

Diese APP gibt es mittlerweile für Android- und auch für iOS-Geräte und jeder kann hier mitmachen.

Verlust der Nacht für Android im PlayStore

Verlust der Nacht für iOS bei iTunes

Es geht um Sternchen zählen und das sollte doch jeder können.

Wie funktioniert die APP?

Die APP selbst heißt Loss of the Night oder Verlust der Nacht und nachdem Ihr diese geladen habt, könnt Ihr schon gleich loslegen.

Natürlich benötigt die APP einige Daten von Euch und daher müsst Ihr den Nutzungsbedingungen zustimmen. Vor allem muss man die GPS-Daten übermitteln und daher klickt auf Akzeptieren und Ihr seid ab dem Zeitpunkt Forscher.

Für die Benutzung kann man sich nun Registrieren. Das dient dazu das Alter und die Sehkraft zu erfassen. Neben der Sehkraft (Brille, Kontaktlinsen etc.) und dem Alter gibt man auch seine Erfahrungen an. Seinen Usernamen und die E-Mailadresse muss man nicht angeben, kann es aber.

iPhone Screenshot 2

Bild: Startbildschirm der APP

Mehrere Menüpunkte dienen einfach der Information. Hier kann man nachlesen was die APP tut und warum. Interessant wird es ab dem Punkt mit dem kleinen Auge. In der deutschen Fassung der APP sieht man dort Sternchen. Mit Klick Sternbeobachtung starten kann man nun seine Position erfassen und die Sterne zählen. Die APP führt einen dazu durch alle Schritte durch.

Hat das GPS-Modul die Satelliten gefunden geht es auch schon los. Man gibt als erstes die Wetterbedingungen an. Also ob es klar oder Bewölkt ist. Dort gibt es auch einen Punkt mit Regen. Ich habe aber nicht draufgeklickt.

Nach diesen Informationen führt einen die APP zu unterschiedlichen Sternen und fragt ob man den Stern sehen kann. Klickt man ja, geht es weiter. Klickt man auf Nein, muss man eine Begründung angeben.

Im Anschluss an die Messungen werden die Daten übertragen und die Wissenschaftler können Ihre Datenbank auswerten.

Auswertung der Daten

Wer sich die Daten anschauen möchte, kann das auf der Webseite Globe at Night tun. Diese Seite liegt im Moment noch in englischer Sprache vor. Daher muss man sich hier durchklicken.

Auf den Seiten Maps & Data findet man die Daten die in Karten aufbereitet wurden.

So kann man sich die Daten z.B. aus 2014 anschauen.

image

Bild: Daten aus 2014 (Google Maps Karte)

Man sieht hier das in Deutschland echt wenig aufgenommen wurde. Das hoffen wir natürlich zu ändern.

In Berlin gibt es zum Beispiel keine Messungen. Das werden wir in 2015 ändern. Dafür sorge ich schon allein.

In 2015 sehen die Daten natürlich noch etwas Mau aus. Hier kommt Ihr zu der Karte aus 2015.

Macht also mit und messt Eure Standorte doch einfach mal aus. Das kostet gerade mal 5 Minuten und dann gibt es für die Forscher schon neue Daten.

Und alle Berlinerinnen und Berlinern ist es empfohlen am 14.3.2015 einfach mal zu uns in den Gleisdreieckpark zu kommen und an unserem Flashmob zur Wissenschaft teilzunehmen.

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2 comments

  1. Konrad Boljan sagt:

    Ist “Loss of the Night” heute noch aktuell? Werden entsprechende Daten immer noch erhoben?

    • Stefan Gotthold sagt:

      Ja, “Loss of the Night” ist immer noch ein aktuelles Projekt und die Daten werden weltweit bis heute erhoben. Auf der Webseite kann man sich neben seinen eigenen Messdaten auch die Verteilung über den Globus anschauen. Hier finden Sie alle erhobenen Daten: http://www.myskyatnight.com/#map

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