Grundbegriffe am Teleskop (+Zubehör)

Woher man auch immer ein Teleskop herbekommen hat, man hat plötzlich ein technisches Gerät zu Hause stehen und weiß nicht so wirklich was damit anzufangen.

Ein Okular bekommt man noch leicht angebracht und dann richtet man das Gerät in Richtung Sterne und dann? Man sieht immer noch nur Punkte und anschließend kommt Frust auf. Manch anderer traut sich aber gar nicht das Gerät überhaupt in Betrieb zu nehmen, da derjenige einfach nicht weiß was das alles bedeutet. Was ist eine Azimutale Montierung und woher kommt der Begriff Brennweite? Wie wissen die anderen was ich für Vergrößerungen habe?

Das und vieles mehr sind Begriffe die man erst lernen muss. Einen ersten Überblick liefert dieser Artikel mit Hinweisen auf viele andere Artikel die sich hier im Blog verbergen.

Wie bei jedem technischen Gerät gibt es viele Begriffe die man erst lernen muss. Bei einem Fernseher ist das noch leicht, aber schon bei Computern tun sich viele schwer. Auch bei einem Teleskop muss man erst einmal die Begrifflichkeiten kennen.

Daher gibt es hier einmal einen Überblick über die Bestandteile eines Teleskops und was die Begriffe alle bedeuten.

Falls ich hier wichtige Begriffe vergessen habe, sagt es mir ruhig. Ich erweitere gern diesen Artikel.

Das Teleskop oder der Tubus

TeleskopViele Menschen bezeichnen das Teleskop meist als Ganzes. Also meinen mit der Aussage: Teleskop sowohl den Tubus als auch das Stativ und auch die Montierung. In der Astronomie sind das aber getrennte Teile bei einem Teleskop und daher verwenden die Astronomen oft den Begriff Teleskop und meinen eigentlich den Tubus.

Wir schauen uns einfach mal das Teleskop an und beschreiben die Begriffe: Montierung, Teleskop, Sucher und Stativ.

Der Sucher

Der Sucher an einem Teleskop ist meist ein kleines Fernrohr, welches die Suche nach Objekten am Himmel vereinfacht. Das große Teleskop (Tubus) vergrößert den Himmel oft stark und man verliert sehr leicht die Orientierung.

Mittlerweile verbreiten sich auch sogenannte Leuchtpunktsucher oder auch Telrad-Sucher. Diese Sucher sind keine Fernrohre, sondern zeigen den Himmel so, wie man Ihn auch mit bloßem Auge sieht.

Dadurch kann man das Teleskop besser ausrichten und hat nicht das Problem, dass auch in Sucher-Fernrohren oft viel mehr Sterne sichtbar werden. Manche Hobby-Astronomen kombinieren auch beide Sucherarten. Das verschnellert noch einmal das Aufsuchen und man kann den Sucher auch später für eine automatische Nachführung verwenden. Das wird dann wichtig, wenn man Fotografieren möchte.

Da viele Sucher bei den günstigeren Geräten auch oftmals schlecht sind, lohnt sich der Austausch hier schon. Ich habe damals ein sehr kleinen Sucher durch den obigen ersetzt.

Mehr Infos zum Sucher/Finder am Teleskop: Der Sucher/Finder am Teleskop

Der Tubus

Das eigentliche Gerät und optische Hilfsmittel um tief in den Weltraum zu schauen ist der Tubus. Es gibt unterschiedlichste Bauarten für den Tubus. So gibt es einfache Spiegelteleskop-Tuben (Newton – Reflektor), Linsenteleskope (Refraktoren) oder Kombinationen aus beidem oder andere Anordnungen der Spiegel oder Linsen.

Alle Teleskope haben aber zwei Dinge gemeinsam. Sie besitzen eine Öffnung  und eine Brennweite. Beide Maße sollte man kennen.

Öffnung

Die Öffnung eines Teleskopes gibt an, wie viel Licht der Tubus sammeln kann. Dabei gilt bei Spiegelteleskopen der Durchmesser des Hauptspiegels und bei Linsenteleskopen der Durchmesser der Hauptlinse.

Meist werden diese Angaben auch noch in Zoll angegeben. Das verwirrt Anfänger natürlich sehr.

Auf dem obigen Bild sieht man zum Beispiel ein 6 “ (6 Zoll) Gerät als Spiegelteleskop – Newtonbauweise. Die 6 Zoll entsprechen hier einem Spiegeldurchmesser von 150 mm. Die Umrechnung von Zoll in Millimeter ist: 1 Zoll = 25,4 mm. Das wird dann meist gerundet. Also 8 Zoll sind 200 mm und 10 Zoll 250 mm.

Ein wenig Theorie: Mathematik in der Astronomie (Teil 1): Das Öffnungsverhältnis

Brennweite

Mit der Brennweite wird der optische Weg des Lichts durch den Tubus angegeben. So fällt bei einem Newton (siehe Bild), das Licht durch die große Öffnung und wird vom Hauptspiegel auf den Fangspiegel reflektiert. Danach reflektiert der Fangspiegel das Licht durch den Okularauszug aufs Okular.

Bei einem Linsenteleskop geht alles etwas direkter durch die Linsen in den Okularauszug.

Die Brennweite wird dabei entweder in Millimeter angeben oder aber als Verhältnis Öffnung / Brennweite und das als Bruch.

Der obige Newton hat eine Brennweite von 750 mm oder aber ein Öffnungsverhältnis f/5 (f = 1/5 = 0,2). Daher findet man oft die Angaben bei Geräten mit: 6 “ f/5. Übersetzt heißt das 150 mm Öffnung mit 750 mm Brennweite.

Auch Okulare haben eine Brennweite, dazu kommen wir aber später.

Aufpassen muss man bei einigen Teleskopen, die zusätzliche Linsen (Barlow) fest verbaut haben. Eine Barlow-Linse verlängert die Brennweite um Ihren Faktor. Wer also eine solche Linse in seinem Okularauszug entdeckt kann davon ausgehen, dass die Brennweite um den Faktor 2 verlängert wurde.

Die Montierung

Eines der wichtigsten Bauteil um mit einem Teleskop komfortable in den Himmel zu schauen, ist die Montierung. Die Montierung bezeichnet die Mechanik um das Teleskop auf dem Stativ zu bewegen.

Es gibt hier eine ganze Reihe an unterschiedlichen Bauweisen. Die 3 wichtigsten Montierungsbauweisen habe ich hier im Blog schon beschrieben.

  1. Montierungen (Teil 1) – Die azimutale Montierung
  2. Montierungen (Teil 2) – Die parallaktische Montierung
  3. Montierungen (Teil 3) – Die Dobson Rockerbox

Das Stativ

Um eine Montierung und den Tubus und alle weiteren Aufbauten zu tragen braucht man ein stabiles Stativ. Mittlerweile sind die Stative gut für die Aufgaben ausgelegt. Wer aber nun tief in die Astro-Fotografie einsteigen will oder doch einmal mehr wie ein Teleskop auf eine Montierung setzen will, sollte das Stativ nicht vergessen.

Auch das Stativ kann eine Schwachstelle am Teleskop darstellen.

Zubehör beim Teleskop

Jetzt haben wir das Hauptgerät mit den einzelnen Bestandteilen betrachtet. Nun kommt aber noch eine Reihe an Zubehör dazu.

Ich werde nicht alles Zubehör beschreiben, sondern nur die wichtigsten Teile die man oft zum Teleskop dazubekommen.

Okulare

Bresser Plössl-Okular 20 mmZu einem Teleskop bekommt man auch immer Okulare dazu. Ob diese gut oder schlecht sind hängt oft vom Kaufpreis ab. Trotzdem kann man mit den gelieferten Okularen schon eine Menge anfangen.

Auf den Okularen ist oft eine Angabe eingeprägt, die wir vom Tubus her schon kennen. Diese Angabe in Millimetern gibt die Brennweite des Okulars an.

Zum Beispiel findet man oft Angaben wie: 20 mm oder Plössl 20, oder H20. Das alles sind unterschiedliche Bezeichnungen.

Mit dieser Angabe und dem Wissen über die Brennweite des Teleskops, kann man nun die Vergrößerung des Teleskops für ein bestimmtes Okular ausrechnen.

Mein obiger Newton hat bei einem 20 mm Okular eine Vergrößerung von 37,5fach Vergrößerung. Mit einem 10mm Okular kommt man auch 75fache Vergrößerung.

Ein wenig Theorie: Mathematik in der Astronomie (Teil 3): Teleskope und ihre sinnvollen Vergrößerungen

Barlow-Linsen

Bresser 2x Barlowlinse kurz 1,25"Eine Barlow-Linse habe ich oben schon einmal angesprochen. Diese Linsen gibt es aber nicht nur als festen Einbau sondern auch als Zubehör zu kaufen.

Auf einer Barlow-Linse finden sich Angaben wie: 2x, 2.5x oder gar 5x. Diese Angaben zeigen den Faktor zur Verlängerung der Brennweite an.

Bei meinem Newton kann ich also die Brennweite von 750mm (Standard) auf 1500 mm mit 2x Barlow erweitern. Dadurch ändert sich natürlich auch die Vergrößerung um den Faktor.

Ich kann also mit einem 20mm Okular und einer Barlow-Linse 2 Vergrößerungen am Teleskop hinbekommen. Einmal ohne Barlow mit Okular auf 37,5mm und einmal mit Barlow und Okular auf 75fach. Man sieht also ich kann mir das 10mm Okular sparen.

Umkehrlinsen

Bei vielen günstigen Teleskopen liegen noch Umkehrlinsen dabei. Das soll die erdgebundene Anwendung als Kaufargument mit dazu nehmen.

Wer sich nämlich ein Teleskop kauft muss sich klar sein, dass Spiegel und Linsen das Bild drehen oder halt spiegeln. Dadurch wird rechts zu links und oben zu unten.

Bei Sternen spielt das keine große Rolle. Aber wer auf der Erde Tiere beobachten möchte, möchte diese ja nicht auf dem Kopf stehend betrachten.

Die Umkehrlinsen drehen das Bild einfach.

Mehr Infos: Orientierung der Bilder im Teleskop

Zenitprisma

zurückWer sich einen Refraktor (also ein Linsenteleskop) kauft, bekommt meist noch ein Zenitprisma dazu. Der Name dieses Zubehörteils sagt es eigentlich schon.

Das Zenitprisma lenkt das Licht um 90° um und ermöglicht dadurch den einfachen Einblick in das Teleskop. Vor allem wenn man die Bereiche direkt über dem Kopf beobachten möchte.

Das Zenitprisma ändert keine Ansichten oder verändert die Kennwerte des Teleskops. Also Brennweite und damit auch die Vergrößerungen bleiben erhalten.

Amici-Prisma

Celestron Amici Prisma 45° 1,25"Im Gegensatz zum Zenitprisma nimmt das Amici-Prisma Einfluss auf den Strahlengang und dreht das Bild im Prisma einmal um.

Das Amici-Prisma wird in einer 45° Ausführung geliefert und wird im wesentlichen an Refraktoren verwendet.

Mondfilter

Bei einigen Geräten gibt es bis heute noch einen Mondfilter mit dazu. Dieser Filter wird oft in das Okular geschraubt und stellt den Mond dunkler dar.

Das kann sehr Hilfreich sein, wenn man den Mond zur Vollmondzeit oder kurz davor oder danach betrachtet. Da kann er nämlich schon recht hell werden und empfindliche Augen schmerzen dann leicht.

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