GDP-Tagung der Deutschsprachigen Planetarien (Rückblick)

imageVom 2. Mai bis 4. Mai fand in Potsdam die Tagung der GDP (Gesellschaft Deutschsprachiger Planetarien) statt und ich durfte nicht nur daran teilnehmen, sondern auch gleich noch einen Vortrag halten.

Natürlich möchte ich darüber berichten und ein wenig erzählen was dort so passierte und auch ein paar Wünsche für die nächste Tagung äußern.

Dadurch das die Tagung von dem Potsdamer Planetarium (URANIA Planetarium) organisiert wurde, war die örtliche Nähe zu Berlin sehr schön.

Chronologisch möchte ich natürlich die 3 Tage betrachten. Hierbei sollte man aber vorher Wissen, dass ich nicht an allen geplanten Veranstaltungen teilnehmen konnte oder durfte. Daher kann dieser Bericht auch nur meinen persönlichen Eindruck der Dinge wiederspiegeln, die ich erlebt habe.

02. Mai 2015 – Eröffnung

Um 10:00 Uhr wurde die Tagung eröffnet und die Einleitungsworte wurden von Gerd Thiele (GDP-Präsident ) und Frau Prof. Karin Flegel (Geschäftsführerin des URANIA Potsdam e.V.) gehalten.

Es waren nach meinen Schätzungen ungefähr 200 Leute im Hörsaal der Fachhochschule Potsdam anwesend.

Um 10:15 Uhr fand dann der Eröffnungsvortrag statt. Dr. Carsten Güttler (Max-Planck-Institut für Sonnensystemforschung) sprach über die Morphologie und die Ergebnisse der Rosetta-Mission.

Vor allem für mich als Amateurastronom und Astronomie-Blogger war der Vortrag sehr spannend, da ich ja nun auch die Rosetta-Mission mitgemacht habe und hier viel zu Rosetta geschrieben hatte.

Anschließend durfte ich selbst einen Vortrag mit dem tollen Titel: „Facebook & Co. – Social-Media-Marketing im Umfeld von Planetarien und Sternwarten“ halten.

Eigentlich hatte ich nur 34 Folien für 45 Minuten und im Normalfall passt das auch gut. Aber da hier bei den Planetarien und Sternwarten so viel fehlt, bin ich ins quatschen gekommen und habe mein Zeit ein wenig überzogen.

(Foto: Thomas Weisbach / Planetarium Chemnitz)

Naja, zum Nachlesen meiner Folien gibt es hier noch ein SlideShare-Link.

Nach mir wurde dann der Himmel von Potsdam bis ins Westhavelland betrachtet. Auch ein spannendes Thema hier im Umfeld. Wobei man sagen muss, der erste und der dritte Vortrag haben nicht viel mit Planetarien zu tun. Und mein Vortrag gibt auch keinen Einblick in die Planetariumswelt, sondern stößt eher Türen auf, die man nun beschreiten soll.

Nach der Mittagspause stellte ZEISS seine neue Software zum Powerdome vor. Das war dann mal ein reines Planetariumsthema, da man ja im Normalfall nicht an diese Software herankommt. Die meisten zumindest nicht. Ich bin mal gespannt, wenn wir mit dem Interface das erste mal im Planetarium arbeiten können.

Danach gab es einen Standort-Wechsel und da ich mich zu dieser Zeit verabschiedete, kann ich da wenig zu dem restlichen Programm sagen.

03. Mai 2015

Der 2. Tag auf der Tagung begann mit der Arbeitsgemeinschaft Didaktik und dort wurde unter anderem das Schulfiasko der Sonnenfinsternis besprochen. Diese Diskussion fand ich überaus Interessant. Schließlich habe ich hier im Blog das Thema auch schon behandelt. An wem das Thema vorbei gegangen ist, dem sei dieser Link nahe gelegt: Angstmache zur Sonnenfinsternis und das Schulfiasko

Ich glaube das hier auch eine Übergeordnete Gesellschaft wie der GDP wirklich Einfluss nehmen kann. Ich bin sehr gespannt, was hier in Zukunft passiert.

Ab um 10 Uhr hatte ich für 2 Stunden frei, da nun die Mitgliederversammlung des GDP stattfand und ich ja kein Mitglied des Vereins bin. Bis nächstes Jahr werde ich mir das überlegen.

Dafür konnte ich mich in der Ausstellung umsehen und sprach mit einigen Ausstellern.

Nach einer kurzen Kaffeepause ging es mit dem Tagesprogramm weiter.

So hielt Thomas Kraupe vom Hamburger Planetarium einen interessanten Vortrag zu „Bis Pluto und noch viel weiter…: Neues vom „Himmel auf Erden“ und von der IPS“.

Weiter ging es dann mit spezieller Soundtechnik im Planetarium und auch wie man z.B. Autisten das Planetarium näher bringen kann. Hier konnte ich bei den Parallelsessions nur jeweils einen Vortrag hören.

Auch nach der Mittagspause ging es mit einem spannenden Programm weiter. Im wesentlichen Stand aber auch das Netzwerken und die Gespräche mit den Planetariern für mich im Vordergrund.

So konnte ich Michael Schomann und Dirk Schlesier vom Planetarium Wolfsburg bei der Diskussion schön einfangen.

Was mir so gar nicht gefallen hat, war der Vortrag zur APP “AudioHimmelsführungen”. Diese gibt es wohl im Store für 5 € zu kaufen. Neben der Tatsache, dass diese APP Ihrer Zeit wohl 5 Jahre hinterherhinkt, war der Vortrag ein Graus. Weder der Vortragende kann Vortragen, noch erfüllt die APP heutige Erwartungen an den Sternenhimmel. Da hilft auch nicht das “Betteln” nach Verteilung der APP. Vor allem nicht dann, wenn nicht mal ein FB-Link oder anderes gezeigt wird. Hätte nur noch gefehlt, dass man sich die APP per Fax bestellen kann.

Um 17 Uhr gab es dann wieder einen Wechsel, bei dem ich leider Terminbedingt “Auf Wiedersehen” sagen musste.

4. Mai 2015

Der 3. und letzte Tag der Tagung begann für mich mit einer kleinen Überraschung. Im Planetarium Potsdam wurden Projekte der Fachhochschule vorgestellt. Einige der Projekte kenne ich ja schon, aber die Projekte zur Echtzeit-Datenvisualisierung auf Basis von wissenschaftlichen Daten, hat es mir wirklich angetan.

Das wäre so ein kleiner Traum von mir, das man interaktiv an der Kuppel auf Daten zugreifen kann und die Darstellungen sich je nach Auswahl ändern.

Hier werde ich mit der Hochschule zusammen einen kleinen Workshop starten. Ich will das unbedingt verstehen und dann eigene Projekte umsetzen.

Zwei Vorträge fand ich am 4. Mai besonders gut.

Beim ersten Vortrag sprach Prof. Müller (FH Potsdam) über Datenvisualisierung und die Darstellung der Präsentation und des Themas hat mir sehr gefallen. Ausgehend von alten Karten beschrieb er den Gang der Datenvisiualisierung. Mit Ihm zusammen entstanden auch die beiden Projekte die ich Morgens in der Kuppel gesehen hatte.

Der zweite Vortrag kam von Tim Florian Horn (Leiter des Zeiss Groß-Planetariums Berlin). Er sprach über die Entwicklung der Planetarien und wie man hier ein Wissenschaftstheater etablieren kann. Beide Vorträge waren für mich sehr ansprechend und zeigten Vision der Zukunft der Planetarien. Ich bin froh in der Zeit zu Leben in denen solche ein Fortschritt möglich ist. Vielleicht kann ich Ihn ein wenig mitgestalten.

Ansonsten gab es wieder eine ganze Reihe spannender Vorträge und nach der AG Content, war die Tagung für mich dann auch beendet.

Ein Gruppenfoto (Aufgenommen von M. Schomann) kann man hier noch sehen.

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Fazit

Natürlich kann ich hier nicht detailliert die gesamten Tagesabläufe darstellen. Im Fazit muss ich als ersten Frau Prof. Flegel und dem Planetariumsleiter Benjamin Husheer und allen Mitarbeitern und Helfern danken. Die Tagung war absolut Super organisiert und als Teilnehmer hat man nichts mitbekommen. Sicherlich gab es einige Kanten und Ecken, aber das gesamte Team hat hier sehr gute Arbeit geleistet und den Tagungsteilnehmern 3 tolle Tage beschert. In einer Veranstaltung würde ich die Leute nun Applaudieren lassen.

Für mich persönlich hat sich die Tagung sehr gelohnt. Ich habe viele der Leute kennengelernt, mit denen ich auf FB oder Twitter verbunden bin. Und ich habe darüber hinaus viele kennen gelernt mit denen ich noch nicht vernetzt war.

Die Themenvielfalt hat mich begeistert und es gab wirklich einige tolle Perlen in dem Tagungsprogramm.

Also ich werde sehr gern wieder zur Tagung des GDP kommen und werde vielleicht auch wieder eingeladen einen Vortrag zu halten.

Nun möchte ich noch einige Anregungen für die nächsten GDP-Tagungen geben. Das soll hier nicht als Kritik verstanden werden, sondern als reine Anregung für die Weiterentwicklung der GDP-Tagungen.

Wünsche für die nächsten GDP-Tagungen

Natürlich fällt einem bei einer Tagung immer wieder sehr viel auf. Vor allem wen man mit seinem letzten Arbeitgeber fast 10 Jahre lang Tagungen ausgerichtet hat. Auch diese starteten mit wenigen (ca. 20 Leuten) und endeten (meine letzte Tagung) mit 1.500 Teilnehmern.

1. Webseite

Das es eine Webseite mit dem Programm und der Anfahrt gab, fand ich toll. Warum diese Webseite aber Lokalisiert (gdp-potsdam.de) wurde, ist mir unerklärlich.

Mein Wunsch wäre hier auf Dauer eine Webseite wie “GDP-Tagung.de”. Solche allg. Webseiten mit Bezug zur Tagung bauen sich dann nämlich über die Jahre auf und werden bei Google dann auch immer wieder gefunden.

Teilnehmer die schon mal da waren, wissen wo Sie die aktuellen Infos zur Tagung finden und neue Teilnehmer finden die Seite leichter in den Suchmaschinen. Schließlich will man doch nicht für jeden neuen Tagungsort eine neue Webseite öffnen.

2. Workshops

Den Workshop-Charakter einer Tagung würde ich mehr einbauen. Am dritten Tag z.B. kann man auch parallele Workshops anbieten, bei denen den Teilnehmer detailliert bestimmte Dinge erklärt werden. Zum Beispiel: Wie baut man den nun eine Facebook-Seite auf? oder Was sind rechtliche Hintergründe beim betreiben einer Webseite? oder Wie kann ich eine eigen Show in XYZ-Software bauen?

Das fände ich persönlich sehr spannend und man kann sich aussuchen, was einen sehr interessiert und was weniger von Interesse ist.

3. Mehr Hersteller / Dienstleister in die Tagung bringen

Einige Stände mit Informationen weniger Hersteller habe ich auf der Tagung entdeckt. Ich glaube aber der Markt von Anbietern um die Planetarien herum ist viel Größer. Ich denke dabei an Universe2Go oder auch an Astro-Reisen. Auch die Vortragenden in den Planetarien (also mich) kann man dort besser einbinden. Schließlich sind Planetarien hier oft Auftraggeber oder zumindest Katalysatoren für die Dienstleistungen und Produkte.

Darüber lässt sich dann auch ein Sponsoring viel besser Aufbauen und man hat dann vielleicht bessere Gelegenheiten auch mal hochrangige Speaker zu ordern und deren “Aufwandentschädigung” zu bezahlen.

Das kam meiner Meinung nach ein wenig zu kurz.

4. Twitter und Facebook

Was ich leider schmerzlich vermisst habe, ist ein Twitter-Account und eine Facebook-Seite. Diese gehören zwingend zu einer Tagung. Dort kann man aktuell auf Streik- oder andere Änderungen hinweisen. Bei 200 Leuten geht das vielleicht auch noch so, aber sicherlich soll diese Tagung größer werden und da wird das nicht mehr so leicht möglich sein.

Ebenso gehören HashTag (#gdp2015), Twitter-Link und Link zur Facebookseite ins Tagungsprogramm und auch dort sollten schon vor der Tagung Infos geliefert werden und über den Zeitraum der Tagung immer wieder Infos gepostet werden.

Das soll ja keine “Geheimtagung” werden, sondern die Menschen die nicht vor Ort sind (z.B. viele Kleinplanetarien) wollen und sollen doch auch Informationen erhalten.

Weblinks

GDP Webseiten

GDP-Potsdam Tagungswebseite

Planetarium Potsdam Webseite

FB-Seite Planetarium Potsdam

Twitter Account des Planetarium Potsdam

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2 comments

  1. Lieber Stefan, danke für deine ausführliche Beschreibung und Wertung, die für mich als Vorstandsmitglied der GDP schon deshalb interessant sind, weil sie von jemandem kommen, der in gewisser Weise (noch) von außen auf das Erlebte blickt. Manches werden wir sicher umsetzen, wenn auch vielleicht nicht alles.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Lieber Gerd, danke für den Kommentar. Ich erwarte die nächste GDP-Tagung schon mit Spannung und würde mich sehr freuen wenn ich das ein oder andere (muss ja nicht alles sein) umgesetzt wurde. Ich kann Euch da sicher bei einigen Punkten auch unterstützen.
      LG, Stefan

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