Ein Planetarium für Zuhause – Google’s Cardboard (VR-Brille)

imageAuf der Republica 2015 lief ich am zweiten Tag über das Ausstellergelände und nahm mir Zeit um sich in Ruhe die vielen Stände der Aussteller anzuschauen.

Ein Stand erregte dabei meine Aufmerksamkeit. Menschen standen vor diesem Stand herum und hielten sich Pappbrillen vors Gesicht. Das wäre sicherlich noch kein Grund gewesen um meine Aufmerksamkeit zu erregen, aber die Bewegungen der Menschen waren auffällig. Sie schauten in alle möglichen Himmelsrichtungen und auch nach oben und unten und waren anscheinend alle begeistert.

Google Deutschland hatte dort einen Stand und zeigte den Besuchern der re:publica Ihre Cardboard-Brillen aus Pappe. Natürlich war ich sofort von dem kleinen Testbeispiel begeistert und da Google mir eine Brille mitgab, möchte ich diese hier einfach vorstellen. Es ist nämlich auch ein Planetarium für Zuhause.


Eine VR-Brille aus Pappe

Computer-Brillen für virtuelle Realität (VR) gibt es schon sehr lange. Ich kenne einige Exemplare von vor 20 Jahren und der visionäre Gedanke hat sich seit damals gehalten.

Nun werden die vielen Handy’s in unserer Hosentaschen immer besser und haben schon lange viel mehr Power als die Rechner die es vor 20 Jahren gab.

Google hat sich nun überlegt einfach mal eine Brille aus Pappe zu “erfinden” und stellte 2014 Ihre Anleitung für diese VR-Brille aus Pappe kostenlos ins Netz.

google-cardboard-bastelbogen

Bild: Cardboard Bastelbogen

Auf dem Bild sieht man den Bastelbogen und da natürlich viele Firmen gleich wieder ein Geschäft gewittert haben, haben diese sich den Bastelbogen besorgt und geben nun dieses Produkt für kleines Geld weiter.

Man muss also nicht selbst basteln.

Zwischen 2,50 € und 12 € kostet hierbei ein solcher Bogen aktuell bei Amazon*

So bekommt man den günstigsten Bausatz von Andoer DIY* für 2,59 € und einige spezielle Bausätze oder Brillen die dann auch aus Plastik oder schwarzer Pappe gefertigt sind für ca. 20-30 € z.B. von EightOnes VR-Kit mit 1 Jahr Garantie*

Zusammenbauen leicht gemacht

Wer nun denkt, dass das Basteln der Brille kompliziert ist, der kann sich gern dieses Video mal anschauen. Ich habe die Brille innerhalb von 5 Minuten zusammen gehabt und es machte keine Probleme. Die Anleitung, die auf der Pappe aufgedruckt ist, ist selbstredend.

Ihr seht also deutlich, dass es keine Schwierigkeit ist das Google Cardboard zusammen zu setzen.

Damit nun aber nach dem Zusammenbauen alles funktioniert, braucht man ein Smartphone und entsprechende APPS.

Das Planetarium für Zuhause

Da wir uns ja hier auf einem Astronomie-Blog befinden, konzentriere ich mich bei der APP-Beschreibung einfach auf die existierenden Sterne- und Planetarium-Apps.

Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe an APP’s sowohl für Android-Geräte als auch für iOS-Geräte.

Solar System VR

imageDie erste APP die ich mir angeschaut habe, ist Solar System VR. Bei dieser APP fliegt man mit der VR-Brille durch unser Sonnensystem und man kann sich frei anschauen, wie die Planeten um die Sonne kreisen.

Die APP kann man sich kostenlos im Google Play Store laden.

Hier der Link: Solar System VR

Cardboard Space VR

imageWer den Raumfahrern ein wenig näher sein möchte, sollte sich diese APP einmal anschauen.

Hier kann man mit dem Spaceshuttle die Erde und die Umlaufbahn betrachten.

Die APP kann man sich kostenlos im Google Play Store laden. Sie ist für alle Android-Geräte lauffähig.

Hier der Link: Cardboard Space VR

Ich glaube das in den nächsten Monaten noch eine ganze Reihe an neuen APP’s dazukommen werden. Es gibt schon viele Spiele und andere APP’s. Die Astronomie scheint hier noch etwas unterrepräsentiert zu sein.

Selbst mal was programmieren

Übrigens wer hier eine APP vermisst und eine tolle Idee hat, kann auch selbst aktiv werden. Die Entwickler-Umgebungen gibt es frei Zugänglich und man kann damit schon tolle Sachen machen.

Auf der offiziellen Google-Seite findet man die Dokumentationen und Download-Links. So kann man sich ein Android-Paket herunterladen und für Samsung und andere Android-Geräte eine APP entwickeln.

Wer gleich mit 3D-Spielen oder 3D-Inhalten aktiv werden will, sollte sich einmal die Spieleengine Unity anschauen. Diese gibt es für Windows und für Mac und damit kann man tolle 3D-Spiele und Umgebungen entwickeln.

Hier geht es zur Google Developer-Seite.

Fazit

Mit einer VR-Brille in die virtuellen Räume einzutauchen macht wirklich viel Spaß. Vor allem wenn das ganze unter 5 Euro kostet und viele der vorhandenen APP’s frei zugänglich sind.

Ich bin richtig gehend begeistert von den Möglichkeiten und werde hier sicherlich noch einiges selbst versuchen. So habe ich mir schon die Entwicklerpakete geladen und spiele mit ersten Möglichkeiten herum.

Vielleicht gibt es wirklich bald mal eine gesamte Planetatiumsshow auf der Basis von VR. Das wäre auf jeden Fall sehr spannend. Auch die Möglichkeiten mit 360°-Kameras zu drehen und dann den Benutzer entscheiden lassen, was er sich anschauen will, ist sicherlich ein Thema.

Hier könnte es evtl. eine kleine Revolution (Evolution) bei den Museen und anderen Häusern geben. Mal schauen was hier in Zukunft noch so alles passieren mag.

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5 comments

  1. Gunnar sagt:

    “Solar System VR” ist bisher die einzige Anwendung, die mir gefällt. Ich hab meine Pappbrille schon länger(im Regal verstauben lassen), aber warm wurde ich gar nicht damit. Jetzt gebe ich dem nochmal eine zweite Chance.

    • Stefan Gotthold sagt:

      Naja, ich denke immer gleich in die Zukunft. Warum nicht gleich eine Planetariumsshow für VR produzieren oder die Leute einfach mal mitnehmen auf eine Sternentour und das als Stream live übers Netz. Ich kann mir auch den Gang durch ein Museum vorstellen und das ganze für Menschen die einfach nicht ins Museum gehen können. Da lässt sich viel zusammen spinnen.

  2. Kai-Christian Richter sagt:

    Eine Frage zu Solar System VR: wie bewege ich mich “vorwärts” ? Der Blickwinkel ändert sich zwar mit Drehung, aber wie gehts hinein ins Sonnensystem ? Danke schonmal !! VG Kai

    • Stefan Gotthold sagt:

      Hallo Kai,
      ich habe gar nicht erst ausprobiert mich in der APP zu bewegen, da ich die APP einfach nur zum anschauen verwende. Daher kann ich Dir Deine Frage nicht beantworten. Ich habe aber mittlerweile selbst ein wenig für das System programmiert und schnell festgestellt, dass vor allem die Steuerung in den APP’s eine vertrackte Sache ist. Das Handy kann man ja nicht direkt benutzen. Daher muss auf visuelle Bausteine zurück greifen. Ob es diese in Solar VR gibt, weiß ich nicht. Muss ich mal nach Ausschau halten.
      LG, Stefan

  3. Florian sagt:

    Das beste was ich bislang gesehen habe ich “Titans of Space”. Hab es schon zweimal angeschaut und hoffe, das da der Hersteller noch nachlegt. Das Konzept ist jedenfalls super.

    Ansonsten ist Astronomie im Play Store weiterhin relativ schwach vertreten, bzw. nichts vorhanden was einem vom Hocker haut.

    Mattel View-Master werde ich wohl demnächst mal ausprobieren. Gibt es z.B. bei Amazon.

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